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Interessant + Wissenswert


Sagen und Geschichten

Sage vom Scheidebrunnen

Nicht weit von der Burgstätte findet sich unter einer alten Linde ein Brunnen, der seit undenklichen Zeiten den Namen Scheidebrunnen geführt hat und so namentlich in einem Landverzeichnisse des Pastors Leinemann von 1616 genannt ist. Über den Ursprung dieser Benennung berichtet die Sage folgendes:

Ein junger Ritter der Nachbarschaft, namens Lobgesang, entbrannte von heißer Liebe zu Isabelle, der Tochter des Burgherren vom Treuenberge, doch der alte Burgherr, mit welchem des jungen Ritters Vater in langem Zwiste lebte, trat zürnend zwischen die Liebenden und wollte ihren Bund trennen. Streng ließ er seine Tochter bewachen; allein sie fand Mittel, in mitternächtiger Stunde die Wächter zu täuschen und an der bezeichneten Linde des Geliebten zu harren und ihm in die Arme zu eilen. Von der stets so bitteren Trennung erhielt der dabei befindliche Brunnen den Namen Scheidebrunnen. – Einst ward des Morgens die holde Isabelle in der Burg vermisst und vergebens überall gesucht. Nichts ward gefunden als ein Dolch und ein Schleier unter der Linde am Scheidebrunnen.

Eine andere Sage berichtet, es habe sich einst der Ritter in Verzweiflung selbst erdolcht, weil er vergebens der Geliebten geharrt, und als sie ihn in seinem Blute gefunden, habe sie denselben Dolch sich auch ins Herz gestoßen.

(aus: Seifart, Karl, Sagen aus Stadt und Stift Hildesheim, Georg Olms Verlag Hildesheim 1995, S.130/131)

Jedes Jahr vernimmt man nun an dieser Stelle zur Zeit des tragischen Vorfalls ein leises Klagen. Geisterhaft rauscht die Linde und der sonst so klare Scheidebrunnen trübt sich.

Der Scheidebrunnen ist heute nicht mehr zu sehen. Wer trotzdem einen Versuch unternehmen will, den legendären Brunnen zu finden, der muss der Dammstraße aus dem Dorf hinaus in Richtung Norden folgen. Dort, wo die Dammstraße auf die Fillekuhle trifft, steht ein Wegweiser zum Scheidebrunnen und ein Findling im Gras erzählt die Geschichte. Der Weg führt ab hier immer am Hahmbach entlang ... doch wo genau er liegt, ist in Eberholzen nicht bekannt.


Schriftgut und Überliefertes

  • Crusius, Gottlob Friedrich Eduard, Beschreibung des Pfarrdorfes Eberholzen, Amt Gronau im Fürstentum Hildesheim, nebst geschichtlichen Nachweisungen und einer Sammlung vorhandener Sagen, in: Mitteilungen geschichtlichen und gemeinnützigen Inhalts, eine Zeitschrift für das Fürstentum Hildesheim und der Stadt Goslar, Bd.2, 1833
  • Denkmalatlas Niedersachsen, online hier (https://denkmalatlas.niedersachsen.de/viewer/fokus/themen/unter-kategorie/denkmallandschaftenundorte/) einzusehen.
  • Hartmann, Sabine, 1025 Jahre Sibbesse - Chronik der Samtgemeinde Sibbesse, Druckhaus Köhler, Harsum 2014.(Die Chronik ist im Rathaus von Sibbesse käuflich zu erwerben)
  • Dahms, Thomas, Der Königsweg,  Corvey – Werla, Ostfalia Verlag 2016
  • Griessmann, Uwe und Klima, Sonja, 111 Orte in und um Hildesheim, die man gesehen haben muss, Emons Verlag GmbH 2020
  • Seifart, Karl, Sagen aus Stadt und Stift Hildesheim, Georg Olms Verlag Hildesheim 1995


Berühmte Persönlichkeiten

Gottlob Friedrich Eduard Crusius

Gottlob Friedrich Eduard Crusius wurde am 11. Juli 1797 in Lichtenstein/Sachsen geboren und verstarb am 19. Juli 1861 in Immenrode bei Goslar. Crusius war ein deutscher lutherischer Pfarrer, Schriftsteller und Historiker. Zwischen 1825 und 1837 war er Pastor in Eberholzen. Seinen Erinnerungen und in umfangreiche Schriften und zahllosen Aufsätze zusammengetragenen historischen Forschungsergebnissen verdanken die Eberholzer viele Informationen zur Geschichte des Dorfes.


Das gibt's so nur bei uns

Kutschenführerschein

Einen Kutschenführerschein in Zeiten des durch Benzin oder Batterie betriebenen Automobils – braucht man so etwas?

Ja, wenn man Pferdebesitzer/in ist und die Tiere nicht nur reiten, sondern auch mal vor eine Kutsche spannen will. Experte und Lehrer für diese außergewöhnliche Lenk- und Fahrprüfung ist Klaus-Friedrich Klose aus Eberholzen. Solange man Fuhrwerke nur für private Ausfahrten nutzen will, ist eine Fahrerlaubnis zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber sicher ist sicher. „Tiere sind grundsätzlich unberechenbar. Es gibt viele Dinge, die im Umgang mit Pferden beachtet werden müssen, um das bestehende Gefahrenpotential zu verringern“, weiß Klose. Daher erstreckt sich der Kutschenführerschein über einen Zeitraum von zwölf Wochen, in denen nicht nur das Geschick der angehenden Kutscherin oder des angehenden Kutschers, d.h. die Techniken des Fahrens geschult, sondern auch die artgerechte Pferdehaltung und ihre Pflege, die Traditionen des Kutschfahrens, Geschirr- und Wagenkunde sowie Kenntnisse über rechtliche Angelegenheiten und nötige Versicherungen vermittelt werden. All diese Dinge sind über die Deutsche reiterliche Vereinigung (FN) genau festgelegt.

Nach einer einstündigen theoretischen Prüfung zeigen die Prüflinge im Rahmen einer Prüfungsfahrt mit Kloses vor die Kutsche gespannten Warmblütern über die angrenzende Bundesstraße, Feldwege und auf einem Dressurplatz ihr Können. Und wer hier im hügelig gelegenen Eberholzen bei Klaus-Friedrich Klose gelernt hat, beherrscht später ganz sicher die Berg- und Talfahrten mit einer Kutsche souverän!

Nähere Informationen und Anmeldungen zur Ausbildung erteilt Klaus-Friedrich Klose gerne telefonisch.

Osterfeuer mit wiederverwendbarem Feuerfundament

Osterfeuer werden in jedem Ort des Landkreises Hildesheim entzündet. Bei manchen am Karsamstag, bei anderen am Ostersonntag.

So ist es am Ostersonntag auch seit Jahrzehnten in Eberholzen. Dass das Herzstück dieses Feuers aber ein großes Gestell/Fundament aus Holzbalken ist, hat folgende Geschichte.

Zum Jahreswechsel 1968/69 brannte in Eberholzen ein Hof nieder. Nachdem das Feuer gelöscht und das Hofgelände geräumt werden konnte, ließen sich Balkenreste aussortieren, die nur zum Teil Schaden genommen hatten. Man kam auf die Idee, aus diesen Resten ein Gerüst zu zimmern und es auf der Erde liegend als Fundament für das Feuer zu Ostern nur wenige Wochen später zu verwenden.

Seit diesem denkwürdigen Jahr wird, in Erinnerung an ein eigentlich tragisches Ereignis, der Unterbau des Osterfeuers am Karfreitag immer wieder neu aus großen Hölzern und den Resten toter/kranker Bäume nach einem bestimmten Bauplan und unter Verwendung ausschließlich natürlicher Materialien zusammengesetzt. Erfahrene Konstrukteure geben Jahr für Jahr und zukünftig vermutlich noch über Generationen ihr Wissen an die jüngeren Dorfbewohner weiter.

Das Gerüst wird anschließend mit aus dem Dorf herangefahrenem Strauchschnitt ausgefüllt, sodass eine an ein Indianerzelt erinnernde riesige Pyramide entsteht. Wenn diese Pyramide bei Einbruch der Dunkelheit entzündet wird, ist das ganze Dorf dabei und man schaut mit gebührendem Abstand in die lodernden Flammen. Aus dieser Ostertradition hat sich mittlerweile ein Dorffest unter freiem Himmel bzw. großem Zelt im Ort für die ganze Dorfgemeinschaft entwickelt.


Lokale Spezialitäten

Die Wurst aus Eberholzen wird schon seit Jahrzehnten mit hoher Qualität gleichgesetzt. Man bekommt sie in Eberholzen in der Landschlachterei Bartels, die 1928 hier gegründet wurde und über die Dorfgrenzen hinaus bekannt ist. Die Fleischerei verarbeitet ausschließlich Fleisch von Fleischproduzenten der heimischen Landwirtschaft. Das gilt für Bartels heute genauso wie früher. Mehr dazu gibt's hier


Spuren von historischen Produktionsstätten

Wassermühle

Zu finden: Eberholzer Hauptstr. 28

Von den ehemals zwei Mühlenbetrieben in Eberholzen ist die Wassermühle an der Eberholzer Haupstraße erhalten. Sie wurde um 1830 erbaut. Sie ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau unter einem Halbwalmdach. Ihr Westgiebel ist mit Ziegelpfannen verkleidet, im Erdgeschoss wurden später Massivklinker vorgesetzt.  Rechtwinklig zum Mühlenhaus wurde ein Stallgebäude angesetzt.

Schmiede

Zu finden: An der Alten Schmiede 6

Die unter Denkmalschutz stehende Schmiede liegt giebelständig direkt an der nach ihr benannten Straße und auf dem Gelände einer ehemaligen Hofanlage. Das ehemals zur Schmiede gehörende Wohnhaus sowie eine Scheune existieren heute nicht mehr. Die Schmiede ist in Ziegelmassivbauweise und mit Satteldach um das Jahr 1900 errichtet. Die Giebelflächen sind mit Ziegeln verkleidet, das Gebäude ist mit Rundbogenfenstern ausgestattet. Die Einfahrt zum ehemaligen Wirtschaftshof begrenzt ein schmiedeeiserner Zaun.

Trafoturm

Zu finden: Am Friedhof von Eberholzen

Trafotürme wie der in Eberholzen sind im Landkreis Hildesheim heute noch häufig zu sehen. Bei diesen handelte es sich um Bauwerke, in denen die technische Anlage zur Stromversorgung in einem turmförmigen Häuschen untergebracht war. Die Bauweise als Turm hatte den Vorteil, dass Freileitungen direkt am oberen Teil des Turmes abgespannt und ins Innere geführt werden konnten, ohne dass eigens ein Abspannmast benötigt wurde. Über diese technischen Anlagen konnten vor allem Abnehmer in ländlichem Raum im Umkreis einiger hundert Meter bis zu wenigen Kilometern mit Strom versorgt werden.

Die Trafotürme wurden in Deutschland mit ihrer jeweils an die Region angepassten Architektur errichtet und geben heute Zeugnis über ein Jahrhundert Industriearchitektur. Auch im Hildesheimer Raum sind Trafotürme unverzichtbarer Teil der Landschaft geworden und meist in roten Ziegelsteinen gemauert.

Um den Abriss der historischen Turmstationen zu vermeiden, werden sie auch im Landkreis Hildesheim von Vereinen oder Privatpersonen für vielfältigste Zwecke beispielsweise im Bereich Naturschutz und Kultur genutzt. Naturschutzvereine und -Stiftungen bauen Turmstationen zu Artenschutztürmen um, mit Nistkästen für Vögel und Versteckmöglichkeiten für Fledermäuse.

So auch hier in Eberholzen. Mehr dazu erfährt man hier.


Wirtschaftsbetriebe


Magische Orte

Der Scheidebrunnen von Eberholzen

Um den Scheidebrunnen von Eberholzen rankt sich eine uralte Geschichte. Sie erzählt von einem unglücklich ineinander verliebten Paar – einer Grafentochter und ihrem jungen Ritter. Einmal im Jahr, zum Todestag der beiden Unglücklichen, soll die dort stehende Linde geisterhaft rauschen und das Wasser des sonst so klaren Scheidebrunnens eintrüben.

Man muss den Weg dorthin nur finden ...