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Spuren von historischen Produktionsstätten

Ziegelei Schlewecke

Zu finden: Nienhagen 3, von Schlewecke kommend die Ziegeleistraße/L497 Ri.Norden/Henneckenrode folgen. Diese verläuft zunächst einige hundert Meter bergauf und fällt dann für ein längeres Stück ab. Sie macht am Ende eines Waldstückes eine scharfe Rechtsbiegung. Folgt man dieser nicht, sondern fährt an dieser Kurve geradeaus weiter, so kommt man direkt auf das Gelände der früheren Schlewecker Dampfziegelei.

Von den Werksgebäuden der Schlewecker Dampfziegelei ist bis heute im Nordosten des Geländes nur noch ein großes Musterhaus mit auffällig gestalteten Giebeln erhalten geblieben, in dessen Mauern der Ziegeleibesitzer Aller das gesamte Steinsotiment der Ziegelei verwenden ließ. 1912 musste er Konkurs anmelden. In den Folgejahren blieb das Gelände zwar im Besitz der Familie, doch erst 1921 kam es in die Hände eines früheren Mitarbeiters von Aller und einem Kompagnon, die die Produktion gemeinsam wieder aufnahmen. 1925 ging die Ziegelei in den Besitz des in Sottrum ansässigen Ziegeleibetriebs Steding über und trug nun den Namen ,,Tonwerke Schlewecke". Der Tonabbau erfolgte in einer südwestlich  gelegenen Tonkuhle, auf die man noch heute von Schlewecke aus einsehen kann. Bis 1972 blieb der Betrieb im Besitz der Firma Steding, die ihn zu einer der modernsten Ziegeleien Deutschlands machte. Nach weiteren Besitzerwechseln wurde die Ziegelproduktion 1996 endgültig eingestellt.

Heute hat die ,,Umwelttechnik Kedenburg GmbH" hier ihren Sitz, die Bauschutt und Metall- und Holzabfälle sortiert und wieder aufarbeitet und so u.a. für den Straßenbau, zur Spanplattenproduktion oder andere Wirtschaftsbereiche nutzbar macht.

Zementfabrik

Zu finden: von der Ziegeleistraße am südöstliche Ortsausgang in die Straße ,,Zementfabrik" abbiegen und dieser einige hundert Meter folgen. Die noch verbliebenen Gebäude liegen auf der linken Straßenseite.

Die ,,Actien-Cementfabrik Schlewecke" wurde am 3. Oktober 1863 in der Winkelvoßschen Gastwirtschaft in Schlewecke gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten 29 Bürger Schleweckes und ein Maurermeister aus Volkersheim. Das Werk wurde am Ufer des Osterbaches östlich des Ortes aus Steinen der Schlewecker Dampfziegelei gebaut, das Steinmaterial in verschiedenen Brüchen der Umgebung gewonnen. Die Produktionszeiten, sogenannte Kampagnen, begannen jeweils im Frühjahr und endeten im späten Herbst. Während der produktionsfreien Zeit beschäftigte man die Belegschaft in Steinbrüchen, beim Holzeinschlag im Wald und in der Zuckerfabik Bockenem. Die Ware des Zementwerkes wurde mit Pferdefuhrwerken zum Hildesheimer Bahnhof gebracht, ab 1887 auch über die Bahnhöfe Derneburg, Lutter a. Barenberge und Schlewecke verladen und Kunden in der näheren und weiteren Umgebung bis in den Südharz und sogar in der Schweiz beliefert. Die sich in den ersten Jahrzehnten positiv entwickelnden Produktionsergebnisse verliefen jedoch ab Anfang 1900 zunehmend schlechter, sodass man den Betrieb zwischenzeitig bis zu Abverkauf bestehender Bestände ruhen ließ. In den Kriegsjahren 1914-18 wurde die Zementproduktion entgültig eingestellt.

Die Gebäude der Schlewecker Zementfabrik werde heute privat genutzt.

Molkerei

Zu finden: Langestr. 7

Nach der Familienchronik des Schleweckers Horst Klingmann befand sich vor der Gründung der Schlewecker Molkerei im Jahre 1908 ein erster Molkereibetrieb auf dem Hof 26 (heute Mittelweg 18) gegenüber der Kirche, dann ab 1900 auf dem Hof Nr. 85,  heutige mit der Adresse Am Ring 3. Hier wurde die Milch in Handarbeit und mit Hilfe einfacher Geräte verarbeitet.

Als sich der Milchviehbestand im Dorf zu Beginn des 20. Jh. deutlich steigerte, entschloss man sich zur Gründung eines genossenschaftlichen und technisch fortschrittlicheren Dampfmolkereibetriebes. Dieser nahm seine Arbeit 1908 in der Langestr.7 auf. Bis zum Jahr 1924 wuchs die Genossenschaft auf 24 Mitglieder an, ab 1935 wurde sie als Lehrbetrieb anerkannt. Während des 2. Weltkrieges, am 1. April 1943, stellte die Schlewecker Molkerei ihren Betrieb ein, die Maschinen und Geräte wurden größtenteils verkauft.

Nach dem Krieg wurde das Molkereigebäude von einem Institut der Technischen Hochschule Braunschweig, später von einem Landhandel und einer Brauerei als Lagerraum genutzt. Eine 1955 gegründete Kalthausgenossenschaft richtete schließlich in einen Teil der Molkereigebäude Tiefkühlraum ein. Hier befanden sich 120 Kühlfächer mit je 100 Litern Aufnahmefähigkeit, die an Interessenten vermietet wurden. Die zunehmende Verbreitung von Tiefkühlgeräten in Privathaushalten setzten der Wirtschaftlichkeit der Kalthausgenossenschaft jedoch eine Ende und sie wurde 1974 aufgelöst.

Seit 1976 wird das ehemalige Molkereigebäude nach Umbaumaßnahmen als privates Wohnhaus genutzt.