Geschichte
Geschichtliches
Bereits vor mehr als tausend Jahren dürfte der Ort an einem Wald gelegen haben. Darauf weist der Name hin: Die ursprüngliche Zweitsilbe soll „löh“ gewesen sein – ein altes Wort für Wald oder Gehölz, das in der Form „Lah“ bis heute überliefert ist. Die überlieferte Form „-logon“ deutet auf eine Siedlung an einem solchen „Lah“ hin.
Der Ortsname Nettlingen verweist vermutlich auf die Natur der Umgebung. Der erste Teil des Namens könnte vom mittelniederdeutschen „nettele“ stammen – der Nessel beziehungsweise Brennnessel. Da die Pflanze früher vielseitig als Nutzpflanze verwendet wurde, könnte Nettlingen ursprünglich eine Siedlung an einem Wald mit reichem Nesselvorkommen bezeichnet haben. Eine andere Deutung bezieht den Namen auf eine feuchte Niederung, passend zur Lage des Ortes.
Der Ortsname wird in manchen Quellen auf die am südlichen Ortsrand entspringende Klunkau zurückgeführt, die früher „Nite“ oder „Nette“ hieß. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der Name von „Nitilon“ über „Nitelengen“ zur heutigen Form Nettlingen.
Schon lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung war das Gebiet um Nettlingen besiedelt. Funde wie Steinbeile aus dem Bereich des Kuhangers weisen auf die jüngere Steinzeit (ca. 4000–1700 v. Chr.) hin. Nördlich davon, im Stobenholz, ist bis heute ein deutliches Zeugnis früher Besiedlung erhalten: ein Hügelgräberfeld mit rund 20 dicht beieinander liegenden Grabhügeln aus der Zeit von etwa 200 bis 350 n. Chr. Es ist anzunehmen, dass die damaligen Bewohner ihre Toten dort in vorchristlicher, heidnischer Zeit bestatteten. In der Nähe der Gräber lag einst ein mächtiger Findling, der als „Grawen Keoh“ (Graue Kuh) bekannt war und vermutlich heidnischen Kultzwecken diente. Später wurde er jedoch durch eine Sprengung zerstört.
Der Begräbnisplatz auf der Röse geht auf die frühchristliche karolingische Zeit des 8. und 9. Jahrhunderts zurück und gehört damit zu den ältesten nachweisbaren Siedlungsspuren der Region. Als 1949 im Zuge der Erschließung eines neuen Baugebiets umfangreiche Erdarbeiten begannen, wurde diese Vergangenheit überraschend wieder sichtbar: Zahlreiche menschliche Skelette kamen zum Vorschein und machten deutlich, dass hier einst ein großflächiger Friedhof bestanden haben muss. Für die damaligen Bauherren in Nettlingen bedeutete der Fund eine unerwartete Begegnung mit der frühen Geschichte ihres Ortes und ein eindrucksvolles Zeugnis der langen Besiedlungsgeschichte.
Nettlingen wurde am 1. November 1022 erstmals unter dem Namen „Nitelogon“ in einer Urkunde des Bernward von Hildesheim erwähnt. Im Jahr 2022 feierte der Ort sein 1000-jähriges Bestehen.
Nordwestlich von Nettlingen, links der Klunkau, liegt der Weiler Helmersen. In Urkunden erscheint der Ort unter verschiedenen Namen: Elmere, Melmere und schließlich Helmersen. Über die genaue Entstehung der Siedlung und die Herkunft der Familie von Helmersen ist nichts bekannt, vermutlich erfolgte die Gründung jedoch etwa zeitgleich mit Nettlingen. Bereits 1325 führte der Knappe Jordan von Helmersen in seinem Siegel einen Helm mit Adlerflügeln. Aus dem Jahr 1362 ist zudem der Doppelhaken aus den Siegeln der Brüder Johann und Hermann von Nettlingen überliefert.
Die mittelalterliche Geschichte Nettlingens ist eng verbunden mit derjenigen von zwei Adelsgeschlechtern, derer von Saldern und des ausgestorbenen Geschlechts derer von Nettlingen. Das Wappen des Ortes erinnert an die adligen Familien, die hier ansässig waren. Das untere Feld zeigt das Wappen der Ritter von Helmersen, im oberen Feld befindet sich der Doppelhaken derer von Nettlingen. Mit Heinrich von Nettlingen starb 1520 der letzte Vertreter dieses Geschlechts; zu seinem Gedenken wurde seine Statue im „Klaren Wasser“ in der Dorfmitte aufgestellt.
Nach dem Tod Heinrichs von Nettlingen im Jahr 1520 entstand zu seinem Gedenken ein Totenschild, der vermutlich in der Martinikirche in Hildesheim hing. Nach deren Auflösung 1853 gelangte er in die Michaeliskirche. Dort befand er sich bis zur Renovierung 2005 im Querschiff; seit der Wiedereröffnung 2010 wird er im Depot aufbewahrt.
Große Bedeutung für Nettlingen gewann ab dem Mittelalter das Rittergeschlecht der von Saldern, das hier Lehnsgüter der Herzöge von Braunschweig und der Hildesheimer Bischöfe besaß. 1570 ließ Kurt von Saldern das Schloss Nettlingen erbauen. Auf der Rückreise von Paris nach Moskau übernachtete dort 1717 sogar Peter der Große mit seiner Frau.
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© Gudrun Kmoch
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Heute ist Nettlingen ein dörflich geprägter Ortsteil der Gemeinde Söhlde im Landkreis Hildesheim. Mit rund 1.300 bis 1.400 Einwohnern zählt der Ort zu den größeren Ortschaften der Gemeinde und liegt auf dem sogenannten Nettlinger Rücken in der Hildesheimer Börde.
Im Mittelpunkt des Dorfes steht die evangelische St. Marienkirche Nettlingen, die heute auch als multifunktionaler Raum und Gemeindehaus genutzt wird – ein seltenes und praktisches Beispiel für gelebte Dorfkirche. Im Ortskern erinnert zudem der Gottfried-von-Cramm-Park an den berühmten Tennisspieler Gottfried von Cramm, der mit Nettlingen verbunden ist.
Heute ist Nettlingen vor allem ein Wohn- und Pendlerort: Viele Menschen arbeiten in den nahegelegenen Städten Hildesheim, Braunschweig oder Hannover und leben ruhig im Ort. Die Landwirtschaft spielt weiterhin eine Rolle, prägt aber nicht mehr allein das Ortsbild.
Typisch für Nettlingen ist die Mischung aus Geschichte und Dorfleben:
- Die St.-Marienkirche mit ihrem berühmten, fast 1000 Jahre alten Wandfries ist ein kulturelles Highlight.
- Die historische Wassermühle aus dem 16. Jahrhundert wird heute als Veranstaltungs- und Ausflugsort genutzt.
- Das Schloss Nettlingen erinnert an die adelige Vergangenheit des Ortes.
Auch das Gemeinschaftsleben ist lebendig: Vereine, Dorffeste und Veranstaltungen an der Mühle oder im Ort sorgen für Zusammenhalt. Kurz gesagt: Nettlingen heute ist ein ruhiger, historisch geprägter Wohnort mit aktiver Dorfgemeinschaft und guter Anbindung in die Region Hildesheim.
Historische Baulichkeiten
Evangelische St.-Marien-Kirche
Zu finden: Marienburger Straße 32
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© Hans-Juergen Thoms
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Die romanische St.-Marien-Kirche Nettlingen prägt als bedeutendes Bau- und Kunstdenkmal das Ortsbild. Im Inneren befindet sich ein nahezu 1000 Jahre alter mittelalterlicher Wandfries mit Szenen aus dem Neuen Testament. Nach einem Brand im Jahr 1970 blieb dieser historische Bildzyklus erhalten und wurde zum Ausgangspunkt für eine außergewöhnliche künstlerische Ergänzung.
2010 gestaltete die Bremer Künstlerin Sibylle Springer die gegenüberliegende Wand neu. Ihr zeitgenössischer Fries greift Themen des Alten Testaments auf und steht in direktem Dialog mit den mittelalterlichen Darstellungen. Von der Berufung Abrahams bis zum Weinberg im Gelobten Land entfaltet sich die Geschichte in chronologischer Folge. Dynamische Figuren und bewegte Szenen betonen die dramatischen Ereignisse des Alten Testaments und verbinden moderne Kunst mit der jahrhundertealten Geschichte der Kirche.
Der Fries beginnt an der Altarseite mit der Berufung Abrahams und endet am Kircheneingang mit dem Weinberg im Gelobten Land. Betrachtet man ihn von links nach rechts, setzt er die Chronologie der Ereignisse nach dem Einzug ins verheißene Land fort. Parallel zum gegenüberliegenden Fries des Neuen Testaments verläuft er wie eine Welle, deren Höhen und Tiefen die dramatischen Wendungen des Alten Testaments spiegeln.
Bei einem Brand im Jahr 1970 wurde die Kirche weitgehend zerstört, doch der barocke Altar blieb erhalten und auch der historische Wandfries konnte restauriert werden. Turm und Dach stürzten ein, die Innenausstattung, Glocken und große Teile der mittelalterlichen Ausmalung gingen verloren. Nach dem Wiederaufbau konnte die Kirche 1973 wieder geweiht werden. Restaurierungen der Wandmalereien, ein neuer Glockensatz, eine neue Orgel sowie spätere Ergänzungen wie die Chorausmalung (2007) und ein moderner Wandfries (2010) prägen heute ihr Erscheinungsbild.
Die Marienkirche in Nettlingen besitzt einen barocken Altar von 1712/13, geschaffen von Jobst Heinrich Lessen aus Goslar. Der zweistöckige Aufbau ist reich verziert mit gedrehten Säulen, Girlanden, Engelsfiguren und Schnitzereien. In der Predella (bemalter oder geschnitzter Sockel auf dem Altar) ist das Abendmahl dargestellt, im Mittelfeld ein Bronzerelief der Kreuzigung, flankiert von den Evangelisten Matthäus und Markus. Im oberen Bildfeld zeigt ein Bronzerelief die Grablegung Christi, begleitet von den Evangelisten Johannes und Lukas, während der Giebel die Figur des auferstandenen Christus trägt. Der Altar wurde beim Brand von 1970 stark beschädigt, später aber restauriert.
Der stehende Taufengel von 1941, geschaffen von Friedrich Buhmann, konnte beim Brand gerettet werden. Teile der früheren Altarausstattung, darunter ein Altarbild mit Kreuzigungsszene und einige Schnitzfiguren von 1685 aus Marburg, sind ebenfalls erhalten. Die Kanzel von 1681 wurde beim Brand zerstört.
Besonders bemerkenswert ist das Nettlinger Kruzifix aus der Zeit um 1100. Die bedeutende romanische Christusdarstellung befand sich ursprünglich in der St.-Marien-Kirche, wird jedoch seit 1930 im Landesmuseum Hannover als eines der ältesten Exponate der Landesgalerie aufbewahrt. In der Kirche selbst befindet sich heute kein Original mehr. Im Rahmen der „Sommerkirche“ werden jedoch gelegentlich bildliche Darstellungen des Kruzifixes gezeigt.
Die Orgel der Kirche stand ursprünglich unter Denkmalschutz, wurde aber beim Brand am 11. März 1970 zerstört. 1979 bauten die Gebrüder Hillebrand aus Altwarmbüchen eine neue Orgel, die 1983 erweitert wurde. 2007 wurde das Instrument überarbeitet, um die Pflege zu erleichtern.
Bemerkenswert ist, dass die Kirche zugleich als Gemeindehaus dient. Nach entsprechenden Umbaumaßnahmen kann der Kirchenraum heute auch als Sitzungs- und Ausstellungsraum genutzt werden, ohne dass sein sakraler Charakter verloren gegangen ist.
Im Jahr 2004 schlossen sich mehrere Kirchengemeinden zum Gemeindeverband Söhlde zusammen, um Aufgaben gemeinsam wahrzunehmen. Seit 2023 bilden Himstedt, Nettlingen und Söhlde die „Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Söhlde-Himstedt-Nettlingen“.
Rund um die Kirche befindet sich der alte kirchliche Friedhof. Der neue Friedhof Im Glockenfeld wird seit 1967 genutzt.
Maria vom Heiligen Rosenkranz
Zu finden: Helmerser Straße 3
Die Rosenkranzkirche in Nettlingen ist die römisch-katholische Kirche des Ortes und heute Filialkirche der Pfarrgemeinde St. Nikolaus Ottbergen.
Katholiken aus Nettlingen besuchten nach der Reformation zunächst die Kirche in Dingelbe. 1934 richtete die Familie Henze im Schloss Nettlingen eine Kapelle ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Gläubigen stark an, und 1955 konnte die eigene Kirche Maria vom Heiligen Rosenkranz geweiht werden. Zum Einzugsgebiet gehörten Nettlingen, Bettrum, Feldbergen und Helmersen. 2014 wurde die Gemeinde in die neue Pfarrgemeinde Ottbergen eingegliedert.
Die Ausstattung der Kirche Maria vom Heiligen Rosenkranz Nettlingen ist schlicht und zugleich symbolisch gestaltet. Im Mittelpunkt steht der Altarraum, der 1983 neu gestaltet wurde. Über dem Altartisch hängt ein Holzkreuz mit einem Bronzekorpus, das von einem Doppelkranz aus Messing umgeben ist. Zehn Bronzescheiben zeigen die Geheimnisse des Rosenkranzes.
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Ergänzt wird die Ausstattung durch zwei Seitenaltäre mit Figuren der Gottesmutter Maria und des Heiligsten Herzens Jesu, die aus Dinklar stammen. Die Kirche verfügt außerdem über eine Orgel aus dem Jahr 1995.
Historische Wassermühle
Zu finden: Kornstraße 1
Die historische Wassermühle in Nettlingen lässt sich bis ins Jahr 1022 zurückverfolgen: In einer Urkunde bestätigte Heinrich II. den Besitz des von Bernward von Hildesheim gegründeten Michaelisklosters Hildesheim, zu dem auch Land und eine Mühle in Nettlingen gehörten.
An der Klunkau existierten vermutlich drei Wassermühlen. Besonders bedeutend ist die obere, 1581 errichtete Mühle, die dank des 1988 gegründeten Vereins zur Erhaltung der historischen Wassermühle e. V. bis heute funktionstüchtig erhalten ist und als Kulturdenkmal besichtigt werden kann. Im Jahr 1801 erhielt sie ein neues Fachwerkobergeschoss, wobei wahrscheinlich auch das Mahlwerk modernisiert wurde.
Seit 1928 war die Mühle als Handelsmühle zugelassen und arbeitete als Schrotmühle. Mit einem oberschlägigen Wasserrad, einem 15-PS-Elektromotor und zwei Schrotgängen konnte sie täglich bis zu 100 Doppelzentner verarbeiten. Wie das Innenleben der Mühle aussieht, sieht man hier.
Über Jahrhunderte hinweg stand die Mühle im Besitz verschiedener Herren, zunächst der Familie von Nettlingen. Bereits 1166 wurde Udo von Nettlingen urkundlich erwähnt. Die Familie blieb lange präsent, bis mit Henrik von Nettlingen, der 1520 an der Pest starb, die männliche Linie erlosch. Danach wechselte die Mühle mehrfach den Besitzer, blieb jedoch bis 1967 ununterbrochen in Betrieb.
Zu Pfingsten im Jahr 2018 feierten die Nettlinger anlässlich des Deutschen Mühlentages ein besonderes Jubiläumsfest: Der Verein zur Erhaltung der historischen Wassermühle blickte auf sein 30-jähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlass wurde ein abwechslungsreiches Programm organisiert, das zahlreiche Besucher anzog.
Das Mühlenlied wurde von Frau Schweppe aus Nettlingen gedichtet und trug zur festlichen Stimmung sowie zur Würdigung der langen Tradition und des Engagements für den Erhalt der historischen Wassermühle bei.
Schloss Nettlingen
Zu finden: Am Park 4
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Das Schloss Nettlingen gehört zu den bedeutendsten historischen Bauwerken des Dorfes. Der Renaissancebau entstand um 1570 unter Kurt von Saldern auf den Resten einer älteren befestigten Anlage. Besonders auffällig sind bis heute der hohe achteckige Treppenturm und das reich verzierte Renaissanceportal aus Sandstein, die dem Schloss seinen charakteristischen Eindruck verleihen. Früher war die Anlage zusätzlich durch Wall, Graben und Mauern geschützt und erinnerte an eine kleine Wasserburg.
Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Schloss mehrfach den Besitzer. Besonders bekannt sind die Familien von Saldern, von Wobersnow, von Wrede und später von Cramm. Sogar Zar Peter der Große soll hier 1717 auf seiner Reise von Paris nach Moskau übernachtet haben. Auch der berühmte Tennisspieler Gottfried von Cramm wurde 1909 auf dem Gut geboren.
Zusammen mit Gutshof, Wirtschaftsgebäuden und Park bildet das Schloss noch heute ein eindrucksvolles historisches Ensemble im Ort. Heute befindet sich das denkmalgeschützte Schloss in Privatbesitz und wird als Wohngebäude genutzt. Der historische Renaissancebau mit seinem markanten Treppenturm ist äußerlich noch gut erhalten und erinnert an die lange adelige Geschichte des Dorfes.
Spuren von historischen Produktionsstätten
In Nettlingen lassen sich noch heute mehrere Spuren historischer Produktionsstätten erkennen, auch wenn viele Betriebe längst verschwunden sind. Besonders gut sichtbar wird die frühere Wirtschaftsstruktur des Ortes in drei Bereichen:
Wassermühle als älteste Produktionsstätte
Zu finden: Kornstraße 1
Die wichtigste erhaltene Produktionsstätte ist die historische Wassermühle an der Marienburger Straße. Sie wurde um 1581 erstmals erwähnt und war über Jahrhunderte ein zentraler Ort der Lebensmittelproduktion (Getreideverarbeitung). Das Wasserrad und der Mahlgang zeigen noch heute, wie hier früher mit Wasserkraft gearbeitet wurde.
Die Mühle ist damit ein direktes Zeugnis der vormodernen „Industrie“ des Dorfes.
Schloss und Gutshof als agrarische Produktionszentren
Zu finden: Am Park 4
Das Schloss Nettlingen entstand um 1570 als Adelssitz der Familie von Saldern. Damit verbunden waren große landwirtschaftliche Flächen, Abgabenrechte und wirtschaftliche Nutzung der Umgebung. Solche Gutshöfe waren damals nicht nur Wohnsitze, sondern auch zentrale Organisationsorte der landwirtschaftlichen Produktion (Ackerbau, Abgaben, Verwaltung). Zum Schloss und Gutshof gehörte früher auch ein gemauerter Eiskeller unter der Erde. Mit Eisblöcken aus dem Schlossteich konnten dort Lebensmittel und Vorräte über längere Zeit kühl gelagert werden, lange bevor es elektrische Kühlschränke gab.