Inhalt

Interessant + Wissenswert


Schriftgut und Überliefertes

  • Hartmann, Sabine, 1025 Jahre Sibbesse - Chronik der Samtgemeinde Sibbesse, Druckhaus Köhler, Harsum 2014. (Die Chronik ist im Rathaus von Sibbesse käuflich zu erwerben)
  • Griessmann, Uwe & Klima, Sonja, 111 Orte in und um Hildesheim, die man gesehen haben muss, Emons Verlag GmbH 2020


Berühmte Persönlichkeiten

Heinrich Sohnrey (1859-1948)

Lehrer/Schulleiter in Möllensen von 1886 bis 1888

Der 1859 in Jühnde geborene Heinrich Sohnrey war Lehrer, Volksschriftsteller und Publizist. In seiner Funktion als Lehrer war er von 1886 bis 1889 in Möllensen tätig.

Während dieser Zeit verfasste er den Roman „Der Bruderhof“, in dem er die Geschichte zweier um ihr Erbe zerstrittener Brüder erzählt.

Nach seiner Zeit in Möllensen war Sohnrey auch für kurze Zeit als Journalist in Hildesheim tätig, wo er den Hildesheimer Sonntagsboten gründete, anschließend zog es ihn nach Freiburg im Breisgau. 1894 siedelte er mit seiner Familie nach Berlin über und gründete dort 1904 den Verlag Die Landbuchhandlung.

In seinen heimatkundlichen Schriften, Romanen und Erzählungen vertrat er die Ideologie der Völkischen Bewegung und unterstützte die Blut-und-Boden-Ideologie der Nationalsozialisten. Schon vor 1933 vertrat er deren Gedankengut und gehörte zu den 88 Schriftstellern, die im Oktober 1933 das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler unterzeichneten.

Sohnrey trat zwar nie der NSDAP bei, zählte aber zu den Bewunderern der Partei und Adolf Hitlers und distanzierte sich erst 1945 nach Kriegsende vom nationalsozialistischen Gedankengut.

Heinrich Sohnrey verstarb 1948 in Neuhaus/Solling.

Der Göttinger Germanist Frank Möbus setzte sich in einem Gutachten mit den nationalsozialistischen Texten Heinrich Sohnreys auseinander (s. Möbius, Frank, In Sachen Heinrich Sohnrey – Gutachten zur nationalsozialistischen Vergangenheit des Solling-Dichters. Göttingen 2011). Nähere Informationen sind hier zu finden.

Die Website der Heinrich-Sohnrey-Gesellschaft e.V. ist nicht mehr online, der Verein hat sich aufgelöst.


Das gibt's so nur bei uns

Denkmalgeschützte Eisenbahnbrücke

Zu finden: Kampstraße, am südlichen Ortsausgang

Die Eisenbahn und ihre Brücken haben in der Gemeinde Sibbesse eine eigene und besondere Geschichte. Doch während es in Segeste und Almstedt noch historische Eisenbahnbrücken gibt, über die ab und an eine alte Museums-Dampflock schnauft, ist in Möllensen eine unter Denkmalschutz stehende Brücke erhalten geblieben, die ihren Bogen über Schienen spannt, die es nicht mehr gibt.

All diese Brücken sind Relikte aus der Zeit der Bahnstrecke Elze – Gronau – Bad Salzdetfurth, die zwischen 1901 und 1974 betrieben wurde. Von Gronau aus verlief die Strecke durch das Despetal und passierte damals auch Möllensen. Damit die Bewohner von Möllensen die etwas außerhalb des Dorfes gelegenen Höfe oder die Bewohner dieser Häuser umgekehrt ihren Ort erreichen konnten, erhielt Möllensen eine Brücke, die man zum Überqueren der Schienen nutzen konnte. Nach Stilllegung der Bahnlinie wurden lediglich die Schienen abgebaut, die Brücke aber blieb erhalten. Wenn man von dieser heute hinunterschaut, findet man nur noch ganz viel Grün ...

Einen Haltepunkt hatte Möllensen übrigens nie. Die Dorfbewohner mussten über einen Feldweg bis zum Haltepunkt im benachbarten Hönze laufen, um in die Bahn steigen zu können.

Anschaulich erzählt wird die Geschichte der Bahnlinie hier.

Heute durchschneidet die ICE-Trasse der Deutschen Bahn von Hannover nach Kassel und Würzburg das Gemeindegebiet von Sibbesse und verläuft hier durch den Escherberg und den Escherbergtunnel. Der Tunnel liegt zwischen den Gemarkungen Möllensen, Hönze, Sibbesse und Petze. Für die Dauer seiner Bauzeit Ende der 1980er Jahre waren allein in Möllensen 700 Arbeiter als Einwohner gemeldet.

Modelle der Situationen vor und nach Fertigstellung der Bahnstrecke sind in der Friedrich-Busse-Schule in Sibbesse ausgestellt. Durch diese Modelle werden auch die damit einhergehenden Veränderungen des Landschaftsbildes deutlich.