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Spuren von historischen Produktionsstätten

Brennerei Astenbeck

Zu finden: In Astenbeck, an der B6

Das steinerne Giebelkreuz über dem Tor zum Brennereigut in Astenbeck erinnert daran, dass dieser historische Gebäudekomplex aus Kalksandstein, ebenso wie die ihr gegenüberliegenden Gutsschänke, zum Vorwerk des Klosters Derneburg gehörten. 1818 ging dieser in die Hände des Grafen zu Münster über. Im Jahre 1971 wurde die Anlage mit 140 Hektar Ackerfläche verkauft und der Betrieb über drei Generationen bis Ende 2011 von der Pächterfamilie Liebe unter dem Namen Fürstlich Münster von Derneburg´sche Brennerei Astenbeck betrieben. Sie produzierte hier über 193 Jahre den Weizenkorn Astenbecker, der im Volksmund aber auch gern B6er genannt wurde, denn die ehemaligen Produktiongebäude der Brennerei liegen parallel zur Bundesstraße 6.

Im Innenhof der Anlage fällt besonders der massive Turm auf, dessen ursprünglicher Zweck nicht genau bekannt ist. Man geht jedoch davon aus, dass die Mönche des Klosters Derneburg ihn als Vorratsspeicher genutzt haben. Scheunen und Lager mit bis zu 1,80 Metern dicken Wänden boten Platz für mehr als 1000 Tonnen Getreide.

Ein kleines Blechschild rechts neben der Toreinfahrt erinnert heute noch an den Schnaps, der hierzulande gern nach einem deftigen Essen gereicht wurde.

E-Werk

Zu finden: Am Lavespfad im Norden des Schlosses

Zwischen Innerste und dem Flüsschen Nette, in unmittelbarer Nähe der Derneburger Fischteiche und dem Laves-Kulturpfad liegt das alte E-Werk.

Graf Georg Herbert zu Münster, ein begeisterter Freund moderner Technik ließ das E-Werk, ebenso wie die Eisenbahnstrecke und den Bahnhof bei Derneburg, Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts bauen und versorgte damit das gesamte Schloss und später auch Astenbeck und Teile der näheren Umgebung mit elektrischem Strom. Die Maschinen und Turbinen des E-Werks sind bis heute erhalten geblieben, aber nicht mehr in Betrieb.

Dass die Maschinen des E-Werks zu seinen Hochzeiten aus Lärmgründen um 22 Uhr abgeschaltet wurden, ist allerdings eine Mär. Jeweils zwei Turbinen und Generatoren blieben Tag und Nacht in Betrieb und die Familie des Elektromeisters musste mit dieser Geräuschkulisse leben. Lediglich im Winter, wenn das Wasser der Derneburger Fischteiche zum Karpfenfang abgelassen wurde, standen sie still und mussten dann innerhalb weniger Tage gereinigt und gewartet werden. Der Strom wurde über Freileitungen und zahlreiche Holzmasten in die Häuser Derneburgs und Astenbecks geleitet.

Karl Brügmann, der Sohn des letzten Elektromeisters und geboren im Jahre 1934, erinnert sich:

Zu meiner Zeit wurde in dem E-Werk eine Gleichspannung von 220 Volt erzeugt, mit der man aber moderne Geräte nicht betreiben kann, weil sie eine Wechselspannung benötigen … Es ist schon eine Besonderheit, dass die beiden Orte Derneburg und Astenbeck nahezu 100 Jahre eine eigene Stromversorgung hatten und somit unabhängig vom öffentlichen Netz waren. Als nach dem Krieg und dann später die Ansprüche stiegen (Radio, Fernsehen, Kühlschränke, elektrische Hausgeräte), brachte die Gleichspannung viele Einschränkungen mit sich, die auf Dauer dann auch nicht mehr tragbar waren, darum dann auch die Umstellung auf Wechselspannung und später die Anbindung an das öffentliche Netz.

Karl Brügmann kann sich auch lebhaft an einen hölzernen Telefonapparat in den Wohnräumen seiner Familie im E-Werk erinnern, über das sein Vater jederzeit vom Grafen zu erreichen war und auch regelmäßig gerufen wurde.

Das Gebäude wird heute privat bewohnt und ist nicht zu besichtigen. Die Bewohner öffnen ihre Türen jedoch am Tag des offenen Denkmals am 2. Sonntag im September und hin und wieder ihren Garten für Veranstaltungen des Netzwerks für Kultur und Heimat Hildesheimer Land.

Wassermühle

Die Wassermühle liegt an einem Mühlengraben, der durch den kleinen Fluss Nette gespeist wird und nördlich und direkt unterhalb des Derneburger Schlosses läuft. Sie geht auf das Jahr 1598 und die Zeit des evangelischen Frauenklosters zurück, zu dem es damals gehörte. In unmittelbarer Nähe legten Anfang des 18. Jahrhunderts die Mönche des Zisterzienserordens Fischteiche an, die bis heute für die Fischzucht genutzt werden. Bis 2007 gehörten Wassermühle und Teiche zur Domäne Derneburg und sind seitdem im Besitz der Paul-Feindt-Stiftung.

Die Wassermühle steht unter Denkmalschutz und liegt direkt am Laves-Kulturpfad.