Draußen in der Natur
Gärten und Parkanlagen
Bodenburger Schlosspark
Zu finden: Zugang von der Salzdetfurther Straße oder von der Kirchstraße
Die Geschichte und Entwicklung der Gartenanlage von Schloss Bodenburg lässt sich durch Quellen ab etwa Mitte des 18. Jh. nachvollziehen.
In einem Übersichtsplan aus der Zeit um 1746 lässt sich eine barocke Gartenanlage mit Wasserfontaine erkennen, die im Auftrag von Ernst von Steinberg (1692-1759) von Friedrich Karl von Hardenberg, Oberhof- und Gartendirektor des hannoverschen Königshofes und dessen Hofarchitekten Johann Heumann geplant wurde.
Etwa 50 Jahre später nahm Ernst Georg von Steinberg, von 1831 bis 1846 Direktor der königlichen Gärten von Hannover, umfangreiche Veränderungen vor und ließ den Barockgarten in einen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild umgestalten. Offensichtlich blieben aber einige mächtige Bäume von der Umgestaltung verschont, denn noch heute finden sich alte Exemplare im Bodenburger Schlosspark, deren Alter auf mehr als 300 Jahre geschätzt wurden.
Entscheidend für die neue Gestaltung der Parkanlage war jedoch ihre Erweiterung um angrenzende Flächen, in deren Folge ein großer Teich entstand, Bodenmodellierungen vorgenommen und eine Halbinsel angelegt wurden.
Diese Gestaltungselemente sind bis heute erhalten geblieben und prägen den Park noch immer.
-
© Verena Bloch
-
© Verena Bloch
-
© Verena Bloch
-
© Verena Bloch
-
© Verena Bloch
-
© Verena Bloch
-
© Verena Bloch
-
© Verena Bloch
-
© Verena Bloch
-
© Verena Bloch
-
© Verena Bloch
-
© Verena Bloch
Auf der Halbinsel ließ die Witwe von Ernst Georg von Steinberg für ihn und die gemeinsame Tochter Margarethe Louise Sophie ein Erinnerungsmonument errichten. Um den massiven und 1,80 m hohen rechtwinkligen Sandsteinkörper ordnete man 1861 im Halbkreis und zur Mitte geneigt 18 Grabplatten der Familie von Steinberg an. Auf den reich verzierten Grabplatten aus der Renaissance- und Barockzeit, die für die zwischen 1585 und 1667 verstorbenen Familienmitglieder der Bodenburger von Steinbergs angefertigt wurden, sind diese meist figürlich dargestellt. Die Grabsteine fand man mit vier weiteren im Rahmen von umfangreichen Renovierungsarbeiten an und in der Johanniskirche und entschied sich damals für diesen neuen Platz unter freiem Himmel auf der Halbinsel im Schlosspark. Hier haben sie allerdings witterungsbedingt Schaden genommen und ihre Inschriften sind zum Teil nur noch schwer zu entziffern. Wer mehr Details über die Grabplatten erfahren möchte, findet umfangreiche Informationen im Band „Die Inschriften des Landkreises Hildesheim“ sowie im Aufsatz „Grabdenkmäler im Park von Schloss Bodenburg“ von Axel Chr. Kronenberg sowie (s. Literaturhinweise).
Weitere Grabsteine fanden im 20. Jh. im Nordwesten des Schlossparkes einen Platz. Hier erinnert die Familie von Cramm an verstorbene Familienmitglieder.
In unmittelbarer Nähe der Halbinsel befindet sich außerdem einer der Tennisplätze von Gottfried von Cramm, der viele Jahre seines Lebens mit seinen Eltern und Geschwistern auch in Bodenburg verbrachte und einer der erfolgreichsten Tennisspieler Deutschlands war.
Der Schlosspark ist für die Öffentlichkeit von 7.00 h bis zum Einbruch der Dunkelheit zugänglich und über Eingänge im Norden (Salzdetfurther Str.) und Südwesten (Kirchstr.) erreichbar. Bitte die Parkordnung beachten.
Freies Bad Bodenburg
Das Freibad in Bodenburg wurde bereits 1929 eröffnet und erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit. In allernächster Nachbarschaft zu anderen Sportanlagen (Sport- /Fußballplatz, Tennisplatz) dem Kindergarten und der Grundschule wird nicht nur geplanscht und geschwommen, sondern mehrfach im Jahr auch gemeinsam gefeiert.
Ein eigens gegründeter Verein, viele Ehrenamtliche und einige Sponsoren halten das Freie Bad am Laufen. Zum Verein Freies Bad Bodenburg gehören heute über 1000 zahlende Mitglieder.
Nach umfangreicher und zwei Jahre andauernder Sanierung bei der Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Vordergrund standen, konnte der Betrieb 2026 wieder aufgenommen werden. Nun gilt das Freie Bad mit dem Einsatz moderner Wassertechnik, solarer Energiegewinnung und Nutzung wassersparender Technik als zukunftsweisendes Beispiel für einen klimafreundlichen Freibadbetrieb im ländlichen Raum.
Zum Angebot gehört ein Kiosk mit Snacks kleinen Gerichten und Getränken, außerdem kann der Biergarten des angrenzenden VfB Bodenburg mitgenutzt werden.
Mehr zu dieser tollen Sport- und Freizeitanlage findet man hier.
Naturdenkmäler
Die gesamte Parkanlage des Bodenburger Schlosses steht unter Denkmalschutz. Erwähnenswert sind in erster Linie der Schlossteich und einige mächtige Bäume, die bereits auf ein stolzes Alter von geschätzt 300 Jahre kommen.
Tulpenbaum im Schlosspark
Zu den besonderen Schmuckstücken gehört ein stattlicher Tulpenbaum im Norden des Parks, der im Frühsommer seine außergewöhnlichen Blüten öffnet.
Eiche am Schloss
Eine mächtige Eiche kann man an der Südwestecke des Schlossgeländes an der Grenze zum freien Feld/zur Wiese in der Nähe von Schlossgebäude und Wassergraben bewundern.
Mehr zum Schlosspark findet man hier.
Aussichtspunkte
Blick vom Grillplatz auf dem Rhoden
Zu finden: Von der Ortsmitte aus der Lamspringer Str. Richtung Süden folgen und nach links in die Straße Drakenburg abbiegen. Nach den ersten beiden Wohnhäusern auf der rechten Seite und einem Grünstreifen zweigt ein schmaler, von Büschen gesäumter Weg rechts ab. Diesem folgen. Schon nach kurzer Zeit erreicht man das auf der linken Seite liegende Gelände des Grillplatzes.
Einen schönen Blick von oben auf Bodenburg hat man vom Rhoden aus, einem Hügel am Südrand des Ortes. Dort oben befinden sich auch Bodenburgs Grillhütte und einer der „Fensterrahmen“, die im Rahmen einer Aktion der Jugend- und Kulturarbeit der Stadt Bad Salzdetfurth hier aufgestellt wurden. Nach dem Motto „Schöne Aussichten“ soll über den Blick durch diese Rahmen an 13 Stellen die unterschiedliche Landschaftsprägung der einzelnen Ortschaften der Stadt hervorgehoben und in besonderer Weise die Attraktivität der abwechslungsreichen Umgebung deutlich gemacht werden. Das funktioniert an den meisten Standorten (z.B. von Heinde, Listringen und Lechstedt aus) sehr gut – in Bodenburg wird der freie Blick auf den Ort allerdings leider durch wucherndes Buschwerk stark eingeschränkt.
Den Grillplatz mit Fensterrahmen erreicht man von Bodenburg aus am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
Vom Waldrand der Ohe
Zu finden: Von Bodenburg aus der Upstedter Str. Richtung Osten und Ortsausgang folgen. Am Ortsausgang bieten sich zwei Möglichkeiten weiterzugehen. Entweder man folgt dem Weg geradeaus aus dem Ort heraus (passiert dabei die Einmündung links zur Gartenstr.) und folgt diesem bis zum Waldrand. Oder man bleibt zunächst auf der L 493 Richtung Upstedt und geht am nächstmöglichen Abzweig links zum Waldrand hinauf.
Auch im Rahmen einer Wanderung zur Ohe, einem bewaldeten Hügel, dessen höchster Punkt mit 214 Metern über N.N angegeben ist, hat man vom Waldrand aus freie Sicht auf Bodenburg. Wer noch weiter wandern will, kann versuchen, im Wald den Spukstein zu entdecken, über den hier mehr zu erfahren ist.
Die Innerste
Bodenburg liegt zwischen den Grenzflüssen Bohrbach, Riehe und Lamme.
Die Lamme ist ein 22,4 km langer, südlicher und linker Nebenfluss der Innerste. Sie entspringt nördlich des Hebers. Ihre Quelle liegt im Park von Kloster Lamspringe auf rund 200 m ü. NHN. Sie passiert in einiger Entfernung auch Bodenburg.
Unterhalb des Heinder Wehres mündet die Lamme in die dort von Osten heranfließende Innerste.
Die enge Verbindung und Lage zu diesen Flussläufen spiegelt sich wider im Ökologischen Wasserlehrpfad in und um Bodenburg.
Rad- und Wanderwege
Zum Spukstein in der Ohe
Auf der höchsten Stelle der Ohe, dem bewaldeten Hügel östlich von Bodenburg, steht noch heute ein großer Stein, der in Bodenburg auch Spukstein genannt wird. Es handelt sich bei diesem um einen alten Grenzstein zwischen dem ehemaligen Herzogtum Braunschweig und dem Königreich Hannover mit Jahreszahlen und dem Wappentier der von Steinbergs, einem springenden Steinbock. Auch die Namen von Friedrich und Adolf von Steinberg sind noch heute gut zu lesen.
Vor diesem Grenzstein wurde einst und insbesondere die Kinder gewarnt, wenn sie allein in die Ohe wollten, weil es dort auch am helllichten Tage spuken sollte: „Dort am Spukstein treibt ein glühender Mann mit einer großen glühenden Schaufel sein Unwesen. Er packt die Kinder, bindet sie auf seine glühende Schaufel und schleppt sie weg!“ Vermutlich hatte man aber eher Sorge, dass die Kinder sich im Wald verirren könnten ...
Hinweis: Die Chancen, den Spukstein zu finden, sind wegen des dichten Baumbestandes auf der Ohe im Frühjahr oder Winter am größten.
Ökologischer Wasserlehrpfad
Der Ökologische Wasserlehrpfad entstand 1995 auf Initiative von Hans-Oiseau und Jens Kalkmann. Ihr Anliegen, die Bedeutung des Urelements Wasser, des Lebensmittels Nr. 1 für den Menschen in seiner Vielschichtigkeit zu verdeutlichen, ließ sich in und um Bodenburg besonders gut umsetzen, denn hier bieten sich auf engstem naturbelassenen Kulturraum Möglichkeiten für vielfältige Wassererfahrungen.
Über 17 unterschiedliche Stationen kann man zu Fuß oder mit dem Fahrrad dem Ökologischen Wasserlehrpfad folgen. An jeder Station findet man Schautafeln mit verständlich aufbereiteten und nachvollziehbaren Informationen. Beginnend mit dem Wasserkreislauf erleben Interessierte den Stellenwert des Wassers in der Natur (Quelle, Fließgewässer am Beispiel der Lamme, Biotope und Auenlandschaften), erfahren alles zum Thema Wasserschutz, Wasseraufbereitung und zur wirtschaftlichen Bedeutung von Wasser (Wasserkraft, Entwässerung) und können kulturhistorischen Verbindungen nachfolgen (Brunnen, Wasserschloss). Ein überaus spannender Ausflug ist garantiert! Mehr dazu erfährt man hier.
Länge: ca. 15 km
Dauer: ca. 4 Stunden
Höhenunterschied: 90 m
Eine ausführliche Broschüre über den Ökologischen Wasserlehrpfad erhält man beim Fremdenverkehrsverein Bad Salzdetfurth oder im Büro der K25 Brinkmann & Kalkmann PartGmbB – Architekten, Kirchstr. 25, 31162 Bodenburg.
Kunst-beWEGt zwischen Bodenburg und Lamspringe
Fotos von Herrn Kalkmann im Ordner
Der „Kunst-beWEGt”-Teilabschnitt zwischen Bodenburg und Lamspringe beginnt in Bodenburg mit der von Hans-Oiseau Kalkmann geschaffenen Skulptur »Grenzstein«, einem Symbol des Trennenden als Zeichen der Verständigung zwischen dem Flecken Bodenburg und Sehlem.
Von hier aus verläuft die Radtour weiter über Sehlem, Harbarnsen, Netze und Graste nach Lamspringe. Für den 9,7 km langen Abschnitt benötigt man mit dem Fahrrad ca. eine Stunde. Seit 2003 steht im weiteren Verlauf bei Harbarnsen die Skulptur „EURO-DANCER“. Im Flecken Lamspringe erwarten die Radler eine nahezu komplett erhaltene Fachwerkstraße, den weitläufigen Klosterpark und die Klosterkirche des ehemaligen Benediktinerklosters mit einer der schönsten und wertvollsten barocken Ausstattung in Niedersachsen sowie die Sophienkirche.
Kontakt-Kunst-Weg zwischen Groß Düngen und Bodenburg
Der Kontakt-Kunst-Weg führt auf einer Länge von 13,5 km von Groß Düngen durch das Lammetal bis nach Bodenburg. Die „Kontakt-Kunst“ ist eine besondere Form der Bildhauerei, in der im öffentlichen Raum Kunstwerke unter Beteiligung interessierter Bürger geschaffen werden.
In Bodenburg findet man Kontakt-Kunst-Skulpturen, wie die Brunnenskulpturen „Das dritte Ohr“ in der Straße Hinter dem Hagen oder die „Brunnen-Welle“ in der Kirchstraße, die unter Mitarbeit von Einwohnern, Schülern und interessierten Gästen und Besuchern entstanden sind.
Darüber hinaus sollte man Halt machen am Bullenstall, dem Kunstgebäude mit seiner außergewöhnlicher Dachkonstruktion. In dem denkmalgeschützen Gebäude finden international beachtete Gruppen- und Einzelausstellungen der Stiftung Kunstgebäude Schlosshof Bodenburg statt.
Fahrzeit: ca. 1.25 h
min. Höhe: 82 m
max. Höhe: 143 m
Höhenmeter bergauf: 94 m
Höhenmeter bergab: 46 m
Alle Orte entlang der Route: Groß Düngen, Bad Salzdetfurth, Bodenburg
Bahnhöfe in der Nähe: Groß Düngen, Wesseln, Solebad, Bad Salzdetfurth, Bodenburg
Der ausgeschilderte Radweg-zur-Kunst setzt sich aus fünf Teilwegen mit den Namen “Wasser-Kunst-Weg”, “Romanik-Weg”, “Kontakt-Kunst-Weg”, “Kunst-beWEGt” und “Skulpturenweg” zusammen. An ihnen lässt sich die Entwicklung der Kunst im Hildesheimer Land und in Flusstälern von der Innerste, Lamme und Gande erleben.
Auch Bodenburg liegt an Teilstrecken dieses Radweges.
Weitere Informationen rund um den Radweg zur Kunst finden Sie hier.