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Sehenswert


Aussichtspunkte

Grandkuhle am Rande des Dobuschs

Oberhalb von Grafelde am Rande des Grafelder Forstes, der auch den Namen Dobusch trägt, liegt das Waldgelände Grandkuhle. Das etwas abschüssige Gelände war mit Sitzgelegenheiten und einer Bühne für das Grafelder Schultheater ausgestattet. Nachdem die Schule geschlossen war, blieb die Grandkuhle lange beliebter Treffpunkt für die Jugendlichen des Dorfes. Auch Osterfeuer und Himmelfahrtsfeiern fanden hier oben mit Blick auf Grafelde statt.

Heute ist von Bühne und Theatersitzbänken nichts mehr zu sehen, die Hütte der Grandkuhle kann aber für private Feiern gebucht werden.


Monumente

Ehrenmal

Zu finden: Auf dem Kirchhof

Auf dem Kirchhof der Marienkapelle gedenken die Grafelder mit einem Ehrenmal ihrer in den beiden Weltkriegen gefallenen Dorfbewohner.

Gedenkstein

Zu finden: Kreuzung Breiter Anger/Kirchhof

Mitten in Grafelde steht ein Gedenkstein, den die Dorfbewohner auf dem sog. Rosendreieck anlässlich des 1000-jährigen Dorfgeburtstages im Jahre 2019 aufgestellt haben.


Historische Baulichkeiten

Marienkapelle

Zu finden: Kirchbrink

Die Marienkapelle von Grafelde war schon vor der Reformation vorhanden. Das genaue Entstehungsdatum ist nicht bekannt, aber wie eine Bauinschrift an der Südostecke belegt, wurde der Chor nachträglich „anno xvc xii“ (1512) und im Verhältnis zum vermutlich romanischen Kirchenschiff leicht eingezogen angebaut. Unter der Inschrift ist noch heute das Steinmetzzeichen zu erkennen.

Urkundlich belegt ist die Kapelle für das Jahr 1516, als sich der Knappe Ernst Wrisbergs von den „Olderluden der Kapelle (gemeint sind hiermit die Ältesten/die Kirchenvorsteher, Anm. d. Red.) zu Grafelde Marien der modder goddes vunde sunte Katerinen“ Geld aus der Kapellenkasse lieh.

Schon immer war die Kapellengemeinde von Grafelde Filial-/Tochtergemeinde von Adenstedt, deren Pfarrer daher auch für Grafelde zuständig war. Gemeinsam mit der Muttergemeinde wechselte Grafelde 1542/68 zur lutherischen Lehre. Erst 2008 löste sich die Grafelder Kapellengemeinde auf und gehört heute zur ev. luth. Martin-Luther KG Adenstedt-Wrisbergholzen.

Die Marienkapelle trägt anstatt eines Turmes einen beschieferten Dachreiter mit achtseitig ausgezogener Spitze, die mit Kugel und Wetterfahne bekrönt ist. Nach Süden liegt ein Auslegestuhl für die Läuteglocke aus dem Jahre 1650, Uhrzifferblätter sind auf der Nord- und der Südseite angebracht. Wie viele Turmuhren des Hildesheimer Landes stammt auch die Grafelder Uhr aus dem Jahre 1902 von der Firma Weule aus Bockenem.

Die Grafelder Kapelle steht auf einem Sockel aus Sandstein und wurde aus Bruchsteinen mit Eckquadern erbaut. Der östliche und etwas erhöht liegende Chor wurde 1512 im Stil der Gotik angesetzt. Die außerordentlich massiven Mauern der Kapelle sowie die an Schießscharten erinnernden kleinen Fenster im Giebel lassen vermuten, dass sie auch als Wehrkirche diente. In der Außenwand des gotischen Teiles fällt eine Nische unter einem Fenster mit gotischem Maßwerk auf, in der möglicherweise ursprünglich eine Heiligenfigur stand. Über dem Ostgiebel befindet sich ein Steinkreuz.

Man betritt die Kapelle über ein flachbogiges Portal auf der Südseite, über dem ein Christuskopf aus romanischer Zeit erhalten ist und der dem Christuskopf am Turm der Kirche von Wrisbergholzen ähnelt.

Im Innern hat die Kapelle eine flache Balkendecke, die 1753 eingebaut wurde. Kirchenschiff und Chor trennen ein runder Triumphbogen, an dem die Jahreszahl der Erweiterung zu lesen ist. In der Ostwand des Chores wurden 1994 im Rahmen von Sanierungsarbeiten eine zugemauerte Sakramentsnische und außerdem zwei Weihekreuze an den Wänden freigelegt.

Von besonderer Schönheit und sehr sehenswert ist der spätgotische Flügelaltar aus Eichenholz vom Ende des 15.Jh auf der Altarmensa aus Naturstein. Der Flügelaltar entstammt einer Hildesheimer Werkstatt und wurde einem Schüler Tilmann Riemenschneiders gefertigt. Im Schrein des von einem Kruzifix bekrönten Triptychons ist unter vergoldetem Schleierwerk Maria mit dem Kind zu sehen, figürlich dargestellt als Himmelskönigin auf der Mondsichel. An ihrer linken Seite erkennt man die Hl. Katharina, an ihrer rechten Seite die Hl. Elisabeth. Die Flügel dagegen sind bemalt und zeigen links Anna selbdritt (in ihren Armen Maria und Jesus), rechts die Hl. Barbara, zu erkennen am Turm, in dessen Fenster eine Monstranz sichtbar ist.

Bei geschlossenen Altarflügeln erscheint die in Öl gemalte Verkündigungsszene: links Maria in einem Buch lesend, rechts der Verkündigungsengel Gabriel. Über beiden Köpfen winden sich Schriftbänder mit den bekannten, jedoch nicht mehr ganz vollständig lesbaren lateinischen Inschriften der Verkündigung (in dt. Übersetzung „Siehe, ich bin die Magd des Herren, mir geschehe nach deinem Wort“ und „Gegrüßt seist du, voll der Gnade, der Herr ist mit dir“). Diese Tafelmalereien werden kunsthistorisch dem Meister der Braunschweiger Sippentafeln zugeschrieben und auf etwa 1490 datiert. (Hans Georg Gmelin, Spätgotische Tafelmalerei in Niedersachsen und Bremen, München/Berlin 1974, S.408)

Stilistisch anders gemalt wurden die zwölf Apostel in der Predella unter dem Flügelaltar. Diese Darstellung ist möglicherweise ein Werk des Meisters der Reinhausener Apostel. (Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bremen - Niedersachsen, S.552)

Der Altar wurde 1896 vom Kunstmaler Harald Friedrich aus Hannover restauriert. Weitere Restaurierungen fanden 1926 und 1954/56 statt.

Ebenfalls beachtenswert ist ein auf das Jahr 1511 datierter Taufstein, der zwischenzeitlich vor der Kirche stand. Er hat nun wieder einen Platz im Ostchor. Dieser Stein wurde ersetzt durch eine Sandsteintaufe von 1662 und wird bis heute für Taufen genutzt. Er ist im achteckigen Aufsatz mit einer Inschrift versehen, aus der das Fertigungsjahr und die Namen der verantwortlichen Geistlichen und Kirchenvorsteher hervorgehen. Die zylindrisch geformte Tauf-Schale aus Zinn wurde etwa Ende des 18. Jh. angefertigt. Verschlossen wird der Taufstein mit einem farbig gefasstem Holzdeckel.

Der im Mittelschiff hängende sechsarmige Kronleuchter entstand in der zweiten Hälfte des 16. Jh.

Auf der L-förmigen Empore steht eine Orgel aus dem Jahre 1894 aus der Werkstatt des Orgelbauers P. Furtwängler & Hammer aus Hannover.

Die Marienkapelle ist nur zu Gottesdienstzeiten geöffnet. Interessenten können sich darüber hinaus auch bei Frau Schaper-Hoppe über die Tel.-Nummern 0 50 65 / 87 10, 0 51 83 / 655 oder die Mailadresse info@schaperhoppe.de melden.

Ehemalige Schule

Zu finden: Breiter Anger 20

Das erste Schulhaus Grafeldes am Schmiedebrink existiert nicht mehr. In direkter Nachbarschaft zur Kapelle steht aber noch das zweite Schulhaus, das heute als privates Wohnhaus genutzt wird. In dieser Zwergenschule wurden Kinder von der ersten bis zur achten Klasse unterrichtet.

Das Gebäude hat noch immer zwei über Treppen erreichbare Eingänge, von denen der eine früher in die Lehrerwohnung und der andere ins Klassenzimmer führte.

Diese Schule ist jedoch schon seit Jahrzehnten geschlossen. Die Grafelder Schulkinder besuchen heute die Grundschule in Sibbesse.

Altes Feuerwehrhaus

Zu finden: Hohl

In einer kleinen Gasse zwischen Breiter Anger und Brinkstraße befindet sich noch immer das erste Feuerwehrhaus Grafeldes. Wie heute nicht mehr zu erkennen ist, stand es ursprünglich direkt an einem offenen Graben, nach dem die kleine Straße noch immer den Namen „Hohl“ genannt wird. Heute haben die Feuerwehrleute des Ortes ein neues und modernes Feuerwehrgerätehaus am Breiten Anger. Dort befinden sich auch die Räume und das Außengelände der Dorfgemeinschaft, die vielfältig über das gesamte Jahr genutzt werden.