Geschichte
Geschichtliches
Segeste, eines der kleineren Dörfer im Landkreis mit gut 200 Einwohnern, liegt südlich von Hildesheim an der Südflanke des Hildesheimer Walds zwischen den Naturparks Weserbergland im Westen und Harz im Südosten. Der Ort wird von der Alme, einem Zufluss der Riehe, durchflossen und ist die älteste Siedlung der Gemeinde Sibbesse.
Namentlich erwähnt wird diese als „Segusti in pago Fleithi (Flenthigau)“ (einem sächsischen zur Diözese Hildesheim gehörenden Landschaftsstreifen) erstmals in einem Verzeichnis der Schenkungen an das Kloster Corvey, das in Teilen auf die Jahre 826/ 876 datiert wird. Zu dieser Zeit erhielt das Kloster hier 80 Morgen Land.
Die Herkunft des Namens Segeste ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Man brachte ihn immer wieder in Verbindung mit dem Cheruskerfürsten Segest, diese konnte aber nie belegt werden.
Die Gestaltung des Ortswappens bezieht sich auf die Tatsache, dass in Segeste in den ersten Jahrhunderten des Mittelalters etliche Freibauernhöfe bekannt sind.
So zeigt das Wappen einen silbernen Reiter hoch zu Ross in der Kleidung eines Freibauern des 10. Jahrhunderts mit kniefreiem Rock, Bundschuhen und mützenartigem Helm, der in der linken Hand die Zügel und in der rechten eine goldene Lanze hält. Am Körper trägt er außerdem ein Schwert mit goldenem Griff und silberner Scheide.
Der Name Segusti oder auch die ebenfalls genutzte Bezeichnung „Segasta“ könnten auch von den Begriffen für „Segge“ (Schilf) und „Asta“ (Weide) abgeleitet worden sein. Ausgrabungsfunde wie Mauerreste, Münzen und Pferdemist deuten außerdem auf eine mittelalterliche Burganlage hin, die sich nicht genauer datieren lässt, durch die dem Dorf jedoch vermutlich eine besondere historische Bedeutung beigemessen wurde. Ein kostbares und in der Sage erwähntes Schwert wurde allerdings nie gefunden.
Um 1020 überließ der Hildesheimer Domprobst Bodo dem gerade gegründeten Michaeliskloster die Hälfte des Patronats in Holthusen – heute Wrisbergholzen – sowie 16 Hufen Land, von denen drei in „Segate“ lagen.
Zu den Grundbesitzern gehörten u.a. die Familien von Stöckheim und von Wrisberg.
Im Verlaufe des 16. Jh. wird die in Einbeck bzw. Alfeld ansässige Familie Thiesemann erwähnt, die über Wrisberg‘sche Güter in Segeste und dem benachbarten Almstedt verfügte.
Lange unterstand das Dorf dem Amt Winzenburg des Hochstifts Hildesheim, zählte aber nach dem Ende der Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523) zum welfischen Teilfürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kehrte das Dorf 1648 an den Hildesheimer Bischof zurück. Zu dieser Zeit verfügte die Familie von Stöckheim noch über den 10. Teil der landwirtschaftlichen Erzeugnisse ihres Grundbesitzes und sechs Lathöfe in Segeste. Ein weiterer Hof ging im Jahre 1733 durch Verkauf von Freifrau Sabina von Söhlenthal, verw. von Stöckheim an Rudolf Johann von Wrisberg.
Das Jahr 1687 war ein besonders schicksalhaftes für die Bewohner von Segeste, denn am 6. März brannte ein Feuer zehn Wohnhäuser mit Scheunen nieder und nur drei Monate später vernichtete ein Unwetter mit Hagel die Ernte und weite Teile der Ackerflächen.
Im 19. Jh. wechselte die Zugehörigkeit von Segeste mehrfach zwischen Hochstift und dem Königreichen Preußen und Hannover.
Nach der Annexion von 1866 und der Bildung der Landkreise kam Segeste zunächst zum Landkreis Alfeld und gehört seit 1977 zum Landkreis Hildesheim. 1974 wurde er Ort nach Almstedt eingemeindet und gehört seitdem und gemeinsam mit elf weiteren Ortsteilen zur Gemeinde Sibbesse.
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© Verena Bloch
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Bis heute ist Segeste ein schmucker Ort und das Ortsbild mit einigen denkmalgeschützten Hofanlagen landwirtschaftlich geprägt. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Besiedlung des Dorfes wegen des eher unwegsamen Geländes am Gründungsort rund um die bereits erwähnte Burgstelle weiter südlich in die Ebene und später wegen Grundwasserproblemen nochmals auf eine Anhöhe nach Westen verlagert. Aus diesem Grund liegt die Kirche von Segeste heute nicht, wie sonst üblich, in der Dorfmitte, sondern am östlichen Dorfrand. Auch die Bezeichnungen „Oberdorf“ und „Unterdorf“ sind bis heute auf diese Umstände zurückzuführen.
Daran, dass das kleine Segeste zwischen 1901 und 1974 über einen Bahnanschluss für Personen- und Güterverkehr verfügte, erinnern noch heute der sehenswerte Museumsbahnhof Almstedt/Segeste und zwei noch erhaltene Eisenbahnbrücken. Die eine passiert man, wenn man das Dorf von Petze aus über die L482 anfährt, kurz vor dem Ortseingang. Die zweite liegt auf dem Weg zum Grillplatz von Segeste.
Die berufstätigen Einwohner pendeln mehrheitlich nach Hildesheim, Alfeld oder Bad Salzdetfurth. Da es im Dorf heute keine Einkaufsmöglichkeiten mehr gibt und die Segester Kinder Schulen in der näheren und weiteren Umgebung besuchen, sind die Bewohner auf PKW und öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Der Verwaltungsmittelpunkt Sibbesse mit Geschäften und Bildungseinrichtungen liegt 5 km entfernt und ist über die L485 innerhalb weniger Minuten zu erreichen. Das nahe gelegene Almstedt hingegen, zu dem die Segester enge Verbindungen und eine gute Nachbarschaft pflegen, erreicht man zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
Wichtig ist den Bewohnern von Segeste aber vor allem eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft. So ist es bezeichnend, dass das Engagement in diesem kleinen Dorf in mehreren Vereinen groß geschrieben und gelebt wird.
Historische Baulichkeiten
Kirche
Zu finden: Unterdorf
Über die Geschichte der ersten Kirche in Segeste in vorreformatorischer Zeit ist nicht viel bekannt. In Visitationsprotokollen aus dem Jahre 1542 wird lediglich eine Kapelle, von deren Aussehen keine Überlieferungen existieren, als filia in Direck Holtensen (heute Wrisbergholzen) erwähnt, also als eine Tochtergemeinde von Wrisbergholzen. Segeste verfügte zu dieser Zeit über keinen eigenen Dorfgeistlichen. Zusammen mit der Muttergemeinde wechselte die Kapellengemeinde Segeste 1542/68 zur lutherischen Lehre.
Die heutige Kapelle, ein kleiner Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss, entstand 1770. Diese Jahreszahl ist über der Eingangstür zu sehen. Das Bruchsteinmauerwerk ist verputzt, ihre Fenster, drei auf der Süd-, zwei auf der Nordseite sowie eines im Osten, sind flachgewölbt.
Der Turm im Westen hat bis zur Firsthöhe des Daches die Breite des Kirchenschiffs und verleiht der kleinen Kapelle dadurch ein wuchtiges Aussehen. Darüber geht der Turm über in eine quadratische Glockenstube mit rechteckigen Schallöffnungen. Der Turmhelm mit rechteckigem Ansatz und achteckiger Spitze ist mit Kugel und Wetterfahne bekrönt. An der Nordseite der Dach-Pyramide befindet sich der Auslegestuhl für die Uhrschlagglocke.
Man betritt die Kapelle durch das Portal im Westen. Direkt dahinter befindet sich eine bogenförmige und in den Kirchenraum vorgezogene Empore, die für Gottesdienstbesucher mit Holzbänken ausgestattet ist.
Vom Eingang aus blickt man direkt auf einen schlichten Altar, über dem sich auf einer weiteren Empore die Orgel befindet. Seit einer Neugestaltung des Kircheninnenraumes im Jahre 1958 ist der Raum unterhalb der Orgelempore geschlossen, so dass die in hellen Grautönen gestaltete und mit Glaselementen versehene Altarwand und die Orgel das Ostfenster komplett verdecken. Der dadurch entstandene kleine Raum im Ostchor wird seitdem als Sakristei genutzt.
Passend zur Altarwand wurde auch die Holzkanzel im Altarraum links gestaltet.
Die Orgel stammt aus der Werkstatt des Orgelbaumeisters Furtwängler & Hammer aus Hannover, wo sie 1903 für die Segester Kapelle neu gebaut wurde. Sie ist ein Geschenk des Landwirts und Ortsvorstehers Schünemann und wurde 2013 renoviert.
Im selben Jahr wurde auch das mittig über dem Altar und direkt auf die Wand gemalte Ölgemälde aus dem 18. Jh. restauriert, das die Abendmahlsszene zeigt. Der Künstler des Bildes ist nicht bekannt.
Der zwölfarmige Bronzeleuchter im Altarraum trägt in der Kugel die Inschrift „VERMECHTNIS / VON / KONRAD UHDE / 1832. Erstellt wurde der Leuchter laut weiterer Inschrift von E.B Engelhard in Alfeld.
Ein 1928 noch erwähnter Taufengel aus dem Jahre 1770 hängt heute nicht mehr im Chorraum. Stattdessen nutzt die Gemeinde für Taufen nun einen rechts vor der Altarwand stehenden Taufstein aus grau gefärbtem Holz mit Taufschale aus Bronze. Dieser stammt ursprünglich aus einer Kirche in Buxtehude.
Besonderer Schmuck der Kapelle von Segeste ist bis heute der den gesamten Innenraum überspannende Sternenhimmel. Das mit Holz verschalte Spiegelgewölbe wurde 2015 restauriert, ist seitdem in cremeweiß gestrichen und überzogen von unzähligen goldenen Sternen. Die Gewölberippen andeutenden Holzleisten sind hellblau gestrichen.
Alte Schulgebäude
Zu finden: Unterdorf 1 und Bahnhofsallee 5
1823 bauten die Segester an der nordöstlichen Seite der Kapelle ein Schulhaus in Fachwerkbauweise an, in dem zwischen 20 und 30 Kinder unterrichtet wurden. Heute ist dieses Gebäude mit hellem Klinker und Schieferplatten verkleidet und wird als Wohnhaus genutzt.
Vermutlich wegen steigender Schülerzahlen, die bis 1910 auf 53 Kinder angestiegen waren, baute man an der Bahnhofsallee 1909/10 eine neue Schule mit Bad für ca. 20.000 Mark. Auch diese wird heute nicht mehr für den Unterricht der Dorfkinder genutzt, sondern ist ein privates Wohnhaus. Seit 1974 besuchen die Segester Kinder die Schule in Sibbesse.
Denkmalgeschützte Hofanlagen
Zu finden: Im Dorfe 13 - 19
Nur zwei landwirtschaftliche Betriebe von ehemals zwanzig werden heute in Segeste noch bewirtschaftet. Das Ortsbild wird jedoch bis heute von diesen Hofanlagen geprägt. Allein in der Straße „Im Dorfe“ stehen heute mehrere Wohngebäude und Hofanlagen unter Denkmalschutz. Im Denkmalatlas des Landes Niedersachsen heißt es dazu:
„Die Denkmalgruppe der Hofanlagen Im Dorfe besteht aus Hofstellen mit Wohn-/Wirtschaftseinheiten des 18. und 19. Jahrhunderts mit zumeist giebelständigen Wohngebäuden, versetzt stehenden Wirtschaftsgebäuden sowie teilweise mit altem Baumbestand. (...) Die Hofanlagen zeugen von der vielfältigen, regionaltypischen Baukultur im ländlichen Raum und verfügen aufgrund ihrer beispielhaften Ausprägung über Schauwerte für die Bau- und Kunstgeschichte. Sie sind Ausdruck von wirtschaftlicher Blüte in vorindustrieller Landwirtschaftsentwicklung und haben ortsgeschichtliche Bedeutung. Die Hofanlagen sind straßenbildprägend und haben in ihrem prägenden Einfluss auf das Ortsbild auch städtebauliche Qualität.“
Zu den ältesten Gebäuden von Segeste gehört in dieser Straße die Hofanlage mit der Haus Nr. 15, ein zweigeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau auf Bruchsteinsockel aus dem Jahr 1726 mit Längsdurchfahrtscheune in Dreiständer-Fachwerkbauweise. Im Sturzbalken über dem Dielentor sind die Jahreszahl und die Inschrift „Was Gott tut, das ist wohlgethan ...“ zu lesen. An die Längsdurchfahrtscheune westlich angebaut ist außerdem eine weitere Scheune, ein Fachwerkbau mit niedrigem Dielentor. Dieses Gebäude hat ein durch Knaggen (in der Baukunst ein als Konstruktionselement dienendes Kantholz, das die Balken verriegelt und den Überhang eines Stockwerks in der Art einer Konsole gegen die Wand abstützt) gestütztes, weit vorkragendes Satteldach. Errichtet wurde diese Stallscheune 1811.
1833 erbaut wurde der giebelständiger Fachwerkbau Nr. 13 mit zweigeschossigem Wohnteil, einer Querdieleneinfahrt und einem Einfahrtstor mit durchgehenden Ständern. Das Obergeschoss des Wohnteils ist zwei Gefache, das Erdgeschoss drei Gefache hoch. Teile der Fachwerkfassade sind heute mit Asbest verschalt.
Der zweigeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau Nr. 14 wurde 1804 errichtet. Er steht auf einem Bruchsteinmauerwerk. Das Obergeschoss ist vorkragend und hat profilierte Füllhölzer.
Das Haus Nr. 16 ist um 1830 entstanden. Auch hier handelt es sich um einen zweigeschossigen, giebelständigen Fachwerkbau auf erhöhtem Sandsteinquadersockel. Der Eingang mit Freitreppe liegt etwa mittig auf einer Gebäudelängsseite. An der südöstlichen Gebäudeecke direkt an der Straße steht eine mächtige Eiche, die das Erscheinungsbild der Hofanlage besonders prägt.
Um 1880 entstand der traufständige, zweigeschossige Fachwerkbau Nr. 17, ebenfalls auf erhöhtem. Ziegelausfachung, symmetrische Die Fassade ist symmetrisch mit Kreuzstrebeben gegliedert. Der Gebäudeeingang ist über eine einläufige und mittig liegende Treppe zu erreichen. Die Giebelflächen mit heute Ziegelbehang verkleidet.
Bereits aus dem Jahr 1842 stammt die zum Hof gehörende Fachwerkscheune mit einer außermittigen Längsdurchfahrt. Nach Osten hat die Scheuen ein abgeschlepptes Dach und ist so als Remise (geschützter Unterstand) genutzt. Ursprünglich war diese Scheune eine Stellmacherei und wurde später vom Besitzer des Hofes zugekauft.
Baugeschichtlich jünger ist der traufständige, zweigeschossige Ziegelmassivbau Nr. 19 mit Ziegelziersetzungen an Gurt- und Traufgesims. Er entstand um 1900.
Altes Feuerwehrgerätehaus
Zu finden: Im Dorfe/Am hohen Feld
Das alte Spritzen- bzw. Feuerwehrgerätehaus wurde um 1900 gebaut. Auch dieses technische Gebäude, ein eingeschossiger massiver Ziegelbau auf Sandsteinsockel mit Giebeldreiecken aus Fachwerkkonstruktion und Schlauchturm steht heute unter Denkmalschutz.
Zu der Zeit, als in Segeste dieses Spritzenhaus errichtet wurde, waren alle männlichen Bewohner des Dorfes zwischen 18 und 65 Jahren verpflichtet, sich am Brandschutz zu beteiligen, mussten regelmäßig an Übungen und Diensten teilnehmen und im Ernstfall mit ausrücken. „Wer zu irgendeinem Anlass fehlte, musste eine Geldstrafe entrichten. Die Folge war, dass an den Übungen manchmal bis zu 50 Mann teilnahmen, also alle Mitglieder anwesend waren. Die zahlenmäßige Stärke stand also deshalb im Vordergrund, um die Schlagkraft der noch für heutige Verhältnisse technisch sehr einfach ausgebildeten und ausgerüsteten Feuerwehr zu gewährleisten. Die Kameradschaft stand mit an erster Stelle, und jede Wehrübung war so eine willkommene Abwechslung im Alltagseinerlei.“
Daran hat sich auch mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Segeste am 16. Februar 1934 nichts geändert. Noch heute spielt dieser Verein für Segestes Sicherheit, die Dorfgemeinschaft und die Jugendarbeit eine herausragende Rolle.
Seit 1990 verfügt Segeste nach über 7000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit der Dorfbewohner über ein Feuerwehrgerätehaus mit Dorfgemeinschaftsraum, der von allen Vereinen des Ortes genutzt werden kann. Das alte Feuerwehrhaus wurde von einem Segester Hofbesitzer gekauft und wird seitdem privat genutzt.
Historischer Bahnhof Almstedt-Segeste
Zu finden: Bahnhofsallee 25
Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Almstedt-Segeste gehört ebenfalls zu den denkmalgeschützten Gebäuden des Ortes. An den eingeschossigen Fachwerkbau mit Ziegelausfachung grenzt auf einer Seite direkt ein Anbau eines Güterraumes mit Laderampe an.
Der Bahnhof von Almstedt-Segeste verdankt sein Überleben dem 1972 gegründeten Verein Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn e.V.
Damals standen die zum ehemaligen Bahnhof gehörenden Gebäude leer und der Verein setzte sich „das Sammeln und der Erhalt von historischem Eisenbahnmaterial „und den „Aufbau einer Museumseisenbahn“ zum Ziel.
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Seitdem sind viele Jahre ins Land gegangen, in denen die Vereinsmitglieder nicht nur Gleisanlagen, Brücken und Fahrzeuge von historischem Wert instand setzten, sondern auch weitere Loks und Eisenbahnwagen dazukauften. Das desolate und vor dem Verfall stehende Bahnhofsgebäude wurde 1986 auf die andere Seite der Gleisanlagen versetzt und restauriert, heute steht es unter Denkmalschutz.
Der ursprünglich in Bad Grund genutzte Lokschuppen kam 1984 als Geschenk von dort nach Segeste/Almstedt und wurde bis 1987 hier wieder aufgebaut.
Unzählige Stunden Arbeit investierten die Vereinsmitglieder bis heute in den kleinen Bahnhof von Almstedt-Segeste, Strecken und Fahrzeuge. Wenn auch noch nicht alle ihre Wünsche und Träume in Erfüllung gegangen sind, so kann man sich doch regelmäßig und viermal im Jahr im Rahmen der seit 1990 stattfindenden Bahnhofsfeste vom Engagement der Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn e.V. ein Bild machen. An diesen Tagen sind alle Gebäude geöffnet und können kostenlos besichtigt werden.
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Nach Erwerb einer Fahrkarte am historischen Fahrkartenschalter besteht die Möglichkeit, an kleineren Bahnfahrten über instandgesetzte Teilstrecken per Draisine, einem Triebwagen oder einer Dampflok teilzunehmen. Die freundlichen „Eisenbahner“ von Almstedt stehen für alle Fragen zur Verfügung, erklären auch völligen Laien bereitwillig technischen Feinheiten und führen durch die Bahnhofsanlage. Das sie auch noch für frisch gegrillte Bratwürstchen, Kuchen und Getränke sorgen ist großartig, aber eigentlich nebensächlich. Denn der Besuch des kleinen historischen Bahnhofs ist auch ohne dieses kulinarische Angebot immer und unbedingt zu empfehlen!
An die Zeit der Eisenbahn im Almetal fühlt man sich übrigens noch immer durch einige historische Eisenbahnbrücken im Ortsbild erinnert ...
Wer neugierig geworden ist, sollte schon vorher die ausführliche Website der Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn e.V. studieren.
Mehr zur Geschichte des Bahnbetriebes von Anfang bis Mitte des 20.Jh findet man hier.
Spuren von historischen Produktionsstätten
Wassermühle
Zu finden: Bahnhofsallee 26
Östlich von Segeste bzw. am westlichen Ortsrand des benachbarten Almstedt liegen die Gebäude der Wassermühle von Segeste. Südlich der Mühlenanlage fließt die Alme.
Erste Erwähnung findet die Mühle im Jahre 1577, als sie aus dem Besitz des Fürstlich Braunschweigischen Rats- und Kammersekretärs Abel Ruck auf den Herzog von Wrisberg überschrieben wird. Erst Jahrhunderte später erfährt man Weiteres über das Mühlenanwesen in Segeste.
1846 ist die Übergabe des Betriebes von Müllermeister Heinrich Grote auf seinen Sohn Heinrich schriftlich festgehalten. Sicher belegt ist, dass die Mühle seitdem und über Generationen bis heute durch den Erbfall im Besitz der Nachfahren geblieben ist.
1855/56 entstand der Neubau des noch heute existierenden Mühlenwohnhauses.
Das ursprünglich in der freien Feldmark gelegene Areal besteht seitdem aus einem massiven Wohnhaus in Ziegelbauweise mit oberschlächtigem Mühlrad und südlichem Stallanbau und einer Fachwerkscheune.
Das Wohnhaus liegt traufständig zum Mühlhof. Es ist ein zweigeschossiges Gebäude, das auf einem Bruchsteinsockel errichtet wurde. Die symmetrisch gegliederte Fassade hat Rundbogenfenster. Der mittig liegende Eingang war ursprünglich durch eine drei Stufen hohe Freitreppe erreichbar. Das Mauerwerk des Mühlenhauses ist mit für den Baustil typischen Ziegelziersetzungen und Zahnschnittfriesen an Traufe und Giebel verziert.
Ein Fachwerkstall ist rückwärtig an das Mühlenhaus angebaut. Zwischen diesen beiden Gebäuden liegt das Wasserrad. Erst 1942 wurde eine Banki-Turbine zum Antrieb des Mühlenrades eingebaut.
Zum Gebäudekomplex gehört eine Fachwerkscheune aus dem Jahr 1820 mit Halbwalmdach und einer Längsdurchfahrt. Die Gefache der Scheune sind mit Ziegeln ausgemauert.
Die Wassermühle wird seit 1954 nicht mehr bewirtschaftet. Das Mühlenhaus wird noch heute von den Mühlenerben bewohnt.