Spuren von historischen Produktionsstätten
Konservenfabrik
Zu finden: Himstedter Straße 5
Zwischen Bettrum und Klein Himstedt befand sich einst die Konservenfabrik Bettrum e.G.m.b.H. Hier wurde Gemüse aus der landwirtschaftlich geprägten Umgebung zu Konserven verarbeitet. Überliefert sind unter anderem farbige Etiketten für Konservendosen mit Gemüse, die im Niedersächsischen Landesarchiv aufbewahrt werden und aus der Zeit vor 1945 stammen.
Wie eng die Fabrik mit der Landwirtschaft der Region verbunden war, zeigt ein Bericht aus Nettlingen: Dort angebaute Bohnen wurden während der Ernte zur Konservenfabrik nach Bettrum gebracht, teilweise mehrere Zentner am Tag.
Noch heute stehen auf dem ehemaligen Fabrikgelände Gebäudereste. Beim Tornado im Jahr 2023 wurde eine dort erhaltene Halle schwer beschädigt; Dach und Dachstuhl wurden vollständig abgedeckt. An den früheren Produktionsstandort erinnert bis heute die Bezeichnung „Konservenfabrik“ im Namen der dortigen Bushaltestelle.
Edelpilze Okeano
Zu finden: Himstedter Straße 5
Auf dem Gelände der ehemaligen Konservenfabrik entstand später eine ganz besondere Nutzung: Andreas Gill züchtet hier unter dem Namen Edelpilze Okeano verschiedene Edel- und Vitalpilze. Damit erhielt der historische Produktionsstandort eine ungewöhnliche neue Nutzung.
Hinter den alten Mauern werden unter anderem Shiitake, Goldkäppchen sowie Limonen- und Rosenseitlinge gezüchtet. Die Pilze wachsen auf Holz- und Strohsubstraten. Nachhaltigkeit spielt dabei eine wichtige Rolle: Verbrauchte Holzsubstrate werden als Brennstoff für eine Hackschnitzelheizung genutzt, Strohsubstrate als Bodenverbesserer. Mehr zu diesem Projekt findet man hier.
Die Bettrumer Windmühle
Zu finden: Am Mühlenberg 15
Am Ortsausgang Richtung Nettlingen stand seit 1883 eine Holländerwindmühle. Sie diente der Verarbeitung von Getreide und wurde zunächst mit Windkraft, ab 1941 mit einem Motor betrieben. Zur technischen Ausstattung gehörten unter anderem ein Doppelwalzenstuhl und ein Schrotgang. Nach einem Brand blieben zunächst Teile des Mühlenturms erhalten, aber 2012 wurde die Brandruine bis auf 4 m Höhe abgerissen.
Die Mühle ist heute privat bewohnt. Vom einstigen Bauwerk ist vor Ort kaum noch etwas zu erkennen. Geblieben ist der Mühlenberg und damit zumindest der Name, der an das verschwundene Wahrzeichen Bettrums erinnert.