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Kultur in der Region Hildesheim

Interessant + Wissenswert

Schriftgut, Überliefertes und Tradition

Projekt Dorfchronik

Im Jahre 2022 feiert Sottrum zum 1.000sten Mal Geburtstag. Das ist für die Sottrumer Grund genug, schon jetzt Geschichten und Anekdoten, Fotos und Dokumente zu sammeln. Eigens zu diesem Zweck hat sich eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Ortsbürgermeisters gegründet. Doch wer vermutet, dass diese Gruppe im stillen Kämmerlein alleine vor sich hin werkelt, irrt gewaltig. Zum ersten Treffen der Sottrumer Dorfgeschichten kamen gleich 70 Interessierte ins Gasthaus Krumfuß - eine Resonanz, die bei Weitem die Erwartungen der Organisatoren übertraf. Schon an diesem Abend wurde mancher Schatz ausgegraben und viele Fotos bestaunt und kommentiert. Danach ging es für die Initiatoren ans Sortieren und Sichten. Sicher wird noch mancher Abend in großer Runde folgen. Und am Ende wird Sottrum 2022 stolz auf eine umfangreiche und spannende Dorfchronik sein.

Spuren von historischen Produktionsstätten

Die Brüggemühle bei Sottrum

Die Brüggemühle liegt zwischen Sottrum und Holle. Kurz bevor man die Brücke über das Flüsschen Nette erreicht hat, zweigt eine gleichnamige kleine Straße dorthin ab.

Die erste Brüggemühle existierte schon 1471, als Graf Heinrich von Rhoden sie dem Derneburger Kloster schenkte. Über die Geschichte der Mühle in den folgenden Jahrhunderten ist leider kaum etwas bekannt.

Belegt ist jedoch, dass die Brüggemühle, durch einen Seitenarm der Nette mit Wasser versorgt, 1837 neu errichtet wurde. 1854 verpachtete der Mühlenbesitzer Finkam sie auf 14 Jahre. Im Pachtvertrag ist von zwei Roggen- und einem Weizengang, zwei holländischen Graupengängen und einem Ölgang der unterschlächtigen (d.h. von unten mit Wasser angetriebenen) Mühle die Rede.

1921 kam die Brüggemühle in den Besitz von Hans Georg Otto Freudenstein. Sein Vorgänger an dieser Stelle hatte sich mit einer Summe von 100.000 Goldmark bei diesem verschuldet und da er diese Schulden nicht zurückzahlen konnte, musste er Freudenstein die Mühle überlassen.

Freudenstein betrieb die Mühle weiter und nach seinem Tod ging sie an seinen Sohn Hans Georg Christian. 1955 verpachtete dieser den Mühlenbetrieb an Karl Broska. Doch nur wenige Monate später, in der Nacht vom 27. auf den 28. Januar 1956 brannte das Mühlengebäude nieder, während die benachbarten landwirtschaftlichen Gebäude und das Wohnhaus gerettet werden konnten. Es war ein enormer Schaden entstanden, der durch die Versicherung nicht voll gedeckt war.

In den Folgejahren musste Hans Georg Christian Freudenstein eine neue Existenz für sich und seine Familie aufbauen. Er übernahm die Generalvertretung eines englischen Teppichhandels für Deutschland, Österreich und die Schweiz und nutzte die erhalten gebliebenen Scheunen der Brüggemühle als Lagerräume für Teppiche.

Der Wasserzulauf durch die Nette wurde stillgelegt und die ursprünglich bis an das Mühlengebäude reichenden Teiche und der unter ihr her fließende Mühlengraben wurden zugeschüttet. Die Wehranlagen wurden komplett abgebaut. Betrachtet man die Brüggemühle heute trockenen Fußes von grünen Wiesen aus, so hat man bis 1956 genau hier noch bis zum Hals im Wasser gestanden.

Ab Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts waren die Lagerräume der Mühle an einen Schuhhändler vermietet, der dort bis 2008 die Schuh-Domäne betrieb.

Die Brüggemühle ist bis heute im Besitz der Familie Freudenstein. 1967 baute die Enkeltochter Hans Georg Freudensteins das ursprünglich viergeschossige Mühlengebäude über zwei Stockwerke wieder auf und nutzt es heute als Wohnhaus. An zwei Rundbogenfenstern im Erdgeschoß kann man noch Reste der alten Mühle erkennen.

Da auch die übrigen Gebäudeteile des Mühlenkomplexes bewohnt bzw. an einen Schlosser vermietet sind, ist eine Besichtigung des Mühlengeländes nicht möglich.

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Brüggemühle Sottrum (1) © Verena Bloch
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Brüggemühle Sottrum (2) © Verena Bloch
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Brüggemühle Sottrum (3) © Verena Bloch
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Brüggemühle Sottrum (4) © Verena Bloch
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Brüggemühle Sottrum (5) © Verena Bloch

Alte Ziegelei

Zu finden: Ziegeleistraße, am Ortsausgang Richtung Henneckenrode

Die überwiegend landwirtschaftlich geprägte Struktur Sottrums erfuhr eine bedeutende Änderung, als im Jahre 1871 eine der bedeutensten Ziegeleien im Raum Hildesheim ihren Betrieb aufnahm. Fortan fanden Arbeitskräfte aus Sottrum und Umgebung dort eine Arbeit. 1911 ging die Ziegelei in den Besitz des Unternehmers Heinrich Steding über, der kurz darauf auch den Ziegeleibetrieb im benachbarten Schlewecke übernahm. Aus den in Sottrum hergestellten Ziegeln wurde u.a. auch der 135 m hohe Schornstein der Ilseder Hütte und die Marktkirche in Hannover erbaut. Als die Ziegelei im Jahre 1972 nach 100 Jahren die Produktion einstellte, verloren 80 Beschäftigte ihre Arbeit. In der Folgezeit siedelten sich einige neue Betriebe auf dem Gelände der Ziegelei an und bis heute hat sich dort ein Gewerbegebiet entwickelt.

Magische Orte

Familienpark Sottrum

Zu finden: Ziegeleistraße 28

Am südlichen Ortsausgang von Sottrum liegt der weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannte Familienpark, der für alle, die einmal dort waren, zu einem magischen Ort geworden ist. In privater Eigenleistung von Peter Deike begründet, findet man hier einen Freizeitpark der anderen und besonderen Art, ganz ohne Strom, aber mit Attraktionen, Spiel- und Abenteuerstätten voller Phantasie, Anregungen und Humor, bei denen vom kleinsten Knirps bis zum erwachsenen Besucher jedermann nur staunen kann. Aktiv sein steht hier im Vordergrund, denn an unzähligen Stationen werden Muskeln, Hirn und Seele ganz nebenbei und spielerisch herausgefordert.

Da gibt es einen Garten, in dem man riesigen Insekten endlich genau betrachten kann, eine Zwergenschule, einen Streichel- und Fütterbauernhof mit allerlei Tieren, einen Bewegungswald, in dem man mit ganz außergewöhnlichen Fahrzeugen herumkurven und einen Platz, an dem auf ausgefallenen Instrumenten musiziert werden kann. Piraten können auf Flößen in See stechen, Seiltänzer auf einem Drahtseil ihren Gleichgewichtssinn testen und vieles mehr.

Zusätzlich finden im Laufe des Jahres Sonderveranstaltungen statt, zu denen Informationen und Termine über www.familienpark-sottrum.de zu erfragen sind.

Selbstversorger können ihr Essen mitbringen und kleine Hütten oder einen Grillplatz mieten, doch wer keine Lust hat, sich mit Proviant abzuschleppen, kann preisgünstig in der Futterkrippe speisen.

Wer hier einen Tag verbracht hat, geht am Ende zufrieden und glücklich, sicher müde, aber bereichert nach Hause - und kommt ganz sicher wieder! Zum Beispiel, um den nächsten Kindergeburtstag im Familienpark zu feiern. Und er wird sicher etwas Neues entdecken, denn Peter Deikes Einfälle kennen keine Grenzen.

Der Familienpark Sottrum ist von Anfang April bis Ende Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Genaue Daten und Eintrittspreise sind über die Website zu bekommen.

Mit den Dino-Karren können Sie durch den Familienpark ziehen. Die Leihgebühr beträgt 2,50 Euro (keine Reservierung möglich).

Telefon: 0 50 62 88 60

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(R)Eingang zum Freizeitpark Sottrum © Verena Bloch
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Eingang zum Freizeitpark Sottrum © Verena Bloch
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Eingang zum Freizeitpark Sottrum (2) © Verena Bloch
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Freizeitpark Sottrum © Verena Bloch
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Freizeitpark Sottrum (2) © Verena Bloch
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Freizeitpark Sottrum (3) © Verena Bloch
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Im Freizeitpark Sottrum © Verena Bloch

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