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Kultur in der Region Hildesheim

Allgemeine Informationen

Ein Projekt der Heimatpflegerinnen
Kindstötungen, Kindsmord - kein sehr verlockendes Thema auf den ersten Blick. Auf den zweiten aber ein hoch interessantes, ein faszinierendes sogar. Das konnten die vier Autorinnen im Laufe ihrer mehrjährigen Arbeit an diesem Buch feststellen.
Vor mehr als 3 Jahren hatten sie sich - auf Initiative des Kulturbüros des Landkreises Hildesheim - im "Arbeitskreis Frauen in der Heimatpflege" zusammengeschlossen, gemeinsam mit anderen Heimatpflegerinnen aus verschiedenen Orten des Landkreises.

Ihre Motivation: Sie wollten sich auf die Spurensuche nach den Frauen früherer Jahrhunderte in ihren Heimatdörfern begeben. Dazu bedurfte es der Originalquellen, des überlieferten Materials.
Deshalb begannen einige von ihnen als Erstes in den Archiven zu forschen und recherchierten, zwei Jahre im Niedersächsischen Hauptstaatsarchiv Hannover (Pattensen), im Stadtarchiv Hildesheim und in verschiedenen Kirchenarchiven.
Sie schlugen völlig verstaubte und vergilbte Akten auf. Einige wurden zum ersten Mal wieder geöffnet. Sie entzifferten die oft kaum lesbare Schrift in einer heute schwer verständlichen Sprache - und stießen schließlich auf 12 Kriminalakten über Kindstötungen im 17. und 18. Jahrhundert. Da beschlossen sie, diese 12 Fälle zu untersuchen, aufzuarbeiten und den Menschen in unserem Landkreis zugänglich machen.

Ihr Ziel: Sie wollten ein Buch schreiben - kein einfaches Unterfangen. Recherchieren und schreiben sind zweierlei Ebenen. Und wie das Thema vermitteln?
Zusammen mit der freien Lektorin Astrid Riemann (M.A.) erarbeiteten sie zunächst eine Konzeption für die Auswertung des Quellenmaterials und dann lesbare Kapitel.

Das Ergebnis: Dieses Buch, in dem jede und jeder lesen und blättern oder im Register suchen und in den Kapiteln finden kann.
Im Mittelpunkt stehen die in den Gerichtsakten enthaltenen "Geschichten" der 12 Mägde. Sie "erzählen" uns von der Zeit, in der diese Frauen lebten. Von ihrer Arbeit, ihrer Familie. Von Schwangerschaft und Geburt. Obwohl die Aussagen der Frauen durch die Verhörsituation, durch die Angst vor der Folter und durch den protokollierenden Gerichtsschreiber geprägt sind, gestatten sie uns seltene Einblicke in die Lebenswirklichkeit im Hildesheimer Land vor 200-–350 Jahren.

  • Ich weine nicht wegen der großen Schande - Der Fall der Margaretha Hartmanns (1644)
  • Hette angst gehabt, es zu sagen - Der Fall der Margaretha Voges (1662)
  • Dergleichen allergrausambste Bestien - Margaretha Rappen (1671)
  • Anneke Brandes (1673)
  • Von großer Furcht und mißglückter Flucht aus dem Gefängnis - Der Prozeß gegen Marget Elisabeth Pein (1675)
  • Anna Margaretha Möllers und Ilsabe Engelken (1686)
  • Ein unglaublicher Fall, der sich 1720/21 auf dem Moritzberg zutrug
  • Metgen, metgen wie ist es mit dir, wo haste gelaßen wohmit du gangen bist - Der Fall Höpner (1720)
  • Kindsmordprozeß in Machtsum und Steuerwald im Jahre 1746 - Angeklagt war Annen Ernst aus Borsum
  • Gleidingen 1755: Der Fall der Engel
  • Eine Peinliche Befragung - und 38 Peitschenhiebe zuviel - Marie Dorothe Louisa Dismer aus Sorsum bei Bredenbeck, Amt Calenberg (1800)

Erstmals liegt ein Buch zu diesem Thema im Landkreis Hildesheim vor. Es ist ein neuer, wichtiger Baustein zur regionalen Geschichtsforschung.
Die Heimatpflegerinnen im "Arbeitskreis Frauen in der Heimatpflege" des Landkreises Hildesheim: Katharina Schrader (Giesen), Gerda Mayer (Wöhle), Helga Fredebold (Rössing), Irene Fründt (Garmissen), Astrid Riemann (Lechstedt), Ruth Meyer (Wendhausen), Herta Kaiser (Heisede) und Renate Fischer (Hotteln)

Katharina Schrader, Gerda Mayer, Helga Fredebold, Irene Fründt: Kindstötung im 17. und 18. Jahrhundert in den Hildesheimer Ämtern Marienburg, Ruthe, Steinbrück und Steuerwald. 212 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Format 16,5 x 24 cm, gebunden, Verlag Gebrüder Gerstenberg , Hildesheim 2006, 16,90 Euro, ISBN 3-8067-8528-7, Jetzt portofrei bestellen!

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