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Kultur in der Region Hildesheim

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28. September 1893 - die Linden auf dem Hildesheimer Domhof stehen in herbstlichem Gewand, von Baum zu Baum hängen Girlanden, eine aufgebaute Sängertribüne ist mit Tannengrün geschmückt und zahlreiche Wimpel zieren den Domhof. Kirchliche und staatliche Würdenträger samt dem Volk feiern die Einweihung des Bernward-Denkmals.

Das Jahr 1893 ist dafür nicht zufällig gewählt, denn am 15.01.993 wurde Bernward durch die Bischofsweihe berufen und mit einer Urkunde, datiert am 8.1.1193, wurde seine Heiligsprechung durch den päpstlichen Stuhl vollendet. Bernward selbst war von 993 -1022 Bischof von Hildesheim, so hat es auch der Berliner Bildhauer Dr. Ferdinand Hartzer in einer Tafel auf dem Sockel des Bernward-Denkmals festgehalten. Er konnte damals im Rahmen einer sogenannten "Concurrenz" die Jury von seinem Vorhaben der Gestaltung des Bernward-Denkmals überzeugen, so dass die Ausführung in seiner Hand lag:

Bernward in Pontifikalkleidung spendet mit drei Fingern der rechten Hand den Segen; der vierte Finger wird vom bischöflichen Ring geziert und symbolisiert die geistige Vermählung Bernwards mit der Kirche und dessen Treue. Die linke Hand umfasst den Hirtenstab, der als Zeichen der bischöflichen Würde und Autorität, aber auch der Hirtensorge und Milde verstanden werden kann. Beide Hände sind durch bischöfliche Handschuhe gekleidet. Das Haupt Bernwards wird durch die hohepriesterliche Mitra bedeckt, unter welcher sein Gesicht milde und gelassene Züge erkennen lässt. Über mehreren Unterkleidern umhüllt das Messgewand in starkem Faltenwurf den Körper Bernwards. Hartzer hat diesen Teil der liturgischen Tracht in Anlehnung an ein von Bernward selbst getragenes Messgewand ausarbeiten können, denn dieses war und ist auch heute noch Teil des Domschatzes. Historischen Aussagen zufolge soll im Rahmen der Heiligsprechung Bernwards sein Sarkophag am 16.08.1194 geöffnet worden sein, und das seidene Messgewand des Heiligen wurde unversehrt vorgefunden. Seine Farbe ist goldgelb, so dass heute das Bernward-Denkmal vor geistigem Auge in dieser Kolorierung vorgestellt werden kann. In Leuchtkraft erscheint sodann auch die orientalische Textur des Gewandes mit den verschiedenen filigran eingearbeiteten Musterungen. Bernwards Füße lugen unter den Gewändern hervor, sie sind mit schmucklosen und einfachen bischöflichen Sandalen und einer Art mittelalterlichen Strümpfen bedeckt.

Hinter Bernwards linkem Fuß steht das Modell der Michaeliskirche, die nicht nur seine Grabeskirche ist, sondern deren Grundstein auch von ihm selbst im Jahr 1007 gelegt worden war. Dass eine ganze Kunstepoche in Deutschland nach ihm benannt ist – die bernwardinische Zeit – verweist auf die Bedeutung Bernwards in diesem Zusammenhang. Neben der Michaeliskirche sind vor allem die Bronzegüsse der Bernwardtüre im Dom und die Christus- oder Bernwardsäule hervorzuheben. Seit 1985 sind sie Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Die Christussäule, eine Triumphsäule hatte ihren Standort im 19. Jahrhundert mehrfach wechseln müssen, so auch zu Beginn des Monats September 1893, woraufhin dann das Bernward-Denkmal mit einem großen Festauftakt eingeweiht worden ist.

(Text: Myriam Naumann)

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