Spuren von historischen Produktionsstätten
Eine die ältesten Produktionsstätten des Ortes existiert heute nicht mehr. Es wurde 1972 abgerissen, soll aber wegen seiner großen Bedeutung in der Vergangenheit Bodenburg zumindest Erwähnung finden.
Bodenburgs Haus Nr. 1 war das Rats- und Brauhaus. Es wurde im 16. Jh. am heutigen Marktplatz errichtet. Aus einer Ortsbeschreibung aus dem Jahre 1770 geht hervor, dass „das Brauen geschiehet in dem zu solchen Behuefe angelegten gemeinen Brauhauße, welches zugleich das Rathhauß ist. Es liegt mitten im Flecken auf dem Markte, ist in der Brandversicherung-Gesellschaft sub Nro 1 catastriret. ... Die Brau-Gerähte werden auf gemeine kosten unterhalten. Die Brauzeit gehet unter vorgedachte 62 Brauer auf der Reihe ...“
Heute erinnert nur noch ein bemaltes Trafohäuschen am Marktplatz, auf dem ein freundlicher Gastwirt mit einem Bierkrug in der Hand abgebildet ist, an das Bodenburger Rat- und Brauhaus.
Natürlich gehört unter diese Rubrik auch der berühmte „Bullenstall“ des Steinberg'schen Gutes in Bodenburg. Über diesen kann man hier und hier mehr erfahren.
Werkzeugfabrik
Zu finden: Sehlemer Straße
Spuren hinterlassen hat auch die längst nicht mehr produzierende Werkzeugfabrik an der Sehlemer Straße, deren Gebäude man aber auch vom Schlosspark aus sehen kann.
Sattlerei
Zu finden: Lamspringer Str. 3
Der Pferdekopf und das Innungsschild der Sattler erinnern an die Werkstatt von Alwin Löhmann. Das Schild schenkten Löhmanns Kinder, in Ergänzung zum bereits damals vorhandenen Pferdehof, zum 100. Geschäftsjubiläun im Jahre 1990. Das Löhmann´sche Haus, ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit neun Fensterachsen und außermittig liegendem Querdielentor, entstand im Jahre 1830. Die Sattlereilag ehemals zwischen Eingangstür und Dielentor hinter dem etwas tiefer angesetzten dreigeteilten Fenster.
Bahnhof
Zu finden: ???
Der Bodenburger Bahnhofskomplex gehört heute zu den wenigen nahezu komplett erhaltenen, relativ unveränderten, kleineren ländlichen Bahnhofsanlagen, die im Rahmen der im Jahre 1900 geschaffenen Bahnstrecke von Elze bis Bad Salzdetfurth entstand. An dieser Bahnstrecke, an der auch die Kreisstadt Gronau und die Orte Almstedt/Segeste lagen, profitierten vor allem Wirtschafts- und Gewerbebetriebe von den Transportmöglichkeiten per Bahn. Auch Bahnhaltepunkte ins Despetal und die Verknüpfung mit der Bahnstrecke nach Groß Düngen wurden geschaffen. Darüber hinaus nutzten natürlich auch die Züge des Personenverkehrs die Bahnstrecke. Mit der Fertigstellung der Verbindung Bodenburg – Bad Gandersheim im Jahre 1902 war das Nebenbahnnetz vollendet und Bodenburg entwickelte sich zu einem Bahn-Knotenpunkt mit mehreren Gebäuden.
Hier erinnert Joachim Diehl (2001) an Entstehung und Geschichte der Alme-/Lammetalbahn.
Die bis heute erhaltenen Gebäude haben laut Denkmalatlas Niedersachsen „aufgrund ihrer beispielhaften Ausführung geschichtliche Schau- und Zeugniswerte für die Bau-, Verkehrs- und Technik- bzw. Wirtschaftsgeschichte um 1900“ und stehen daher unter Denkmalschutz.
Zur Bahnhofsanlage gehören das Empfangsgebäude mit Güterschuppenanbau, der ehemalige Lokschuppen, der Wasserturm und zwei Wohngebäude sowie die komplett vorhandene Technik des mechanischen Stellwerkes und der Gleisbereich mit Schienen, Weichen, Spannwerken und Signalen mit ihrem technischen Zubehör. „Neben den baulichen Anlagen trägt auch das mit allen Zeitschichten erhaltene Gleisfeld erheblich zum Denkmalwert der gesamten Anlage bei. Jedes der ursprünglich 11 Gleise hatte eine spezielle Aufgabe bzw. Funktion, als Haupt- Ein- und Ausfahrgleis, Abstellgleis für Güterwagen, u.a. für die Rübenanlieferung sowie als Umfahr- oder Lokschuppengleis.“
Während das zwischen 1901 und 1902 entstandene Empfangsgebäude an der Bahnhofstr. 8 heute ungenutzt ist, leer steht und nach Verkauf an eine Privatperson im Jahre 2018 nun verfällt, sind die beiden Bahnarbeiter-Wohnhäuser Am Bahnhof 2 und 4 nach wie vor bewohnt. Der südlich des Bahnhofs gelegene dreigeschossige Wasserturm mit Ziegelsichtmauerwerk prägt bis heute das Ortsbild von Bodenburg und Oestrum. Auch er wurde 1901/02 im Zuge der Neuanlage des Bahnhofes Bodenburg erbaut.
Die Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahnen (AHE) schätzt die Bedeutung des Bodenburger Bahnhofs ebenfalls hoch ein:
„Der Bahnhof Bodenburg ist in seiner Erhaltungsform ein wertvolles Zeugnis dieser vergangenen Epoche und könnte dies mit entsprechendem Engagement auch wieder für die Allgemeinheit zeigen. Noch immer erinnern Lokschuppen, Wasserturm, Signale und Bahnsteige eindrucksvoll an diese Zeit. Nur wenige wissen, dass dort nicht nur Dampflokomotiven gepflegt worden sind, sondern auch bereits ab etwa 1910 damals hochmoderne Akkutriebwagen eingesetzt worden sind. In Bodenburg hat es eine unglaubliche Vielfalt im Fahrzeugeinsatz gegeben, weswegen das gesamte Areal schützenswert ist. Der Denkmalschutz des Ensembles ist eine willkommene Ergänzung zu der Wiederaufnahme eines öffentlichen, historisch-touristischen Verkehrs von Bodenburg nach Almstedt-Segeste.“ 23.10.2022, aus: https://www.almetalbahn-online.de/?p=4501
@Verena: Haben wir keine Fotos vom Bahnhof?