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Sehenswert



Aussichtspunkte

Burggelände

Zu finden: Jürgen-Wullenweber-Weg 31

Die schönsten Ausblicke in Steinbrück bieten nicht Höhenlagen, sondern die offenen Wege rund um die Burg. Von den Feldwegen und dem historischen Fuhseübergang erschließen sich die Lage der Grenzburg im Talraum und die charakteristische Silhouette von Burg und Kehrwiederturm besonders eindrucksvoll. Von dort lässt sich die Wasserburg mit Palas, Bergfried und Kehrwiederturm besonders gut überblicken. Die Burg liegt in der Niederung der Fuhse und beherrscht bis heute den historischen Flussübergang.

Kehrwiederkirche Steinbrück

Zu finden: Jürgen-Wullenweber-Weg 31

Die ehemalige Artilleriebastion von 1573 liegt leicht erhöht gegenüber dem Burggelände. Von hier ergeben sich schöne Perspektiven auf die Burg, die Fuhseniederung und die umgebenden Wiesen. Der Turm selbst ist heute Kirche und nicht als Aussichtsturm zugänglich.

Fuhsebrücke Steinbrück

An der historischen Querung der Fuhse eröffnet sich ein guter Blick auf die Niederungslandschaft und die Lage der Burg. Hier wird besonders deutlich, warum die Burg genau an diesem strategisch wichtigen Übergang errichtet wurde.


Monumente

Gefallenendenkmal

Zu finden: Friedhof der Katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt, Marienweg 27

Das Gefallenendenkmal auf dem Friedhof erinnert an die Steinbrücker Opfer der beiden Weltkriege. Die auf dem Denkmal verzeichneten Namen machen die Auswirkungen der großen historischen Ereignisse auf das Dorf unmittelbar sichtbar. Als Ort des stillen Gedenkens gehört das Denkmal bis heute zur Erinnerungskultur des Ortes und mahnt zum Frieden.

Ehemalige Fuhsebrücke

Zu finden: B1/Jürgen-Wullenweber-Weg

Zwar ist sie nicht mehr in ihrer historischen Form erhalten, doch die steinerne Brücke über die Fuhse gab dem Ort seinen Namen. Der jahrhundertelang wichtige Flussübergang war der Grund für die Entstehung von Burg, Amt und Marktort Steinbrück.

Wegekreuz

Zu finden: Wallstraße

Das Wegekreuz in Steinbrück ist ein denkmalgeschütztes Baudenkmal und ein bedeutendes Zeugnis der Volksfrömmigkeit des 19. Jahrhunderts. Es erinnert an die religiösen Traditionen vergangener Generationen und prägt bis heute das historische Ortsbild.


Historische Baulichkeiten

Burg Steinbrück

Zu finden: Jürgen-Wullenweber-Weg 31

Die Burg Steinbrück zählt zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Wasserburgen und ehemaligen Bischofsburgen Niedersachsens. Sie wurde nach 1370 an einem strategisch wichtigen Übergang über die Fuhse errichtet. Der Ortsname Steinbrück erinnert an die steinerne Brücke, die hier bereits im Mittelalter eine bedeutende Handelsstraße, den Vorläufer der heutigen Bundesstraße 1, über den Fluss führte.

Die Fuhse bildete zeitweise die Grenze zwischen dem Herrschaftsgebiet der Hildesheimer Bischöfe und den welfischen Herzögen von Braunschweig. Zur Sicherung dieses wichtigen Übergangs entstand die Burg als befestigter Verwaltungs- und Amtssitz des Hochstifts Hildesheim. Die Anlage bestand aus einer rechteckigen Kernburg mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, einem mächtigen quadratischen Bergfried, Gräben sowie umfangreichen Befestigungsanlagen. Bis heute sind Teile des Palas, des Torhauses und des Bergfrieds erhalten.

Der um 1370 errichtete Palas bildet den Wohn- und Repräsentationsbereich der Burg Steinbrück. Der markante, fünfgeschossige Nordflügel wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erweitert. Erhalten sind unter anderem Spuren der ehemaligen Wendeltreppe, vermauerte Öffnungen früherer Anbauten sowie bauliche Hinweise auf einen mehrgeschossigen Erker.

Im Palas befanden sich die Wohn- und Verwaltungsräume des Amtes. Eine Inschrift über dem Eingang verweist auf das Jahr 1589 und dokumentiert eine bedeutende Bau- oder Umbauphase. Nach dem Verlust der militärischen Bedeutung der Burg wurde der Palas unter anderem als Brauerei genutzt und in den Amtsgärten wurde Hopfen angebaut. Die umliegenden Flächen dienten dem Getreideanbau sowie der Haltung von Schafen, Schweinen und Geflügel. Damit war die Burg nicht nur Herrschaftssitz, sondern zugleich das wirtschaftliche Zentrum des Amtes Steinbrück. Heute prägt das markante Gebäude gemeinsam mit Bergfried und Kehrwiederturm das Erscheinungsbild der Burganlage. Aufgrund erheblicher Bauschäden ist der Palas derzeit nicht begehbar.

Während der Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523) wurde die Burg von den Welfen erobert, man kann von einem regelrechten Blutbad lesen. Die Ereignisse der Eroberung sind ungewöhnlich detailliert überliefert: An einem Samstag im Herbst 1521 lagerten mehr als 5.000 welfische Soldaten vor dem benachbarten Groß Lafferde. Während sich das Heer auf den Angriff vorbereitete, machte man sich auf der Burg Steinbrück für die Verteidigung der bevorstehenden Belagerung bereit. Die Angreifer errichteten einen Belagerungswall und gingen anschließend zum Sturm über. Dabei entdeckten sie ein Schießloch in der Wehrmauer, das sie erweiterten und als Zugang zur Burg nutzten. Zwar signalisierten die Verteidiger schließlich ihre Kapitulation, doch diese kam zu spät: Die Angreifer töteten 37 Burginsassen. Die Burg blieb anschließend für mehrere Jahre von den Welfen besetzt.

Als Amtssitz war die Burg über Jahrhunderte Mittelpunkt von Verwaltung und Rechtsprechung. In den vergleichsweise dunklen Räumen mit ihren kleinen Fenstern und steinernen Sitznischen wurden Streitigkeiten verhandelt, Urteile gesprochen und auch Hexenprozesse geführt. Zu den bekanntesten Gefangenen der Burg zählte der lutherische Bürgermeister von Lübeck, der zeitweise auf Anordnung des katholischen Herzogs in den Gewölben der Anlage festgesetzt wurde.

Besonders markant ist der 1573 von Herzog Julius von Braunschweig errichtete Kehrwiederturm:

„Der Kehrwieder bin  ich genannt.
Herzog Julius, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg bin ich bekannt.
Seine fürstlichen Gnaden haben mich lassen bauen.
Wer mich angreift, es könnte ihn gereuen.
Denn ich bleibe in allem standfest wie eine steinerne Mauer.“

Der ursprünglich rund 30 Meter hohe und etwa 20 Meter breite Artillerieturm gehört zu den eindrucksvollsten Bauwerken der Anlage. Der Kehrwiederturm, dessen oberstes Geschoss bereits um 1660 abgetragen worden war, beherbergt seit 1956 die evangelische Kehrwiederkirche – die einzige Rundkirche Niedersachsens.

Trotz zahlreicher Kriege, Umbauten und Teilabbrüche vermittelt die Burg bis heute anschaulich das Bild einer spätmittelalterlichen Grenzfestung. Zwar ist die Anlage in Teilen sanierungsbedürftig, doch engagiert sich der Förderverein Burg Steinbrück e. V. seit vielen Jahren für ihren Erhalt. Neben Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen organisiert der Verein Burgführungen, Mittelalterlager und weitere Veranstaltungen, die die Geschichte der Burg lebendig werden lassen.

Auch archäologisch bleibt die Anlage spannend: Geplante Grabungen im Bereich der Wallanlagen versprechen neue Erkenntnisse über die Bau- und Nutzungsgeschichte der Burg.

Die erhaltenen Gebäude, Türme, Mauern und Gräben machen die Burg Steinbrück zu einem bedeutenden Zeugnis mittelalterlicher Wehr-, Verwaltungs- und Herrschaftsarchitektur im Hildesheimer Land und zu einem der wichtigsten historischen Bauwerke der Gemeinde Söhlde.

Bergfried, Pforthaus, Torhaus und Wallgraben der Burg Steinbrück

Zu finden: Jürgen-Wullenweber-Weg 31

Der Bergfried wurde 1421 als wehrhafter Hauptturm der Burg errichtet und diente der Verteidigung sowie als letzter Rückzugsort im Belagerungsfall. Mit seiner quadratischen Grundform und den bis zu rund 2,7 Meter starken Mauern war er das Herzstück der mittelalterlichen Burganlage. Heute ist der Turm nur noch als Ruine erhalten und vermittelt dennoch einen eindrucksvollen Eindruck von der einstigen Wehrhaftigkeit der Burg.

Das um 1400 errichtete Pforthaus war der historische Hauptzugang zur Burg Steinbrück. Der zweigeschossige Bruchsteinbau mit überwölbter Durchfahrt ist ein bedeutendes Zeugnis mittelalterlicher Wehrarchitektur und prägt bis heute das Erscheinungsbild der Burganlage. Der heute überwiegend verfallene Bau trägt im Volksmund den Namen „Fliederturm“, weil dort Flieder wächst.

Erhalten ist bis heute ein rundbogiges Torfragment aus Bruchstein, das als Teil der ehemaligen Wallbefestigung von der einst wehrhaften Anlage zeugt. Das Bauwerk ist ein bedeutendes Beispiel mittelalterlicher Befestigungsarchitektur und besitzt als Bestandteil der Burganlage einen hohen geschichtlichen und denkmalpflegerischen Wert.

Der Wallgraben umgibt große Teile der Burg Steinbrück und gehört zu den wichtigsten erhaltenen Bestandteilen der mittelalterlichen Befestigungsanlage. Als Wassergraben diente er dem Schutz der Burg und erschwerte Angreifern den Zugang. Bis heute vermittelt der gut erkennbare Graben einen anschaulichen Eindruck von der ursprünglichen Größe und Wehrhaftigkeit der ehemaligen Grenzfeste und prägt das historische Erscheinungsbild der Burganlage.


Ev. Kehrwiederkirche Steinbrück

Zu finden: Jürgen-Wullenweber-Weg 31

Zuständiger Pastor: Tim Köppen, 0 51 29 / 3 59, E-Mail: tim.koeppen@evlka.de

Die Kehrwiederkirche gehört zum Pfarrbezirk Hoheneggelsen der Kirchenregion Söhlde und zählt zu den außergewöhnlichsten Gotteshäusern Niedersachsens. Sie befindet sich im ehemaligen Kehrwiederturm der Burg Steinbrück, einem mächtigen Wehr- und Artillerieturm, der 1573 unter Herzog Julius von Braunschweig-Lüneburg zur Sicherung der Burg errichtet wurde. Der rund 30 Meter hohe Turm diente ursprünglich ausschließlich militärischen Zwecken.

Nachdem die Burg im Laufe der Jahrhunderte ihre strategische Bedeutung verloren hatte, wurde der Turm unterschiedlich genutzt, unter anderem als Lagerraum und Kartoffelkeller. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt er eine neue Bestimmung. Durch die Ansiedlung zahlreicher evangelischer Heimatvertriebener und Umsiedler entstand in Steinbrück der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus. Der ehemalige Wehrturm wurde daraufhin zu einer Kirche umgebaut und am 16. Dezember 1956 (3. Advent) durch Landesbischof Johannes Lilje feierlich eingeweiht.

Die Kirche beeindruckt durch ihren ungewöhnlichen kreisrunden Grundriss. Sie entstand auf dem rund 20 Meter durchmessenden Turmstumpf der ehemaligen bischöflichen Burg, dessen bis zu 2,60 Meter starke Bruchsteinmauern noch heute die besondere Atmosphäre des Innenraums prägen. Ein Verbindungsgang zum Palas der ehemaligen Burg ist bis heute erhalten.

Der schlichte, runde Innenraum bewahrt den Charakter des historischen Bauwerks. Altar, Kanzel und Taufstein sind bewusst schlicht gestaltet und fügen sich harmonisch in das historische Ambiente ein. Helle Fenster lassen viel Tageslicht einfallen und bilden einen reizvollen Kontrast zur mittelalterlichen Bausubstanz.

Die Kehrwiederkirche ist in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes. Sie gilt als die einzige Rundkirche Niedersachsens, die in einem ehemaligen Festungsturm eingerichtet wurde. Zugleich steht sie symbolisch für den Wandel von einer Wehranlage zu einem Ort des Friedens und der Besinnung. Über die Region hinaus bekannt wurde sie außerdem als Namensgeberin des Kehrwiederchores, der hier 1973 seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte. Als markantes Wahrzeichen Steinbrücks ist der Kehrwiederturm seit 1974 auch Bestandteil des Wappens der Gemeinde Söhlde.

Die Kehrwiederkirche verbindet auf eindrucksvolle Weise die wechselvolle Geschichte der Burg Steinbrück mit dem Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie ist bis heute ein Ort des Glaubens, der Begegnung und ein einzigartiges Zeugnis dafür, wie aus einem Bauwerk der Verteidigung ein Symbol für Frieden und Gemeinschaft werden konnte.

Katholische Kirche Mariä Himmelfahrt

Zu finden: Marienweg 27

Die Kirche gehört zur Pfarrgemeinde St. Bernward, Ilsede, und das Pfarrbüro ist unter 0 51 74 / 4 57 zu erreichen.

Bereits um 1390 befand sich in der von Gerhard vom Berge erbauten Burg Steinbrück eine der Jungfrau Maria geweihte Kapelle. Sie diente den Mitgliedern des Hildesheimer Domkapitels während ihres Aufenthalts als Gottesdienststätte.

Während der Reformation ab 1542 lebten im Amt Steinbrück nur noch wenige Katholiken. Über mehr als 80 Jahre war das Gebiet überwiegend evangelisch geprägt. Nach der Rückkehr des Hochstifts Hildesheim wurde die Burgkapelle 1652 wieder zur Pfarrkirche erhoben.

Da die Kapelle den Anforderungen der wachsenden Gemeinde nicht mehr genügte, begann 1785 der Bau einer neuen Kirche. Nach mehrjähriger Bauzeit wurde das Gotteshaus 1790 geweiht. Patron der Kirche sind die Gottesmutter Mariä Himmelfahrt und der heilige Laurentius.

Der heutige Altar stammt aus dem Jahr 1972 und enthält einen Altarstein von 1686 aus der ehemaligen Burgkapelle mit Reliquien von Märtyrern. Gefertigt wurde er vom Natursteinbetrieb Kernbach aus Nordstemmen. Der Taufstein stammt aus dem Jahr 1960.

Die Kirche ist ein einschiffiger Bruchsteinbau. Sockel, Gebäudeecken sowie Tür- und Fenstergewände bestehen aus Sandsteinquadern. Der Westfront ist ein kräftiger, zweigeschossiger Turm mit hohem, schiefergedecktem Helm vorgelagert. Das mit roten Ziegeln gedeckte Dach ist weithin sichtbar.

Die Ausstattung wird vom Hochaltar geprägt. Im Zentrum befindet sich ein Gemälde der Himmelfahrt Mariens, darüber das Wappen von Franz Wilhelm von Schorlemmer, einem bedeutenden Wohltäter der Kirche. Das ursprüngliche Altarbild mit der Himmelfahrt Marias ist auf der Rückwand des Altars zu sehen. Dieses alte, wertlose Gemälde wurde 1746 aus dem Hildesheimer Dom entfernt und nach Steinbrück verschenkt. Ergänzt wird der Altar durch Darstellungen des segnenden Christus sowie des Heiligen Geistes in Gestalt der Taube. Darüber stehen Figuren des heiligen Josef (links) und des heiligen Johannes Nepomuk (rechts). Eine besondere Rolle nimmt die Madonna mit Kind ein, vor der Opferkerzen aufgestellt werden können.

Seitlich des Altars stehen die Figuren der heiligen Bischöfe Bernward und Godehard, die zu den markanten Ausstattungsstücken des Kirchenraums gehören und die regionale kirchliche Tradition widerspiegeln. An der Südseite des Chores befindet sich die Kanzel. In den Jahren 1971/72 wurde die Kirche umfassend renoviert und modernisiert.

Zur Ausstattung gehört eine Orgel, die im Laufe der Zeit mehrfach überarbeitet und erneuert wurde. Im Turm befindet sich eine mechanische Turmuhr, die das Ortsbild prägt und regelmäßig die Zeit anzeigt. Ergänzt wird das Geläut durch Glocken, die zu Gottesdiensten, kirchlichen Festen und besonderen Anlässen erklingen.

Die Orgel wurde 1841 von Balthasar Conrad Euler erbaut und verfügt über 17 Register auf zwei Manualen und Pedal. Sie ist bis heute ein prägendes Instrument für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste.

Über die Grenzen der Pfarrgemeinde hinaus bekannt ist die große Krippenlandschaft in der Kirche zur Weihnachtszeit. Sie ist bis zum Fest „Mariä Lichtmess“ (2. Februar) zu besichtigen. Ein besonderer Spaß für Kinder und Erwachsene ist dabei das wiederkehrende Suchen eines kleinen versteckten Löwen, der in der Krippenlandschaft zu entdecken ist.