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Königsdahlum, über tausend Jahre bist du alt,
Eine lange Geschichte hast du halt.
Nach der Chronik deinen Namen du schon oft geändert hast.
Weil sächsische Könige und Kaiser hier eine Pfalz gebaut haben,
Gab man danach dir den jetzigen Namen.

Von dir erzählt man sich alte Geschichten,
Die von unseren Vorfahren berichten.
Viele schöne Sagen
Erzählen von längst vergangenen tagen.

Da ist der Dillsgraben mit dem Ritter Dill.
Weil er den christlichen Glauben nicht annehmen will,
Geht er in den Wald in der Heiligen Nacht,
Um nach Waldbret zu haben Acht.
Trotz der Warnung des Knappen geht er auf die Pirschm
Aber es ist zu sehen weder Reh noch Hirsch.
Doch plötzlich hoppelt ein Hase über den Weg,
Ein leuchtendes Kreuz auf der Stirne trägt.
Der Ritter schwört: "Soltle auch die Burg zu Grunde gehen,
Den Hasen muss ich bekommen, wir werden ja sehen!"
Er legt an, doch er schießt vorbei mit zitternder Hand.
Erschrocken steht er am Waldesrand,
Der abgeschossene Pfeil nicht in die vorbestimmte Richtung fliegen will,
Da erst zur Besinnung kommt der Ritter Dill.

Mit böser Ahnung sprengt er zur Burg zurück,
Doch es hat ihn verlassen sein Glück.
Als er galoppiert durch das große Tor,
Bereitet ihn schon der Haushan vor.
Mit lauter Stimme ruft er vom Dach herunter:
"Die Burg geht unter! Die Burg geht unter!"
Ritter Dill und seine zechenden Gefährten
Aber nicht auf des Hahnes Warnung hörten.

Da ertönt ein furchtbares Bersten und Krachen.
Die Burgherren erleben ein böses Erwachen.
Als sie sitzen im Burgsaal beisammen,
Bricht das Erdreich unter ihnen zusammen.
Für Ritter Dill und seine Kumpane ist alles aus,
Die Burg versinkt mit Mann und Maus.

Wo man die prächtige Dillsburg einst gesehn,
Befindet sich heut' ein tiefer See, um den wir gern spazierengehn.
Den See man den Dillsgraben nennt,
Hier im Ambergau ihn jedermann kennt.

In der Christnacht, sagt man, kommt er zurück auf die Erde
Und reitet dreimal um den Dillsgraben mit seinem Pferde.

Hedwig Waßmann
Königsdahlum, 1985