Historische Baulichkeiten
Katholische Kirche Heilige Familie
Zu finden: Akazienstraße
Die Vorgängerin der heutigen Kirche in Klein Escherde war eine Fachwerk-Kapelle mit relativ hohem Sandsteinsockel aus dem Jahre 1699. An die Gönner dieser Kapelle, das Ehepaar Barthold Linden und seine Ehefrau Gertrudis Ludewig wird an unterschiedlichen Stellen im Ort noch heute gedacht.
Diese Kapelle wurde im Frühjahr 1973 abgetragen, der letzte Gottesdienst fand am 8. April 1973 statt. Anschließend wurde sie im Museumsdorf Cloppenburg wieder aufgebaut und dort am 31. März 1977 der Öffentlichkeit übergeben. Eine Schautale informiert seitdem über die Herkunft der kleinen Kirche.
Der Grundstein für die neue und größere Kirche wurde im Juli 1973 gelegt und schon ein Jahr später konnte die Kirche wie schon die Kapelle vorher der Heiligen Familie geweiht werden. Bis auf das Gestühl, den Kreuzweg, ein Harmonium, einen Leuchter und eine alte Uhr ist die Innenausstattung der alten Kapelle in die neue Kirche übernommen worden.
Der Altar, vermutlich ursprünglich ein Seitenaltar der ehemaligen Klosterkirche des heutigen Haus Escherde, zeigt im oberen Altarbild von 1670 Maria bei Gottvater für die Menschheit bittend, im Bild darunter aus dem 18. Jahrhundert die Heilige Familie auf der Wanderschaft. Im Antependium, dem reich bestickten und verzierten Vorhang vor dem Altartisch, erkennt man die für die Heilige Familie stehenden Buchstaben: IHS = Jesus, MRA = Maria und JSH = Joseph. Es ist um etwa 1730 gefertigt worden.
Rechts im Altarraum befindet sich ein ehemaliger Altarschrein aus dem frühen 16. Jahrhundert, in dem die Apostel Andreas und Johannes zu erkennen sind. Da beide Figuren nach rechts gewandt sind, steht zu vermuten, dass eine von ihnen bereits ausgetauscht wurde. Der Name der zwischen ihnen abgebildeten Heiligenfigur ist nicht bekannt. Über dem Altarschrein zeigt ein Holzrelief die Marterung des Erasmus, ein Werk aus der Werkstatt des Hildesheimer Künstlers Meister Wolther aus der Zeit um 1520.
Ebenfalls auf dieser Seite des Altarraumes hängt ein Kreuz aus dem Jahre 1675, an dessen vier Enden vier Medaillons mit den Attributen der vier Evangelisten angebracht sind.
Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich figürliche Darstellungen der Apostel Petrus und Johannes, links von der Orgel die Heilige Katharina mit Palmzweig.
In einer Seitenkapelle erinnert eine weitere Figur an den Heiligen Josef, der den kindlichen Jesus auf seinem Arm hält. Daneben ist der mit Noten unterlegte Josefs-Hymnus zu lesen, der von Josef Clausing verfasst und 1946 von Max Seeboth vertont wurde. Clausing war von 1930 bis 1943 der letzte geistliche Schulleiter des Gymnasium Josephinum und lebte ab Herbst 1944 in Klein Escherde. Sein Hymnus wurde 1946 in der Kapelle des Ortes uraufgeführt.
Den alten Kreuzweg der Kapelle ersetzte man durch einen Kreuzweg, der von Schwestern der Benediktiner-Abtei Herstelle in Form von farbigen Keramiken gestaltet wurde. Er umfasst jedoch zwei Stationen mehr als sonst üblich. Die Stationen 13 und 14 zeigen den auferstandenen Christus und Christus beim Mahl mit den Jüngern in Emmaus.
Die Kirche in Klein Escherde ist tagsüber auch außerhalb der Gottesdienstzeiten geöffnet.
Altes Schulhaus
Zu finden: Akazienstraße
Nach alten schriftlichen Aufzeichnungen geht die Schule in Klein Escherde auf das Jahr 1773 zurück, in den Akten des Bistums Hildesheim ist von einer Schule im Jahre 1791 die Rede. 25 Jahre später beklagt sich der Pastor des Dorfes über den Zustand der Schule, weil die jetzige Wohnung des Schullehrers eine elende, finstere kaum 5 Fuß hohe Strohhütte und noch dazu die Schulstube zugleich ist und weist auf die Notwendigkeit eines Schulneubaus hin. Doch diesen erlebt der Geistliche selbst nicht mehr. Der Bau eines neuen Schulhauses neben der Kirche wird erst 1823 unter seinem Nachfolger genehmigt und 1824 fertiggestellt. 1886/87 erhält das Schulgebäude einen Anbau, in dem von da an die Kinder Klein Escherdes unterrichtet werden. Die alte Schule ist nun Wohnhaus des Lehrers und wird nach der Schließung der Schule im Jahre 1976 bis zum Jahr 2003 als Wohnhaus für Ruhestandsgeistliche genutzt. Heute ist sie vermietet an eine Familie.
Dreierhaus
Zu finden: Rudolfstraße
Das Dreierhaus in der Rudolfstraße 2 und 4 ist Ende des 19. Jahrhunderts als Arbeiterhaus für drei Familien des Hofes Rössy in dieser Straße gebaut worden. Die besondere Geschichte dieses Grundstückes reicht aber deutlich weiter in das Jahr 1161 zurück, als Dompropst Rainald von Dassel das von ihm gegründete Johannisstift in Hildesheim mit Gütern an dieser Stelle in Klein Escherde ausstattet. 1567 werden Stift und Hof Johannis mit über 200 Morgen Land in Klein Escherder Steuerlisten geführt. Ende des 18. Jahrhunderts erscheint diese Hofstelle unter dem Namen Bonenpohls Hof. Der Ackerhof wird 1870 abgetragen und kommt in den Besitz der Hofstelle Rössy. 1999/2000 wird das Dreierhaus von seinen heutigen Besitzern und Bewohnern umfangreich saniert und steht unter Denkmalschutz. Das Wohngebäude des Hof Johanni aus dem Jahre 1747, heute Rudolfstraße 14, wird 1998 ebenfalls von einer Familie übernommen und saniert. Das alte Fachwerk des Gebäudes ist heute jedoch hinter einer Schindelverkleidung verborgen.
Güntherscher Hof
Zu finden: Teichstraße
In der Teichstraße steht heute noch ein altes und denkmalgeschützes Niedersächsisches Bauernhaus aus dem Jahre 1759. Über der Tenneneinfahrt am Nordgiebel ist eine Inschrift erhalten: An Gottes Segen ist alles gelegen ANNO MDCCLIX