Spuren von historischen Produktionsstätten
Rudolf Johann von Wrisberg (1677-1764) legte nicht nur mit dem Bau des Barockschlosses und dem zum Schloss gehörenden landwirtschaftlichen Gut mit sechs großen Wirtschaftsgebäuden einen Grundstein für die Entwicklung von Wrisbergholzen, sondern ebenso mit der Gründung und dem Bau einer Fayence-Manufaktur im Küchengarten des Gutes im Ortskern und der Gründung einer Dampf-Ziegelei am Ortseingang. Wenn auch keiner dieser erwähnten Betriebe heute noch produziert und nur in Teilen existiert, so begann mit den Entscheidungen des Grafen, neue Wirtschaftszweige zu erschließen, eine neue Epoche für das kleine Dorf, die das Dorfbild bis heute prägt.
Ausbau der Landwirtschaft und Gründung von Manufaktur und Ziegelei führten zum Zuzug von Arbeitskpäften und der Ansiedlung zahlreicher Handwerksbetriebe. Entlang der Straßen westlich des alten Ortskerns entstanden Wohnhäuser, in den von dort abzweigenden Straßen weitere Siedlungen. Ausbau und Befestigung der Straßen wurden vom Grafen in besonderem Maße gefördert. Insbesondere an der durch den Ort führenden Post- und Moppenstraße stehen noch heute Wohnhäuser unterschiedlicher Bau-Epochen, die den besonderen Reiz Wrisbergholzens bis heute mit bestimmen.
Fayence-Manufaktur
Zu finden: Am Schlosspark
Die einst bedeutende Fayence-Manufaktur im Ortskern drohte nach Einstellung der Produktion nach und nach zu verfallen, konnte aber durch die Gründung des Vereins zur Erhaltung von Baudenkmalen in Wrisbergholzen e.V. gerettet werden. Sie ist das einzig erhaltene vorindustrielle Fabrikgebäude Norddeutschlands, das zu Produktionszwecken konzipiert und errichtet wurde, und heute kultureller und touristischer Anziehungspunkt Wrisbergholzens.
Nähere Informationen hierzu findet man hier.
Ziegelei
Zu finden: Ziegeleistraße
An die ehemalige Dampf-Ziegelei, die 1949 die Produktion endgültig einstellte, erinnert heute nur der Straßenname. Von den Ziegelei-Gebäuden sind nur Fragmente in Form von altem Mauerwerk auf dem Gelände erhalten. Der hohe Schornstein der Ziegelei steht schon lange nicht mehr. Das damals zur Ziegelei gehörende Wohnhaus ist heute ein renoviertes Privathaus, das Gelände ist für die Öffentlichkeit daher nicht zugänglich.
Mühlen
Zu finden: Am Schlosspark 22 und Am Schlosspark gegenüber der Fayence-Manufaktur
Zum Gut Wrisbergholzen gehörten zwei Mühlen, deren Gebäude bis heute erhalten geblieben sind.
Eine Wassermühle aus dem Jahr 1738 liegt am östlichen Rand des Schlossparks. Der langgestreckte zweigeschossige Bau mit Halbwalmdach hat einen nach Süden angesetzten Gebäuderiegel. Hier war vermutlich das oberschlächtige Wasserrad angebracht, das durch das Wasser des Mühlenstauteiches angetrieben wurde.
Die Mühle sorgte für den funktionierenden Betrieb unterschiedlicher Wirtschaftsbereiche auf dem Gut und steht heute unter Denkmalschutz.
Seit Jahren nutzt und bewohnt ein Kunsttischler die alte Wassermühle und kann einen Teil seiner Energieversorgung noch immer über die Wasserkraft der Mühlenteichs produzieren.
Das Gebäude einer kleinen Ölmühle, ebenfalls unter Denkmalschutz stehend, liegt auf dem Gutsgelände gegenüber der Fayence-Manufaktur. Die Einrichtung und Ausstattung der Mühle sind nicht erhalten geblieben.