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Kultur in der Region Hildesheim

Allgemeine Informationen

Die Bodenburger Anlage ist ein typischer Gutskomplex, der sich in die Funktionsbereiche Wirtschaftshof - Wohnbereich - Nutz-/Lustgarten aufteilt. Die Besonderheit dieser Anlage liegt nicht nur in ihrer Schönheit und dem abwechslungsreichen Pflanzenbestand, sondern ebenso in ihrem geschichtlichen Wert. Anhand der nahezu lückenlos vorhandenen Unterlagen war es möglich, ein breites Spektrum unterschiedlicher Anlagephasen zu belegen. Ausgehend von den Bestandsplänen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, konnte die Entwicklung einer verhältnismäßig unstrukturierten Anlage zu einem formal geordneten Barockkomplex verdeutlicht werden.

Aus dem Jahr 1808 existiert ein Plan, der eine völlige Neugestaltung im englischen Stil erkennen lässt. Die Anordnung der Wegeführung in Verbindung mit den Pflanzungen belegt den Versuch, dem englischen Ideal gerecht zu werden. Ihre Ausführung lässt jedoch erkennen, dass sich die Vollendung noch in einiger Ferne befindet. Interessant ist bei den beiden Entwürfen, dass einige formale, noch aus dem Barock stammende Elemente bewusst und gekonnt in die Gestaltung integriert wurden. Mit der Schaffung eines kleinen Aussichtshügels mit Lindenoval, von dem aus man den Park überblicken kann, wurde ein weiterer zusätzlicher Höhepunkt geschaffen. Ebenso eindrucksvoll ist der intime und empfindsame Bereich auf der Halbinsel, der als Ort der Erinnerung angelegt wurde und von seiner Funktion her an die Rousseauinsel in Wörlitz erinnert. Diese wurde allerdings nicht kopiert, sondern erhielt ihre eigene Note.

Sicherlich ist es nicht nur der künstlerische Wert, der diese Epoche der Anlage bedeutsam macht, hier muss vielmehr der gestalterische Werdegang der Anlage, sprich ihre Entwicklung als Besonderheit hervorgehoben werden. Hierbei können durchaus Parallelen zu hannoverschen Gärten aus vergleichbarer Zeit gezogen werden (z.B. Wallmoden bzw. Wangenheimgarten), bei denen ähnliche Gestaltungsansätze auffallen. Die überlieferten Pläne und erhaltenen Anlagenbestandteile sind somit ein wichtiges Zeugnis früher englischer Gartenkunst im norddeutschen Raum.

Etwa um 1840 herum sind erneut Veränderungen innerhalb der Anlage zu verzeichnen. Dies geschieht in einer Zeit, in der Ernst August Philipp von Steinberg Direktor der königlichen Gärten in Herrenhausen ist. Obwohl für diesen Zeitraum nur die Wegeverläufe sicher nachgewiesen werden können, kann man durch Vergleich mit vorangehenden Unterlagen die Aussage treffen, dass es sich hierbei um eine Vervollkommnung handelt und sich die Anlage in ihrer Hauptblütezeit befand. Diese deckt sich zugleich mit der Hauptphase der Landschaftsgärten in Deutschland, hatten sich diese doch inzwischen weit verbreitet durchgesetzt.

Dieser Zustand, der aufgrund vorgefundenen Planmaterials noch bis mindestens 1880 nachgewiesen werden kann, wird ungefähr um die Jahrhundertwende, genauer zwischen 1880 und 1898, ein weiteres Mal in größerem Ausmaß verändert. Durch die Erweiterung des Areals kam es auch zu Veränderungen des Wegesystems. Neben der Anlage eines Rundweges am äußeren Parkrand ist vor allem eine starke Reduzierung der übrigen Wege zu verzeichnen, die auf ein eher funktionales Maß umgestaltet wurden. Stellt die Erweiterung der Anlage und die Verstärkung des Elementes Wasser einen zusätzlichen gestalterischen Höhepunkt in ihrer Geschichte dar, so kann dies in Bezug auf das Wegesystem nur mit Einschränkung gesagt werden, da besonders im ursprünglichen Parkareal eindrucksvolle Wegeverbindungen verloren gingen.

Erfreulicherweise ist es bis in die heutige Zeit gelungen, die wesentlichen Elemente dieser so eindrucksvollen Anlage zu erhalten. Zwischenzeitlich eingetretene Veränderungen oder Beeinträchtigungen konnten im Rahmen der in den vergangenen Jahren durchgeführten Wiederherstellungsmaßnahmen beseitigt werden, so dass sich der Park wieder in seiner Vielfalt, Eigenart und Schönheit präsentieren kann.

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