Sehenswert
Aussichtspunkte
„Schöne Aussicht“
Zu finden: Am Ende der Straße Ortsfeld am westlichen Ortsausgang
Da Lechstedt ja der höchstgelegene Ortsteil der Stadt Bad Salzdetfurth ist und sich als Bergdorf bezeichnet, ist es eigentlich selbstverständlich, dass man vom ganzen Dorf aus die Aussicht ins Tal genießen kann.
In jedem Ortsteil der Stadt Bad Salzdetfurth wurde jedoch eine Stelle in der Landschaft festgelegt, von der aus der Betrachter durch einen großen „Fensterrahmen“ einen perspektivisch besonders schönen Blick genießen kann.
Das Installieren dieser Fensterrahmen war Mittelpunkt der Aktion der Jugend- und Kulturarbeit der Stadt Bad Salzdetfurth „Schöne Aussichten“ mit dem Ziel,die unterschiedliche Landschaftsprägung der Stadt Bad Salzdetfurth hervorzuheben und Einwohnern und Besuchern hiermit in besonderer Weise die Attraktivität ihrer abwechslungsreichen Umgebung deutlich zu machen.
Die „Schöne Aussicht“ von Lechstedt findet man am Ausgang des Ortes, dort wo die Wohnstraße „Ortsfeld“ aus dem Dorf hinausführt. Durch den Lechstedter Fensterrahmen schaut man hinab ins Tal auf Felder und Nachbardörfer bis zum gegenüberliegenden Höhenzug des Tosmarberges.
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© Verena Bloch
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Darüber hinaus haben die Lechstedter in und rund um ihren Ort 27 (!) Bänke aufgestellt, von denen aus man die Aussicht genießen und beim Spaziergang eine Pause einlegen oder sich zu einem Plausch mit Nachbarn treffen kann. Zu einigen Bänken gehört sogar ein Tisch, so dass auch ein Picknick möglich ist.
Ausnahmslos alle Bänke sind namentlich bezeichnet und mit einer Rettungspunktnummer versehen. Diese sind der Feuerwehr bekannt. Sollte sich also jemand in einem Notfall dort niederlassen, kann schnell und gezielt Hilfe geleistet werden.
Monumente
Ehrenmal
Zu finden: An der Kirche
An die in den Kriegen gefallenen Mitbewohner erinnern die Lechstedter mit einem Ehrenmal an der Südseite der Stoplerkirche.
Stein am Lechstedter Teich
Zu finden: Im Wald oberhalb von Lechstedt, der Straße „An der Querburg“
Folgt man der Straße von der Lechstedter Obstweinschänke in Richtung Norden bergauf und aus dem Ort hinaus, erreicht man bald das oberhalb von Lechstedt gelegene Waldgebiet des Knebelberges. Oben angekommen, biegt man links in den Wald hinein ab und erreicht bald den Lechstedter Teich. Das Waldgebiet rund um den Fischteich trägt den Namen Querburg und ist benannt nach einem Teil der heute nicht mehr existierenden Landwehr Hildesheims, der Pallisadenfestung Queneburg, die Teil der Befestigungsanlage Hildesheims war. Sie wurde während der „Großen Fehde“ (1484-1486) ebenso zerstört wie die städtischen Wachtürme auf dem Galgenberg und dem Knebel. Die Queneburg, heute Querburg genannt, wurde danach nicht wieder aufgebaut.
Am Teich stellten die Lechstedter in Erinnerung an ihren Förster Willi Dannenberg, der sich über einen langen Zeitraum um die forstlichen Belange des Ortes besonders verdient gemacht hat, einen großen und massiven Stein am Teich auf.
Historische Baulichkeiten
Evangelische Kirche
Zu finden: Ringstraße
Die heutige Lechstedter Kirche wurde auf den Grundmauern des 1711 durch einen Brand zerstörten Vorgängerbaus errichtet. Ein eigenes Kapellen- oder Kirchengebäude ist in der ersten Hälfte des 15. Jh. nachgewiesen. Von diesem ist wohl nur der im Kern mittelalterliche und massive Unterbau des Turms erhalten geblieben. Ein Jahrzehnt nach dem Brand ließen der Patron Johann Friedrich Leopold Stopler und seine Ehefrau Anna Ilsa von Guldenfeld die Kirche wieder aufbauen. Sie wurde 1723 eingeweiht und trägt seitdem den Beinamen „von-Stopler-Kirche“.
Die bis heute bestehende Kirche ist eine einfache Saalkirche mit dreiseitigem Chorschluss und rundbogigen Fenstern. Das Bruchsteinmauerwerk wurde verputzt und trägt ein im Osten abgewalmtes Satteldach. Das Turmfundament erhielt einen zweistöckigen verschieferten Aufbau mit rechteckigen Schallfenstern und einem nach Westen ausgerichteten Uhrziffernblatt. Der Turmhelm mit rechteckigem Ansatz und achteckiger Spitze ist bekrönt mit Kugel und Hahn. 1966 erhielt die Kirche eine neue Turmuhr.
Man betritt die Kirche über ein rundbogiges barockes Südportal, über dem sich die Wappen des Kirchenpatrons von Stopler und seiner Ehefrau Anna Ilsa von Guldenfeld befinden, außerdem die Ziffern des Baujahres und die Inschrift „Herr dies Haus ist dier gebaut, das es deine Wohnung sey. Wer stets Gottes Gyte trauet, solchem steh selbst gnaedig bey“.
Im Inneren hat der Kirchenbau eine flachbogige Holzdecke mit Lattenrippen. Zur eigens für diese Kirche angefertigten Ausstattung gehören ein Kanzelaltar mit goldenen Verzierungen und ein Kanzelkorb zwischen zwei gewundenen Säulen. Links und rechts davon befinden sich zwei Engel und seitliches Knorpelwerk. Im Bildfeld über dem Schalldeckel erkennt man die Darstellung der Grablegung Christi, daneben stehen zwei weitere Figuren. Ein schlichtes Kreuz dient als Bekrönung der Altarwand. Seitliche Türen mit reichem Schnitzwerk führen zur Sakristei. Bis zu einer Renovierung im Jahre 1971 war der heute weiß gestaltete Kanzelaltar bunt vermalt.
Im nördlichen Bereich des Altarraumes hängt ein absenkbarer Taufengel, der um 1721 in der Werkstatt des Hildesheimer Bildschnitzers Ernst Dietrich Bartels entstand. Vermutlich wurde er, ebenso wie der Kanzelaltar, von der Patronatsfamilie von Stopler gestiftet. Der Engel, der eher zu laufen als zu schweben scheint, hält eine muschelförmige Taufschale in seiner ausgestreckten linken Hand. Ursprünglich hatte er seinen Platz im Westteil der Kirche über dem Mittelgang und wurde auch dort für Taufen von der Decke herabgelassen.
Die festen Kirchbänke im Kirchenschiff wurden 1971 durch Stühle ersetzt.
Auf der Westempore befindet sich die Orgel, ein Neubau von August Schaper aus Hildesheim von 1893. Sie wurde mehrfach überarbeitet und ist heute eine Denkmalorgel.
Pfarrhaus
Zu finden: Ringstr./Mittelstr. 6
Das alte Pfarrhaus von Lechstedt neben der Kirche brannte ebenfalls 1711 ab. Das heutige Fachwerkgebäude entstand im Jahre 1837, wurde 2008 verkauft und ist heute in Privatbesitz. Nur ein kleiner Teil des Gebäudes wird heute noch von der Kirchengemeinde genutzt und der dort eingerichtete Gemeindesaal 1993-1995 modernisiert.
Gutshof
Zu finden: Am Brunnen 2
Der ursprüngliche Gutshof stand, anders als die heute noch existierenden Gebäude im Ort, vermutlich außerhalb des Dorfes und östlich der nach Heinde führenden Straße. Das Gelände ist noch immer unter dem Namen „Uppen olen Howe“ und der Bereich des Gutsgartens als „Ole Gaaren“ bekannt. Beim Pflügen und Bearbeiten dieser Flächen fand man Reste alter Fundamente. Ein in der Mitte des Grundstücks gelegener Teich bestand noch lange wurde erst viel später zugeschüttet.
Der Gutshof in Fachwerkbauweise entstand erst zu Beginn des 18. Jh. Dieser wurde jedoch nie von der Gutsfamilie bewohnt, denn diese hatte ihren Wohnsitz bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg nach Binder verlegt. Sie blieben mit Lechstedt jedoch immer verbunden, hielten dort regelmäßig Gericht und stifteten zehn Jahre nach einem Brand im Jahre 1721 eine neue Kirche. Vermutlich stammt aus dieser Zeit auch der nördlich der Kirche gelegene Gutshof.
Das nicht unterkellerte Herrenhaus, ein zweigeschossiges Fachwerkgebäude mit Pferdestall und Wagenremise, diente als Wohnhaus für den Gutsverwalter, hat den Status des Rittersitzes jedoch Anfang des 19. Jh. verloren.
Mit dem Tod von Friedrich Wilhelm Leopold von Stopler, der keine männlichen Erben hinterließ, wird die Hannoversche Klosterkammer Rechtsnachfolgerin für das Lehen bis 1853.
In diesem Jahr wird das einstige Herrenhaus der von Stopler an das Königreich Hannover verkauft, das darin bis 1963 eine Oberförsterei einrichtet. Aus dieser Zeit ist auch die Bezeichnung „altes Forsthaus“ zurückzuführen.
Heute sind Haus und umliegendes Gelände in Privatbesitz.
Mehrere alte Fachwerkhäuser
Zu finden: Ringstraße, Am Brunnen und Mittelstraße
Das Ortsbild Lechstedts ist im alten Ortskern geprägt durch weitere schöne, gut erhaltene und renovierte Fachwerkhäuser. So auch die Gebäude eines ehemaligen Bauernhofes in der Ringstraße mit der Hausnummer 21 sowie die Häuser Nr. 16 – früher eine Schmiede – und Nr. 14., in dem sich das Standesamt von Lechstedt befand.
Dem ehemaligen Gutshaus Am Brunnen 2 gegenüber liegen die beiden ersten Höfe Lechstedts, in alten Hofverzeichnissen und gesichert in einem Verzeichnis aus den Jahren 1847/48, trugen diese die Hofnummern 1 und 2. Überliefert sind die Namen der Hofbesitzer Müller und Harnischmacher um ca. 1690. Als die Gutsfamilie Stopler 1556 die Reformation in Lechstedt einführte, tauchten diese beiden Namen auch bereits in den reformatorischen Taufliste auf.
Die Gebäude des Hofes Nr. 1, heute mit der Adresse Mittelstr. 2a, gehören noch immer zu den älteren Fachwerkhöfen Lechstedts. Die Gebäude des Landwirtes Müller werden nicht mehr landwirtschaftlich genutzt, sondern sind in ein Wohnhaus für zwei Familien umgewandelt worden.
Das älteste heute noch erhaltene Haus Lechstedts ist jedoch das Fachwerkhaus der Hofstelle 2, heute mit der Adresse Am Brunnen 1.
Im weiteren Verlauf dieser kleinen Straße liegt außerdem das Fachwerkhaus mit der Nr. 6, in dem früher die Lechstedter Post ihren Sitz hatte.
Alte Schule (heute Kindergarten)
Zu finden: Mittelstr. 7
Das erste Lechstedter Schulhaus brannte, wie Kirche, Pfarrhaus und zwei weitere Wohnhäuser, im Jahre 1711 völlig nieder. Das Fachwerkhaus in der Mittelstraße 7 ist daher ein Nachfolgebau und das zweite Schulhaus in Lechstedt, das erst im Jahre 1835 entstand. Das Klassenzimmer sowie das Wohnzimmer, die Küche und ein weiteres Zimmer für die in diesem Gebäude ebenfalls untergebrachten Lehrerwohnung befanden sich im Erd-, die Schlafräume der Lehrerfamilie im Obergeschoss. Da die Lehrkräfte zu dieser Zeit zusätzlich zum Gehalt auch durch Naturalien entlohnt wurden, gehörte zum Schulhaus außerdem eine Tenne, in der Getreide gelagert werden konnte. Ende des 19. Jh. wurde an diese noch ein Anbau mit Stall und Kellerraum angebaut.
Wegen steigender Schülerzahlen wurde das Schulgebäude 1905 durch einen Anbau mit eigenem Eingangsflur erweitert. Weitere Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen fanden im 20. Jh. statt.
1970 wurde die Schule schließlich geschlossen. Seitdem gehen die Lechstedter Grundschüler in Heinde oder Groß Düngen zur Schule.
1991 wurde das Gebäude, bis dahin noch im Besitz der Kirchengemeinde, an die Stadt Salzdetfurth verkauft und im ehemaligen Schulhaus noch im selben Jahr ein Kindergarten in kirchlicher Trägerschaft eingeweiht. Darüber hinaus werden einige Räumlichkeiten von der Dorfgemeinschaft genutzt.
Rübenburgen
Zu finden: Ringstr. 19 und 20 sowie Goldener Winkel 10
Neben den zahlreichen Fachwerkhöfen kann man in Lechstedt auch zwei Hofanlagen finden, die im Hildesheimer Raum den volkstümlichen Namen „Rübenburg“ tragen. Dabei handelt es sich um villenartige Neubauten eines Bauernhauses aus dem 19. Jh.
Die Landwirte und Bauherren waren Mitte des 19. Jh. durch den Anbau der Zuckerrübe zu einigem Wohlstand gelangt und konnten sich teure Baustoffe leisten. Die Bezeichnung dieser Hofanlagen hat sich daher in der sogenannten Börderegion zwischen Braunschweig/Hildesheim mit besten und nährstoffreichen Lößböden für die Zuckerrübe etabliert.
Bei den Rübenburgen handelt es sich – und so auch hier in Lechstedt – verbreitet um große Häuser und Stallungen aus roten, gebrannten und gemauerten Ziegelsteinen, einem damals kostenintensiv hergestellten Baustoff. Typisch für den Baustil der Rübenburgen sind außerdem Zierelemente wie Zwerchgiebel, Säulen, Balkone, Freisitze, repräsentative Treppenaufgänge, prächtige Eingangsbereiche, gedrechselte Giebelzierden, Fenstereinrahmungen aus Zementstuck oder Friese aus Terrakotta, wie sie zum Teil auch an den beiden Lechstedter Hofgebäuden verwendet wurden.