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Sehenswert


Monumente 

Lutherstein

Zu finden: auf dem Kirchhof

Den 400. Geburtstag Martin Luthers feierte man am 10.11.1883 in besonderer Weise. An diesem Tag wurde zu seinen Ehren in Rautenberg nicht nur eine Linde auf dem Kirchhof gepflanzt, sondern auch die Idee für einen Lutherstein neben diesem Baum geboren. Während die Linde später leider gefällt werden musste, steht der Gedenkstein in Form eines Obelisken noch immer an seinem Platz. In den Stein sind sowohl 400. Geburtstag wie auch 400. Todestag Luthers eingemeißelt. 2017 im 500sten Jahr der Reformation kam dann noch ein dritter Eintrag hinzu.

Ehrenmal

Zu finden: auf dem Kirchhof

Mit dem Ehrenmal auf dem Kirchhof gedenken die Rautenberger der Gefallenen und vermissten Dorfbewohner des 1. und 2. Weltkrieges. Ihre Namen sind in Gedenktafeln aufgeführt.

Partnerschaftstafel

Zu finden: Wiesinger Straße, am Straßenrand in einer Grünanlage

Seit Jahrzehnzten pflegt Rautenberg eine Ortspartnerschaft mit der Gemeinde Wiesing in Tirol (Österreich). Um diese auch öffentlich zu dokumentieren, stellte man in Rautenberg am Löschteich eine Partnerschaftstafel auf und benannte die dortige Straße, in der sich das Sport-/Mehrzweckgebäude des Dorfes befindet, nach Wiesing.

Alte Wasserpumpen

Zu finden: Brunnenweg, am Burgbrunnen und Am Burgwall/Hofstraße

Bevor die Häuser Rautenberg und die dort wohnenden Menschen mit fließendem Wasser versorgt wurden, musste sich die Dorfbevölkerung das benötigte Wasser an Wasserpumpen an verschiedenen Stellen im Ort holen. In Erinnerung an diese Zeit findet man noch heute am alten Burgbrunnen und Am Burgwall zwei Exemplare der damals üblichen grünen Wasserpumpen.


Historische Baulichkeiten 

Bei einem Spaziergang durch den Ort stößt man immer wieder auf beschriftete und bebilderte Hinweistafeln, mit deren Hilfe die Rautenberger die Geschichte ihres Dorfes erläutern und von teilweise nicht mehr existierenden Gebäuden erzählen. Hier der Ortsplan mit den Standorten.

Zu den Standorten gehören auch die Kirchenanlage von Rautenberg und weitere nachfolgend beschriebenen Gebäude.

Die Kirchenanlage in Rautenberg, zu der Kirche, Pfarrhaus, Ehrenmal und mit Linden bepflanzten Kirchhof gehören, steht unter Denkmalschutz. Der eingefriedete Kirchhof, der die Kirche umgibt, liegt leicht erhöht an der Hauptstraße des Ortes. Er wird noch heute als Friedhof genutzt.

Ev. Kirche St. Cosmas und Damian

Zu finden: Rutenbergstr. 24

Die Kirche von Rautenberg entstand möglicherweise zunächst als Gutskapelle der Herren von Rautenberg, die bereits 1128 urkundlich erwähnt wurden. 1319 wird erstmals mit dominus Thidericus plebanus in Ruthenberghe ein Geistlicher erwähnt.

Über die genaue Entstehungszeit der heutigen Rautenberger Kirche gibt es allerdings keine urkundlichen Belege. Der Rautenberger Pastor Heinrich Reverey, dort im Amt von 1892 bis 1928, vermutet aber, dass ihr „Gründer und Patron St. Bernward“, der Bischof von Hildesheim 993–1022, war. „Das sonderbare Zeichen am Fuße des Weihekreuzes, an der Westseite des Turmes, das oben vier Kugeln und an den Querbalken je drei trägt, ist als ein altlateinisches M zu entziffern, das hier nach uralter Weise mit dem Spitzeisen roh eingehauen ist. An einen Weihestein durfte in alter Zeit keine Meißelschneide heran. Somit wäre die Kirche gegründet anno millesimo 1000.“

An der Stelle der Gutskapelle wurde später das Schiff der heute noch bestehenden Kirche errichtet. Turm, Gesims und Unterbau des Gebäudes sind nach Einschätzung von Conrad Wilhelm Hase (königlich-hannoverscher Baurat, ab 1863 Konsistorialbaumeister der Hannoverschen Landeskirche) romanisch.

An der Kirche wurden im 15. Jh. einige grundlegenden Erneuerungen vorgenommen. So wurde der Turm 1431 möglicherweise ganz neu aufgebaut und der Ostchor 1456 an das Kirchenschiff angesetzt. 1489 wurden Kirchenschiff und Chor schließlich in gleicher Höhe miteinander verbunden und das Gewölbe der Kirche abgetragen. Für all diese Baumaßnahmen finden sich datierte Steine im Mauerwerk der Kirche.

Die einschiffige Saalkirche wurde aus Bruchsteinen gemauert. Im Bereich des Kirchenschiffs sind Rechteck-, im später errichteten Ostchor flachbogige Fenster eingesetzt. Der im 16. Jh. entstandene niedrigere Anbau auf der Südseite war ursprünglich als Leichenhalle genutzt, heute betritt man über diesen das Innere der Kirche. Kirchenschiff und Chorraum von St. Cosmas und Damian sind nach oben mit einer Holzbalkendecke verschlossen.

Über dem Eingangsbereich im Westen befindet sich eine Empore mit Sitzmöglichkeiten, auf der gegenüberliegenden Ostempore hinter dem Altar hat die Orgel ihren Platz. Sie ist über eine kleine Wendeltreppe erreichbar. Die Orgel aus dem Jahre 1765 aus der Hildesheimer Orgelbauwerkstatt Conrad Müller ist noch in Teilen erhalten, wurde aber Ende des 19. Jh. erneuert, im 20. Jh. weiter ausgebaut und 2001 restauriert. Der barocke Orgelprospekt von 1765 wurde rekonstruiert.

Unter der Orgelempore in der Wand des Chores und für Gottesdienstbesucher von der geschlossenen Emporen-Wand verdeckt, befindet sich noch immer eine heute zugemauerte Piscina-Nische, die ursprünglich eine Öffnung nach außen hatte und in der sich ein kleines Wasserbecken befand. In diesem Piscina-Becken reinigte ehemals der Priester seine Hände und die am Altar benutzten Geräte. Das überschüssige Wasser und die geweihten Reste von Öl und Wein wurden durch den Ablauf nicht in die Kanalisation, sondern in der Erde des um die Kirche liegenden Friedhofs geleitet und konnte dort versickern. Die Abflussrinne des Piscina-Beckens, über die die Flüssigkeiten nach außen geleitet wurden, sind noch heute in der Außenmauer des Ostchores zu sehen.

Aus derselben Zeit wie die Orgel stammt das aus Tannen- und Lindenholz gefertigte Altarretabel mit einer Kreuzigungsdarstellung in der Mitte zwischen zwei gedrehten Säulen, darüber die Figur des auferstandenen Christus, die noch von einem älteren Altar stammen und wiederverwendet wurden. Über dem Altartisch befindet in der Pradella eine Abendmahlsdarstellung.

Die hölzerne Kanzel an der Südwand wurde ursprünglich 1654 in Braunschweig gefertigt, wurde aber später in Einzelteilen ersetzt. Trägerfigur des Kanzelkorbes ist Moses, der Tafeln mit den zehn Geboten in den Händen hält. In den Wandungen des Kanzelkorb erkennt man die Figuren der Apostel Petrus, Paulus, Jakobus d. Ä. und Johannes (?), auf dem Schalldeckel den auferstandenen Christus.

Ältestes Teil der Kirchenausstattung ist der Taufstein mit Fischblasenmuster, einer Ornamentform, die in der Zeit der Gotik viel verwendet wurde. Jede seiner acht Seitenflächen trägt ein anderes Muster. Der Stein wurde um 1500 gefertigt, Schaft und Fuß mussten später aber erneuert werden, denn der Taufstein wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach versetzt und zweckentfremdet, ehe er seinen heutigen Platz im Chorraum erhielt. Sein ursprünglicher Standort war laut P. Reverey im kreuzgradgewölbten Turmraum, der dem Priester als Sakristei diente. In der Reformationszeit wurde der Taufstein vor den Altarstein versetzt, wo er Opfer der Zerstörung durch „Tillys Banden“ wurde. Sie „entweihten den Stein, brachen ihn vom Sockel, mit zerbrochener Ecke lag er lange in der Kirche. (...) Dann nahm der Pastor Rüdiger 1683 den Stein, schlug den Boden heraus und setzte ihn umgestülpt als Kuppe auf den Waschküchenherd und hängte den Kessel hinein.“

Auch die nachfolgenden Pastorenfamilien nutzen ihn als Wäschestein, Viehtränke oder Blumenkübel, solange, bis der zwischenzeitlich im Altarraum aufgehängte Taufengel „wegen Altersschwäche in den Wohlverdienten Ruhestand versetzt“ wurde. Man ließ den alten Taufstein wieder instand setzen und trug „den eben fertigen eigenhändig in der Himmelfahrtsmitternacht in die Taufkapelle unter den Turm an seinen alten Platz. Und Himmelfahrtsmorgen 1903 sah die Gemeinde diese kleine Herrlichkeit unter einem alten doppeladlergekrönten Kronleuchter. Ein Bronzering trägt die Taufschale.“ 2018 hat der Kronleuchter nach erfolgreicher Restaurierung wieder einen Platz über dem Taufstein bekommen. Ein zweiter und größerer Leuchter aus dem Jahre 1831 wurde ebenfalls restauriert und hängt wieder über dem Mittelgang des Kirchenschiffes. Seine Kerzen werden an hohen Kirchenfesten wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten, aber auch zu Konfirmationen und Jubiläen entzündet.

Der Turmraum, der noch immer durch eine spitzbogige Tür erreichbar ist, wird heute nicht mehr als Sakristei genutzt. Ist die Tür geöffnet, kann man dort zwei Gemälde betrachten, die Ludwig (Vater) und Ernst Anton (Sohn) Cammann zeigen, von 1722-1766 bzw. 1766-1816 Pastoren in Rautenberg.

Pfarrhaus

Zu finden: Rutenbergstr. 26

Das Pfarrhaus in seiner heutigen Form entstand im Jahre 1754. Es ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau, dessen Gefache mit Ziegeln ausgefüllt sind. Das Gebäude steht auf einem Bruchsteinsockel und hat ein Krüppelwalmdach. Der Eingang zum Pfarrhaus liegt in der Mitte einer sechsachsigen Fensterfront auf der Nordseite zum Kirchhof hin.

Mit einer Tafel neben der Eingangstür erinnern die Rautenberger an den Dichter Albert Chamisso (1781-1838), der im Herbst/Winter 1805 als Lieutnant des preußischen Regiments Götze im Hause der Pastorenfamilie Cammann einquartiert war. Dort hat es ihm offenbar sehr gut gefallen, denn später hält Pastor Reverey schriflich fest, Chamisso habe „sehr liebe Worte für das Pfarrhaus und die freundlichen Pfarrtöchter gefunden.“

Das Pfarrhaus wird heute nicht mehr von einer Pastorenfamilie bewohnt, aber im Erdgeschoß für Veranstaltungen der Kirchengemeinde genutzt. Das um 1900 entstandene und zum Pfarrhaus gehörende ehemalige kleine Stallgebäude ist derzeit an den Kultur- und Heimatverein vermietet.

Ehemalige Schule

Zu finden: Rutenbergstr. 28

Nicht weit vom Pfarrhaus entfernt liegt das alte Fachwerk-Schulhaus von Rautenberg aus dem Jahre 1826. In der unteren Etage befand sich der Unterrichtsraum, in der oberen Etage wohnte der Dorflehrer. 1890 wurde diese Schule um einen Backsteinanbau erweitert. Unterrichtet wurde in dieser Schule die Rautenberger Kinder von der ersten bis zur achten Klasse. Die hinter dem Schulhaus liegende kleine Scheune machte man nach dem zweiten Weltkrieg zu einem weiteren Klassenraum. An der Stelle der Schulscheune entstand Anfang des 21. Jh. ein neues Gebäude für die Feuerwache.

Der Unterricht für die Rautenberger Schulkinder endete im Jahre 1971. Seitdem besuchen sie die Schulen der Nachbarorte.

In den Räumen der ehemaligen Schule befindet sich heute der Kindergarten von Rautenberg, dazu gehört ein kindgerecht gestaltetes Außengelände.

Aktuell wird das alte Fachwerkgebäude grundlegend saniert und umgebaut. Zukünftig sollen Erd- und Obergeschoß mit Gruppenräumen, Küchen und Sanitäranlagen sowie Mitarbeiterräumen vom Kindergarten genutzt werden. Der Kindergarten ist für diesen Zeitraum im Mehrzweckgebäude von Rautenberg an der Wiesingerstr. 6 umgezogen. Sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind, werden die Kinder zur Rutenbergstraße zurückkehren.

Mehrere Hofanlagen

Zu finden: Burgwall 8, 11 und 15

Bei einem Gang durch Rautenberg fallen zahlreiche historische und zum Teil zu Hofanlagen gehörende und straßenprägende Wohngebäude auf, von denen einige ebenfalls denkmalgeschützt sind.

Dazu zählt das Fachwerkhaus Am Burgwall 11. Es entstand im Jahre 1770 und ist nach niedersächsischer Denkmalschutzbehörde ein Beispiel für kleinbürgerliche Wohnhäuser „im ländlichen Raum aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts". Laut Denkmalatlas ist es nicht nur von „beispielhafter Qualität“, sondern auch „geschichtlich bedeutsam im Rahmen von Ortsgeschichte und offenbart in seiner Lage am sog. Burgwall die älteste Siedlungsstrukturen Rautenbergs.“

Um zweihundert Jahre jünger ist das zu einer Hofanlage gehörende Wohnhaus Am Burgwall 8. Dieses Haus wurde um 1900 in massiver Ziegelbauweise auf einem Bruchsteinsockel errichtet. Insbesondere die Verwendung des roten Ziegels und die Ziegelverzierungen und Friese, aber auch das Fachwerk im Giebeldreieck und am Portalvorbau sind typisch für die Bauweise von Wohnhäusern im Raum Hildesheim. Sie gehen auf relativen Wohlstand der damaligen Besitzer durch den Anbau der Zuckerrübe zurück und sind deshalb auch unter dem Begriff „Rübenburgen“ bekannt. Ähnliche Wohnhäuser in dieser Bauweise sind auch in anderen Straßen des Ortes zu beobachten.

Das ebenfalls zu einer Hofanlagen gehörende Wohn- und Wirtschaftsgebäude Am Burgwall 15 ist laut Inschrift im Dielentorbalken 1837 errichtet worden. Es liegt giebelständig leicht von der Straße zurückversetzt und hat ein Krüppelwalmdach. Das Fachwerk des Hauses wurde mit Ziegeln ausgefüllt. Mittig unter dem Giebel liegt eine Längsdurchfahrt in das ehemals auch landwirtschaftlich genutzte Gebäude.

Reste der historischen Burganlage

Zu finden: Gelände südl. der Hagenstraße

Von den Gebäudeteilen der alten Burganlage der Herren von Rautenberg ist nichts mehr erhalten, sie wurde im 13. Jh. zerstört. Mehr zur ehemaligen Burg erfährt man hier.