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Spuren von historischen Produktionsstätten

Wassermühle

Zu finden: Mühlenstr. 14

An Teilen ihres Mauerwerkes ist zu erkennen, dass die Wassermühle das älteste Gebäude in der Gemarkung Eime ist. Bereits im Güterverzeichnis der Edelherren von Homburg taucht die Eimer Mühle um 1400 auf. Sie wird dort als Leibzucht der Witwe eines verstorbenen Edelmannes von Homburg erwähnt, die im Kloster Kemnade an der Weser lebte. Auch im Pfarrarchiv von Elze wird sie 1530 und in Rechnungen des ehemaligen Amtes Lauenstein zwischen 1564 und 1587 genannt.

Die Mühle befand sich mit dem Wohnhaus in einem Gebäude. Das noch heute bestehende Wohnhaus ist, wie einem Stein der Mauer längs des Wasser zu entnehmen ist, 1768 vom damaligen Müllermeister Joh. Heinr. Brahme und seiner Frau Ilse Catrine Friederike, geb. Münter neu gebaut worden. 1783 wurde außerdem eine Ölmühle angebaut. 1806 übernahm der aus einer Müllerfamilie stammende Schwiegersohn Christian Ludwig Lindenberg die Mühle und blieb in den folgenden 170 Jahren im Besitz der Mühlendynastie der Lindenbergs.

Um 1900 wurde die Mühle vergrößert und die Mühlenanlage durch eine moderne Dampfmaschine erweitert. Mit ihr konnte eine Dreschmaschine angetrieben werden, die die Arbeit der Landwirte deutlich erleichterte. Später wurde die Dampfmaschine durch einen Dieselmotor ausgetauscht, der ein 1908 errichtetes Elektrizitätswerk antrieb. Dieses versorgte nicht nur die gesamte Bevölkerung Eimes, sondern auch die Straßenbeleuchtung des Dorfes bis zur Übernahme durch das Elektrizitätswerk in Gronau im Jahre 1923 mit elektrischem Strom. Da die Landwirte im Laufe der Jahre eigene Dreschmaschinen anschafften, stellte Lindenberg den Dreschbetrieb noch vor dem zweiten Weltkrieg ein und ersetzte das Mühlrad 1941 durch eine 20 PS starke Durchström-Turbine. Bis 1970 wurde in der Eimer Mühle Mehl gemahlen, dann aber wegen immer größer werdender Konkurrenz durch große Mühlenfabriken eingestellt. Die Produktion von Futtermitteln wurde noch bis zur Schließung des Mühlenbetriebes im Jahre 1976 weitergeführt.

Alte Molkerei

Zu finden: Neue Str. 32

Ende 1891 gründeten die Landwirte von Eime eine Molkereigenossenschaft. Schon ein Jahr später stand das Molkereigebäude und es konnte mit der Weiterverarbeitung von Milch zu Butter und Quark begonnen werden. 1950/51 wurde die Molkerei außerdem um eine Käserei erweitert.

Die Molkerei erlebte im Laufe der Zeit einige nicht nur wirtschaftlich erfolgreiche, sondern auch schwierige Zeiten durch Inflation und Weltkriege. Im Jahr 1964 fusionierte die Molkerei in Eime mit dem Molkereibetrieb in Alfeld und die Produktion in Eime wurde eingestellt.

Heute befindet sich in Teilen der alten Molkereigebäude das weit über Eimes Grenzen hinaus bekannte Kaufhaus »Alte Molkerei« mit angeschlossenem Café.

Waagehaus (Fahrzeugwaage)

Zu finden: Lehder Tor

Ende des 19. Jh. gründeten Landwirte aus Eime eine weitere Genossenschaft, diese mit dem Ziel, gemeinsam eine Fahrzeugwaage für Eime anzuschaffen. Man versprach sich eine deutliche Erleichterung im Handel und Verkauf landwirtschaftlicher Produkte. Die Gründungsversammlung fand im Januar 1900 im Ratskeller statt, die Waage mit Waagehäuschen wurde im selben Jahr gebaut und in Betrieb genommen. Als Wiegemeister beauftragte man im Laufe der Jahre in der Nähe wohnende Eimer Bürger, die für jeden Wiegevorgang innerhalb kürzester Zeit zur Waage kommen konnten. Bis 1976 konnten die Unterhaltskosten der Waage (Reparaturen, Versicherung, Eichung und Entlohnung des Wiegemeisters) durch Gebühren finanziert werden. In den darauf folgenden Jahren ging die Nutzung der Eimer Waage jedoch stark zurück, denn Fahrzeuge und Anhänger waren für die Waage zu groß und zu schwer und der Betrieb damit unrentabel geworden.

Der letzte Wiegevorgang fand im Juli 1980 statt, im Februar 1981 wurde die Fahrzeugwaage stillgelegt und die Waagegenossenschaft löste sich auf.

1996 beschloss der Gemeinderat mehrheitlich, die gesamte Anlage mit Waagehäuschen zu renovieren und so als kulturelles Gut des Flecken Eime zu bewahren. Die von der Gemeinde finanzierten Renovierungsarbeiten nahmen 1997 drei Bürger Eimes auf ehrenamtlicher Basis vor. Sie konnten nach Fertigstellung der Arbeiten dem Heimatpfleger des Ortes im September desselben Jahres die Schlüssel für das schmucke Waagehäuschen und damit die Zuständigkeit für die gesamte Anlage dem Heimatstubenteam übergeben.

Verwaltungsgebäude des Kaliwerkes

Zu finden: Schachtweg 81

In den Jahren 1896/97 nahmen die Bohrgesellschaften Eime und Neuhohenzollern an vier Stellen in der Eimer und Bantelner Feldmark vor und stießen auf Lagerstätten mit unterschiedlichen Kalisalzen. Diese wurden für die Landwirtschaft und Chemieindustrie benötigt und waren im Leinetal vermutet worden. 1899 fusionierten die beiden Bohrgesellschaften und begannen ein Jahr später mit dem Abteufen der Schachtanlage „Kaiser Wilhelm der Große“. Im September 1901 gründete sich schließlich die „Kaliwerk Eime Aktien-Gesellschaft“. Von 1903 bis 1905 entstand zwischen Eime und Banteln eine Grubenbahnstrecke mit Anschluss an den Bantelner Bahnhof, das Kaliwerk „Frisch Glück“ konnte im Sommer 1905 den Betrieb aufnehmen. Zur Werksanlage gehörten oberirdisch u.a. Salzschuppen, eine Chlorkaliumfabrik, zwei Rohsalzmühlen, ein Kesselhaus, eine Mühle, ein Kühlturm, die elektrische Zentrale, ein Verwaltungsgebäude und verschiedene Werkstätten.

Im Laufe der nun folgenden Jahre wurde die Schachtanlage um einen zweiten Schacht erweitert.

Zu Hochzeiten der Kaliproduktion waren 350 Arbeiter im Kaliwerk Eime beschäftigt, von denen ein Teil aus den benachbarten Orten kamen, viele aber auch in Eime sesshaft wurden. Das führte nicht nur zum Bau zahlreicher Häuser, sondern auch zum Neubau einer größeren Schule. Rund um das Arbeitsgeschehen entwickelte sich außerdem ein reges gesellschaftliches Leben mit der Gründung mehrerer Vereine.

Der Verlust des deutschen Kalimonopols nach dem 1. Weltkrieg hatte auch für Eime schnell wirtschaftliche Folgen: Das Glück verließ das Kaliwerk 1921, der Förderbetrieb wurde eingestellt, zwei Jahre später auch die Rohsalzverarbeitung. Damit verlor Eime seine größte Einnahmequelle.

1990 wurden die Schächte mit insges. 50.000 Tonnen Spezialkies und 2007 die letzten Grubenräume mit Leinewasser verfüllt.

Von der gesamten Kaliwerkanlage sind bis heute nur das Verwaltungsgebäude am Schachtweg 81 und eines der alten Werkstattgebäude erhalten geblieben. Bei den Doppelhäusern in den vom Schachtweg abzweigenden Straßen handelt es sich zum Teil um ehemalige Arbeiterhäuser des Kalkwerkes.

In einem dieser Häuser ist Wolfgang Ripke aufgewachsen. Von seiner Kindheit und Jugend „Am Schacht“ erzählt er hier.

Alte Schmiede und alte Tischlerei

Zu finden: Am Bach 2 und Mühlenstraße

Zu den ältesten Häusern von Eime gehören das der ehemaligen Tischlerei an der Mühlenstraße, das im Jahre 1707 entstand und – nur wenige Gehminuten von dort entfernt – das Haus einer alten Schmiede. Beide liegen direkt an der durch Eime fließenden Akebeke, weshalb die Schmiede aus dem Jahre 1719 auch unter der Adresse Am Bache zu finden ist.