Das Spinnekreuz
In einem strohgedeckten Schäferhaus in Richtung Unsinnbach lebte eine verarmte Witwe, die ihren Lebensunterhalt mit dem Verarbeiten des Flachses und mit dem Spinnen der Flachsfasern verdiente. Der 30-jährige Krieg hatte ihr die wichtigste Stütze weggenommen, den einzigen Sohn. In der Not legte die alte Frau in der Hoffnung auf eine Rückkehr des Sohnes ein Gelübde ab: Sie wollte so lange spinnen, bis sie das Geld für die Aufstellung eines Votivkreuzes zusammengearbeitet und gespart hatte. Im Glauben an diese Erfüllung machte sie sich laut Überlieferung Tag für Tag an die Arbeit, spann Sommer- und Winternächte durch bis zur Erschöpfung. In der Nachbarschaft ihres Häuschens ließ sie das Kreuz errichten und konnte so aus ihrer niedrigen Spinnstube stets ihr „Hoffnungszeichen“ betrachten. An dem Platz steht seit 215 Jahren der Fronleichnams-Bildstock. Bei der Prozession erinnert die Geschichtstafel künftig an das alte Spinnekreuz aus der Zeit des 30-jährigen Krieges.