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Astenbecker Turm

Wohn- und Aussichtsturm

Äußerer Grenzpunkt des Derneburger Landschaftsgartens ist der Astenbecker Turm, an dessen Planung und Ausführung Ernst Graf zu Münster seit 1836 arbeitete (Fertigstellung: 1837). Auf der vom Park gegenüberliegenden Seite des Innerstetals, wo das ansteigende Gelände in einer rahmenden Hügelkette ausläuft, erbaute Münster auf der Höhe des Ortsberges, in beherrschender Lage über dem Tal, einen Wohn- und Aussichtsturm. Er gestattete von der Gegenseite her einen Blick von außen auf den Landschaftsgarten mit dem Vorwerk Astenbeck im Tal, dem Schloss auf halber Höhe über dem Tal, dem Tempel auf der Höhe des Donnerberges und ab 1840 auch auf die Pyramide am Westhang dieses Berges. Wie wichtig Münster der Bau des Turmes war und wie er noch kurz vor seinem Tod zu einem seiner Lieblingsplätze wurde, hat die Frau Münsters, Gräfin Wilhelmine, in ihrem Tagebuch überliefert.

Auf einer achteckigen Grundfläche erhebt sich in drei sich leicht verjüngenden Stockwerken ein in sorgfältig geschnittenen Sandsteinquadern aufgeführter Turm von ca. 15 m Höhe. Die südliche Schauseite nimmt in der untersten Etage eine schlichte Tür mit Rundbogenrahmung auf. Während die mittlere Etage in der Achse des Baus ein einzelnes Fenster aufweist, das zur Belichtung der Treppenanlage diente, nimmt die oberste ein Turmzimmer auf, das mit drei Fenstern nach Süden, Südwesten und Südosten blickte und damit die Aussicht auf die ganze Breite des Derneburger Landschaftsgartens erlaubte. Die Ausrichtung des Turmes geht dabei nicht direkt auf das Schloss, das Tempelchen oder das Vorwerk Astenbeck, sondern zielt auf die spannungsvolle Mitte zwischen Tempelchen und Pyramide.

aus: Nicolaus Strube: „Ästhetische Lebenskultur nach klassischen Mustern“

Heute ist der Turm eine Ruine, die nicht begehbar ist. Zu erreichen ist sie über den Weg, der durch die kleine Siedlung in Astenbeck am Waldrand Richtung Autobahn führt. Von hier aus geht es ohne einen eindeutigen Weg rechts nach oben auf den Kamm des Wäldchens, auf dem der Turm steht.