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Geschichte


Geschichtliches

Hoheneggelsen liegt an der alten Heer- und Handelsstraße zwischen Hildesheim und Braunschweig, die 1811 zur Chaussee und später zur heutigen Bundesstraße 1 und 444 ausgebaut wurde. Zu Füßen des 111,5 m hohen Messebergs wuchsen das einst getrennte Ober- und Unterdorf, beide mit eigenen Kirchen, im Laufe der Zeit zusammen. Der mächtige Wehrturm der St.-Martins-Kirche im Oberdorf prägt das Dorfbild; ihr 1656 gestifteter Doppeladler-Kronleuchter gilt als Symbol für die Verbundenheit von Kirche und Gemeinde und findet sich auch auf dem Wappen wieder. Darüber hinaus verweist er auf einen tieferen Sinn: Er verkörpert Gegensätze wie Hell und Dunkel oder Alt und Jung – eine Art lokales „Yin und Yang“. Eine geschichtliche Verbindung zum Doppeladler des ehemaligen Deutschen Kaiserreichs besteht nicht. Die Matthiaskirche im Unterdorf zählt zu den ältesten Bauernkirchen Niedersachsens.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1064 als Ecgolvesheim. Es ist also zu vermuten, dass ein Ecgolf (oder ähnliche Namensformen) der erste Ansiedler hier war, indem er an einer der Quellen am Hang der Anhöhe sein Heim (die Endsilbe „sen“ bedeutet Heim oder Zuhause) erbaute. Dieses Heim wird der Ursprung des Oberdorfs gewesen sein und der Zusatz „Hohen“ weist auf die Lage am Messeberg hin. Die damals auch entstandene Siedlung Klein Eggelsen wurde aufgegeben. Irgendwann begann dann auch eine Ansiedlung unterhalb des Messeberges, wodurch das Unterdorf entstand. Beide Ortsteile, von denen jeder (seit 1200) eine Kirche besitzt, sind im Laufe der Zeit zusammengewachsen und ergeben den heute langgestreckten Ort Hoheneggelsen.

Hoheneggelsen war bereits vor der Gründung des Bistums Hildesheim (815) eine bedeutende Gerichts- und Verwaltungsstelle im Gau Astfala. Der Ort entwickelte sich früh zu einem regionalen Mittelpunkt rechtlicher und herrschaftlicher Funktionen. Im Spätmittelalter war Hoheneggelsen Gerichtssitz der Go Eggelsen. Zu diesem Gerichtsbezirk gehörten neben Hoheneggelsen auch die Dörfer Bettrum, Feldbergen, Garbolzum, Garmissen, Groß und Klein Himstedt, Oedelum, Mölme und Söhlde. Die Go Eggelsen ging später im Amt Peine des Hochstifts Hildesheim auf. Bereits 1425 übertrug Bischof Magnus von Hildesheim den größten Teil der zur Go Eggelsen gehörenden Dörfer an die Burg Steinbrück. Damit legte er den Grundstein für die Entstehung des Amtes Steinbrück, das in den folgenden Jahrzehnten an Bedeutung gewann.

Ab 1446 gehörte auch Hoheneggelsen offiziell zum Amt Steinbrück und war fortan eng mit der wechselvollen Geschichte der strategisch wichtigen und häufig umkämpften Burg Steinbrück verbunden. Während der Hildesheimer Stiftsfehde (1519–1523) wurde die Burg Steinbrück im Jahr 1521 vom Herzog von Braunschweig erobert. Infolgedessen gelangte auch Hoheneggelsen vorübergehend unter braunschweigische Herrschaft.

1543 wurde die Reformation eingeführt, 1568 endgültig gefestigt. Bis 1802 gehörte Hoheneggelsen zum Fürstentum Hildesheim, später zum Landkreis Hildesheim. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde für das Amt Steinbrück ein neues Verwaltungsgebäude gesucht. So entstand ein Neubau des Amtes in Hoheneggelsen, der 1821 in Benutzung genommen wurde. Es gehörte nicht zum Dorf, sondern behielt rechtlich als Neu-Steinbrück eine Sonderstellung. 1859 wurde das Amt Steinbrück aufgehoben und mit dem Amt Marienburg verbunden. Das Amtshaus wurde später eine Spar-und Darlehnskasse und ist heute ein Altenheim.

Im 19. Jahrhundert wanderten auch aus Hoheneggelsen mehrere Menschen nach Amerika aus, da soziale Not und fehlende Arbeitsmöglichkeiten sie dazu zwangen. Einer von ihnen war Friedrich Hagemann, der in Santa Cruz erfolgreich ins Brauerei-Geschäft einstieg und in lokale Unternehmen investierte. Er erwarb eine Farm sowie ein Hotel und weiteren Grundbesitz in Kalifornien. Zu seinen Ehren trägt dort noch heute eine Straße den Namen „Hagemann Avenue“. Seine Heimat vergaß er jedoch nicht: Er unterstützte die Schule in Hoheneggelsen mit Geld, Schulmaterialien und sogar einem Harmonium, das bis heute im Heimatmuseum erhalten ist.

Eine Postverbindung zwischen Braunschweig, Hoheneggelsen und Hildesheim besteht seit 1750. 1888 erhielt der Ort mit dem Bahnhof einen Anschluss an die Bahnstrecke Hildesheim – Braunschweig. Am Westrand des Dorfes entstand 1900 eine Mühle und 1909 wurde Hoheneggelsen erstmals mit Elektrizität versorgt.

Im Zweiten Weltkrieg kamen 136 Einwohner von Hoheneggelsen ums Leben. Am 22. Oktober 1944 mittags wurde das Dorf von Spreng- und Brandbomben getroffen, die ins Dorf, auf den Sportplatz und in die Feldmark fielen. Allein bei diesem Luftangriff kamen fünf Menschen ums Leben.

Landwirtschaft und Gewerbe prägten das Ortsbild ebenso wie die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Neubaugebiete. 1974 wurde Hoheneggelsen Teil der Einheitsgemeinde Söhlde. Bekannt wurde der Ort bundesweit durch die in den alten Ziegeleigruben eingerichtete Sondermülldeponie, die nach langem Widerstand 2005 geschlossen wurde.

Heute bietet Hoheneggelsen eine gute Infrastruktur mit Schule, Kindertagesstätte, Sportanlagen, Mehrzweckhalle und einem lebendigen Vereinsleben. Auf der gut ausgebauten Bundesstraße 1 und 444 rollt der Verkehr durch das langgestreckte Dorf zu Füßen des 111,5 Meter hohen Messeberges. Das sehenswerte Heimatmuseum erinnert an die 950-jährige Geschichte, die 2014 gefeiert wurde.


Historische Baulichkeiten

Kirchliche Anfänge in Hoheneggelsen

Die frühesten Spuren des Christentums in Hoheneggelsen liegen im Dunkeln. Sicher ist jedoch, dass die später sogenannte „Tochterkirche“ von Nettlingen aus im Auftrag eines Hildesheimer Bischofs missioniert wurde. Die erste Taufkapelle entstand im Oberdorf an der Stelle der heutigen Wehrkirche St. Martin – auf einer früheren heidnischen Thingstätte. Sie wurde später zur Wehrkirche ausgebaut und 1235 erstmals urkundlich erwähnt.

Dass Hoheneggelsen zwei Kirchen besitzt, hängt mit den alten Siedlungskernen des Dorfes an zwei Wasserstellen zusammen: dem Oberdorf und dem Weidhof im Unterdorf. Vermutlich errichteten die Bewohner des Unterdorfes aus eigenem Stolz ihre eigene Kirche. Bis heute scherzt man im Ort darüber, welche der beiden die schönere sei.

Beide Kirchen gehören zur Kirchenregion Söhlde – Hoheneggelsen – Feldbergen – Bettrum und haben eine gemeinsame Website. Das gemeinsame Pfarrbüro in der Adenstedter Straße 4 in Hoheneggelsen ist dienstags von 15.00-17.00 und donnerstags von 9.00-11.30 Uhr geöffnet und telefonisch unter 0 51 29 / 359 sowie per E-Mail zu erreichen. Hier können auch Besichtigungen der beiden Kirchen angefragt werden. 

Wehrkirche St. Martin

Zu finden: Am Messeberg, Bettrumer Straße 4

Am östlichen Rand des Messebergs liegt die romanische St.-Martin-Kirche, eine der ältesten und architektonisch bedeutendsten Wehrkirchen im Hildesheimer Land. Ihr Ursprung reicht bis in die frühe Christianisierung zurück: An der Stelle des heutigen Turmes befand sich einst eine heidnische Thingstätte, über der später eine Taufkapelle errichtet wurde. Der mächtige Wehrturm mit Schießscharten und dicken Mauern stammt aus dieser frühen Phase und zeugt bis heute von der Doppelfunktion als sakraler Ort und Zufluchtsstätte in unsicheren Zeiten.

Die Kirche ist ein historischer Bruchsteinbau mit einem gotischen Langhaus und einem etwas niedrigeren Chorraum. Ihr ältester Teil ist der romanische Westturm mit seinen typischen Rundbogenöffnungen und dem hohen, achteckigen Turmhelm. Am Chor stützen Strebepfeiler die Außenwände, darüber sitzt ein Steinkreuz. Im Inneren prägen eine schlichte Stuckdecke mit einem Gottesauge im Strahlenkranz, ein rundbogiger Übergang zum Chor und eine U-förmige Empore den Raum. Der Altar besteht aus einer einfachen Steinplatte, unter der sich eine Reliquiengrube befindet. Die südlich angebaute Sakristei besitzt ein kleines Kreuzrippengewölbe und gehört zu den ältesten Teilen der Kirche.

1235 wird die Kirche erstmals urkundlich erwähnt, doch viele Elemente sind noch deutlich älter. Der Zugang führt zunächst durch den Turm, der heute ein modernes Kolumbarium beherbergt – deutschlandweit eines der ersten dieser Art in einer Landgemeinde. Von hier aus hat man einen eindrucksvollen Blick ins Kirchenschiff. Im Innenraum der Kirche erwarten die Besucher zahlreiche kunsthistorische Besonderheiten. Die barocke Kanzel von 1675 wird von Figuren der vier Evangelisten sowie Paulus, Petrus und Stephanus getragen. Der prächtige Kronleuchter von 1656 – eines der Wahrzeichen des Ortes – ist mit dem Doppeladler geschmückt, der als Symbol für die Verbundenheit von Dorf und Kirche gilt.

An den Emporen sind Gemälde aus dem frühen 18. Jahrhundert zu sehen: links die Reihe der Apostel, rechts die Evangelisten und eine Darstellung einer lutherischen Taufe. Sie stammen ursprünglich aus der Matthiaskirche im Unterdorf. Der Taufstein aus dem Jahr 1688, gefertigt aus Sandstein des Wohldenbergs, wurde von Hildesheimer Meistern geschnitzt und bemalt.

An der Turmwand steht die 1872 von Meister Schaper aus Hildesheim erbaute Orgel, die 1937 zuletzt gründlich renoviert wurde.

Das barocke Altarensemble mit den drei großen Gemälden „Abendmahl“, „Kreuzigung“ und „Auferstehung“ stammt aus dem Jahr 1675 und zeigt bereits den reformatorischen Geist der Zeit: bewegte Gewänder, lebendige Figuren und eine klare Bildsprache. Die farbintensiven Chorfenster von 1959 – mit den Motiven Weinstock und Ähren – beziehen sich auf die Elemente des Heiligen Abendmahls und vervollständigen die Atmosphäre des Chorraums.

Hinter dem Altar gelangt man in die kleine gotische Sakristei, deren Kreuzgewölbe von vier steinernen Fratzen getragen wird – alten Schutzsymbolen gegen böse Mächte. Diese Kapelle wurde über Jahrhunderte als Beicht- und Vorbereitungsraum der Geistlichen genutzt.

Die St.-Martin-Kirche ist bis heute das Wahrzeichen des Dorfes. Ihr Glockengeläut von 1924, die verschiedenen Läutezeiten und Sondertraditionen wie der Ernteschauer, das Totengeläut oder das Geburtsläuten prägen das Ortsbild ebenso wie die besondere Geschichte, die man an jedem Detail ablesen kann.

Die evangelische Kirche St. Martin ist ein wichtiges Kulturdenkmal mit hoher geschichtlicher, künstlerischer und städtebaulicher Bedeutung. Der ursprünglich gotische Bau mit romanischem Westturm wurde mehrfach zerstört und im Dreißigjährigen Krieg geplündert, was sich bis heute im Bauwerk zeigt. Durch ihre qualitätsvolle Ausführung und ihre weithin sichtbare Lage auf dem Messeberg prägt die Kirche das Ortsbild und die Geschichte des Dorfes.

Eine Besonderheit der Kirche St. Martin ist das Kolumbarium, das in den letzten Jahren in der Kirche eingerichtet wurde. Es bietet die Möglichkeit, Urnen innerhalb des Kirchenraums beizusetzen. Damit verbindet sich eine moderne Bestattungsform mit einem historischen und spirituellen Ort.

Das Kolumbarium ist würdevoll und zurückhaltend gestaltet und fügt sich harmonisch in den Kirchenraum ein. Es bietet Angehörigen einen Ort der Erinnerung und des stillen Gedenkens und zeigt, dass die Kirche auch heute auf veränderte Wünsche und Lebensformen reagiert. Mehr dazu hier

Ev. Unterkirche St. Matthias

Zu finden: An der Matthiaskirche 22

Die St.-Matthias-Kirche – im Ort liebevoll „kleine Kirche“ genannt – ist der historische Mittelpunkt des Unterdorfes und gilt als eine der schönsten barocken Bauernkirchen Norddeutschlands. Der rechteckige Bruchsteinbau geht auf einen romanischen Vorgänger zurück, der bereits 1235 erwähnt wird. Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt der Bau durch Umbauten seit dem 16. Jahrhundert.

Im Inneren beeindrucken eine flach bemalte Balkendecke und ein Brettergewölbe im Chor mit der Darstellung eines Christus triumphans (Der Begriff verweist auf den Triumph des auferstandenen Christus, frühes 18. Jh.). Zu den herausragenden Ausstattungsstücken gehören der barocke Kanzelaltar von 1698 und der Taufstein von 1590 mit passendem hölzernen Kronleuchter.

Zwischen zwei gedrehten Säulen befindet sich ein Kanzelkorb mit Gemälden der Dreieinigkeit und Schnitzfiguren von Christus, Johannes dem Täufer und Johannes der Evangelist. Die Nordempore trägt Apostelbilder, die Südempore Gemälde der Passionsgeschichte.

Die barocke Orgel, 1686 von Heinrich Herbst in Magdeburg gebaut, 1934 von der Gemeinde Holle übernommen und 2002 gründlich saniert, ergänzt den wertvollen Bestand. Der Dachreiter stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Glocke von 1853 wurde 1942 eingezogen und 1951 durch eine neue Bronzeglocke ersetzt.

St. Matthias ist ein bedeutendes Beispiel ländlicher Kirchenbaukunst und besitzt hohen bau-, kunst- und ortsgeschichtlichen Wert.

Historische Wohn- und Wirtschaftsgebäude

Zahlreiche historische Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Ortes sind gut erhalten und stehen heute unter Denkmalschutz. Sie haben einen prägenden Einfluss auf das Erscheinungsbild des Ortes und dokumentieren die zeitgeschichtliche Bedeutung der Wirtschafts- und Siedlungsgeschichte in Hoheneggelsen. 

Das kleine Schloss in Hoheneggelsen

Zu finden: Messeberg 6

Auf dem Messeberg in Hoheneggelsen steht ein außergewöhnliches neugotisches Herrenhaus, das um 1880 von dem Architekten Heinrich Daniel Himstedt erbaut wurde. Himstedt kehrte nach Jahren in den USA und Großbritannien nach Deutschland zurück und ließ seine Eindrücke aus dem dort erlebten Freimaurertum in die Architektur einfließen. So entstand ein Gebäude, das in seiner Gestaltung und Symbolik deutschlandweit nahezu einzigartig ist. Die erhöht auf dem Messeberg liegende Anlage mit dem eckbekrönenden Turm ist weithin sichtbar und prägt das Ortsbild von Hoheneggelsen.

Bereits 1898 fand das Schloss Erwähnung beim Heidedichter Hermann Löns, der seine Eindrücke des „kleinen Schlosses“ in detailreichen Beschreibungen festhielt. Überregionale Bekanntheit erhielt das Anwesen 2005, als der Besitzer für seine jahrzehntelangen Restaurierungsarbeiten im Pro7-Magazin Avenzio zum „Heimwerker-Champion“ gekürt wurde. Auch Magazine wie Land & Forst berichteten ausführlich.

Das rund 15.000 m² große Areal, liebevoll „Klein Monaco“ genannt, wurde seit 1993 umfassend restauriert. Das Haupthaus mit etwa 500 m² Wohnfläche ist weitgehend saniert, während der Anbau und die historische Scheune noch auf ihre Fertigstellung warten. Heute wird das Gelände gewerblich genutzt, so dass Baumaschinen und Materialien das Erscheinungsbild bestimmen. Die Hofanlage mit Scheune und Stall steht unter Denkmalschutz.

Alte Schule 

Zu finden: Hauptstraße 28

Die um 1890 erbaute Alte Schule ist ein zweigeschossiger Ziegelbau auf Sandsteinsockel und prägt mit ihrer markanten Fassadengestaltung das Ortsbild an der Hauptstraße. Der östliche Gebäudeteil beherbergte einst die Klassenräume, während im westlichen Teil die Lehrerwohnung mit separatem Eingang untergebracht war. Typische Merkmale wie flachbogige Fenster, Sandsteinsohlbänke, Ziermauerwerk und ein Zwerchhaus vermitteln anschaulich den Schulhausstil des späten 19. Jahrhunderts.

Seit dem Jahre 1603 gab es eine Volksschule in Hoheneggelsen. In dem Gebäude dieser alten Schule sind jetzt das Heimatmuseum und die Altenbegegnungsstätte untergebracht.

Küsterhaus

Zu finden: Bettrumer Straße 2

Das eingeschossige Küsterhaus der Oberkirche St. Martin ist ein sorgfältig ausgeführter Ziegelbau des späten 19. Jahrhunderts. Es steht auf einem hohen Backsteinsockel, besitzt ein Satteldach und wird durch einen kleinen Quergiebeldacherker zur Straße hin betont. Ziegelziersetzungen und lasierter Backstein verleihen dem Haus eine charakteristische Gestaltung. Als markanter Eckbau an der Bettrumer Straße und wichtiger Bestandteil der Denkmalgruppe um die Wehrkirche St. Martin prägt es das Straßenbild.

Bahnhof

Zu finden: Bahnhofstraße 7

Etwas außerhalb des Dorfes wurde der Bahnhof erbaut. Die Einweihung wurde am 16.08.1888 gefeiert und der planmäßige Betrieb aufgenommen. Schnell sammelten sich hier auch einige Wohnhäuser am neuen Ortsteil Bahnhof an.

Das zweigeschossige Empfangsgebäude aus Ziegelmauerwerk besitzt ein Satteldach und typische Ziegelziersetzungen. Westlich schließt sich ein eingeschossiger Gebäuderiegel an, östlich die ehemalige Güterhalle. Noch heute verkehren hier Nahverkehrszüge in Ziele der Umgebung und oft rauscht der ICE vorbei.

Turmwindmühle

Zu finden: Am Messeberg 4

Wenn man von Feldbergen aus nach Hoheneggelsen fährt, sieht man schon von weitem die weiße Mühle ohne Flügel mit dem roten Dach. Die vierstöckige Turmwindmühle aus Ziegelmauerwerk wurde um 1900 errichtet und ist mit ihren Lisenen (schmale, leicht hervortretende vertikale Verstärkungen der Wand, die Fassaden gliedern und verzieren), dem Zeltdach und den flachbogigen Fenstern ein charakteristisches Beispiel ihres Bautyps. Heute zu Wohnzwecken umgenutzt, prägt sie aufgrund ihrer exponierten Lage am westlichen Ortsrand das Ortsbild deutlich.

Historische Wohn- und Wirtschaftsgebäude mit Denkmalschutz

 „Alte Villa”, Ziegeleiweg 1

Das zweigeschossige Wohnhaus ist um 1900 in Ziegelbauweise errichtet und wirkt durch seine Gestaltung fast wie eine kleine Villa. Es besitzt ein Walmdach (ein Dach, das auf allen vier Seiten schräg abfällt) und mehrere dekorative Bauteile aus Putz. Dazu gehören ein waagerechtes Band, das die beiden Stockwerke optisch trennt, Fenstereinfassungen und Kantenquaderungen (betonte Eckausbildungen des Gebäudes).

Auf der Nordseite fällt ein vorstehender, bis zum Boden reichender Erker mit dem Haupteingang besonders ins Auge. Die Südseite ist klar und gleichmäßig dreiachsig gegliedert, das heißt, sie zeigt drei regelmäßig angeordnete Fensterachsen.

Hier hat früher der Direktor der Ziegelei und Tongrube mit seiner Familie gewohnt. Nach der Schließung der Ziegelei zog die Verwaltung des Unternehmens ein, das die Tonkuhle zur Sondermülldeponie umwidmete und später war die Immobilie sogar ein Bordell. Seit mehr als 15 Jahren steht die „Alte Villa” am Bahnhof nun schon leer und ist ein „Lost Place”.

Wohnhaus- und Wirtschaftsgebäude, Am Zenterberge 2

Nordöstlich der Matthiaskirche steht dieser zweigeschossige, giebelständige Fachwerkbau unter einem Krüppelwalmdach. (Ein Krüppelwalmdach sieht aus wie ein Satteldach, bei dem die Spitzen der Giebel gekürzt und mit kleinen Dachflächen bedeckt wurden.) Das Obergeschoss kragt vor, der hintere Erdgeschossbereich ist in Ziegelmassivbauweise ausgeführt. Die Gefache an Nord- und Ostseite sind mit Ziegeln ausgemauert, die Giebelfläche ist ziegelbehangen.

Wohn-und Wirtschaftsgebäude, Grebstraße 14

Das zweigeschossige Fachwerkhaus nordwestlich der Matthiaskirche stammt laut Inschrift am Geschossbalken aus dem Jahr 1758. Charakteristisch sind hohe Krummstreben und verputzte Gefache; die rückwärtige Traufseite wurde später in Ziegelbauweise erneuert. Das Grundstück ist im Osten bis zur Nordostecke durch einen historischen Staketenzaun eingefriedet.

Die drei Gebäude sind anschauliche Beispiele traditioneller Wohnhausarchitektur des Ortes und besitzen aufgrund ihrer Lage im historischen Umfeld der Matthiaskirche ortsgeschichtliche und städtebauliche Bedeutung.