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Spuren von historischen Produktionsstätten

Alte Mühle

Zu finden: Marktstr.

Am westlichen Ortsausgang in der Nähe der „Drei-Gewölbe-Brücke“ liegt die alte Handelsmühle Brüggens. Aus Urkunden aus den Jahren 997 und 1207 ist zu schließen, dass schon immer Mühlen zum an der Leine gelegenen Haupthof in Brüggen gehörten. 1380 wird eine Mühle von Bedeutung an diesem Standort erwähnt. Im Jahre 1583 hat sie drei Mahlgänge. Ebenfalls genannt werden 1613 außerdem eine Boke- und eine Ölmühle, 1797 eine Sägemühle am Mühlengraben im Bereich des Kälberwerders, im 18. Jh. außerdem eine kleinere Notmühle an einem kleinen Seitenkanal. Diese konnte den Betrieb aufnehmen, wenn die große Mühle wegen Hochwassers nicht betriebsbereit war.

Zur Brüggener Mühle gehörten weitere Gebäude, in denen sich die Müllerwohnung, Werkstätten, Schlafkammern für Knechte, eine Küche, eine Stube und Kellerräume befanden.

Nach einem Brand entstand im Jahre 1869 die heutige massive Mühle, die den Mühlenkanal überspannt. Die 1909 angelegte elektrische Zentrale der Mühle und die Wohnhäuser des technischen Leiters und des kaufmännischen Direktors lagen in unmittelbarer Nähe. Die Mühlenarbeiter waren in Häusern innerhalb des Ortes untergebracht. Aus der Festschrift zum 1050-jährigen Bestehen der Gemeinde Brüggen von 1987 geht hervor, dass die Gräflich von Steinberg'sche Mühle 1925 täglich 1000 Zentner Mehl mit den Bezeichnungen „Leinegold“ und „Leinestern“ produzierte.

Die um die Jahrhundertwende entstandenen Mühlengebäude und die Mühlenanlage sind bis heute weitgehend erhalten geblieben, der Mühlenbetrieb wurde jedoch schon vor einigen Jahrzehnten eingestellt. Heute dient eine Wasserkraftanlage an der Brüggener Mühle der Stromerzeugung.

2005 entstand auf Betreiben des Landes Niedersachsen im Rahmen des niedersächsischen Fließgewässerprogramms und mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union an der Brüggener Mühle ein aus 21 Becken bestehender Fischpass. Dieser dient der Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit und Wiederansiedlung von vom Aussterben bedrohter Fischarten. In einer Informationstafel am Brüggener Fischpass heißt es dazu:

Zu den natürlichen Verhaltensweisen vieler heimischen Fischarten und Kleintiere unserer Fließgewässer zählen mehr oder weniger ausgeprägte Wanderungen. Bekannt ist dieses Phänomen vor allem beim Lachs, der vom Meer stromaufwärts wandert, um seine Laichgebiete erreichen zu können. Bei Aalen ist dieses Verhalten genau umgekehrt. Wehre, Wasserkraftanlage und andere Querbauwerke in Fließgewässern, wie auch die Mühle in Brüggen, bilden für viele dort lebende Tiere ein unüberwindbares Hindernis.

Der Fischpass, dessen Becken mit einer Höhendifferenz von jeweils 0,12 m angelegt wurde, hat eine Gesamtlänge von 65 Metern. Er soll die Wanderung der in der Leine lebenden Tiere wieder ermöglichen.