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Kultur in der Region Hildesheim

Allgemeine Informationen

Zum Abschluss der Sanierung der Nordstadt wurde am 15. September 2009 der ROTOR in Betrieb genommen. Er steht auf dem Kreisel, der den von der B 494 oder B 6 in die Nordstadt einfahrenden Verkehr abbremsen soll. Diese Tor-Funktion nimmt die etwa 2,50 x 2 Meter große feuerrote Metallskulptur wahr.

Ihr Schöpfer Hans Lamb, der als Künstler und Hochschullehrer an der HAWK selbst mehrere Kunstwerke erstellt oder initiiert hat, errichtete die Buchstaben T und R wie die Flanken einer Toröffnung, in der sich ein O langsam dreht und gleichsam den Zugang verwehrt oder frei gibt. Bei seiner Senkrechtstellung ergibt sich stadteinwärts das Wort TOR, stadtauswärts dagegen das Wort ROT. Umfährt man den Kreisel verbinden sich die Worte zu ROTOR.
Hans Lamb dringt mit den Assoziationen, die seine Wortskulptur auslöst, in die Geschichte der Nordstadt ein. In seiner Konzeptskizze erinnert er an

  • den Schlachthof seit 1890: die Farbe des Blutes = ROT;
  • den Hildesheimer Flughafen seit 1927, die Fliegerschule, das Fliegerviertel: die Form der Bewegung = ROTation;
  • die Eisen-Gießereien Vereinigte Deutsche Metallwerke (Kloth-Senking + Glas-Gießerei Seegers-Mellin seit 1884), Anna-Hütte, ca. 1899–1979: die Farbe der Glut = ROT;
  • das Industrielle Prinzip: die Form der Bewegung;
  • das sozialistische und kommunistische Arbeiterviertel, den sozialistischen und kommunistischen Widerstand im Dritten Reich (z. B. bei Kloth-Senking), „Klein Stalingrad“ an der Innerste: die Farbe der Gesinnung = ROT;
  • die historische Straßenbahnverbindung nach Hannover, die „Rote 11“.

Lamb misst der Drehung eine weitere, gegenwartsbezogene Bedeutung zu. Für ihn symbolisiert sie die multikulturelle Gesellschaft aus Arbeitern, mittelständischem Handwerk, ausländischen Mitbürgern und Studenten. Sie versinnbildlicht „die enorme Vielzahl unterschiedlichster Schulformen, die Kumulation von Einkaufsmagneten, die immer noch gegenwärtige Industrie sowie die erfolgreiche Koexistenz und Kooperation verschiedenster kultureller, sozialer und religiöser Institutionen wie Kirchengemeinden, Moscheen, Vereinen und nicht zuletzt der KulturFabrik Löseke“. All das lasse dieses Quartier im positiven Sinne nicht zur Ruhe kommen, sondern leben und vibrieren: „Hier geht es rund“...

Das O bewegt sich zwischen 10 und 18 Uhr motorgetrieben.

Hans Lambs ROTOR ist das Ergebnis eines Ideenwettbewerbs, zu dem die Stadt im Herbst 2008 aufgerufen hatte. Eine Reihe von Künstlern und Anwohnern beteiligten sich daran. Eine wesentliche Intention war, ein interdisziplinäres und partizipatorisches Verfahren durchzuführen, um das Interesse und die Akzeptanz bei der Bevölkerung für Kunst im öffentlichen Raum sicherzustellen. In der Bürgerversammlung und in der Sitzung der Kunstkommission stießen die Entwürfe auf breite Zustimmung. Die Empfehlung der Kunstkommission fiel auf die Sprachskulptur „Roto(r)“.

 

Text: Hartmut Häger

Verwandte Links

  • mehr über Hans Lamb
  • Weitere Kunstwerke von oder durch Hans Lamb in Hildesheim: Objekte von neun HAWK-Studierenden im „Skulpturenpark Fahrenheitstraße“, im Hof von Kaiserstr. 54 und auf dem HAWK-Campus am Weinberg (2008)
  • Weitere Kunstwerke im Rahmen der Sanierung der Nordstadt: Moritz Bormann, Brunnen, Ottoplatz (1987); Franziska Lenferinks Graffiti „Die Geschichte der Nordstadt“, Peiner Straße 23 (2007); Tierskulpturen, Schutzgeister auf dem Kinderspielplatz Richthofenstraße/Steuerwalder Straße (2008)

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