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Kultur in der Region Hildesheim

Allgemeine Informationen

Am Eingang der Sedanstraße/ Ecke Goslarsche Straße ragt ein quaderförmiger Granitblock schonungslos hervor. Im Frühjahr und Sommer ist er zwar von blühenden Gewächsen umgeben, im Herbst und Winter hingegen unterstreicht die Kargheit der Umgebung seine Beschaffenheit. Der Granitblock selbst besteht aus mehreren Gesteinsstücken, deren sichtbare Zwischenräume wie Furchen der Zeit wirken. Die grundsätzlich grobe Maserung des Granits steht dabei in starkem Kontrast zu den drei eingearbeiteten Kupferplatten.

Sie wurden in den 50er Jahren von Karl von Dornick (Sillium) geschaffen, so dass 1955 das Mahnmal des stillen Gedenkens eingeweiht werden konnte. Die am schwersten einsehbare Tafel Richtung Goslarsche Straße gibt das Thema des Denkmals mit der Aufschrift "Wir mahnen" schriftlich wieder. Abschnitte eines Stacheldrahtzauns umgeben diese Worte und sind auch auf dem angrenzenden Relief nicht verschwunden. Einem Tryptichon entsprechend gliedert sich dieses Relief in drei Teile, wobei in dessen Mittelfeld ausschließlich ein Gesicht mit eingesunkenen Wangenpartien, heruntergefallenen Mundwinkeln und großen geschlossenen Augen mahnt. Den Blick zum Himmel erhoben und den Blick zur Erde gesenkt, stehen links und rechts davon zwei weitere Figuren im Stacheldraht - fern ab der Heimat. Auf der gegenüberliegenden Seite des Denkmals scheint diese Situation der Heimkehr nun endlich dargestellt zu sein: auf der einen äußeren Seite ein Mann mit angedeutetem Stock, auf der anderen Seite ein Frau eingehüllt in Tuch. Zwischen ihnen wiederum ein mahnendes, weibliches Gesicht, das die menschliche Trauer darstellt.

Gedacht wird mit diesem Mahnmal der Opfern des 2. Weltkrieges und auch der Sinnlosigkeit desselben; darüber hinaus aber auch an die nicht Heimgekehrten des Krieges, speziell an die 1.816 vermissten Hildesheimer Bürger. Den Impuls zu diesem Mahnmal gab der Verband der Heimkehrer e. V.. Er regte die Umgestaltung des Granitblocks an, welcher vormals der Sockel des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Denkmals war. Das Reiterstandbild des Kaisers wurde nämlich im 2. Weltkrieg für die Waffenherstellung eingeschmolzen, so dass nach Kriegsende ausschließlich ein Granitblock die Prachtstraße Sedanstraße zierte.

(Text: Myriam Naumann / © Kulturbüro Landkreis Hildesheim)

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