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Kultur in der Region Hildesheim

Allgemeine Informationen

Als sich die Reichskristallnacht am 9. November 1988 zum 50. Mal jährt, wird der Stadt Hildesheim und ihren Bürgern von der stadtansässigen Friedrich-Weinhagen-Stiftung das Denkmal für die Synagoge am Lappenberg gestiftet. Dort, wo erst am 08.11.1849 die Hildesheimer Synagoge eingeweiht wurde, die dann am 09.11.1938 von den Nationalsozialisten niedergebrannt wurde, steht heute das Mahnmal. Es erinnert an die jüdische Geschichte von Anbeginn bis zum Holocaust. Der aus verschiedenen Marmorarten und Bronze gearbeitete Quader wurde von Elmar Hillebrand (Köln) entworfen und von mehreren Künstlern und Bildhauern umgesetzt. So hat Theo Heiermann (Köln) die nach Osten weisenden Fläche mit dem Titel "Seite der Erwählung" gestaltet, Elmar Hillebrand selbst die Süd- "Seite des Gesetzes", Jochen Pechau (Köln) die nach Norden weisende "Seite des Kultes" und Karl Matthäus Winter (Limburg) die nach Westen zeigende "Seite der Verfolgung und des Holocaust" gestaltet. Auf allen vier Denkmalseiten werden verschiedene Szenen und Symbole des jüdischen Volks gezeigt, über ihnen ist aus Bronze die Stadt Jerusalem nachgebildet. Sie wird von vier Löwen getragen, welche das Wappentier des Stammes Juda symbolisieren.

Auf jeder Mahnmalseite ist der Davidstern beständig zu erkennen. Im unteren Dreieck dieses Sterns befinden sich Wasserspeier, deren dünner Strahl Trinkwasser in die darunter angeordneten Wasserschalen fließt: Wasser als Quelle des Lebens und auch als Zeichen der Hoffnung. Ein Vorhang verbindet alle vier Wasserspeier und erinnert den Betrachter an den Vorhang im Tempel, hinter welchem sich das Allerheiligste, die Bundeslade befand. Auf der "Seite der Verfolgung und des Holocaust" ist dieser Vorhang zerschlissen, Totenschädel sind an seinem Saum zu erkennen und der Vers des 74. Psalms gibt zu denken: "An Dein Heiligtum legten sie Feuer, bis auf den Grund entweihten sie die Wohnung Deines Namens. Sie verbrennen alle Gotteshäuser im Land." Das Zentrum dieser Westseite zeigt den Brand der Hildesheimer Synagoge auf dem Lappenberg, die kreisförmig eingearbeitete Szene den Brand der Stadt Hildesheim am 22.03.1945. Auf diese Seite des Denkmals bewegt sich der Besucher unmittelbar zu, nachdem er die Granittreppen am Eingang hinter sich gelassen hat. Denn das Denkmal selbst erinnert nicht nur an die ehemalige Synagoge, sondern es befindet sich auch in ihrem ursprünglichen Innenraum: Eine Natursteinmauer, die auf den freigelegten ehemaligen Fundamenten der Synagoge gebaut ist, zeichnet den Verlauf ihrer Außenmauer nach.

Eine ausführliche Broschüre der Friedrich Weinhagen Stiftung und der Stadt Hildesheim vermittelt detaillierte Informationen über das Denkmal für die Synagoge am Lappenberg. Die Broschüre ist bei der tourist information erhältlich. Nähere Auskünfte gibt außerdem das Kulturbüro der Stadt Hildesheim.

(Text: Myriam Naumann/ © Kulturbüro Landkreis Hildesheim)

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