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Kultur in der Region Hildesheim

Allgemeine Informationen

Durch eine doppelflügelige Metallpforte, geteilt von einem Band stilisierter Kreuze, kann das Kriegerdenkmal zur Ehrung der Toten des Ersten Weltkrieges an der Schmiedestraße in Bavenstedt betreten werden.

„EUER OPFER SEI UNS MAHNUNG ZUM FRIEDEN / GEMEINDE BAVENSTEDT. Gefallene 1914 – 1918“, steht auf der Tafel, gefolgt von den Namen elf Gefallener und eines Vermissten.

Das Mittelstück wird überragt von vier Säulen. Sie tragen eine dreistufige Platte mit einem ehernen Schriftband, das zum Eingang mit den Jahreszahlen „1914 – 1918“ beginnt und sich nach rechts mit „Fürs Vaterland“, nach hinten mit „Treue um Treue“ und nach links mit „Für die Heimat“ fortsetzt. Die Säulen umrahmen Reliefs: vorne den Reichsadler mit geöffneten Schwingen, rechts eine St.-Georg-Darstellung, hinten zwei gekreuzte Fackeln und links einen Stahlhelm im Eichenblattkranz, der auf einem Kissen aus Eichenblättern liegt. Das Denkmal krönt ein Eisernes Kreuz.

Das Denkmal vereint mehrere Formen: einen Pyramidenstumpf als Unterbau, einen Pfeiler als Sockel, eine Ädikula als Aufbau. Verwendet wurden heimatliche Bruchsteine, Reliefs und Schrift gestaltete Wilhelm Dräger, ein Bildhauer aus dem benachbarten Hildesheim. Das Relief links zeigt einen eichenlaubumkränzten, auf Eichenlaub liegenden Stahlhelm. Über der Widmung und unter den Jahreszahlen des Ersten Weltkriegs thront der Reichsadler.

Das Denkmal, das 1924 am Ortseingang aufgestellt wurde, mahnt nicht zur Nacheiferung, sondern zum Frieden. Neben den Sinnstiftungen „Vaterland“ und „Heimat“ bedeutet diese dritte Sinnstiftung, dass der Frieden zwar zu erhalten ist, aber nicht um jeden Preis. Die Gemeinde schloss sich damit der Deutung des Weltkriegs als Verteidigungskrieg an.

Im Oktober 1922 wurde der Bau eines Kriegerdenkmals für die zwölf Bavenstedter Gefallenen des Ersten Weltkrieges angeregt. Den Platz für das Denkmal stellte der Rittergutsbesitzer Lüntzel zur Verfügung. Er sagte auch die gärtnerische Ausgestaltung der Anlage zu. Den Rohbau erstellten die Kriegerverbandskameraden Engelbert Bormann, Heinrich Wilke, Theodor Wedekin und Josef Steinberg.

Erste Überlegungen, das Denkmal zu erweitern, wurden in der Gemeinde 1958 angestellt. Doch erst drei Jahre später beauftragte der Gemeinderat die Firma Fiene aus Algermissen mit der Arbeit. Auf neuen Tafeln sollten die Namen der Gefallenen und Vermissten erscheinen. Fiene schuf nicht nur die neuen Namenstafeln, sondern erneuerte auch die alten, deren Schrift inzwischen verblichen war.

Im November 1962 fand die Einweihung statt. Beidseitig wurden mit Majuskeln beschriftete Gedenktafeln in den Rumpf des Denkmals eingefügt. Auf der linken Seite stehen unter der Überschrift „Vermisste 1939 – 1945“ die Namen Aselmeyer, Johannes / Aselmeyer, Robert / Baule, Christel / Bockelmann, Rudolf / Basowske, Ewald / Koslakowicz, Gerhard / Lewandowski, Bernhard / Krone, Bernhard / Plümer, Herbert / Striegan, Willibald / Zeiske, Franz / Steinberg, Karl.

Auf der rechten Seite folgen der Überschrift „Gefallene 1939 – 1945“ die Namen 1939 Bremer, Josef / 1942 Gloge, Friedrich / Wilke, Josef + Wilke, Berthold / Wedekin, Heinrich / 1943 Reimann, Erwin / Wilhelms, Theodor / 1944 Ingelmann, Heinrich / Althaus, Heinrich / Aselmeyer, Josef / Wilke, Alois + Lüntzel, Erich + Lüntzel, Eberhard / Wichmann, Karl / 1945 Wirries, August / Helmke, Josef + Holze, Willi / Richter, Horst / Garbs, Franz / Flörke, Theodor / Moser, Josef + Möller, Adolf / 1946 Plonner, Fritz.

2004 ist das komplette Denkmal restauriert worden. Der Bavenstedter Kunstschlosser Reinhard Kubina brachte eine 24-karätige Goldlegierung auf.

Quelle: Hartmut Häger, Kriegstotengedenken in Hildesheim. Geschichte, Funktionen und Formen. Mit einem Katalog der Denkmäler für Kriegstote des 19. und 20. Jahrhunderts. Hildesheim 2006

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