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Spuren von historischen Produktionsstätten

Wassermühle

Zu finden: Wassermühlenstraße

Wenn auch von der Wasserburg von Werder nichts mehr zu sehen ist, so gibt es die ehemals zur Burg gehörende Mühle noch heute.

Die Mühle wird erstmals 1260 erwähnt und in einer Urkunde aus dem Jahre 1327 wird sie als "Slaegemole" bezeichnet. In dieser Schlackenmühle wurde nachweislich zum einen Rammelsbergerz verarbeitet, zum anderen war sie Mahlbetrieb für Getreide mit angeschlossener Oelmühle für die Bauern der in der Nachbarschaft liegenden Dörfer Werder, Schlewecke, Nette, Störy, Hary und Bönnien. Schon 1430 kam sie in den Besitz des Müllers Lindenberg, dessen Familie im Ambergau noch weitere Mühlen betrieb. Noch heute erinnert die Inschrift in einem Sandsteinquader des Mauerwerk des Stallgebäudes an die Lindenbergs. Hier heißt es "Dieses Haus hat gebaut Meister Christian Heidrich Lindenberg und Anna Isabel Lacken - Anno 1730".

Nach fast 500 Jahren verkaufte die Familie Lindenberg die Mühle. Sie wechselte in den folgenden 26 Jahre noch zweimal den Besitzer, bis sie 1907 von August Sattler übernommen wurde. Er nahm umfangreiche Änderungen vor, in deren Zusammenhang das alte Backhaus abgerissen und ein Getreidespeicher gebaut wurden.

Im 19.Jahrhundert entstanden zunehmend große Mühlenbetriebe, die kleinen Dorfmühlen, wie auch der Mühle in Werder, starke Konkurrenz machten und deutlich wirtschaftlicher arbeiten konnten. So musste auch die Wassermühle von Werder 1962 ihren Betrieb einstellen. Das Mühlenwehr und die dazugehörenden Gebäude jenseits der Nette wurden 1969 abgerissen und das gesamte Mühlengebäude wenig später zu einem Wohnhaus umgebaut.

Welche Bedeutung der Mühlenbetrieb der Wassermühle von Werder einst gehabt hat lässt sich erahnen, wenn man einen Blick auf die alte und prächtige Tür zum Mühlengebäude wirft. Sie scheint ein Zwilling des Kirchenportals der Kirche von Werder zu sein und steht dieser in Größe und handwerklicher Ausführung in keiner Weise nach. Vermutlich war der Müller Lindenberg wichtiger Mäzen der Kirche, denn sein Name ist in der Wetterfahne auf der Kirchturmspitze gut zu lesen.

Im Gegensatz zur Kirchtür ist die alte Eingangstür zur Mühle heute nicht mehr öffentlich zugänglich; die beiden hier abgebildeten Fotografien können aber einen guten Eindruck vermitteln.