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Interessant + Wissenswert


Sagen und Geschichten

Teufelsküche, Teufelskuhle, Teufelsspur

Zwischen Barienrode und Ochtersum, einem Stadtteil von Hildesheim, hat man einen Teil der Feldmark als „Duiwelsköeke“ bezeichnet. Hier hat sich angeblich ein großer Hund herumgetrieben, der die Zähne fletschte und die Leute nicht durchlassen wollte.

Korngeister im Ährenfeld

Die „Korngeister“ sollten wohl Erwachsene und Kinder davon abhalten, Blumen in den Feldern zu pflücken. Die sogenannten „Brettermänne“, Gespenster mit viereckigen Köpfen aus Holz, bewachten die Getreidefelder und schnitten jedem die Finger ab, der ins Korn lief, um Blumen zu pflücken. Und wenn jemand Zweige abbrach, schnitten sie mit scharfen Scheren in die Hand des Übeltäters. 

Unheimliche Gänse

Zwei Burschen hatten sich in der Osternacht in Barienrode verabredet, um an die Beuster zu gehen und einen Eimer Wasser zu holen, der sich in dieser besonderen Nacht in Wein verwandeln sollte. Nun standen zwei Gänse am Ufer und die Burschen wollten auch gleich noch einen leckeren Gänsebraten zum Wein mitnehmen. Aber die Gänse fielen ins Wasser und verwandelten sich in Menschen mit sehr langen Haaren und lachten die beiden Burschen aus. Diese bekamen Angst und ließen Wein und Gänse sein und rannten zurück nach Barienrode. Sie hatten nie wieder in ihrem Leben Lust, Wein in der Osternacht zu holen.

Das schwarze Huhn 

Wenn das schwarze Huhn auftauchte, gab es meistens Regen. Alle rannten dann schnell nach Hause und legten Strohballen vor die Türen und Fenster, weil man eine Überschwemmung fürchtete. Wenn es stark regnete, floss viel Wasser den Mühlenberg hinunter und mit dem Schlamm lief es in die Häuser unterhalb des Berges.

Quelle: Sagen und Erzählungen aus dem Hildesheimer Land, gesammelt und zusammengestellt von Hermann Blume, Barienrode – Hildesheim 1968


Schriftgut und Überliefertes

  • Barienrode 975 Jahre, 1022 - 1997, Chronik von Hans-Dieter Petzoldt, Hildesheim 1997
  • Geschichte des Dorfes Barienrode von Günter Klimmt mit Beiträgen von Cord Alphei,Heidrun Brömer, Josef Folger, Martina Meyer und Werner Müller, Gemeinde Diekholzen 2019


Berühmte Persönlichkeiten

Thomas Quasthoff, Opernsänger

Der weltberühmte Opernsänger hat in den 1980ger Jahren mit seiner Familie in Barienrode gewohnt und war auch aktiv im Sportverein SC Barienrode. Am 7.11.1986 gab es sogar einen klassischen Abend mit Werken von Schubert, Mozart und Verdi in der Barienroder Sporthalle. Ein großes Ereignis für den SC und Barienrode.

Der Vater des Sängers erkannte früh das musikalische Talent seines Sohnes, der mit einer Conterganschädigung geboren wurde und nur 1,34 Meter groß ist. Trotz vieler Widerstände konnte er in Hannover Gesang studieren. Er trat zuerst als Jazzsänger und als Stimmenimitator auf und arbeitete ab 1980 als Sprecher beim NDR-Landesfunkhaus Niedersachsen.

Nach einigen Auftritten als klassischer Sänger gelang ihm 1988 der internationale Durchbruch, als er beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD als Bariton gewann.  

Thomas Quasthoff trat in fast allen großen Konzerthäusern der Welt auf und bewegt sich heute auch erfolgreich in den Bereichen Jazz, Soul und Rhythm and Blues. 2012 zog er sich aus gesundheitlichen Gründen als klassischer Sänger von der Bühne zurück.


Das gibt's so nur bei uns

Auerochsen und Galloways

Zu finden: Schwarze Heide

Wenn man einen Spaziergang zum Naturschutzgebiet Schwarze Heide am Ortsrand von Barienrode macht, sieht man auf der weitläufigen, eingezäunten Weide ungefähr 30 Rinder. Es handelt sich dabei um eine Herde aus Galloways und Auerochsen. Sie haben Namen wie Günther, Liese, Löckchen, Valentin oder Bienchen Maja. Sie gehören dem Biobauern Michael Volm und seiner Freundin Rayana Keil, die sich liebevoll um die Tiere kümmern. Eigentlich sind die Auerochsen schon seit dem 15. Jahrhundert ausgestorben, aber die Brüder Heinz und Lutz Heck kreuzten in den 1920er Jahren mehrere Rinderrassen, um ein Abbild der ausgerotteten Auerochsen zu erhalten. Diese Abkömmlinge der alten Auerochsen sind als Heckrinder bekannt, werden jedoch oft einfach wieder Auerochsen genannt. Die Erben des Urs sind noch recht wild und wehrhaft und passen gut auf ihren Nachwuchs auf. Und diese Tiere helfen dabei, dass die Apfelrose im Naturschutzgebiet gedeihen kann und die Flächen nicht zuwuchern. So schaffen die Tiere einen Lebensraum für seltene Pflanzen.

Die Tiere stehen das ganze Jahr auf der Weide und fressen Pflanzen und deren Wurzeln, werden aber auch ab und zu von ihren Besitzern mit ganzen Brotlaiben gefüttert. Ein schwarzer Zuchtbulle sorgt für Nachwuchs und auch die Paarung findet auf der Weide statt. Bei einer Geburt sind die Tiere auf der Weide normalerweise auf sich selbst gestellt, nur in Ausnahmefällen hilft der Besitzer dabei. Nach zwei bis drei Jahren kommen die Tiere zum Schlachten nach Freden, wobei sie der Besitzer begleitet, um alles so stressfrei wie möglich zu machen. Die Muttertiere bleiben ihr Leben lang auf der Weide.

Das besondere Rindfleisch von Michael Volm kann man telerfonisch unter 0 51 21 / 26 37 16 sowie per E-Mail unter vom@gmx.de bestellen und auf dem Biohof in Söhre, Hauptstraße 11, abholen.


Magische Orte

Mühlenberg mit der alten Linde

Von der Dorfmitte geht es über die Heinrich-Heine-Straße in die Eichstraße bergan bis zum Ende des Dorfes. Rechts beginnt ein Spazier- und Radweg, der zum Hildesheimer Stadtteil Ochtersum führt und an diesem Weg steht die mächtige Linde. Ein romantisches Plätzchen, wo schon so mancher Heiratsantrag gemacht wurde. Eine Bank darunter lädt zum Ausruhen ein und bietet einen grandiosen Ausblick auf die Umgebung, besonders schön auch zum Sonnenuntergang. Einfach magisch!