Geschichte
Geschichtliches
Eberholzen ist einer von zwölf Ortsteilen der Gemeinde Sibbesse im Landkreis Hildesheim.
Das Dorf liegt nordnordöstlich und am Fuße des dicht bewaldeten Höhenzuges Sieben Berge. Der dort entspringende Hahmbach durchfließt den Ort. Von Eberholzen aus kann man zu Fuß und mit dem Fahrrad gut die höchste Erhebung der Sieben Berge, die Hohe Tafel (ca. 395 m) und den dort stehenden Aussichtsturm erreichen. Nordöstlich von Eberholzen erhebt sich der Höhenzug des Hildesheimer Waldes.
Der Verwaltungsmittelpunkt der Gemeinde mit Einkaufsmöglichkeiten, der Grundschule und Arztpraxen liegt in östlicher Richtung nur 4 km entfernt und auch ein Teil der ebenfalls zu Sibbesse und zur Nachbargemeinde Gronau zählenden Dörfer liegt nicht weit entfernt.
Das nördlich und 18 km entfernt liegende Hildesheim ist am schnellsten über die L485 zu erreichen.
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Eberholzen wird im Jahr 1240 als Eilbereholthusen erstmals urkundlich erwähnt. In dieser Urkunde von 1240 überträgt Bischof Konrad von Hildesheim dem Kloster Escherde (heute Haus Escherde) den Zehnten in Eilbereholthusen.
Der Ortsname lässt sich übersetzen mit „Die Häuser der Agilber am (oder im) Wald“. Die Verwendung der Endsilbe „husen“ macht aber eine frühere Siedlung bereits im 9. Jh. wahrscheinlich. Denn man weiß aus älteren Urkunden, dass der schon um diese Zeit nachzuweisende Königshof in Brüggen über Besitzrechte in Eilbereholthusen verfügte. Namensgeber des Dorfes war die ansässige Familie de Eilbere. Sie soll eine heute nicht mehr existierende und am Ortsrand zwischen Eberholzen und Nienstedt gelegene Burg auf dem „Triun Barge“ bewohnt haben. Im Rahmen von Ausgrabungen im Jahre 1985 entdeckte man Mauerreste, die zu einer Burg gehört haben könnten. So „scheint nach Auffassung des Kreisheimatpflegers Gerhard Kraus der Gedanke keineswegs abwegig zu sein“, denn im Rahmen der Sicherung des oberhalb von Eberholzen verlaufenden Rennstiegs, einem 48 km langen und zwischen Hildesheim und der im Sackwald gelegenen Winzenburg verlaufenden historischer Kurierwegs, waren Befestigungs- und Wirtschaftsanlagen, die von den jeweiligen Besitzerfamilien verwaltet wurden, durchaus üblich. Heute deutet nur noch der Flurname „Auf der Burg“ auf eine mögliche Burgstelle hin. Nach der Zerstörung der Burg auf dem „Treuenberge“ erhielt der Bischof von Hildesheim 300 Morgen Land und ließ einen neuen Hof auf der „Nöin Stie“ errichten. So entstand der heutige Wettbergsche Hof und mit ihm das Dorf Nienstedt.
Letztes Zeugnis der Familie von Eilbere in Eberholzen mag ein alter Steinsarkophag auf dem Kirchhof sein.
Weitere Besitztümer in Eberholzen sind im 14. Jh. für das Michaeliskloster in Hildesheim und die Herren von Barienrode aktenkundig. Darüber hinaus verfügt Heinrich Bock, Amtmann in Gronau, über Nutzungsrechte.
Nach der Hildesheimer Stiftsfehde (1519 – 1523), als das Stift Hildesheim große Teile seines Territoriums an die Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel (Amt Winzenburg) und den Herzog von Calenberg (Amt Gronau) abtreten muss, ist Eberholzens Zugehörigkeit zu einem der beiden Ämter noch nicht eindeutig geklärt. 1544 wird in Eberholzen die Reformation eingeführt, weshalb sich die bis dahin als Filialgemeinden geführten, aber zum kath. Amt Winzenburg gehörenden Nachbardörfer Möllensen und Hönze von der Eberholzer Kirche trennen. Erst 1558 kommt Eberholzen offiziell an das Amt Gronau, fällt aber 1643 an das Stift Hildesheim zurück.
Das Wappen Eberholzens mit zwei ineinander verschlungenen goldenen Ringen geht jedoch auf keine historischen Besitzverhältnisse, sondern auf eine bis heute überlieferte Sage zurück, in der zwei Liebende sich unverbrüchliche Treue bis in den Tod versprachen.
Während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) leidet das Dorf wie alle anderen in der Umgebung schwer unter den kriegerischen Auseinandersetzungen und den durchziehenden Truppen. Zum Ende des Krieges liegen 90 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen brach, denn mehr als die Hälfte der Höfe wird nicht mehr bewirtschaftet. Es dauert weitere zwanzig Jahre, bis sich Eberholzen von den größten Schäden erholt hat.
Aus einer ersten amtlich geführten Steuerliste aus dem Jahre 1701 geht hervor, dass zu dieser Zeit 274 Menschen in Eberholzen leben. Gut einhundert Jahre später, zur Zeit des Königreichs Westfalen (1807-1813), treffen die Eberholzer eine für die damalige Zeit durchaus ungewöhnliche Entscheidung, denn obwohl die Menschen die rechtlichen Veränderungen des frz. Herrschers meist ablehnen, nutzen die hiesigen Dorfbewohner die Möglichkeit, sich von den Zehntabgaben an das Kloster Escherde durch die Zahlung von 6800 Talern in Gold zu befreien.
Siebzig Jahre nach Einführung einer für alle Hausbesitzer verpflichtenden Feuerversicherung werden in Eberholzen im November 1835 acht Wohnhäuser auf Bauernhöfen und neun weitere Häuser durch eine Brandkatastrophe vernichtet. Im darauf folgenden Jahr schafft die Gemeinde eine Feuerspritze an.
Während des ersten Weltkrieges kommen 20 Soldaten aus Eberholzen ums Leben, vier Männer bleiben vermisst. Von Bombenangriffen bleibt der Ort zwar verschont, doch 56 Menschen aus Eberholzen kommen im zweiten Weltkrieg um.
1969 schließt sich Eberholzen als weiterhin selbstständige Gemeinde der Samtgemeinde Sibbesse an. Als sich am 1. November 2016 alle anderen Gemeinden der Samtgemeinde Sibbesse zur neuen Gemeinde Sibbesse zusammenschließen, löst sich in diesem Zuge auch die Gemeinde Eberholzen auf.
Heute leben etwa 550 Menschen in Eberholzen. Die meisten berufstätigen Einwohner verdienen ihren Lebensunterhalt nicht mehr vor Ort, sondern in der näheren und weiteren Umgebung. Im Bauerndorf der Vergangenheit werden nur noch vier landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe bewirtschaftet. Bis auf einen Fleischer im Ort sind alle früher ansässig gewesenen Geschäfte geschlossen. Die Eberholzer erledigen ihre Einkäufe im Gemeindemittelpunkt Sibbesse, im 8 km entfernt liegenden Gronau oder in den Hofläden in den Dörfern der Umgebung. Schulkinder werden heute nicht mehr in Eberholzen unterrichtet, Kindergartenkinder aber in einer Einrichtung im Ort betreut.
Trotz der sich für die ländliche Bevölkerung entwickelten umfangreichen strukturellen Veränderungen leben die Menschen bis heute gerne hier, was auch auf ein aktives Dorf- und Vereinsleben zurückzuführen ist.
Historische Baulichkeiten
Der Denkmalatlas Niedersachsen verzeichnet in Eberholzen eine Reihe denkmalgeschützter Gebäude, von denen schon die ersten bei der Durchfahrt durch den Ort ins Auge fallen. Rund um die im historischen Ortskern stehende gotische Kirche gruppieren sich einige aus dem 18. und 19. Jh. stammende Häuser, die man bei einem Gang durch Eberholzen schnell erreicht.
St.-Bartholomäus-Kirche
Zu finden: Eberholzer Hauptstr.23
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Die St.-Bartholomäus-Kirche liegt etwas erhöht auf dem mit Bäumen bestandenen ehemaligen Friedhof in der Südhälfte von Eberholzen.
Es handelt sich um eine einschiffige, verputzte gotische Bruchsteinkirche, deren Chor nachträglich gerade geschlossen an das Kirchenschiff angebaut wurde. Deutlich älter ist der unverputzte quadratische Westturm, er stammt vermutlich aus dem 12. Jh.
Man betritt den Kirchenraum über einen Vorbau auf der Nordseite. Dieser entstand im 18. Jh. In diesem Zeitraum fanden auch umfangreiche Veränderungen in der Ausstattung der Kirche und den Fenstern statt. Drei Fensteröffnungen fallen mit Rücksicht auf die Empore im Innenraum zum Teil kleiner aus als die übrigen.
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Der Innenraum, dessen qualitätvolle barocke Ausgestaltung bis heute erhalten ist, wird von einem hölzernen Tonnengewölbe überspannt, wobei Gewölberippen und Gurtbögen nachträglich untergelegt wurden. Die Altarempore im Osten wurde 1717, die im Westen und Norden 1722/23 eingebaut. Sie sind aus Tannen- und Eichenholz gefertigt. An der Nordempore sind drei mit Ornamenten verzierten Blaker aus Messingblech angebracht. Die dort eingearbeiteten Jahreszahlen und Buchstabenkürzel deuten auf Stiftungen aus dem Jahr 1725 hin.
Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche mit Deckenmalereien versehen. Im östlichen Bogenfeld ist, zum großen Teil von der Kanzelwand verdeckt, das Jüngste Gericht dargestellt, in sechs querovalen Medaillons sind Jesaja, die Verklärung des Herrn, die Engel bei Abraham, die Verkündigung, die Geburt Christi und der Traum Jakobs zu sehen. Letzteres wird zum Teil von einer Fensteröffnung durchschnitten, der mit dem Einbau der Orgel entstand.
Der mit Akanthus verzierte hölzerne Kanzelaltar wurde 1731 gebaut. Der dreiseitig vorspringende Kanzelkorb, der über die Altarempore erreichbar ist, wird eingerahmt von gedrehten und blumenumwundenen Säulen. Links sind die Figuren von Moses und rechts von Johannes dem Täufer zu erkennen. Auf der Kanzelbekrönung sind Petrus und Paulus sowie zwei Engel zu sehen, zwischen ihnen etwas kleiner und sitzend eine Figur mit Kelch, darüber der auferstandene Christus mit Siegesfahne.
Unter der Kanzel erkennt man ein Relief mit der plastischen Darstellung des Abendmahls.
In der Ecke zwischen Ostempore und Südwand befindet sich eine umwandete Sakristei.
Das achteckige und farbig gestaltete Taufbecken aus Sandstein im Mittelgang vor dem Ostchor wurde der Gemeinde 1611 gestiftet. Die Wandungsseiten des gebauchten achteckigen Beckens sind verziert mit Engelsköpfen und Stifterwappen. Aus dem Schriftzug im Fries sind die Namen der Stifter Elisabet de La(n)desberg und Gerlac(us) de Kersebruch sowie des von 1607 bis 1632 verantwortlichen Pastors Johannes Leinemanus zu entnehmen. Die Meistersignatur am oberen Rand des Schaftgesimses mit den Initialen M und B lassen auf einen Steinmetzmeister aus dem Leinebergland schließen. Aufgrund dieser Buchstaben und übereinstimmender Schriftcharakteristika lässt sich ein Werkstattzusammenhang zu den Taufsteinen der Nachbardörfer in der Umgebung Adensen, Möllensen und Sibbesse sowie der Taufe von Klein Himstedt (Gem. Söhlde) herstellen.
Der 1717 aus Lindenholz gefertigte Deckel ist mit geschnitzten Figuren des Christus und Johannes d. Täufer verziert.
Aus der gleichen Werkstatt wie die Figuren des Altars stammen die beiden Apostelfiguren des Hl. Bartholomäus und des Evangelisten Johannes an der Südwand der Kirche. Ebenfalls auf dieser Seite hängt ein Ölbildnis des Eberholzener Pastors Henr. Steph. Kuhlemann.
Im Mittelschiff hängen zwei Kronleuchter. Der achtarmige Messingleuchter wurde 1649 angefertigt.
Ungewöhnlicher ist der zweite und größere Lindenholzleuchter vor der Orgelempore aus dem Jahre 1695. Er ist über vier Geschosse mit jeweils acht Armen aufgebaut, farbig gestaltet und mit Blüten, Zapfen und Holzringen reich verziert.
Zur Ausstattung der Bartholomäuskirche gehörte bereits Mitte des 18. Jh. eine Orgel, die jedoch mehrfach überarbeitet und instandgesetzt werden musste und 1796 schließlich durch ein neues Instrument ersetzt wurde. Diese Denkmalorgel wurde mehrfach verändert und instandgesetzt und ist bis heute erhalten geblieben.
Der Zugang zur Orgelempore ist über eine Treppe im Eingangsbereich möglich.
Unter der Orgelempore befindet sich eine Tür, durch die der mittelalterliche Kirchturm zu betreten ist. Da der Zugang zum Turm in der Regel für Kirchenbesucher nicht möglich ist, können an dieser Stelle nur einige in die Erdgeschosswände eingemauerte Menschenschädel erwähnt werden, deren Vorderseiten abgeschlagen wurden. Bis heute konnte nicht geklärt werden, aus welchem Grund und seit wann sich die Schädel hier befinden. Möglicherweise deuten sie auf einen heidnischen Bestattungsbrauch hin.
Für Kirchenbesucher ebenfalls nicht direkt sichtbar sind die Nisthilfen, die der mittelalterliche Turm vielen heimischen Vögeln bietet. Mehr dazu erfährt man hier.
Pfarrhaus
Zu finden: Eberholzer Hauptstr. 26
Nördlich und der Kirche gegenüber liegt das noch heute von einer Pastorenfamilie genutzte Pfarrhaus. Das traufständige zweigeschossige Gebäude mit einem Halbwalmdach und einem Obergeschoss in Fachwerk wurde 1753 errichtet. Das Erdgeschoss ist massiv erneuert worden.
Die ehemals östlich vom Pfarrhaus stehende Scheune existiert heute nicht mehr. 2002 baute die Gemeinde Sibbesse an dieser Stelle einen Kindergarten.
Denkmalgeschützte Wohn- und Wirtschaftsgebäude
Eberholzens Ortsbild wird wesentlich durch einige denkmalgeschützte Wohn- und Wirtschaftsgebäude geprägt.
Direkt am kleinen Kirchweg liegen zwei Fachwerkhäuser, die Anfang des 19. Jh. errichtet wurden. Das Wohnhaus Kirchweg 4 ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit leicht vorkragendem Obergeschoss und profilierten Füllhölzern und Balkenköpfen. Erbaut wurde dieses um 1820.
Das daneben liegende Wohn- und Wirtschaftsgebäude im Kirchweg 2 entstand bereits im Jahre 1806. Das zweigeschossige traufständiges Wohn-/Wirtschaftsgebäude ist im Wohnteil ebenfalls mit profilierten Füllhölzern und Balkenköpfen verziert. Die Gefache wurden später zum Teil durch Ziegelmassivmauerwerk ersetzt. Der Wirtschaftsteil hat eine Querdielentordurchfahrt. Ein Erweiterungsbau unter einem Pultdach wurde nördlich angesetzt.
Zu den weiteren denkmalgeschützten Häusern Eberholzens zählen in der Seestr. 4 ein zweistöckiges Wohn-/Wirtschaftsgebäude in Fachwerkbauweise mit außermittiger Querdielentordurchfahrt und einem eingeschossigem Fachwerkanbau mit Fußstreben. Dieses um 1820 errichtete Haus war das erste Schulhaus von Eberholzen in kirchlicher Trägerschaft.
Insgesamt hat es in Eberholzen drei Schulgebäude gegeben, die je nach Schülerzahlen und Bedürfnissen gebaut wurden und das jeweilige Vorgängergebäude ablösten.
Das Wohnhaus in der Försterstr. 2 ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau unter einem Satteldach wurde 1736 errichtet. Der Ostgiebel ist zweifach vorkragend, die Fachwerkgiebel wurden später verkleidet. Zum Wohnhaus gehört ein kleines Stallgebäude am Nordende des Grundstücks. Diese Gebäude gehörten zur ehemaligen Försterei von Eberholzen und wurden Anfang der 1970er Jahre verkauft.
Unterhalb des Kirchhofes und direkt an der Hauptstraße liegen die beiden Wohnhäuser Nr. 25 und 27.
Das Haus Eberholzer Hauptstr. 25 ist beispielhaft für die Bauweise des 19. Jh. Das Wohnhaus steht mit dem Nordgiebel zur Straße. Auf dieser Seite liegt mittig die Eingangstür, die über drei Sandsteinstufen zu erreichen ist. Das in Ziegelbauweise errichtete Wohnhaus entstand um 1900 und wurde auf einem massiver Sandsteinsockel gebaut. An der östlichen Traufseite befindet sich mittig ein Zwerchhaus. Das Haus hat Segmentbogenfenster mit Sohlbänken aus Sandstein, Rundfenster in der Giebelspitze und Ziegelziersetzungen.
Etwas älter ist das Nachbargebäude Nr. 27, ein Wohnhaus aus dem Jahre 1860. Das zweigeschossige, traufständige Wohnhaus hat ein Obergeschoss in Fachwerk mit ziegelausgemauerten Gefachen. Das Erdgeschoss ist massiv in roten Ziegeln gemauert, die Giebelflächen mit Ziegelpfannen verkleidet.
Das Haus steht vor der segmentbogigen Kalksteinbrücke über dem Hahnbach.
Auf der anderen Fluss- und Brückenseite liegt ein regionaltypisches Querdielenhaus, ein Wohn- und Wirtschaftsgebäude in Fachwerkbauweise, das zwischen 1800 und 1820 entstand. Die Dielendurchfahrt wurde jedoch später in der oberen Hälfte zugemauert und von seinem heutigen Besitzer bemalt.
Im nördlichen Ortsteil von Eberholzen sind in der Dammstraße ebenfalls denkmalgeschützte Gebäude erhalten geblieben.
Diese Straße mündet in die Dammstraße mit folgenden Häusern:
Eckgrundstück Dammstraße /Wendernstraße (Nr. 1) – das am Hang errichtete ziegelmassive Haus war das zweite Schulhaus von Eberholzen. Hinter den verkleideten Giebelflächen befindet sich Fachwerk. Der eingeschossige Bau wurde um 1880 gebaut.
Mitte des 20. Jh. wurde dieses Schulgebäude schließlich durch die dritte Schule ersetzt, die auf dem Eckgrundstück der Eberholzer Hauptstraße zur Schäferstraße entstand. Als der LK Alfeld 1977 im Landkreis Hildesheim aufgeht, wird die Schule Eberholzen geschlossen. Seitdem besuchen die Grundschüler des Ortes die Grundschule in Sibbesse.
Zur Hofanlage Dammstr. 27 im nördlichen historischen Ortsteil von Eberholzen gehören ein Wohnhaus und ein Wirtschaftsgebäude in Fachwerkbauweise, die zwischen 1835 und 1837 entstanden.
Das mit dem Giebel zur Straße ausgerichtete zweigeschossige Wohnhaus hat ein vorkragendes Obergeschoss mit profilierten Balkenköpfen und Füllhölzern.
Das zur Hofanlage gehörende freistehende und ebenfalls giebelständige Wirtschaftsgebäude war ehemals Pferdestall und wurde in jüngerer Zeit als Scheune genutzt.
Diese Hofanlage gilt als charakteristisch für die sich vorrangig in Fachwerkbauten ausdrückende Baukultur im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Um 1900 setzte sich infolge der erfolgreichen Ziegelsteinproduktion schließlich eine neue Baukultur in Ziegelbauweise durch.
Am nördlichen Ortsausgang folgt dann die Hofanlage Dammstr. 39, zu der ein um 1800 errichtetes Wohn-/Wirtschaftsgebäude und die zur Straße hin giebelständige Längsdurchfahrtscheune aus dem Jahr 1861 zählen.
Spuren von historischen Produktionsstätten
Wassermühle
Zu finden: Eberholzer Hauptstr. 28
Von den ehemals zwei Mühlenbetrieben in Eberholzen ist die Wassermühle an der Eberholzer Haupstraße erhalten. Sie wurde um 1830 erbaut. Sie ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau unter einem Halbwalmdach. Ihr Westgiebel ist mit Ziegelpfannen verkleidet, im Erdgeschoss wurden später Massivklinker vorgesetzt. Rechtwinklig zum Mühlenhaus wurde ein Stallgebäude angesetzt.
Schmiede
Zu finden: An der Alten Schmiede 6
Die unter Denkmalschutz stehende Schmiede liegt giebelständig direkt an der nach ihr benannten Straße und auf dem Gelände einer ehemaligen Hofanlage. Das ehemals zur Schmiede gehörende Wohnhaus sowie eine Scheune existieren heute nicht mehr. Die Schmiede ist in Ziegelmassivbauweise und mit Satteldach um das Jahr 1900 errichtet. Die Giebelflächen sind mit Ziegeln verkleidet, das Gebäude ist mit Rundbogenfenstern ausgestattet. Die Einfahrt zum ehemaligen Wirtschaftshof begrenzt ein schmiedeeiserner Zaun.
Trafoturm
Zu finden: Am Friedhof von Eberholzen
Trafotürme wie der in Eberholzen sind im Landkreis Hildesheim heute noch häufig zu sehen. Bei diesen handelte es sich um Bauwerke, in denen die technische Anlage zur Stromversorgung in einem turmförmigen Häuschen untergebracht war. Die Bauweise als Turm hatte den Vorteil, dass Freileitungen direkt am oberen Teil des Turmes abgespannt und ins Innere geführt werden konnten, ohne dass eigens ein Abspannmast benötigt wurde. Über diese technischen Anlagen konnten vor allem Abnehmer in ländlichem Raum im Umkreis einiger hundert Meter bis zu wenigen Kilometern mit Strom versorgt werden.
Die Trafotürme wurden in Deutschland mit ihrer jeweils an die Region angepassten Architektur errichtet und geben heute Zeugnis über ein Jahrhundert Industriearchitektur. Auch im Hildesheimer Raum sind Trafotürme unverzichtbarer Teil der Landschaft geworden und meist in roten Ziegelsteinen gemauert.
Um den Abriss der historischen Turmstationen zu vermeiden, werden sie auch im Landkreis Hildesheim von Vereinen oder Privatpersonen für vielfältigste Zwecke beispielsweise im Bereich Naturschutz und Kultur genutzt. Naturschutzvereine und -Stiftungen bauen Turmstationen zu Artenschutztürmen um, mit Nistkästen für Vögel und Versteckmöglichkeiten für Fledermäuse.
So auch hier in Eberholzen. Mehr dazu erfährt man hier.