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Kultur in der Region Hildesheim

Geschichte

Geschichtliches

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OS_Schlewecke © Dieter Rüdiger

Schlewecke ist der im Nordosten gelegene Ortsteil der Stadt Bockenem, zu der er seit 1974 mit 17 weiteren Dörfern des Ambergau gehört. Vom Gemeinde- und Verwaltungsmittelpunkt Bockenem trennen Schlewecke nur 3,5 km, vom Nachbarort Werder im Westen nur 1 km. Das im Norden gelegene und zur Gemeinde Holle gehörende Henneckenrode ist binnen weniger Minuten zu erreichen.

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Schlewecke_Dorfwappen © Verena Bloch
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Schlewecke13 © Verena Bloch
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Schlewecke5JPG © Verena Bloch
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Auf_dem_Weg_von_Werder_nach_Schlewecke © Verena Bloch
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Blick_auf_Schlewecke2 © Verena Bloch
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Blick_auf_Schlewecke3 © Verena Bloch
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Tonkuhle_mit_Blick_auf_Henneckenrode © Verena Bloch
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Schlewecke1_1 © Verena Bloch
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Werder_Schlewecke © Verena Bloch
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Werder_Schlewecke2 © Verena Bloch

Von Schleweckes Geschichte und seiner Entwicklung bis heute gibt es einiges zu erzählen.

Die erste schriftliche Nachricht geht auf das Jahr 1130 zurück. Zu dieser Zeit war das Nonnenkloster zu Gandersheim Grundherr des Dorfes, das damals den Namen „Sleueken“ trug. Die Familie von Gowisch gibt in dieser Nachricht Besitztümer an, die sie von der Äbtissin von Gandersheim zu Lehen hatte. Mit dem Aussterben des Adelsgeschlechtes von Gowisch ging der gesamte Besitz an die Adelsfamilie von Linde über, die bis zum Ende des Jahres 1553 über Güter verfügte. Darüber hinaus tauchen in der Liste der Besitztümer im Laufe der Jahrhunderte der Name der Adelsfamilie von Schlewecke, damals vermutlich eher Slebeke, sowie die Grafen von Wohldenberg auf. In den Aufzeichnungen zur Dorfgeschichte findet man den Namen des Ortes in zahlreichen Variationen, erst im 17. Jahrhundert wurde der Name Schlevecke und schließlich die heutige Schreibweise gebräuchlich.

Neben kleineren Streitereien und Fehden setzten vor allem die kriegerischen Auseinandersetzungen während der Hildesheimer Stiftsfehde und des Dreißigjährigen Krieges Schlewecke schwer zu. Darüber hinaus forderte die Pest im Jahre 1629 viele Menschenleben im Dorf.

Nach und nach bauten die Menschen die zerstörten und niedergebrannten Höfe und Häuser ihres Bauerndorfes wieder auf und errichteten 1653 auch ein neues Schulhaus.

Zweihundert Jahre später wurden im Rahmen der Flurbereinigung 1847/48 der bis dahin weit verstreut liegende Grundbesitz der Bauern neu verteilt und zu größeren Feldstücken zusammengelegt. Die Landwirtschaft war für Schlewecke weiterhin von großer Bedeutung, doch parallel entwickelten sich im 19. Jahrhundert auch Industriebetriebe. 1803 nahm ein Sandsteinbruch die Arbeit auf, musste den Betrieb jedoch schon 1848 wieder einstellen. Wesentlich erfolgreicher verlief der Abbau von Zementstein in der Schlewecker Feldmark. Im Jahre 1864 wurde eine Aktien-Zementfabrik im Südosten des Dorfes gebaut, deren Aktionäre vor allem ortsansässige Hofbesitzer und Handwerker waren. Das Unternehmen, zu dem auch ein Sägewerk gehörte, erwies sich bald als bedeutende Einnahmequelle. Zahlreiche Arbeiter und Handwerker aus Schlewecke und Umgebung waren hier bis 1913 beschäftigt.

Der Ton - und Lehmboden der Feldmark führte 1886 zur Gründung einer Ziegelei in der Gemarkung des Gutes Nienhagen nördlich von Schlewecke. Diese ging später in den Besitz einer Ziegelei in Sottrum über. In den 1960er Jahren entstand nach Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen am gleichen Ort zusätzlich das Deckenwerk Schlewecke, das eine Zeitlang zu einer zuverlässigen Einnahmequelle wurde. Heute hat die Firma Umweltdienste Kedenburg GmbH auf dem ehemaligen Ziegeleigelände einen von zahlreichen Niederlassungen in Deutschland mit 4 ha Fläche und rund 12.000 m² Hallenraum.

Sowohl die große Bedeutung der Landwirtschaft wie auch die industrielle Entwicklung des Ortes spiegeln sich im Dorfwappen wider. Der Stellenwert der Landwirtschaft, symbolisiert durch drei goldgelbe Ähren im Ortswappen, ist jedoch deutlich geringer geworden. Von den ehemals zahlreichen landwirtschaftlichen Betrieben existieren heute nur noch drei, wobei zwei sich zu einer GbR zusammengeschlossen haben und der dritte nur noch im Nebenerwerb tätig ist.  Die Schlewecker Ziegelei bei Nienhagen ist durch eine angedeutete rote Ziegelmauer im Wappen ebenfalls zu erkennen.

Schlewecke hat derzeit etwa 500 Einwohner. Bis ins 20. Jahrhundert hinein konnten sich die hier lebenden Menschen durch mehrere Handwerks- und Lebensmittelbetriebe selbst versorgen, doch der letzte Einkaufsmarkt wurde 1992 geschlossen. Dass der Ort auch in Zukunft nicht an Attraktivität verliert, ist also nicht selbstverständlich und man hält Augen und Ohren insbesondere auch für die Wünsche und Bedürfnisse der jüngsten und jungen Mitbürger offen. So ist Schlewecke der erste Ort im Bockenemer Stadtgebiet, der 2017 erfolgreich eine Ortsratssitzung ausschließlich für Kinder abgehalten hat.  

Die erwerbsstätigen Schlewecker verdienen heute bis auf wenige Ausnahmen ihren Lebensunterhalt in der näheren und weiteren Umgebung. Sie sind auf PKW angewiesen und erreichen ihre Arbeitsstätten über die B 243 und die A7 über den nahe gelegenen Autobahnanschluss Bockenem.

Nienhagen

Die Geschichte Schleweckes kann man nicht von der des etwa einen Kilometer nördlich gelegenen Ortes Nienhagen trennen. Nienhagen, das man auch mit „neuer Hagen“ übersetzen kann, hatte nie einen dörflichen Charakter wie die übrigen Orte des Ambergau. Hagen-Siedlungen, die in Niedersachsen häufig zu finden sind, waren Gründungen, die sich im Hochmittelalter zwischen dem 11. und 14. Jh. entwickelten. Sie entstanden auf Flächen, die bei vorhergegangenen Erschließungen zunächst für eine ackerbauliche Nutzung als nicht geeignet oder ungünstig erachtet worden waren. Häufig handelte es sich bei diesen Flächen um Moorlandschaften oder bewaldetes Gebiet.

Letzteres trifft auch auf Nienhagen zu, dessen Gebiet ursprünglich unter Wald gelegen haben muss. Bis 1913 trug die Siedlung außerdem die Bezeichnung Rittergut. Ob Nienhagen von Beginn an als Gut angelegt war oder sich erst im Laufe der Zeit dahin entwickelte, ist nicht eindeutig geklärt. In der Besitzerfolge Nienhagens tauchen zunächst bis 1280/90 die Edlen von Hagen aus  Gebhardshagen auf und nach deren Aussterben bis 1685/86 die von Bortfeld. Bis 1690 befand sich das Rittergut in den Händen des Bischofs Egon von Fürstenberg und war danach bis 1821 im Besitz der von Brabeck und anschließend bis 1857 bei dem Grafen Alexander von Stolberg. Dieser verkaufte es an die Blumsche Waisenhausstiftung Henneckenrode.

In einer Beschreibung des Amtes Seesen wird Nienhagen als „wüstes Dorf“ bezeichnet, „wobei noch ein Krug stehet, gehöret denen von Brabeck und stehet in der Rittermatrikel...“ und „ist aber bewohnet“. In einer weiteren Beschreibung aus dem Jahre 1803 wird Nienhagen als Rittersitz mit einer wüsten Kapelle (und daher nach Schlewecke eingepfarrt), zwei Anwesen und 30 Einwohnern beschrieben. Weiterhin erfährt man, dass im Wald von Nienhagen weißer Gipsstein gewonnen wird und es eine Ziegelbrennerei und einen Kalkofen gibt.

Auf Anordnung des Herzoglichen Amtsgerichts Lutter wurde Nienhagen die Bezeichnung „Rittersitz“ am 11. November 1913 aberkannt, „da das Gut die Eigenschaft eines Ritterguts nicht mehr besitzt.“ Bis heute besteht die Siedlung nur aus wenigen Häusern. Ursprünglich bestand das Gut aus zwei Gebäudekomplexen, nämlich einer Burg und einem zugehörigen Wirtschaftshof. Von der etwas höher gelegene Burg, auf einer Karte aus dem Jahre 1801 als Viereck zu erkennen, das mit einem Wall umgeben war, ist heute nichts mehr zu sehen.

Die gesamte Burganlage wurde zwischen 1801 und 1847 eingeebnet. Auf ihr steht heute ein Stallgebäude mit der Jahreszahl 1881 im Giebel. Der alte Wirtschaftshof ist in seiner ursprünglichen Anlage jedoch weitgehend erhalten geblieben. Auf ihm steht heute das Wohnanwesen Nr. 6. Das gesamte Gelände befindet sich heute in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen. Die folgenden Fotos können aber vielleicht einen kleinen Eindruck vermitteln.

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Gut_Nienhagen_im_Hochstift_Hildesheim
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Nienhagen 6
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Nienhagen_6_7 © Verena Bloch
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Nienhagen_Wohnhaus_Ziegeleimeister_4 © Verena Bloch
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Nienhagen_Ziegelei_Schlewecke_Wohnhaus_Aller_3 © Verena Bloch
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Nienhagen_5_altes_Zollhaus_(Krug)JPG © Verena Bloch
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Nienhagen_6_Eingangstor © Verena Bloch
Das gegenüber dem Gutstor und an der Straße gelegene vormalige Kruggebäude mit der Nr. 5 trägt die Jahreszahl 1754. Das Gut, das seit 1857 im Besitz des Bistums Hildesheim und der Blum’schen Waisenhausstiftung Henneckenrode war, wird noch heute von Henneckenrode und dem dortigen Pächter bewirtschaftet.

Die 1737 eingerichtete Ziegel- und Gipshütte Nienhagen, deren Betrieb kurz nach 1900 eingestellt wurde, war für viele Schlewecker langjähriger und zuverlässiger Arbeitgeber.

Historische Baulichkeiten

Marienkirche

Zu finden: Am Ring

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Schlewecke13 © Verena Bloch
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Marienkirche_Turm_Westansicht © Verena Bloch
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Marienkirche1.mit_NaturdenkmälernJPG © Verena Bloch
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Marienkirche2 © Verena Bloch

Egal, aus welcher Richtung man sich Schlewecke nähert, der Kirchturm der Dorfkirche ist von überall schon früh zu erkennen. Leuchtend grün ragt das Dach des spitzen Turms zwischen den roten Hausdächern und Bäumen heraus.

Die Marienkirche liegt mitten im Ort, umgeben von Grünflächen und mehreren hohen und mächtigen Bäumen.

Da im Jahre 1234 der Schlewecker Pfarrer Alexander als einziger Zeuge in einer für das Kloster Lamspringe erstellten Urkunde genannt wird, ist davon auszugehen, dass das Dorf schon zu dieser Zeit über eine eigene Kirche oder Kapelle verfügte und Filialkirche der Mutterkirche im Archediakonat (kirchl. Verwaltungssitz) Bockenem war. Mit der Reformation und der Auflösung der Archediakonate wird die Schlewecker Kirche selbstständig und besitzt selbst drei Filialgemeinden: Werder, Nienhagen und Henneckenrode. Die Verbindung von Henneckenrode und Schlewecke endet erst 1711, nachdem die katholische Familie von Borcholtz das Gut in Henneckenrode übernimmt.

Ältester Teil der Kirche ist ihr Sandsteinturm im Westen, der aus dem Mittelalter stammt, dessen genaue Bauzeit aber nicht bekannt ist. 

Der Sandsteinsockel der Marienkirche wird in romanischer Zeit entstanden sein und mehrere schießschartenartige Fenster sprechen dafür, dass der Turm einst ein Wehrturm gewesen ist. Das oberste Fenster auf der Turmsüdseite trägt ein gotisches Ornament, seine schlanke Helmpyramide, die seit 1932 mit Kupfer gedeckt ist, könnte aus dem 19. Jahrhundert stammen. Die kleine Schlagglocke am Turmhelm ist die älteste noch erhalten gebliebene Glocke der Kirche aus dem Jahre 1562. Obwohl heute keine detaillierteren Informationen zur Entstehungsgeschichte des alten Turms mehr vorliegen, ist doch sicher nachweisbar, dass am Turm im Laufe der Jahrhunderte häufig Reparaturarbeiten vorgenommen werden mussten. 1680 stürzte der Turm im Norden und Westen ein und konnte erst im Verlaufe der nächsten zehn Jahre wieder aufgebaut werden. Zahlreiche Male waren allein im 19. und 20. Jahrhundert Restaurierungsarbeiten notwendig. Letztes Zeugnis dieser Maßnahmen ist die alte Wetterfahne aus dem Jahre 1847 im Eingangsbereich der Kirche, die kurz vor der Jahrtausendwende durch eine neue ausgetauscht wurde und deren Nachfolgerin auf der Turmspitze bis heute die ursprüngliche Jahreszahl trägt.

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Marienkirche6 © Verena Bloch
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Marienkirche_alte_Wetterfahne © Verena Bloch

Die Eingangstür auf der Westseite des mittelalterlichen Turms erhielt die Kirche erst Jahrhunderte nach seiner Erbauung. Vermutlich hat diese Türöffnung zwischenzeitig eine andere Form gehabt, denn von innen ist in der Westwand des Kirchturms noch ein gemauerter Rundbogen aus Backsteinen zu erkennen. Dieser Rundbogen wurde vermutlich 1901 wieder zugesetzt und der nun rechteckige Turmeingang mit einem schweren Sansteinbalken abgeschlossen. In ihm ist noch heute deutlich die Inschrift Christus ist mein Leben zu lesen.

Nicht nur der Turm, sondern die gesamte Kirche sowie Pfarr- und Schulhaus und viele Höfe Schleweckes wurden während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges von kaiserlichen Truppen verwüstet. 1680 wird mit dem Wiederaufbau des alten Kirchturms und der Kirche begonnen. Diese Kirche, die ein Erweiterungsbau einer ersten Kapelle gewesen sein muss und deren Kirchenschiff länger, aber deutlich schmaler als das der heutigen Kirche war, wird 1819 wegen Baufälligkeit geschlossen. Zwei Jahre später wird sie abgerissen und 1822 beginnt man mit dem Neubau. Die Bauzeit zieht sich durch einen langwierigen Streit und Prozess mit dem Patron der Kirche von Salder um die Baukosten über 16 Jahre hin, bis der neue Bau 1838 endlich eingeweiht wird.

Diese Kirche ist Schlewecke bis heute erhalten geblieben. Sie ist eine Saalkirche im spätklassizistischen Baustil, deren Mauern wie auch der alte Turm zum großen Teil aus Sandsteinen bestehen, im Gegensatz zu diesem aber weiß verputzt sind.

Kennzeichen des Baustils aus der Zeit des Übergangs vom Klassizismus zum Historismus sind die Rundbögen, die in der bogenförmigen Ausgestaltung der Fenster, den kleinen Türen links und rechts vom Altar, im Altar selbst und in der Gestaltung des Orgelgehäuses und der mächtigen Orgelbühne zu finden sind. Auch über dem zweiten Eingang an der Ostseite der Kirche, der im Innern vom Altar verdeckt wird, ist dieser Rundbogen zu sehen. Hier findet man auch die Jahreszahlen der Bauzeit 1822-1838 über der kleinen Tür.

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Marienkirche_Nordseite © Verena Bloch
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Marienkirche_Orgelbühne © Verena Bloch
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Marienkirche_Taufstein © Verena Bloch
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Marienkirche_Traustuhl © Verena Bloch
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Marienkirche7 © Verena Bloch
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Marienkirche9 © Verena Bloch

Der Innenraum der Marienkirche vermittelt durch den hellen Anstrich der Wände, der Bänke und der Orgelbühne sowie durch die sechs großen Fenster einen sehr lichten und freundlichen Eindruck. Aus der alten Kirche erhalten geblieben sind der 1980 renovierte Taufstein und die darin liegende Taufschale aus Zinn mit Griffen, die der von 1681-1686 in Schlewecke tätige Pastor Johann Michael Stuckenbrock seiner Gemeinde schenkte. Sein Name, der Name seiner Frau und das Schenkungsdatum sind im Rand der Schale eingraviert.

Die Schlewecker Orgel mit 14 Registern und einem hochwertigen mechanischen Schleifladen stammt aus dem Hause des Orgelbauers Furtwängler aus Elze. Sie wurde 1869 eingebaut.

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Marienkirche_Altarraum_re © Verena Bloch
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Marienkirche_Altarraum_li © Verena Bloch

Links und rechts vom Altar hängen seit 1980 zwei große Ölgemälde eines unbekannten Künstlers, in denen er den betenden Christus im Garten Getsemani in der Nacht vor seiner Verurteilung und den auferstandenen Christus darstellt.

Pastorenhaus

Zu finden: Bleekstr. 13

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Schlewecke_Pfarrhaus_Bleekstr.13 © Verena Bloch

In der Bleekstraße, nahe der Kirche gelegen, stand schon früh das Schlewecker Pfarrhaus. 1625, mitten im Dreißigjährigen Krieg, beschlossen die Schlewecker, hier ein neues Pfarrhaus zu bauen. Von diesem Gebäude und auch von den dazugehörenden Wirtschaftsgebäuden ist nichts erhalten geblieben. Das Kriegsgeschehen setzte dem Haus sehr zu, es wurde schwer beschädigt, geplündert und brannte später fast nieder. Die Wiederaufbau- und Sanierungsarbeiten dauerten bis 1727 an. Dieses Gebäude wurde 1844 samt Nebengebäuden abgerissen und im selben Jahr durch einen Neubau auf dem unmittelbar danneben liegenden Grundstück ersetzt.

Das schmucke Haus mit seinem repräsentativen Treppenaufgang und dem Quergiebel steht noch heute und hat sein Erscheinungsbild nicht verändert. Sein Dach ist mit Ziegel gedeckt, die Fassade mit roten Bieberschwänzen verkleidet und die Fenster, Hausecken und der Dachgiebel mit grauem Schiefer abgesetzt. Seit dem Erstbezug von Pastor August Kuhn und seiner Familie wird das Grundstück durch eine Mauer aus Sandsteinblöcken mit Pfortendurchgang und Toreinfahrt von der Straße abgegrenzt. Sein großer Garten dehnte sich schon damals bis zur Ziegeleistraße aus. Auf der rechten nach Süden weisenden Seite standen bis 1970 die Pastorscheune, Ställe und eine Wagenremise, die zusammen mit dem Pastorenhaus 1844 enstanden. Seit Anbeginn wurde das Haus als Wohn- und Diensthaus von den jeweiligen Pastoren und deren Familien bewohnt. Während Vakanzzeiten wurde das Obergeschoß vermietet, das Erdgeschoß mit Gemeinderaum, Sitzungsraum und Teeküche von der Kirchengemeinde genutzt und so ist es bis heute geblieben.

Alte und neue Schule (Dorfgemeinschaftshaus)

Zu finden: Mittelweg 12

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Dorfgemeinschaftshaus,_ehem._Dorfschule_Mittelweg_12JPG © Verena Bloch

Unterrichtet wurden die Kinder in Schlewecke offenbar schon Mitte des 17. Jh. Zu dieser Zeit war der Opfermann (Küster und Organist) der Kirchengemeinde namens Henricus Müller für diese Aufgabe verantwortlich. Der Unterricht fand in seinem Wohnhaus statt. Aus der Kirchenchronik ist zu erfahren, das der Küster Edelknaben, aber vor allem viele Kinder armer Leute unterrichtete, die kein Schulgeld zahlen können ... Er bittet nun Pastor Georgen Petri um 4 Gulden Zulage von der Kirche - jede Arbeit sei schließlich ihren Lohn wert! Außerdem sei das Opperhaus für den Schulunterricht zu klein. Seine Anfrage beim Pastor läuft ins Leere, die Hoffnung auf dessen Unterstützung und Zustimmung, sich ein kleines Häuschen bauen zu dürfen, enttäuscht. Müller wendet sich daher an den Amtmann in Seesen, doch wie die Sachen entschieden wurde, ist nicht eindeutig nachzuvollziehen.

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges brennt das Schulhaus ebenso wie zahlreiche Wohnhäuser nieder, muss aber in der Folgezeit offensichtlich wieder aufgebaut worden sein, denn 200 Jahre später werden durchschnittlich 100 Schülerinnen und Schüler erfolgreich von Kantor Ludwig Thorhauer unterrichtet. Allerdings ist das Schulhaus sehr alt und für einen Neubau fehlt der Gemeinde zu dieser Zeit das notwendige Geld.

Im 19. Jh. wird das Schulgebäude so baufällig, dass man sich für einen Neubau an der Bleekstraße entscheidet. Es wird am 18. Oktober 1865 eingeweiht, das alte Schulgebäude abgerissen. Etwa an seiner Stelle ensteht 1902 aus Platzgründen ein zweites Schulgebäude. Zwischen beiden Schulhäusern liegen, wie man noch heute erkennen kann, der Schulhof und ein langgestrecktes Wirtschaftsgebäude mit Toiletten und einer Waschküche.

Aus den Erinnerungen einer Schleweckerin, die zwischen 1921 und 1929 die Schule im Ort besuchte ist zu entnehmen, dass in den oberen Etagen dieser Schulhäuser die Lehrer wohnten, in den unteren befanden sich die Klassenräume. Die ältere Schule auf der rechten Seite des Schulhofes wird heute als Wohnhaus, die jüngere und gleichzeitig letzte der beiden Dorfschulen links vom Hof als Dorfgemeinschaftshaus genutzt.

Wer aber mehr über die Geschichte der Schulen und ihrer Lehrer in Schlewecke erfahren möchte, kann noch viele Informationen auf der Website des Ortes unter www.schlewecke-bockenem.de/geschichte/schule finden.   

Die Schlewecker Kinder besuchen seit 1974 die Grundschule in Bockenem. Der Transport nach Bockenem wird durch öffentliche Verkehrsmittel gewährleistet.  

Fachwerkhaus (Baudenkmal)

Zu finden: Am Ring 6

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Schlewecke_Am_Ring_6 © Verena Bloch
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Schlewecke_Am_Ring_6-1 © Verena Bloch
Eines der schönsten Häuser Schleweckes findet man Am Ring 6 gegenüber der Kirche. Das restaurierte Fachwerkhaus steht unter Denkmalschutz und gehörte vor der Einführung der Straßennamen mit der Nummer 25 zu den ältesten Häusern des Dorfes. Sein Vorgängerbau stand bereits 1550 an dieser Stelle und war im Besitz des Gutsherren von Rhüden. Es brannte jedoch 100 Jahre später ab.

1759 entstand ein neues Haus, damals im Besitz der Abtei in Gandersheim, dessen Dach mit Stroh gedeckt war und bereits einen Schornstein hatte.

Wohnhaus eines Ackerhofes

Zu finden: Mittelweg 8

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Schlewecke_Mittelweg_8-1 © Verena Bloch
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Schlewecke_Mittelweg_8-2 © Verena Bloch
Die Nummer 26 trug ehemals das große rote Backsteinhaus im Süden der Kirche (heute Mittelweg 8). Es fällt insbesondere wegen seiner schön geformten Fenster und des außergewöhnlichen Hauseingangs auf, deren alte Glasscheiben bis heute erhalten geblieben sind. Zum Bau diese Haus wurden außerdem Ziegelsteine aus der Produktion der Schlewecker Dampfziegelei verwendet. Gleiches trifft auch für das Wohnhaus in der Wohldenbergstr. 4 zu.

Wohnhaus der alten Nienhagener Ziegelei

Zu finden: Nienhagen 4, von Schlewecke kommend der Ziegeleistraße/L497 Ri. Norden/Henneckenrode folgen. Dem Abzweig Ri. Sillium rechts folgen. Nach einigen hundert Metern liegt das Gebäude auf der linken Seite direkt an der Straße.

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Nienhagen_Wohnhaus_Ziegeleimeister_4 © Verena Bloch
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Nienhagen_Ziegelei_Schlewecke_Wohnhaus_Aller_3 © Verena Bloch

Der Name Nienhagen ist nicht nur verbunden mit dem alten Rittergut, sondern ebenfalls mit der Ziegelei, die dort über lange Zeit wichtige Produktionsstätte und damit Arbeitgeber für viele in der Umgebung lebenden Menschen war.

Die Ziegelei des Schleweckers Albert Aller ist sicher vielen noch ein Begriff, möglicherweise wissen aber nur wenige, dass schon früher und auch zeitgleich mit Allers Betrieb eine weitere Ziegelei in Nienhagen einen Standort hatte. Sie lag an der Straße zwischen Schlewecke und Henneckenrode am Abzweig nach Nienhagen/Sillium. Ebenso wie das Gut Nienhagen war diese Ziegelhütte im Besitz des auf Schloss Söder lebenden Freiherrn von Brabeck und gelangte nach dessen Tod kurz nach 1800 in die Hände der Grafen von Stollberg. Andreas von Stollberg verkaufte sie am 30. Oktober 1858 an die Blumsche Waisenhausstiftung in Henneckenrode, die seit 1839 dem Bistum in Hildesheim unterstand. Der Herstellungsprozess der Ziegel verlief in Handarbeit und war witterungsabhängig in der Regel nur zwischen Mai und Oktober möglich. Als Albert Aller aus Schlewecke in unmittelbarer Nähe im Jahre 1886 mit dem Bau seiner Dampfziegelei begann, deren Produktion technisch wesentlich moderner und effizienter verlief und die zudem ein Anschlussgleis zur Braunschweigischen Landeseisenbahn direkt zum Ofen der Ziegelei erhielt, konnte das ältere Ziegelwerk dem Konkurrenzdruck nicht mehr standhalten. Der damalige Pächter beantragte beim Generalvikariat in Hildesheim den Bau eines neuen Werkes mit direktem Gleisanschluss am Bahnhof Nienhagen. Der Antrag wurde am 1. Februar 1889 abgelehnt und die Ziegelei musste ihren Betrieb schließlich einstellen. Von ihr sind keine Gebäude erhalten geblieben. Lediglich das schon seit 1759 zur Hütte gehörende und am Abzweig nach Sillium stehende Fachwerk-Wohnhaus des Ziegeleimeisters mit der Nr.4 erinnert noch heute an die erste Ziegelei vor Nienhagen. Es ist das letzte Gebäude Nienhagens, das sich noch im Besitz des Bistums befindet.


Nienhagen (ehem. Rittergut)

Zu finden: Nienhagen 5 u.6, von Schlewecke kommend der Ziegeleistraße/L497 Ri. Norden/Henneckenrode folgen. Dem Abzweig Ri. Sillium rechts folgen. Nach einigen hundert Metern liegt das Gelände des ehemaligen Rittergutes hinter einem Tor auf der rechten Seite.

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Nienhagen_6_Eingangstor © Verena Bloch
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Nienhagen_5_altes_Zollhaus_(Krug)JPG © Verena Bloch
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Nienhagen_6_7 © Verena Bloch
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Nienhagen 6

Die Gebäude des ehemaligen Rittergutes mit den Hausnummern Nienhagen 5 und 6 waren noch lange im Besitz das Bistums Hildesheim, wurden aber zu Beginn des 21. Jh.verkauft und werden heute daher privat genutzt.

Der Eingang des als ,,Krug" bezeichneten und unmittelbar an der Straße liegenden Gebäudes Nr. 5 ist über eine Freitreppe zu erreichen. Über der Eingangstür erkennt man ein Wappenblatt mit der Jahreszahl 1753 und zeigt die drei Wolfsangeln der Fürsten von Brabeck und drei Rosen als Zeichen des Adelsgeschlechts von Saldern.

Auf dem Gelände des ehemaligen Ritterguts ist das Anwesen Nr. 6 erhalten geblieben, das Wohnhaus des alten Wirtschaftshofes. Es ist ein zweigeschossiges Fachwerkhaus mit einem steilen Dach, in dessen Anbau auf der Westseite in einem Schnitzbalken folgende Inschrift zu lesen ist: Burchardt von Bordtfeld - Ursell Catharina von der Marwitz - Durch Gottes gnade unndt guth. Im Jahr 1654 den 24. octobris haben Wir Dich neu gebauet; der Herr segene unndt Helffe unß Ferner Allezeit. Christi Machdt Hilffet unß. (Das Adelsgeschlecht der Familie von Bordtfeld war von 1290 bis 1685/86 Besitzer von Schloss Söder und den dazugehörenden Gütern und somit auch Eigentümer des Gutes Nienhagen.) Es ist bis heute jedoch nicht geklärt, ob diese Gebäude tatsächlich dem Jahr 1654 entstammt oder der Balken einem anderen Gutsgebäude entnommen und später in den Anbau eingefügt wurde.

Das Gelände des alten Rittergutes Nienhagen ist heute ebenfalls in Privatbesitz, durch ein Tor verschlossen und daher nicht zu besichtigen. Die obigen Abbildungen können aber einen kleinen Eindruck vermitteln.

Wohnhaus der Schlewecker Ziegelei

Zu finden: Nienhagen 3, von Schlewecke kommend die Ziegeleistraße/L497 Ri.Norden/Henneckenrode folgen. Diese verläuft zunächst einige hundert Meter bergauf und fällt dann für ein längeres Stück ab. Sie macht am Ende eines Waldstückes eine scharfe Rechtsbiegung. Folgt man dieser nicht, sondern fährt an dieser Kurve geradeaus weiter, so kommt man direkt auf das Gelände der früheren Schlewecker Dampfziegelei.  

Von den Werksgebäuden der Schlewecker Dampfziegelei ist bis heute im Nordosten des Geländes nur noch ein großes Musterhaus mit auffällig gestalteten Giebeln erhalten geblieben, in dessen Mauern der Ziegeleibesitzer Aller das gesamte Steinsotiment der Ziegelei verwenden ließ. 1912 musste er Konkurs anmelden. In den Folgejahren blieb das Gelände zwar im Besitz der Familie, doch erst 1921 kam es in die Hände eines früheren Mitarbeiters von Aller und einem Kompagnon, die die Produktion gemeinsam wieder aufnahmen. 1925 ging die Ziegelei in den Besitz des in Sottrum ansässigen Ziegeleibetriebs Steding über und trug nun den Namen ,,Tonwerke Schlewecke". Der Tonabbau erfolgte in einer südwestlich  gelegenen Tonkuhle, auf die man noch heute von Schlewecke aus einsehen kann. Bis 1972 blieb der Betrieb im Besitz der Firma Steding, die ihn zu einer der modernsten Ziegeleien Deutschlands machte. Nach weiteren Besitzerwechseln wurde die Ziegelproduktion 1996 endgültig eingestellt.

Heute hat die ,,Umwelttechnik Kedenburg GmbH" hier ihren Sitz, die Bauschutt und Metall- und Holzabfälle sortiert und wieder aufarbeitet und so u.a. für den Straßenbau, zur Spanplattenproduktion oder andere Wirtschaftsbereiche nutzbar macht.

Spuren von historischen Produktionsstätten

Ziegelei Schlewecke

Zu finden: Nienhagen 3, von Schlewecke kommend die Ziegeleistraße/L497 Ri.Norden/Henneckenrode folgen. Diese verläuft zunächst einige hundert Meter bergauf und fällt dann für ein längeres Stück ab. Sie macht am Ende eines Waldstückes eine scharfe Rechtsbiegung. Folgt man dieser nicht, sondern fährt an dieser Kurve geradeaus weiter, so kommt man direkt auf das Gelände der früheren Schlewecker Dampfziegelei.

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Nienhagen_Wohnhaus_Ziegeleimeister_4 © Verena Bloch
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Nienhagen_Ziegelei_Schlewecke_Wohnhaus_Aller_3 © Verena Bloch

Von den Werksgebäuden der Schlewecker Dampfziegelei ist bis heute im Nordosten des Geländes nur noch ein großes Musterhaus mit auffällig gestalteten Giebeln erhalten geblieben, in dessen Mauern der Ziegeleibesitzer Aller das gesamte Steinsotiment der Ziegelei verwenden ließ. 1912 musste er Konkurs anmelden. In den Folgejahren blieb das Gelände zwar im Besitz der Familie, doch erst 1921 kam es in die Hände eines früheren Mitarbeiters von Aller und einem Kompagnon, die die Produktion gemeinsam wieder aufnahmen. 1925 ging die Ziegelei in den Besitz des in Sottrum ansässigen Ziegeleibetriebs Steding über und trug nun den Namen ,,Tonwerke Schlewecke". Der Tonabbau erfolgte in einer südwestlich  gelegenen Tonkuhle, auf die man noch heute von Schlewecke aus einsehen kann. Bis 1972 blieb der Betrieb im Besitz der Firma Steding, die ihn zu einer der modernsten Ziegeleien Deutschlands machte. Nach weiteren Besitzerwechseln wurde die Ziegelproduktion 1996 endgültig eingestellt.

Heute hat die ,,Umwelttechnik Kedenburg GmbH" hier ihren Sitz, die Bauschutt und Metall- und Holzabfälle sortiert und wieder aufarbeitet und so u.a. für den Straßenbau, zur Spanplattenproduktion oder andere Wirtschaftsbereiche nutzbar macht.

Zementfabrik

Zu finden: von der Ziegeleistraße am südöstliche Ortsausgang in die Straße ,,Zementfabrik" abbiegen und dieser einige hundert Meter folgen. Die noch verbliebenen Gebäude liegen auf der linken Straßenseite.

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ehem.Zementfabrik © Verena Bloch

Die ,,Actien-Cementfabrik Schlewecke" wurde am 3. Oktober 1863 in der Winkelvoßschen Gastwirtschaft in Schlewecke gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten 29 Bürger Schleweckes und ein Maurermeister aus Volkersheim. Das Werk wurde am Ufer des Osterbaches östlich des Ortes aus Steinen der Schlewecker Dampfziegelei gebaut, das Steinmaterial in verschiedenen Brüchen der Umgebung gewonnen. Die Produktionszeiten, sogenannte Kampagnen, begannen jeweils im Frühjahr und endeten im späten Herbst. Während der produktionsfreien Zeit beschäftigte man die Belegschaft in Steinbrüchen, beim Holzeinschlag im Wald und in der Zuckerfabik Bockenem. Die Ware des Zementwerkes wurde mit Pferdefuhrwerken zum Hildesheimer Bahnhof gebracht, ab 1887 auch über die Bahnhöfe Derneburg, Lutter a. Barenberge und Schlewecke verladen und Kunden in der näheren und weiteren Umgebung bis in den Südharz und sogar in der Schweiz beliefert. Die sich in den ersten Jahrzehnten positiv entwickelnden Produktionsergebnisse verliefen jedoch ab Anfang 1900 zunehmend schlechter, sodass man den Betrieb zwischenzeitig bis zu Abverkauf bestehender Bestände ruhen ließ. In den Kriegsjahren 1914-18 wurde die Zementproduktion entgültig eingestellt.

Die Gebäude der Schlewecker Zementfabrik werde heute privat genutzt.

Molkerei

Zu finden: Langestr. 7

Nach der Familienchronik des Schleweckers Horst Klingmann befand sich vor der Gründung der Schlewecker Molkerei im Jahre 1908 ein erster Molkereibetrieb auf dem Hof 26 (heute Mittelweg 18) gegenüber der Kirche, dann ab 1900 auf dem Hof Nr. 85,  heutige mit der Adresse Am Ring 3. Hier wurde die Milch in Handarbeit und mit Hilfe einfacher Geräte verarbeitet.

Als sich der Milchviehbestand im Dorf zu Beginn des 20. Jh. deutlich steigerte, entschloss man sich zur Gründung eines genossenschaftlichen und technisch fortschrittlicheren Dampfmolkereibetriebes. Dieser nahm seine Arbeit 1908 in der Langestr.7 auf. Bis zum Jahr 1924 wuchs die Genossenschaft auf 24 Mitglieder an, ab 1935 wurde sie als Lehrbetrieb anerkannt. Während des 2. Weltkrieges, am 1. April 1943, stellte die Schlewecker Molkerei ihren Betrieb ein, die Maschinen und Geräte wurden größtenteils verkauft.

Nach dem Krieg wurde das Molkereigebäude von einem Institut der Technischen Hochschule Braunschweig, später von einem Landhandel und einer Brauerei als Lagerraum genutzt. Eine 1955 gegründete Kalthausgenossenschaft richtete schließlich in einen Teil der Molkereigebäude Tiefkühlraum ein. Hier befanden sich 120 Kühlfächer mit je 100 Litern Aufnahmefähigkeit, die an Interessenten vermietet wurden. Die zunehmende Verbreitung von Tiefkühlgeräten in Privathaushalten setzten der Wirtschaftlichkeit der Kalthausgenossenschaft jedoch eine Ende und sie wurde 1974 aufgelöst.

Seit 1976 wird das ehemalige Molkereigebäude nach Umbaumaßnahmen als privates Wohnhaus genutzt.

Impressum

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