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Kultur in der Region Hildesheim

Allgemeine Informationen

Mit weit geöffneten Schwingen thront auf dem Denkmal am Eingang zum Kirchhof der St.-Martin-Kirche ein Adler. Er sitzt auf einer Halbkugel, den Kopf hat er nach rechts gewendet. Auf dem schmucklosen Kapitell stehen vorn in erhabener Schrift die Jahreszahlen 1914-1918. Der Reichsadler stellt das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs gleichsam unter seinen Schutz.

Im oberen Teil des Pylonen ist ein Eisernes Kreuz über einer Girlande aus Eichenlaub zu sehen, darunter wurde eine Platte eingelassen, auf der unter einem Kreuz die schwarz eingefärbte in Majuskeln eingemeißelte Inschrift zu lesen ist: „Den in Gott / für Volk und / Vaterland / gefallenen / Söhnen. / Die dankbare / Gemeinde / Achtum-Uppen.“ In gleicher Weise wurden an der linken und rechten Seite des Denkmals die Platten mit den Namen der Toten und Vermissten angebracht. Auf jeder Seite stehen zehn Vor- und Nachnamen jeweils unter einem Eisernen Kreuz und über der Segensformel R. I. P. Angegeben ist zudem der militärische Dienstgrad sowie der Todestag. Das trutzige Monument sichert den Toten und Vermissten mit seiner Formsprache und Bauart ewiges Gedenken zu. Der Platz am Rand des Friedhofs und der Kirche sorgt für Aufmerksamkeit und für angemessene Annäherung.

Mit dem Pylon hat der Steinmetzbetrieb Familie W. Dräger, der das Denkmal in den Jahren 1925 und 1926 erstellte, eine ursprünglich ägyptische, neoklassizistische Form, gewählt. Hergestellt wurde die Gedenkstelle mit heimischen Bruchsteinen als Quadermauerwerk.

Unter der Widmung steht ein palmenbekränztes Eisernes Kreuz. Palmwedel wurden schon von den Ägyptern auf Särge und Mumien gelegt, wurden aber auch Jesus beim Einzug in Jerusalem entgegen getragen. Hier begleiten sie die Toten bei ihrem Einzug ins himmlische Jerusalem, wo ihnen der Segensruf unter der Namenstafel R. I. P., die lateinische Abkürzung für „Ruhe in Frieden“, verheißt.

Mit einem eindringlichen Spendenaufruf hatten sich im November 1925 die drei Achtum-Uppener Vereine - der Gesang-, Radfahrer- und Mandolinenverein - an die Einwohner gewandt. Die Vereine bildeten eine „Kommission zur Schaffung eines Ehrenmals für die gefallenen Helden der Gemeinden Achtum-Uppen“. Mehr als 2.000 Mark kamen dabei zusammen. Wohltätigkeitsveranstaltungen für das Denkmalprojekt folgten.

Zur Enthüllungsfeier im Juli 1926 läuteten erstmals die drei Glocken, die von der Gemeinde durch Spenden finanziert und eine Woche zuvor geweiht worden waren.

Quelle: Hartmut Häger, Kriegstotengedenken in Hildesheim. Geschichte, Funktionen und Formen. Mit einem Katalog der Denkmäler für Kriegstote des 19. und 20. Jahrhunderts. Hildesheim 2006

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