Kleinstadt-Heimat
Du kleine Stadt am stillen Fluss,
Oft muss ich an dich denken.
Was du mir gabst an reinstem Glück,
Kann keine Welt mir schenken.
Du hörtest meinen ersten Laut,
Ich tat in deiner Mitte,
Getreu behütet und umsorgt,
Die ersten Kindesschritte.
Ich kenne alle Pfade noch,
Wo junge Füße streiften,
Wenn an dem Uferhang im Herbst
Die Äpfel und Birnen reiften.
Vertraut ist mir der Höhenweg,
Umsäumt von alten Bäumen,
In deren Schatten sorglos ich
Und köstlich konnte träumen.
Und in der Wiesen warmem Grün
Behaglich ließ sich’s lauschen
Der muntern Grillen Zirpen und
Des Wasserwehres Rauschen.
Der trutz’gen Kirche Glockenklang,
Ich hör ihn noch und sehe
Das altersgraue Gotteshaus,
Als ob ich vor ihm stehe.
Sein Turm schaut weit in reiches Land,
Gesegnet sind die Fluren.
Es suchet der Gedanken Flug
Rings unverwischte Spuren.
Der großen Städte laute Hast
Zehrt nicht n deinem Frieden,
Dir ist ein Dasein, kleine Stadt,
In Harmonie beschieden.
Die Klänge, die dein Zauber grub
Gleich Tunen in mein Herz,
Begleiten mich, wo ich auch weil‘,
Im Leben allerwärts.
So grüß ich dich, mein Heimatort,
Du Hort der Zeitgetriebe.
Du weißt, dass du mir heilig bist,
Und wie ich stets dich liebe.
Walter Deneke
Der Verfasser wurde am 11.8.1898 in Gronau geboren.
In der LDZ am 11.8.1951 veröffentlicht.