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Spuren von historischen Produktionsstätten

Bischöfliche Mühle/Stadtmühle/Papierfabrik, Burgstraße

Windmühle, Hoher Escher 9

Zu den ältesten Gewerbebetrieben gehörten in Gronaus Geschichte vier Mühlen, die entweder im Stadtgebiet oder in der näheren Umgebung lagen. Nur von zwei Mühlen sind Spuren erhalten geblieben.

Die Papierfabrik an der Burgstraße entstand an der Stelle und dem Gelände der ältesten Mühle Gronaus.Diese war als Teil und in unmittelbarer Nähe der bischöflichen Burg zwischen 1281 und 1284 errichtet worden. Erste urkundliche Erwähnung findet die durch Wasserkraft betriebene Kornmühle im Jahre 1329. Die bischöfliche Mühle ging 1497 durch Verkauf in die Hände der Stadt Gronau über.

Vermutlich Mitte des 16. Jh. – der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt – zweigte man einen Leine-Arm mit besonders großer Wasserkraft ab und errichtete an diesem eine Öl- und Sägemühle. 1859/60 verpachtete der Müller Julius Albrecht diese an den Alfelder Papierfabrikanten Woge, der die Mühle zu einer Strohpappenfabrik umbaute und zehn Jahre später den gesamten Mühlenbetrieb kaufte. 1872 ging die Fa. Woge in eine Aktiengesellschaft „Hannoversche Papierfabriken Alfeld-Gronau, vormals Gebr. Woge“ über.

Ab Ende des 19. Jh. fand an diesem Standort die gesamte Papierproduktion statt. 1994 wurde die Leinetal Papierwarenfabrik GmbH von der Firma Landré übernommen, die 2000 in die Firmengruppe HAMELIN überging. Seit 2004 ist die Papierverarbeitung in den Westen der Stadt verlegt.

Erhalten geblieben sind bis heute das Leinewehr am Leinemühlengraben und ein Verwaltungsgebäude der Landré Papierwaren, außerdem das Wohnhaus des Fabrikdirektors.

Gronaus Windmühle entstand im Jahre 1874 am Hohen Escher, einer 80 m hohen Erhebung im Osten von Gronau. Nach einem Brand im Jahre 1881 wurde sie sofort wieder aufgebaut. Im Jahre 1883 übernahm der Müller W. Koopmann die Mühle, ab 1904 wurde sie zusätzlich mit Strom durch das städtische Elektrizitätswerk versorgt. Koopmanns Sohn verlegte den Mühlenbetrieb 1924 in die Stadt in die Junkernstraße, wo er ihn auf Elektro-Antrieb umstellte.

Das Mühlengebäude wurde bis auf seine Grundmauern abgerissen. Auf diesen entstand 1927 die Kaffeewirtschaft „Zur Bergmühle“, die sich wegen des schönen Blicks auf die Stadt und der Nähe zum Stadtpark zu einem beliebten Ausflugsziel für die Bewohner Gronaus und der Umgebung entwickelte. Der Betrieb wurde 1959 geschlossen und das Grundstück an die Neuapostolische Kirchengemeinde verkauft. Nur in der eigentümlichen Gebäudeform der ehemaligen Kaffeewirtschaft lässt sich heute noch der Sockel des alten Mühlengebäudes nachvollziehen. Neben diesem Gebäude sind im Verlaufe der Jahre weitere Gebäude der Neuapostolischen Kirchengemeinde entstanden.

An die Gronauer Windmühle erinnert heute nur noch die Windmühlenstraße in der unmittelbaren Umgebung.

Holzhandlung C.Pape

Die Gebäude der Holzhandlung Pape, deren Firmengründer Christian Pape in enger familiärer Beziehung zur Familie Dörrie in Gronau stand, befanden sich schon von Beginn an am heutigen Standort am Leintor. Obwohl der heutige Inhaber kein Nachkomme der Familie Pape ist, hat sich der Firmenname, wie am großen Firmenschild zu sehen ist, nicht geändert. Warum das so ist und welche Geschichten sich außerdem um die in Gronau sehr geachtete Familien Pape und Dörrie ranken, erfährt man hier.