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Sehenswert


Aussichtspunkte

Einen schönen Blick auf Segeste hat man vom Waldrand nördlich des Ortes aus. Dazu folgt man der Straße Am hohen Felde Richtung Norden/Ortsausgang, überquert die durch den Ort führende Bahnhofsalleeund geht über die gegenüberliegend weiterführenden Wirtschaftsweg, den Burgstellenweg, weiter in nördlicher Richtung aus dem Ort hinaus. Nach wenigen Minuten verläuft der Burgstellenweg unter einer der alten Eisenbahnbrücken her. Weiter geht es immer geradeaus und bergauf bis zum Wald, wo am Rand eine Bank auf Spaziergänger wartet.


Monumente

Scheibenkreuz/Sühnekreuz

Zu finden: Friedhof, Am hohen Felde

Die Vorderseite des Segester Scheibenkreuzes zeigt ein erhabenes Kreuz, dessen vier Arme sich zu den Enden hin verbreitern. Der Schaft des Kreuzes scheint ursprünglich über die Scheibe hinaus gereicht haben und ist später abgebrochen. Heute ist das Scheibenkreuz auf einem Sockel aus Sandstein montiert.

Es wurde vor Jahren aus der Alme geborgen, lag lange neben der ehemaligen Schule von Segeste und wurde dort auch als Trittstein benutzt. Aus diesem Grund ist die Rückseite der Scheibe so stark abgetreten, dass heute nicht mehr nachvollziebar ist, ob sie ursprünglich ebenfalls bearbeitet war.

Auf Betreiben des  Kreisheimatpflegers W. Barner wurde das Kreuz 1972 auf dem Friedhof von Segeste aufgestellt.

Das Segester Scheibenkreuz gehört vermutlich zu den Sühnekreuzen oder auch Mordkreuzen genannten steinernen Flurkreuzen, die im 13. bis 16. Jh. zur Sühne (Wiedergutmachung) für einen begangenen Mord oder Totschlag errichtet wurde. Diese standen meist an Wegen, Wegkreuzungen oder auch Tatorten und sollten Vorübergehende zum Gebet für einen Verstorbenen anhalten, der unvermittelt und ohne die Sterbesakramente empfangen zu haben zu Tode kam und zur Genugtuung für die Angehörigen das Opfer beitragen.

Gedenksteine

Zu finden: Friedhof, Am hohen Felde

Ebenfalls auf dem Friedhof findet man einen Gedenkstein für alle Opfer dieser Welt. Dieser Gedenkstein wurde in Zusammenarbeit mit der Dorfjugend aus einem alten Grabstein gestaltet und hat seit der Umgestaltung des Friedhofes nun seinen Platz an dieser Stelle.


Zu finden: Dorfmitte

Im Oktober 2009 feierten die Segester den 1155. Geburtstag ihres Dorfes und stellten in Erinnerung daran in der Ortsmitte an der Straße Vor der Brücke einen Gedenkstein auf.


Historische Baulichkeiten

Kirche

Zu finden: Unterdorf

Über die Geschichte der ersten Kirche in Segeste in vorreformatorischer Zeit ist nicht viel bekannt. In Visitationsprotokollen aus dem Jahre 1542 wird lediglich eine Kapelle, von deren Aussehen keine Überlieferungen existieren, als filia in Direck Holtensen (heute Wrisbergholzen) erwähnt, also als eine Tochtergemeinde von Wrisbergholzen. Segeste verfügte zu dieser Zeit über keinen eigenen Dorfgeistlichen. Zusammen mit der Muttergemeinde wechselte die Kapellengemeinde Segeste 1542/68 zur lutherischen Lehre.

Die heutige Kapelle, ein kleiner Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss, entstand 1770. Diese Jahreszahl ist über der Eingangstür zu sehen. Das Bruchsteinmauerwerk ist verputzt, ihre Fenster, drei auf der Süd-, zwei auf der Nordseite sowie eines im Osten, sind flachgewölbt.

Der Turm im Westen hat bis zur Firsthöhe des Daches die Breite des Kirchenschiffs und verleiht der kleinen Kapelle dadurch ein wuchtiges Aussehen. Darüber geht der Turm über in eine quadratische Glockenstube mit rechteckigen Schallöffnungen. Der Turmhelm mit rechteckigem Ansatz und achteckiger Spitze ist mit Kugel und Wetterfahne bekrönt. An der Nordseite der Dach-Pyramide befindet sich der Auslegestuhl für die Uhrschlagglocke.

Man betritt die Kapelle durch das Portal im Westen. Direkt dahinter befindet sich eine bogenförmige und in den Kirchenraum vorgezogene Empore, die für Gottesdienstbesucher mit Holzbänken ausgestattet ist.

Vom Eingang aus blickt man direkt auf einen schlichten Altar, über dem sich auf einer weiteren Empore die Orgel befindet. Seit einer Neugestaltung des Kircheninnenraumes im Jahre 1958 ist der Raum unterhalb der Orgelempore geschlossen, so dass die in hellen Grautönen gestaltete und mit Glaselementen versehene Altarwand und die Orgel das Ostfenster komplett verdecken. Der dadurch entstandene kleine Raum im Ostchor wird seitdem als Sakristei genutzt.

Passend zur Altarwand wurde auch die Holzkanzel im Altarraum links gestaltet.

Die Orgel stammt aus der Werkstatt des Orgelbaumeisters Furtwängler & Hammer aus Hannover, wo sie 1903 für die Segester Kapelle neu gebaut wurde. Sie ist ein Geschenk des Landwirts und Ortsvorstehers Schünemann und wurde 2013 renoviert.

Im selben Jahr wurde auch das mittig über dem Altar und direkt auf die Wand gemalte Ölgemälde aus dem 18. Jh. restauriert, das die Abendmahlsszene zeigt. Der Künstler des Bildes ist nicht bekannt.

Der zwölfarmige Bronzeleuchter im Altarraum trägt in der Kugel die Inschrift „VERMECHTNIS / VON / KONRAD UHDE / 1832. Erstellt wurde der Leuchter laut weiterer Inschrift von E.B Engelhard in Alfeld.

Ein 1928 noch erwähnter Taufengel aus dem Jahre 1770 hängt heute nicht mehr im Chorraum. Stattdessen nutzt die Gemeinde für Taufen nun einen rechts vor der Altarwand stehenden Taufstein aus grau gefärbtem Holz mit Taufschale aus Bronze. Dieser stammt ursprünglich aus einer Kirche in Buxtehude.

Besonderer Schmuck der Kapelle von Segeste ist bis heute der den gesamten Innenraum überspannende Sternenhimmel. Das mit Holz verschalte Spiegelgewölbe wurde 2015 restauriert, ist seitdem in cremeweiß gestrichen und überzogen von unzähligen goldenen Sternen. Die Gewölberippen andeutenden Holzleisten sind hellblau gestrichen.

Alte Schulgebäude

Zu finden: Unterdorf 1 und Bahnhofsallee 5

1823 bauten die Segester an der nordöstlichen Seite der Kapelle ein Schulhaus in Fachwerkbauweise an, in dem zwischen 20 und 30 Kinder unterrichtet wurden. Heute ist dieses Gebäude mit hellem Klinker und Schieferplatten verkleidet und wird als Wohnhaus genutzt.

Vermutlich wegen steigender Schülerzahlen, die bis 1910 auf 53 Kinder angestiegen waren, baute man an der Bahnhofsallee 1909/10 eine neue Schule mit Bad für ca. 20.000 Mark. Auch diese wird heute nicht mehr für den Unterricht der Dorfkinder genutzt, sondern ist ein privates Wohnhaus. Seit 1974 besuchen die Segester Kinder die Schule in Sibbesse.

Denkmalgeschützte Hofanlagen

Zu finden: Im Dorfe 13 - 19

Nur zwei landwirtschaftliche Betriebe von ehemals zwanzig werden heute in Segeste noch bewirtschaftet. Das Ortsbild wird jedoch bis heute von diesen Hofanlagen geprägt. Allein in der Straße „Im Dorfe“ stehen heute mehrere Wohngebäude und Hofanlagen unter Denkmalschutz. Im Denkmalatlas des Landes Niedersachsen heißt es dazu:

„Die Denkmalgruppe der Hofanlagen Im Dorfe besteht aus Hofstellen mit Wohn-/Wirtschaftseinheiten des 18. und 19. Jahrhunderts mit zumeist giebelständigen Wohngebäuden, versetzt stehenden Wirtschaftsgebäuden sowie teilweise mit altem Baumbestand. (...) Die Hofanlagen zeugen von der vielfältigen, regionaltypischen Baukultur im ländlichen Raum und verfügen aufgrund ihrer beispielhaften Ausprägung über Schauwerte für die Bau- und Kunstgeschichte. Sie sind Ausdruck von wirtschaftlicher Blüte in vorindustrieller Landwirtschaftsentwicklung und haben ortsgeschichtliche Bedeutung. Die Hofanlagen sind straßenbildprägend und haben in ihrem prägenden Einfluss auf das Ortsbild auch städtebauliche Qualität.“

Zu den ältesten Gebäuden von Segeste gehört in dieser Straße die Hofanlage mit der Haus Nr. 15, ein zweigeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau auf Bruchsteinsockel aus dem Jahr 1726 mit Längsdurchfahrtscheune in Dreiständer-Fachwerkbauweise. Im Sturzbalken über dem Dielentor sind die Jahreszahl und die Inschrift „Was Gott tut, das ist wohlgethan ...“ zu lesen. An die Längsdurchfahrtscheune westlich angebaut ist außerdem eine weitere Scheune, ein Fachwerkbau mit niedrigem Dielentor. Dieses Gebäude hat ein durch Knaggen (in der Baukunst ein als Konstruktionselement dienendes Kantholz, das die Balken verriegelt und den Überhang eines Stockwerks in der Art einer Konsole gegen die Wand abstützt)  gestütztes, weit vorkragendes Satteldach. Errichtet wurde diese Stallscheune 1811.

1833 erbaut wurde der giebelständiger Fachwerkbau Nr. 13 mit zweigeschossigem Wohnteil, einer Querdieleneinfahrt und einem Einfahrtstor mit durchgehenden Ständern. Das Obergeschoss des Wohnteils ist zwei Gefache, das Erdgeschoss drei Gefache hoch. Teile der Fachwerkfassade sind heute mit Asbest verschalt.

Der zweigeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau Nr. 14 wurde 1804 errichtet. Er steht auf einem Bruchsteinmauerwerk. Das Obergeschoss ist vorkragend und hat profilierte Füllhölzer.

Das Haus Nr. 16 ist um 1830 entstanden. Auch hier handelt es sich um einen zweigeschossigen, giebelständigen Fachwerkbau auf erhöhtem Sandsteinquadersockel. Der Eingang mit Freitreppe liegt etwa mittig auf einer Gebäudelängsseite. An der südöstlichen Gebäudeecke direkt an der Straße steht eine mächtige Eiche, die das Erscheinungsbild der Hofanlage besonders prägt.

Um 1880 entstand der traufständige, zweigeschossige Fachwerkbau Nr. 17, ebenfalls auf erhöhtem. Ziegelausfachung, symmetrische Die Fassade ist symmetrisch mit Kreuzstrebeben gegliedert. Der Gebäudeeingang ist über eine einläufige und mittig liegende Treppe zu erreichen. Die Giebelflächen mit heute Ziegelbehang verkleidet.

Bereits aus dem Jahr 1842 stammt die zum Hof gehörende Fachwerkscheune mit einer außermittigen Längsdurchfahrt. Nach Osten hat die Scheuen ein abgeschlepptes Dach und ist so als Remise (geschützter Unterstand) genutzt. Ursprünglich war diese Scheune eine Stellmacherei und wurde später vom Besitzer des Hofes zugekauft.

Baugeschichtlich jünger ist der traufständige, zweigeschossige Ziegelmassivbau Nr. 19 mit Ziegelziersetzungen an Gurt- und Traufgesims. Er entstand um 1900.

Altes Feuerwehrgerätehaus

Zu finden: Im Dorfe/Am hohen Feld

Das alte Spritzen- bzw. Feuerwehrgerätehaus wurde um 1900 gebaut. Auch dieses technische Gebäude, ein eingeschossiger massiver Ziegelbau auf Sandsteinsockel mit Giebeldreiecken aus Fachwerkkonstruktion und Schlauchturm steht heute unter Denkmalschutz.

Zu der Zeit, als in Segeste dieses Spritzenhaus errichtet wurde, waren alle männlichen Bewohner des Dorfes zwischen 18 und 65 Jahren verpflichtet, sich am Brandschutz zu beteiligen, mussten regelmäßig an Übungen und Diensten teilnehmen und im Ernstfall mit ausrücken. „Wer zu irgendeinem Anlass fehlte, musste eine Geldstrafe entrichten. Die Folge war, dass an den Übungen manchmal bis zu 50 Mann teilnahmen, also alle Mitglieder anwesend waren. Die zahlenmäßige Stärke stand also deshalb im Vordergrund, um die Schlagkraft der noch für heutige Verhältnisse technisch sehr einfach ausgebildeten und ausgerüsteten Feuerwehr zu gewährleisten. Die Kameradschaft stand mit an erster Stelle, und jede Wehrübung war so eine willkommene Abwechslung im Alltagseinerlei.“

Daran hat sich auch mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Segeste am 16. Februar 1934 nichts geändert. Noch heute spielt dieser Verein für Segestes Sicherheit, die Dorfgemeinschaft und die Jugendarbeit eine herausragende Rolle.

Seit 1990 verfügt Segeste nach über 7000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit der Dorfbewohner über ein Feuerwehrgerätehaus mit Dorfgemeinschaftsraum, der von allen Vereinen des Ortes genutzt werden kann. Das alte Feuerwehrhaus wurde von einem Segester Hofbesitzer gekauft und wird seitdem privat genutzt.

Historischer Bahnhof Almstedt-Segeste

Zu finden: Bahnhofsallee 25

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Bahnhofsgebäude_1936

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Almstedt-Segeste gehört ebenfalls zu den denkmalgeschützten Gebäuden des Ortes. An den eingeschossigen Fachwerkbau mit Ziegelausfachung grenzt auf einer Seite direkt ein Anbau eines Güterraumes mit Laderampe an.

Der Bahnhof von Almstedt-Segeste verdankt sein Überleben dem 1972 gegründeten Verein Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn e.V.

Damals standen die zum ehemaligen Bahnhof gehörenden Gebäude leer und der Verein setzte sich „das Sammeln und der Erhalt von historischem Eisenbahnmaterial „und den „Aufbau einer Museumseisenbahn“ zum Ziel.

Seitdem sind viele Jahre ins Land gegangen, in denen die Vereinsmitglieder nicht nur Gleisanlagen, Brücken und Fahrzeuge von historischem Wert instand setzten, sondern auch weitere Loks und Eisenbahnwagen dazukauften. Das desolate und vor dem Verfall stehende Bahnhofsgebäude wurde 1986 auf die andere Seite der Gleisanlagen versetzt und restauriert, heute steht es unter Denkmalschutz.

Der ursprünglich in Bad Grund genutzte Lokschuppen kam 1984 als Geschenk von dort nach Segeste/Almstedt und wurde bis 1987 hier wieder aufgebaut.

Unzählige Stunden Arbeit investierten die Vereinsmitglieder bis heute in den kleinen Bahnhof von Almstedt-Segeste, Strecken und Fahrzeuge. Wenn auch noch nicht alle ihre Wünsche und Träume in Erfüllung gegangen sind, so kann man sich doch regelmäßig und viermal im Jahr im Rahmen der seit 1990 stattfindenden Bahnhofsfeste vom Engagement der Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn e.V. ein Bild machen. An diesen Tagen sind alle Gebäude geöffnet und können kostenlos besichtigt werden.

Nach Erwerb einer Fahrkarte am historischen Fahrkartenschalter besteht die Möglichkeit, an kleineren Bahnfahrten über instandgesetzte Teilstrecken per Draisine, einem Triebwagen oder einer Dampflok teilzunehmen. Die freundlichen „Eisenbahner“ von Almstedt stehen für alle Fragen zur Verfügung, erklären auch völligen Laien bereitwillig technischen Feinheiten und führen durch die Bahnhofsanlage. Das sie auch noch für frisch gegrillte Bratwürstchen, Kuchen und Getränke sorgen ist großartig, aber eigentlich nebensächlich. Denn der Besuch des kleinen historischen Bahnhofs ist auch ohne dieses kulinarische Angebot immer und unbedingt zu empfehlen!

An die Zeit der Eisenbahn im Almetal fühlt man sich übrigens noch immer durch einige historische Eisenbahnbrücken im Ortsbild erinnert ...

Wer neugierig geworden ist, sollte schon vorher die ausführliche Website der Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn e.V. studieren.

Mehr zur Geschichte des Bahnbetriebes von Anfang bis Mitte des 20.Jh findet man hier.