Sehenswert
Aussichtspunkte
Aussichtspunkt am Waldrand des Roten Berges
Wer einen Blick von oben auf Möllensen, einige Dörfer der Gemeinde Sibbesse und Gronau werfen möchte, sollte von der Gronauer Straße in Höhe der Steinstraße dem Wirtschaftsweg bergauf zum Wald folgen. Am Waldrand bitte rechts abbiegen. Dort erreicht man bald einen überdachten Sitzplatz mit Weitblick, den man in Möllensen auch „Waldschänke“ nennt.
Monumente
Ehrenmale
und
Gedenkstein 770 Jahre Möllensen
Beides zu finden: Kirchhof auf der Südseite der St.-Lucia-Kapelle, Mittelstraße
An der Südseite der Kapelle stellten die Möllensener zwei große rechteckige Steinplatten auf Steinsockeln auf. In die Steinplatten wurden die Namen der gefallenen Dorfbewohner während des Ersten und Zweiten Weltkrieges eingearbeitet.
Zum 770. Geburtstag ihres Dorfes errichteten sie außerdem einen Gedenkstein.
Historische Baulichkeiten
St.-Lucia-Kapelle
Zu finden: Mittelstraße
Die kleine Kapelle von Möllensen wird bereits 1304 in einer Urkunde des Rektors Friedrich von Magdeburg erwähnt. Möllensen mit seiner damals der Jungfrau Maria geweihte Kirche war zu der Zeit Tochtergemeinde von Eberholzen und der Rektor legte fest, dass dem dortigen Pleban das Recht der Auswahl des Geistlichen in Möllensen zusteht. Patron der Gemeinde war Jost von Steinberg, der dem Pfarrer sechs Gulden Lohn auszahlte, die Einkünfte der Pfarre jedoch selbst behielt. Den Namen der Hl. Lucia trägt die Kirche seit 1588.
Die pfarramtliche Verbindung zu Eberholzen/Sibbesse bestand vermutlich bis zum Jahre 1733. Danach übernahm der Pfarrer von Nienstedt, Karl Johann Konrad Groll, den Dienst in Möllensen und betreute die Gemeinde bis zu seinem Tod im Jahre 1762. Während seiner Amtszeit wurde die Kapelle, deren Westteil noch aus mittelalterlicher Zeit stammt, 1744 nach Osten hin erweitert. Sein Name ist daher in der Inschriftentafel über dem Kapellenportal zu lesen. Dort heißt es: Auf Befehl der hohen Herrn Patronen haben diese Kirche verbessern lassen der Pastor Groll und die Altaristen Reisse und Haman MDCCXLIV.“ In der Nachfolgezeit waren unterschiedliche Geistliche u.a. aus Eberholzen und Almstedt für Möllensen zuständig. Seit 1842 ist die Gemeinde wieder und bis heute mit Sibbesse verbunden.
Die St.-Lucia-Kapelle ist eine rechteckige Saalkirche mit geradem Chorschluss, auf die ein von Sandsteinpfeilern flankierter Weg über den Kirchhof zuführt.
Auf der Südseite der Kapelle befindet sich das mit Sandsteingewänden verzierten Portal mit der erwähnten Inschrift. Über dem Westgiebel trägt das kleine Gotteshaus einen Dachreiter mit pyramidalem Helm, rundbogigen Schallöffnungen und Kugel und Wetterfahne mit der Zahl 1927. Die Turmuhr wurde 1769 angeschafft. Die Giebelflächen aus Fachwerk bekamen später ein Ziegelpfannen-Kleid.
Ebenfalls auf der Südseite des Kirchenbaus befinden sich die Ehrenmale für die im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Möllensen in Form von zwei steinernen Platten. Auf der Nord- und Südseite hat die Kapelle jeweils zwei flachbogige Fenster.
Sowohl das mittelalterliche Mauerwerk als auch der in der Barockzeit angesetzte Bauteil sind hell verputzt.
Auf der Westseite der Kapelle steht heute die 1860 von J. H. Bartels (Hildesheim) gefertigte Bronze-Glocke. Sie wurde wegen einer Beschädigung 1975 durch eine neue Läuteglocke ersetzt.
Nach Restaurierungen im Jahre 1781 und zu Beginn des 19. Jh. sind die Wände des Kapelleninnenraumes hell gestrichen und tragen, bis auf einige Messingblech-Kerzenhalter, keinen Wandschmuck. Nach oben hin ist der Kirchenraum durch eine muldenförmige und lichtblau gestrichene Holzdecke verschlossen.
Der barocke Kanzelaltar zieht sich über anderthalb Geschosse. Im Hauptteil befindet sich ein dreiseitig vorspringender Kanzelkorb. Das hochrechteckige Ölgemälde oberhalb des Schalldeckels zeigt die Abendmahlsszene.
Zu beiden Seiten des Kanzelaltars befinden sich Chorschranken, hinter denen der Aufgang zur Kanzel liegt. Im Ostchor hat die Kapelle beidseitig Chorsitze mit einer umwandeten Sakristei an der nördlichen Chorwand.
Der Taufstein vor den Altarstufen stammt aus dem Jahre 1607. Er ist an der Schafttrommel mit geflügelten Puttenköpfen, der achteckige Kessel mit Masken und Rosetten verziert. Aus der Inschrift des Taufbeckens in ausgesparter Fraktur sind die Namen des damals verantwortlichen Pastors sowie der Altarvorsteher zu entnehmen. Das Steinmetzzeichen mit den Buchstaben M und B verweist auf einen Steinmetzmeister aus dem Leinebergland. Aufgrund dieser Buchstaben und übereinstimmender Schriftcharakteristika lässt sich ein Werkstattzusammenhang zu den Taufsteinen der Nachbardörfer in der Umgebung Adensen, Eberholzen und Sibbesse sowie der Taufe von Klein Himstedt (Gem. Söhlde) herstellen. Der Ende des 17. Jh. aus Eichenholz gefertigte Deckel in geschweifter Haubenform ist farbig bemalt und mit einer Kelchblüte verziert. Über dem Taufstein schwebt ein musizierender barocker Engel.
Auf der Westempore, die durch einen abgetrennten Raum erreichbar ist, steht eine Orgel aus der Werkstatt des Orgelbaumeisters Heinrich Schaper. Sie wurde im 20. Jh. durch Prospektpfeifen erweitert, verändert und 2009/10 restauriert.
Die Kapelle steht mitsamt der niedrigen, den Kirchhof umfassenden Bruchsteinmauer unter Denkmalschutz.
Ehemaliges Pfarrhaus/Schulhaus
Zu finden: Mittelstraße 6
Ebenfalls denkmalgeschützt ist das der Kapelle gegenüberliegende Schulhaus, das im Denkmalatlas des Landes Niedersachsen auch als Pfarrhaus bezeichnet wird, ein um 1850 errichtetes zweigeschossiges Fachwerkhaus mit Bruchsteinsockel. Das Obergeschoss mit profilierten Füllhölzern und Balkenköpfen kragt leicht vor. An der Südseite und beiden Giebelflächen ist das Fachwerk heute mit Ziegelpfannen verkleidet.
Über der Eingangstür befindet sich eine grüne Plakette mit dem Profil von Heinrich Sohnrey, der von 1886 bis 1889 als Lehrer tätig war.
Die ursprünglich zum Gebäude gehörenden Nebengebäude (Stall, Schuppen) existieren heute nicht mehr
Backhaus
Zu finden: Steinstraße 1
Ungewöhnlich für ein Backhaus mutet das mit der Traufe zur Steinstraße liegende Bruchsteingebäude eines Hofes an, der seit Generationen im Besitz einer Bauernfamilie ist.
Die Eingangstür zum Gebäude liegt in einem risalitartigen Vorbau, in dessen Giebeldreieck ein Inschriftenstein mit der Zahl 1868, dem Entstehungsjahr, eingemauert ist. Nach Aussage der heutigen Hofbewohner ist es denkbar, dass das kleine Gebäude ursprünglich als hofeigene Kapelle errichtet und erst später zum Backhaus umfunktioniert wurde. Es wurde bis Mitte der 1960er Jahre ausschließlich von der Bauernfamilie als Backhaus genutzt. Die im Inneren dafür notwendige Ausstattung existiert heute nicht mehr.
Ehemaliges Forsthaus
Zu finden: Roter Berg 1a
Auf dem Weg von Möllensen nach Hildesheim über die Serpentinen des Roten Berges passiert man das auf der linken Seite direkt an der L 485 liegende Forsthaus von Möllensen. Dieses Gebäude war bis Anfang der 1970er Jahre Wohnhaus und Amtssitz des Forstbeamten. Ursprünglich teilte sich das Haus in zwei Bereiche: Auf der linken Seite lag die Wohnung des Försters, auf der rechte Seite befanden sich Scheune und Ställe für sein Pferd und anderes Vieh. Nach der Pensionierung des letzten am Ort lebenden Försters wohnten dort Waldarbeiter zur Miete. 1980 wurde das Haus verkauft und von seinem neuen Besitzer zu einem Doppelhaus umgebaut.