Spuren von historischen Produktionsstätten
Alte Mühle (s. Geschichtlicher Rundgang durch Nordstemmen)
Die Mühle erbaute der Getreidehändler Heinrich Christian Bartels, die Jahreszahl der Erbauung ist leider nicht bekannt. Mit Hilfe einer elektrisch betriebenen Schrotmühle erzeugte er hier Futtermittel für die Tiere der Landwirte Nordstemmens und Umgebung. Bartels übergab die Mühle in die Hände seines Schwiegersohnes Carl Kreipe und dieser später an seinen Sohn Carl.
Seit 1885/86 mietete die Jüdische Gemeinde Norstemmens zwei Räume im Obergeschoss als Synagogenräume.
Als die Umsätze der Mühle nach der Gründung einer landwirtschaftlichen Genossenschaft in Nordstemmen im Jahre 1920 zurückgingen, richtete das Ehepaar Kreipe im Erdgeschoss der Mühle einen Laden ein, in dem sie zunächst Kaffee, Tee, Pralinen und Gewürze verkauften. Er entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem typischen Tante Emma Laden und trug dem Betreiber den Namen Bolschen-Kreipe (Bolschen=Bonbon) ein. Der Mietvertrag mit der Jüdischen Gemeinde wurde gekündigt, denn die Familie Kreipe benötigte das Obergeschoss nun selbst als Wohnräume. Als eines der ersten Häuser des Dorfes wurde die Mühle an die örtliche Wasserversorgung angeschlossen und verfügte schon 1933 über eine hauseigene Toilette.
Von 1936 bis 1946 hatte Carl Kreipe außerdem das Amt des Ortsvorstehers (Bürgermeisters) inne. Für die Gemeindearbeit stellte er seitdem zwei Räume im Erdgeschoss der Mühle zur Verfügung.
Weitere Informationen zur Mühle sind hier zu finden sowie einer dort aufgestellten Tafel des Heimatvereins zu entnehmen.