Kultur + Vereine
Literatur
Sohnrey, Heinrich, Der Bruderhof: Eine bäuerliche Liebes- und Leidens-Geschichte
In „Der Bruderhof: Eine bäuerliche Liebes- und Leidens-Geschichte“ entwirft Heinrich Sohnrey, der selbst in ärmlichen bäuerlichen Verhältnissen aufwuchs, ein Bild des ländlichen Lebens im 19. Jahrhundert. Der Roman entstand in der Zeit seiner Lehrertätigkeit im Möllensen und erzählt von zwei um ihr Erbe miteinander im Streit lebenden Brüdern. In der Chronik der Samtgemeinde Sibbesse heißt es dazu auf Seite186:
„Neben der durchaus spannenden (Kriminal-?)Geschichte sind die vielfältigen Verweise auf Sagen, Bräuche, Sitten und die Lebensweise unserer Vorfahren im vorletzten Jahrhundert besonders interessant zu lesen.“
Sohnrey wählte als Schauplatz offenbar einen Hof im Ortskern von Möllensen. Der im Dorf daher als „Bruderhof“ bezeichnete kleine Fachwerk-Hof brannte 1987 vollkommen nieder und wurde nicht wieder aufgebaut.
In der Chronik heißt es weiter: „Am Sonntag, dem 18. Januar 1987, verursachte eine defekte Kühltruhe ein Großfeuer auf dem sogenannten „Bruderhof“. Das 450 Jahre alte Fachwerkhaus wurde ein Raub der Flammen (...) der 60-jährige Eigentümer saß um 19.50 Uhr in seinem Wohnzimmer, als das Licht ausging. Als er ins Treppenhaus kam, wo er eine neue Sicherung einsetzen wollte, schlugen ihm bereits die Flammen entgegen. Da er das Feuer allein nicht bekämpfen konnte, lief er zum Ortsbrandmeister (...), der Alarm auslöste. So konnte der Brand bereits nach 30 Minuten unter Kontrolle gebracht werden, aber das Haus war fast vollständig zerstört. Nur wenige persönliche Besitztümer konnten noch aus den Trümmern gerettet werden.“
Sohnreys Roman erschien erstmals im Jahre 1887 und wurde später im von ihm gegründeten Landbuchverlag verlegt. Heute ist er nur noch über Antiquariate und in digitaler Form erhältlich.
Brauchtum, Feste und Märkte
Der kleine Ort stellt über das Jahr verteilt einiges auf die Beine. Damit das klappt, wird der Dorfverein regelmäßig aktiv und trifft sich sogar wöchentlich im ehemaligen Feuerwehrhaus, das vor einigen Jahren zum Dorfgemeinschaftsheim mit Küche und Toiletten umgebaut wurde. Dieses wird von der Dorfgemeinschaft intensiv genutzt und kann auch für private Feiern gemietet werden.
Das Jahr beginnt in Möllensen traditionell mit einer vom Dorfverein organisierten Braunkohlwanderung im Januar oder Februar. Gewandert wird am Samstag oder Sonntag. Die Wanderroute wird jedes Jahr neu festgelegt und führt zum Braunkohlessen in eine der Gaststätten in der Umgebung.
Das Osterfeuer zündet man in Möllensen am Karsamstag bei Einbruch der Dunkelheit in einer Feuerschale vor dem Dorfgemeinschaftsheim an. Während das Osterfeuer brennt, wird gemeinsam vom Grill gegessen.
Der Maibaum wird in Möllensen am 30. April frisch geschlagen, durch das Dorf getragen und am Morgen des 1. Mai gemeinsam geschmückt. Ist er anschließend vor dem Dorfgemeinschaftsheim aufgerichtet, kann gefeiert, gegessen und getrunken werden. Die Dorfgemeinschaft bereitet das Essen vor und das eine oder andere Mailied wird bis in den frühen Abend hinein gesungen.
An einem Sonntag im Hochsommer werden alle zwei Jahre zahlreiche Tische aus den Häusern von Möllensen in der Mittelstraße zu einer langen Reihe zusammengestellt und in eine „Weiße Tafel“ verwandelt. Aber nicht nur die Tische bekommen ein weißes Kleid – auch alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses fröhlichen Festmahls tragen weiße Kleidung. Um 10 Uhr geht es los und bis in den Nachmittag hinein werden die mitgebrachten Köstlichkeiten verspeist. Der Termin wird nach Prognose des Wetterdienstes immer neu festgesetzt.
Das Kalenderjahr endet in Möllensen mit einer Advents- und Weihnachtsfeier an einem der Adventssamstage für alle Dorfbewohner im Dorfgemeinschaftsheim. Für die Organisation ist der Dorfverein zuständig, auch dieser Termin wird jährlich neu festgelegt.
Museen und Heimatstuben
In Möllensen gibt es keine Heimatstube, wohl aber im Verwaltungsmittelpunkt Sibbesse.