Inhalt


Besondere Vegetation

Ackerwildkräuter auf der Wernershöhe und Eschenallee

Zu finden: Die Wernershöhe ist mit dem Auto über die L485 Ri. Alfeld zu erreichen. Man folgt dieser etwa 2 km , bis man die Schilder der RVHI Buslinie auf beiden Straßenseiten erreicht. Hier biegt scharf links der Waldweg zur Kulturherberge Wernershöhe ab. Dort gibt es Parkmöglichkeiten.

Zu Fuß sind Eschenallee und Wernershöhe ebenfalls gut zu erreichen. Wegbeschreibungen gibt es hier.

Die Wernershöhe ist ein 320m ü/NN gelegenes Plateau der Vorberge zwischen Wrisbergholzen und Alfeld. Im oberen Bereich ist die Wernershöhe zum größten Teil unbewaldet, die umliegenden Wälder sind überwiegend durch Rotbuchen geprägt. Nach Süden zur Stadt Alfeld fällt das Gelände leicht, nach Norden und Wrisbergholzen hin steiler ab.

Ein etwa 87 ha großes Gelände war seit 1994 und bis Dezember 2017 als Naturschutzgebiet ausgewiesen und galt als flächenmäßig größtes Schutzgebiet für Ackerwildkräuter in Deutschland.

Seit 2018 gehört es in weiten Teilen zum neu ausgewiesenen Naturschutzgebiet „Trockenlebensräume – Sieben Berge, Vorberge“. Kennzeichnend für dieses Gebiet sind flachgründige Kalkböden, die für eine ackerbauliche Nutzung deutlich weniger ertragreich waren, als die ausgesprochen guten Schwarzerde-Lössböden in der Hildesheimer Börde. Beste Lebensbedingungen finden auf den Flächen der Wernershöhe jedoch unzählige Arten von Ackerwildkräutern, die für das Überleben Insekten von enormer Bedeutung sind, am Osthang bestimmt der Wacholder zu jeder Jahreszeit dieses Gebiet.

In der Vergangenheit hatten Generationen von Bauern versucht, die Ackerwildkräuter der Wernershöhe zugunsten ihrer landwirtschaftlichen Erträge zu dezimieren und insbesondere in den vergangenen Jahrzehnten durch den Einsatz von Herbiziden auszurotten.

Der Hildesheimer Botaniker Dr. Heinrich Hofmeister (1934-2014) machte sich schon zu Lebzeiten für die Rekultivierung der Ackerwildkräuter stark.  Seine Initiative und sein Einsatz in der von ihm gegründeten Botanik-Gruppe des Ornithologischen Vereins Hildesheim gaben schließlich den Ausschlag, die Flächen der Wernershöhe unter Naturschutz zu stellen. Die Paul-Feindt-Stiftung, die seit 1987 Pächter dieses Gebietes ist, beauftragte einen ortsansässigen Landwirt mit der Nutzung der Ackerflächen bei gleichzeitiger Schonung der Ackerwildkräuter. Kein leichtes Unterfangen, aber die längst verloren geglaubten Wildkräuter, so vermelden die regelmäßig kontrollierenden OVH-Botaniker, erobern sich nach und nach ihre Lebensräume zurück.

Wer nun im Frühjahr und Sommer die Wernershöhe erwandert, kann zwischen Getreidehalmen u.a. wieder blaue Ackerrittersporne, den gelben Ackerhahnenfuß, rosablühende Ackerröte und weiße Ackerlichtnelken entdecken und zahlreichen Insekten beim Summen zuhören. Zu hoffen ist, dass sich in Zukunft hier wieder so viele seltene Kalkackerwildkräuter ansiedeln werden wie einst.

Zur Wernershöhe kann man im Rahmen eines schönen und nicht anspruchsvollen Spaziergangs von Wrisbergholzen aus über die Alte Chaussee hinaufgehen. Oberhalb des erwähnten Ackers kann man auf einer Bank eine Pause einlegen und die Aussicht über Acker, Wrisbergholzen, die sanfte Hügellandschaft im Hintergrund und – bei klarer Sicht – auch den Brocken genießen.

Wer den Hinweg nicht auch zum Rückweg machen möchte, kann über die Eschenallee bergab nach Wrisbergholzen zurückkehren. Mehr über die Allee erfährt man im nächsten Abschnitt.