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Kultur in der Region Hildesheim

Heimatpflege im Landkreis Hildesheim

Heimat

Heimat und Heimatpflege – zwei Begriffe, für die es unterschiedliche Auslegungen, Beschreibungen, oder Definitionen gibt. Heimat als Begriff vereint viele Facetten menschlichen Lebens in sich, ist emotional besetzt und kann in unterschiedliche Richtungen interpretiert werden.

Heimat zu pflegen und zu gestalten, dafür engagieren sich Landkreis Hildesheim über 100 Heimatpfleger*innen, ca. 50 Heimat- und Kulturvereine wie auch ein*e Kreisheimatpfleger*in, der „Kreisheimatbund“ und das Kulturbüro sowie der Landschaftsverband Hildesheim e. V. und die Hildesheimsche Landschaft. Zudem gibt es über 50 Museen, Heimatstuben und ortsgeschichtliche Sammlungen.

Um Heimat zu beschreiben, beziehen wir uns auf die Darstellung des Bundes Heimat und Umwelt Deutschland:

Heimat bedeutet Verortung, die materiell und räumlich, virtuell oder in anderen Formen ausgebildet ist. Ankerpunkte für Heimat können die Landschaft, die Stadt, das Dorf oder die Nachbarschaft sein, das Natur- und Kulturerbe, aber auch Arbeit und Gemeinschaft, geteilte Überzeugungen, gemeinsame Interessen und vielfältige Weisen des realen und virtuellen Austausches von Menschen.

Heimat ist dynamisch, weil es im Leben der Menschen viele Ankerpunkte geben kann. Wenn Menschen sich verankert und gestärkt fühlen, empfinden sie ihr Lebensumfeld als Heimat, denn Heimat betrifft den Menschen als soziales Wesen. Als persönlicher Verantwortungsraum umspannt Heimat Lokales und Globales. Geschichtsbewusstsein und die Suche nach Erklärung, warum die Dinge so – geworden -  sind, wie sie heute sind, gehören zur Aneignung von Heimat. Freude am Mitwirken und Ideen für die Zukunft sind weitere Triebfedern, wenn es darum geht, individuelle und gesellschaftliche Lebensqualität zu erhalten und zu gestalten.

Heimat zu finden, ist auch ein Vernetzungsprozess, der den sozialen Zusammenhalt stärkt. Die Grundlage dafür ist die Kommunikation, eine entscheidende Voraussetzung ist die Möglichkeit der Teilhabe und Teilnahme für alle.

Um Heimat zu pflegen und zu gestalten, braucht es das Engagement der Zivilgesellschaft, der Bürger*innen. Heimat-, Geschichts- und Bürgervereine sowie viele neu entstandene Formen von Engagement haben große Bedeutung für das soziale Leben, im ländlichen Raum ebenso wie in den Städten. Mit ihrer Arbeit tragen diese engagierten Menschen zur Stabilität der Gesellschaft bei, zum Beispiel in Zeiten neuer Ideale des Wirtschaftens und Zusammenlebens sowie im Spannungsfeld staatlicher Hoheit und privatisierender Tendenzen. Das Recht auf Heimat ist ein Menschenrecht; auch das Recht auf Partizipation verstehen wir so.“

So wird Heimat als offener und dynamischer Ort begriffen, der eng mit dem Prozess der Beheimatung, der aktiven Aneignung verknüpft ist und immer wieder neu entsteht.

Heimatpflege bietet somit die aktive Auseinandersetzung mit Heimat. Jede/r kann Träger von Kultur und Heimat sein. Das Bewahren von Kulturgütern und historischer Identität ist kein Selbstzweck, sondern  gegenwärtiger und zukünftiger Lebensqualität verpflichtet. Daher muss Heimatpflege nicht nur geschichtsorientiert, sondern auch zukunftsorientiert agieren.

Das prägnanteste Organ der Heimatpflege in Niedersachsen ist die sogenannten „Rote Mappe“ des Niedersächsischen Heimatbundes e. V. Hier können Bürger*innen Probleme, Fragen und Entwicklungen hinsichtlich u. a. Naturschutz und Landschaftspflege, Kulturlandschaft, Boden- und Denkmalpfleg, Regionalgeschichte und Kultur äußern. Sie ist ein wichtiges Kommunikationsmittel zwischen Heimatpflege und Landesregierung und in Deutschland einmalig.

Kreisheimatpflege

Die Kreisheimatpflege bezieht sich auf die Heimatpflege im gesamten Kreisgebiet und auf einige angrenzende Orte anderer Landkreise. Sie ist die Schnittstelle zwischen Behörden, Institutionen, Vereinen/Verbände und den Heimatpfleger*innen sowie anderen Interessierten. Dabei stellt die Kreisheimatpflege die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft her und passt sich den Bedürfnissen einer modernen Gesellschaft bzw. den gesellschaftlichen, strukturellen Erfordernisse an, um ihr Interesse für ihre Umgebung zu wecken und zu fördern.

Somit stehen die Beratung, Zusammenarbeit und Anfragen von Heimatpfleger*innen, Kommunen, Ämtern und Behörden, Vereinen, Kultur- & Bildungseinrichtungen, die Förderung von Kommunikation, Kooperation und Vernetzung sowie eine Vermittlungstätigkeit, die sich u. a. auch auf Neubürger*innen und  Hinzugezogene, Kinder und Jugendliche bezieht, im Fokus der Kreisheimatpflege. Auch lokale, regionale und überregionale Repräsentationen erfolgen durch die Kreisheimatpflege.

Dieses Amt wird als Ehrenamt ausgeführt. Schon in der ersten Hälfte des vorherigen Jahrhunderts bestellten die Vorgänger des heutigen Landkreises Hildesheim einen ehrenamtlichen Kreisheimatpfleger. Damals handelte sich hierbei um hauptamtlich beschäftigte Lehrer, die für eine bestimmte Anzahl von Stunden von ihrer Arbeit freigestellt wurden. Mit der Kreisreform im Jahr 1977 und der daraus resultierenden Zusammenlegung der Kreise Alfeld und Hildesheim führten beide Kreisheimatpfleger ihre Tätigkeit im neuen Landkreis Hildesheim fort.

Seit Juni 2019 werden die Aufgaben der Kreisheimatpflege für den gesamten Bereich des Landkreises wieder von einer Person übernommen. Die sogenannte Bestellung als Kreisheimatpfleger*in erfolgt über den Kreistag für die Zeit einer Legislaturperiode. Es handelt sich um ein Ehrenamt mit Aufwandentschädigung.

Das Kulturbüro des Landkreises, das durch seine Vernetzung und Zusammenarbeit mit Kulturschaffenden aller Kulturbereiche wichtige Kontakte und Erfahrungen in die Arbeit der Heimatpflege mit einbringt, unterstützt die Kreisheimatpflege. So werden Tagungen oder Workshops zum Austausch und zur Weiterbildung organisiert. Die jährlichen Früh- und Herbsttagung finden an unterschiedlichen Orten statt und sind offen für alle Heimatinteressierten.

Hier geht es zu den Protokollen der Heimatpflegetagungen (Tagungen seit 2016 - PDF).

Ortsheimatpflege

In zahlreichen Ortschaften des Landkreises Hildesheim werden durch die Ortsräte ehrenamtlich Tätige, teilweise mit Aufwandsentschädigung*en, als Heimatpfleger*innen bestellt, unterschiedlich befristet oder auf Lebenszeit.  Zum Teil sitzen sie als beratende Mitglieder in den ihrer Tätigkeit entsprechenden Fachausschüssen der Verwaltung vor Ort. Die Einrichtung dieser Stelle der Ortsheimatpflege ist freiwillig und der Aufgabenbereich durch die jeweiligen kommunalen Satzungen geregelt. Sie sind als Berater und Unterstützer von örtlichen Institutionen, Vereinen und Bildungseinrichtungen und für die Vermittlung und Dokumentation der Historie vor Ort zuständig und überwiegend in folgenden Sachgebieten tätig:

  • Natur und Landschaft
  • Ortsgeschichte
  • Bau-und Kunstdenkmalpflege
  • Bodendenkmalpflege
  • Volkskunde
  • Schrifttum
  • Sprachpflege
  • Kinder- und Jugendarbeit
  • Integration von Hinzugezogenen

In einigen Orten werden die Aufgaben der Ortsheimatpflege von Heimatvereinen ausgeführt. Eine weitere Variante ist die Aufteilung der verschiedenen Sachgebiete auf einzelne Institutionen oder mehrere Einzelpersonen.

Je nach Interesse  und Professionalität des Ausübenden ist die inhaltliche und nach außen präsentierte Ausrichtung unterschiedlich ausgeprägt.

 

Heimatbund im Landkreis Hildesheim e. V. (Kreisheimatbund Hildesheim)

Seit 1958 setzt sich der Heimatbund im Landkreis Hildesheim e. V. (Kurzfassung: Kreisheimatbund Hildesheim) für die Förderung von Kultur, Heimatpflege und Heimatforschung im Landkreis Hildesheim ein. Er versteht sich als Dachverband örtlicher Heimat- und Kulturvereine und sonstiger im Sinne des Vereinszwecks tätiger Einrichtungen und Institutionen sowie der amtierenden Heimatpfleger*innen im Landkreis Hildesheim. Hierbei unterstützt er die lokalen und regionalen Aktivitäten seiner Mitglieder, nimmt deren Interessen wahr und fördert den Austausch. Zudem führt der Kreisheimatbund eigene Projekte und Veranstaltungen von regionaler Bedeutung durch und beteiligt sich an Maßnahmen . Hierzu gehören z. B. die jährlich stattfindenden „Entdeckungen im Landkreis Hildesheim“ unter dem Titel „Kultur Natur Geschichte“ und Tagungen für Vereine. Der Kreisheimatbund ist Mitglied im Niedersächsischen Heimatbund (NHB).

Landschaftsverband Hildesheim e. V.

Der Verband hat das Ziel, die Kultur- und Heimatpflege im Bereich des vormaligen Fürstentums Hildesheim, vornehmlich im Landkreis Hildesheim, zu fördern. Die Förderung umfasst die Bereiche der Kunst, der Pflege und Erhaltung von Kulturwerten, der Denkmalpflege wie auch die Heimatpflege und Heimatkunde.

Hildesheimsche Landschaft - Landschaft des vormaligen Fürstentums Hildesheim

Die Landschaft des vormaligen Fürstentums  war ursprünglich eine politische Institution: der Vertretung der Stände gegenüber dem Landesherrn. Heute ist sie eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, widmet sich der regionalen Kulturförderung und Identitätspflege und ist – im Verbund mit den fünf anderen niedersächsischen Landschaften – u.a. Träger der VGH Versicherungen.

Sie besteht aus drei Kurien: 1. der Ritterschaft – heute Besitzern der landtagsfähigen Gütern, 2. der Städte, die jeweils von den Bürgermeister*innen vertreten sind (Alfeld, Bockenem, Dassel, Elze, Goslar, Gronau, Hildesheim, Peine und Sarstedt),  3. der nicht in der ersten und zweiten Kurie bereits vertretenden ländlichen Grundbesitzer. Als Kurie werden die  Leitungs- und Verwaltungsorgane einer Diözese, hier des vormaligen Bistums Hildesheim bezeichnet.

Die Hildesheimische Landschaft ist  Gründerin des Landschaftsverbandes Hildesheim e. V. und gehört dessen Vorstand an. Die Ritterschaft – heute Besitzer der landtagsfähigen Güter – ist als selbstständige Körperschaft neben der Calenberger Landschaft Mitträger des Calenberger Creditvereins.

Mit jeder Legislaturperiode werden nach Maßgabe des Kommunalverfassungsrechts und gemäß §5 des Status der Landschaft fünf Abgeordnete der III. Kurie und 5 Stellvertreter*innen vom Kreistag gewählt (https://pvrat.de/ratsinfo/hildesheimlk/Proposal.html?select=3820&protype=0).

Landschaftsverband Südniedersachsen

Aus dem Landkreis Hildesheim ist Alfeld die einzige Stadt, die Mitglied in diesem Verband ist. Der Landschaftsverband Südniedersachsen fördert das Kulturleben in Südniedersachsen durch Beratung, Zuschüsse und eigene Projekte. Im Bereich der Heimatpflege engagiert sich der Verband u.a. über das Projekt „DorfMuseumSchule“ sowie den Blog „Heimat.Muesum“. 

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Paloma Klages

Ansprechpartner

Kreisheimatpflegerin
Klintstr. 24
31171 Nordstemmen
Telefon: 0 50 69/ 480 9245
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Impressum

Raum B 100
Bischof-Janssen-Str. 31
31134 Hildesheim
Telefon: 0 51 21/ 309 6010
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