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Kultur in der Region Hildesheim

Die Hammeljagd in Hackenstedt 1820

Am 6. Juni ist in Hackenstedt eine Hammeljagd gewesen, die ein großes Schreien verursacht hat. Wir waren unser 16 Mann, alle mit Pferden, und ein Wagen mit 4 Pferden, der ganz mit Maien bekleidet war und mit vielen Blumen. Darauf saßen die Mädchen und die Musikanten. Es wurde gejagt auf dem Kuhanger zwischen Hackenstedt und Derneburg, die Musik sollte 2 Tage dauern, und auf der Tegetscheune getanzt werden. Wir hatten einen Trompeter und auch einen Peijatz (Spaßmacher). Als der Zug aus dem Dorfe losging, da wurde vor Pastor Ulrichs Hause halt gemacht und Vivat gerufen. Zu je zwei Mann ritten wir nach dem Kuhanger, wo 2000 Menschen auf uns warteten. Nun wurde um den Kranz gejagt, was recht gut ging. Konrad Lindenberg erhielt den Strauß. Danach wurde um den Hammel getanzt. Unter der Zeit hatten sich der Schmied Anton Lindemann, der Halbspänner Christian Eilers und Konrad Mahnkopf aus Wolllust wieder auf die Pferde gesetzt und jagten auf den großen Haufen Menschen los. Konrad Mahnkopf bog zum Glück zur Seite nach dem Holze zu, aber Lindemann und Eilers fuhren (ritten) gerade in die Menschenmenge hinein. Da lagen gleich so viele Menschen, als wenn eine kleine Schlacht geschlagen wurde. Einer namens Heinrich Brönnecke wurde vom Pferde so getroffen, daß er kein Glied mehr rühren konnte, und der Frau des Halbspänner Höfel wurde eine Bein gebrochen. Dem Lehrer aus Werder wurde der Kopf ganz zerfleischt. Der alten Frau Ecker (Becker?) war das Bein kaputt geschlagen, die brachten sie dem Lindemann gleich ins Haus. Der Heinrich Brönnecke starb noch am Dienstag nachmittag 3 Uhr. Auch viele Menschen erlitten Schaden, was geheim blieb. Mich selbst hat das Pferd so auf den linken Fuß getreten, daß ich 3 Wochen lang den Anschuß hatte.

Da war alles in Trauer verwandelt, das hat jeden der beiden 600 Reichstaler gekostet, und Lindemann mußte 16 Wochen, Eilers 12 Wochen zu Amt Liebenburg sitzen.

Aus der Dorfchronik des Bürgermeisters Werner Bischoff.

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