Holger Lassen
akadem. Bildhauer
Albert-Schweitzer-Str. 3
38159 Vechelde
Holger Lassen
Selbstdarstellung
"Meine plastische Arbeit entwickelt sich nach dem Vorbild der Natur. Sie bildet die Grundlage zur Realisierung der eigenen inneren Vorstellung. Ihre Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und diese mit bildhauerischen Mitteln gestalterisch umzusetzen, ist mein Anliegen. Wer zur Wahrheit durchdringen will, muss die Wirklichkeit hinter sich lassen, d.h. eine Übersetzung der Natur in die Sprache der Kunst ist notwendig.
So gehe ich grundsätzlich vom einmaligen persönlichen Fall aus, vom Hinschauen auf das Individuelle. Daraus erwächst mein Bestreben, zum Allgemeingültigen zu finden; aus der individuellen Besonderheit zur Gesetzmäßigkeit, zur Formel, vom Abbild zum Sinnbild. Anschauung und innere Vorstellung bilden die Komponenten für gestalterische Kraft.
Insofern gilt es, gleichsam unbestechliche, abstrakte Kriterien zu finden, und zwar durch die Erarbeitung bildhauerischer Ausdrucksmittel, die einer Plastik zur inneren Wahrhaftigkeit und nachhaltigen Gültigkeit verhelfen.
Wie eine Gebäudearchitektur baue ich die Formen aufeinander und gebe der Figur dadurch Festigkeit. Die Korrespondenz von Maßeinheiten(Längen, Winkel, Zwischenräume, Volumen, Querschnitte)bilden den Rhythmus und veranschaulichen Bewegung. Plastik ist die Kunst der Massen im Raum, hier dreht sich alles um Gewichte und Proportionen. Ihr geheimes Gleichgewicht gilt es zu finden. Auch einer dynamischen Bewegungskomposition (Zieleinläufer, Schreitender Wallach) muss ich tektonischen, statuarischen Halt geben.
Meine Arbeiten wirken durch Zurückhaltung und Unaufdringlichkeit, wodurch sie gleichsam Tiefe wie Würde ausstrahlen. Die Hinwendung zur strengen Form, zur zusammenfassenden Kontur und zur unversehrten Figur birgt etwas Zeitloses. Eine in sich ruhende, vom alltäglichen Treiben abgekehrte individuelle Welt kommt zum Ausdruck. Aus der Einzigartigkeit und Würde jeder Kreatur entspringt ihre Schönheit, ihre Seele spiegelt sich in ihrer körperlichen Erscheinung wider. Insofern ist es mir wichtig, mehr darzustellen, als nur das, was ich sehe und was auch der Fotoapparat aufzeichnen könnte.
Die Reduktion der Körperlichkeit unterstützt den statuarischen Charakter, so sind Arme, Beine, Rumpf und Kopf aus klar überschaubaren, von stereometrischen Grundkörpern entwickelten, Formen gegliedert.
Oberflächliche Effekte vermeide ich. Die vibrierende, sensible Oberfläche entsteht aus der handwerklichen Bearbeitung des Materials und dient nicht einem ästhetisch-dekorativen Ausdruck.
In der Gestaltung der Figur versuche ich das Thema zu konzentrieren. Ich suche nach dem fruchtbaren Moment, nach der Formel, in der sich Vergangenes und Zukünftiges manifestieren, in der sich eine ganze Geschichte ausdrückt."
Vita
Ausstellungen (Auswahl)