Spuren von historischen Produktionsstätten
Prüßmühle
Zu finden: an der Verlängerung der Schmiedestraße ortsauswärts zwischen Rautenberg und Adlum
Die Prüßmühle ist die älteste Mühle im heutigen Harsumer Gemeindegebiet. Als Wassermühle lag sie direkt am historischen Bruchgraben und gehörte im Mittelalter zu einem Königshof in Hohenhameln. Als sie später in den Besitz der Herzöge von Lüneburg kam, ging sie als Lehen an das Rittergeschlecht von Rutenberg. Mit dem Aussterben der Rutenberger Ritter im Jahre 1647 fiel die Prüßmühle an den Herzog von Braunschweig, der den Mühlenbetrieb an die Amtmänner von Steuerwald übertrug.
Nach 1800 und dem Ende des Lehnswesens wurde die Wassermühle durch freie Betreiber bewirtschaftet. Diese besaßen auch ein Schankrecht in der Mühle.
Mit der Begradigung des Bruchgrabens zwischen 1901 und 1904 war die Prüßmühle von der Wasserzufuhr angeschnitten und musste ihren Betrieb einstellen. Nur der Schankbetrieb blieb noch bis 1911 bestehen. Der letzte Müller war Otto Mieke aus Clauen.
Land und Mühlengebäude kaufte danach ein Maurermeister aus Adlum, der das Mühlengebäude abtrug und das Fachwerk zum Bau eines Hauses in Adlum verwendete.
So ist von der historischen Prüßmühle heute nichts mehr zu sehen. Lediglich der alte Mühlstein blieb erhalten und hat seit 2010 seinen Platz am ehemaligen Mühlenstandort.
Motormühle
Zu finden: Rutenbergstr. 41, am Ortseingang von Hüddessum kommend
Noch im zurückliegenden Jahrhundert lag hinter dem Ortsausgang Rutenbergs Richtung Hüddessum eine Windmühle. Der Mühlenbesitzer Wilhelm Oelkers verkaufte sie ins Wendland, wo sie wieder aufgebaut wurde.
Stattdessen baute Oelkers 1934 am Ortsrand eine neue Getreidemühle, die mittels eines Petroleummotors angetrieben wurde. 1940 wurde dieser durch einen Elektromotor ersetzt.
1962 stellte die Mühle ihren Betrieb ein. Erhalten geblieben ist jedoch das mehrstöckige Gebäude, das heute nur noch zu Wohnzwecken genutzt wird und der in Rautenberg gebräuchliche Name Motormühle.
Ziegelei
Zu finden: Rutenbergstr. 2, am Ortsausgang nach Clauen
In den Jahren 1845 bis 1904 fertigte die Rautenberger Familie Remnitz in ihrer Ziegelei Steine aus Ton. Diese Steine wurden u.a. für den Bau der Zuckerfabrik im benachbarten Clauen und für Höfe im Ort verwendet. Der unweit gelegene Dorf-/ Löschteich wurde vermutlich zur Wasserversorgung der Ziegelei genutzt.
Bereits zwei Jahre nach der Schließung des Ziegeleibetriebes wurde der Schornstein abgerissen und die zum Betrieb gehörenden Gebäude zunächst noch überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Bis 1992 wurden auch diese nach und nach abgerissen, sodass von der Ziegelei heute nur noch das äußerlich etwas veränderte Haupthaus erhalten ist.
Auf dem Gelände der Ziegelei entstanden später Einfamilienhäuser. Nur der Name einer nahe gelegene Straße erinnert heute an die Ziegelei Remnitz.