Inhalt

Sehenswert

Monumente

Ehrenmal

Zu finden: Am Denkmal

Nicht weit von der Hauptstraße des Ortsteils Groß Ilde entfernt findet man in der Seitenstraße ,,Am Denkmal" das Ehrenmal für die in beiden Weltkriegen gefallenen Ilder Bürger.

Gedenkstein ,,Wilhelm Geries"

Zu finden: Groß Ilde über die Straße Knackstedts Kamp Ri. Westen verlassen, bei der nächsten Möglichkeit links abbiegen und diesem Weg folgen. Unterwegs erreicht man etwa auf halber Strecke einen Wasserbehälter. Dem Weg weiter folgen bis zum Gedenkstein. (Koordinaten: 52° 0,053'N; 10° 2,543'O)

Mit einem weiteren Stein wird außerdem an den in Ilde geborenen ,,Jagdkamerad und Naturfreund" Wilhelm Geries erinnert, der als Soldat am 9.1.1942 in der Nähe von Moskau ums Leben kam. Diesen Gedenkstein, der etwa 1,5 Kilometer vom Ortsausgang entfernt liegt, erreicht man über einen Spaziergang wie oben beschrieben.

Historische Baulichkeiten

St. Lamberti-Kirche

Zu finden: Schneidergasse, Gr. Ilde

In beiden Ortsteilen von Ilde hat es früh eine Kirche gegeben. Die Katharinen-Kapelle von Klein Ilde wird noch 1688 im Rahmen einer Kirchenrechnung  erwähnt. Sie stand in der Nähe der Lamme, woran noch heute der Begriff ,,Altaristenwiese" erinnert. Doch schon wenig später scheint diese Kapelle nicht mehr existiert zu haben und Klein Ilde war im Nachbarort eingepfarrt.  

Die Kirche in Groß Ilde wird bereits 1172 als templo die, quod est in Yllede, also als Tempel Gottes in Ilde erwähnt. Der Lamspringer Probst Berno überträgt auf Bitten der Einwohner Ildes ihrer Kirche den Zehnten (eine etwa zehnprozentige Steuer in Form von Geld oder Naturalien) von zweieinhalb Tagewerk, damals etwa zweieinhalb Morgen Land. Die älteste Glocke der Kirche wurde 1513 in der Glockengießerei von Harmen Koster gegossen, dessen Werkstatt am Michaelishügel in Hildesheim lag. Er stammte aus dem nicht weit von Ilde entfernt liegenden Nette und von ihm erzählt über dreihundert Jahre später der in Nette lebende Pastor Ludwig Spitta in seinem Roman Meister Harmen. Der Inschrift auf dem Rand der Glocke sind sein Name und der Name der Glocke zu entnehmen. Sie trägt den Namen ,,Anna" und ist damit der Mutter der Jungfrau Maria geweiht. Nach Aussage der Ortschronistin Doris Haars war diese früher auch Schutzpatronin der Groß Ilder Kirche. Lange feierte man im Dorf daher am 26. Juli, dem Gedächtnistag der Hl. Anna, den Geburtstag der Kirche.

Heute ist das Gotteshaus von Groß Ilde eine Lamberti-Kirche. Wer sie anschaut, bemerkt schnell, dass von der mittelalterlichen Ursprungskirche nur der Kirchturm erhalten geblieben ist. Dieser Turm mit seinen dicken Mauern und kleinen schießschartenartigen Fensteröffnungen bot den Dorfbewohner bei Überfällen lebensrettenden Schutz, denn der Ort lag nicht weit von einer Heerstraße, die in einer alten Flurkarte noch verzeichnet ist. Der Eingang zum Turm war damals nur über das Kirchenschiff zu erreichen und hatte eine kleine Tür an deren Südseite. Wurde diese Tür von Eindringlingen belagert, kletterten die Verteidiger über eine Leiter in den Turm und zogen diese zu sich hinauf. Auf drei Stockwerken konnten alle Dorfbewohner im Turm Zuflucht finden.

Von der Tür ist heute nichts mehr zu sehen, einen Hinweis fand man aber in einer Niederschrift des Pastors Wiesen, der 1755 berichtet, dass da wo die alte Kirchenthür war, ein neues Fenster gemacht wurde. Obwohl über die Jahrhunderte viele schriftliche Hinweise zum Kirchenbau verloren gingen, liess die Frage nach dieser kleinen Tür der Groß Ilder Ortschronistin keine Ruhe. Im Jahre 2013 zog sie in der Festschrift zum 500. Jubiläum der Kirchenglocke ,,Anna" folgenden Schluss aus ihren Nachforschungen. So manches Mal habe ich das Kirchenschiff in Augenschein genommen. Neben dem Turm fand ich einige Steine, die in einem leichten Bogen angeordnet sind. Bei gutem Lichteinfall habe ich im März 2013 einige Aufnahmen gemacht. Erst beim Anschauen der Fotografien auf dem Bildschirm fiel mir auf, dass auch ein Fenster zu erkennen ist. Ab diesem Zeitpunkt gehe ich davon aus, dass das die alte Eingangstür zur Kirche war. Meine Vermutungen habe ich in den Aufnahmen Abbildung 1 und Abbildung 2 dargelegt.

Die beiden nach Süden und Osten weisenden romanischen Fensterrundbögen des Turms sind heute nicht mehr zu erkennen. Der eine wird durch das Zifferblatt der Kirchturmuhr, der andere durch das direkt anschließend liegende und bei Renovierungen erhöhte Kirchendach verdeckt. In einer Festschrift aus dem Jahre 1955 findet man jedoch noch den Hinweis, dass beide Fensteröffnungen ursprünglich durch die für das 12. Jh. übliche Rundsäulen mit Würfelkapitellen geteilt waren.

Aufzeichnungen der Ilder Pastoren zwischen Mitte und Ende des 18. Jh. ist zu entnehmen, dass die Bewohner beider Dörfer sich ständig im Streit um Restaurierungsarbeiten und einen Kirchenneubau der Groß Ilder Kirche befanden.

Dass die Lambertikirche im Verlaufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und renoviert wurde, erkennt man an unterschiedlichen Stellen des Gebäudes. In der südöstlichen Ecke der Außenmauer kann man beispielsweise in einem alten Stein die Jahreszahl 1691 erkennen. Am Steinquader über der heutigen Eingangstür zur Kirche ist zu lesen, dass während der Amtszeit des Pastor Wiesen im Jahre 1755 ebenfalls Baumaßnahmen stattfanden, in deren Zusammenhang die alte Mauer zwischen Kirche und Thurm weggerissen und die Kirche dadurch verlängert wurde. Dieses führte jedoch dazu, daß die gantze Südseite des Thurmes, fürnehmlich die Südostecke der Einfall drohete, und deswegen bis vier Fuß unter das Kirchendach abgenommen und wieder neu aufgeführet werden mußte. Dieses gab Gelegenheit, die gegen Süden eingehende Kirchenthür unter den Thurm zu verlegen, und das alte Leichhaus wegzuräumen. 1757 waren die Arbeiten am Kirchturm zwar beendet, aber zum Ende des Jahrhunderts befand sich das Kirchenschiff in einem derart schlechten Zustand, dass kein Gottesdienst mehr in der Kirche abgehalten werden konnte. Immer wieder von Unstimmigkeiten begleitet begann man im Verlaufe des Jahres 1796 endlich mit dem Abriss und Neubau der Kirche, doch pünktlich zum Richtfest konnten sich die Mitglieder beider Dörfer nicht darüber einig werden, wer den Richtkranz stellen durfte. Der Pfarrer musste berichten: ... sie betrugen sich weiter feindlich, und jede Gemeinde feierte für sich.  Im darauf folgenden Frühjahr gelang es beiden Orten endlich, das notwendige Geld zusammen zu bringen, um die Kirche zu weiten und weiter auszubauen. Der Neubau war 1801 fertiggestellt. Seitdem spannt sich über dem Kirchenschiff eine gewölbte Decke, statt eines Strohdaches trägt der Bau ein deutlich höheres Ziegeldach und die Kirche hat größere Fenster erhalten.

Die schriftlichen Quellen zur Dorfgeschichte durch die Pastoren enden zum Jahreswechsel 1799/1800 und über weitere Auseinandersetzungen ist nichts mehr bekannt. Die Gemüter scheinen sich beruhigt zu haben, denn alle späteren Renovierungsarbeiten in und an der Kirche sowie Anschaffungen für diese sind in gutem Einvernehmen vorgenommen worden.

Der Kanzelaltar geht vermutlich auf die Zeit der Neugestaltung der Kirche 1755 zurück. Er ist schlicht, ohne jegliches Bildwerk und wurde, ebenso wie der Taufstein, 1964 neu bemalt und außerdem mit einer Holzverkleidung versehen.

1862 schafften beide Dörfer gemeinsam eine Orgel des Orgelbauers Kohlen in Gottsbüren an, die bis heute in St. Lamberti gespielt wird.

Im hinteren Teil des Kirchenschiffs unter der Orgelempore stehen links und rechts zwei geschlossene Kirchenbänke. Diese auch als Priechen bezeichneten Gestühle blieben in der protestantischen Kirchentradition den höhergestellten Ständen der Kirchengemeinde vorbehalten. An den Innenwänden der Ilder Priechen hängen eine Gedenktafel mit den Namen der Kriegsopfer Ildes, eine Gedenktafel für den Gutsbesitzer Carl Mackensen aus Klein Ilde und ein Klingelbeutel aus rotem und mit Goldbrokat verziertem Tuch aus dem Jahre 1766. Bis weit in des 20. Jh. hinein wurde er noch zum Einsammeln der Kollekte genutzt.

Auffällig ist ein über dem Mittelgang hängender Radleuchter, eine Kunstschmiedearbeit mit Glühlampen, den der Landwirt Otto Steinborn der Kirche 1948 schenkte. Der ältere Kronleuchter befindet sich vor der Orgelempore. Laut Namensinschrift wurde er 1709 von Hans Sandtfos und Ilsemarie Knacksterdt aus Klein Ilde gestiftet.

Auf den Namen Sandvos - in leicht veränderter Schreibweise - stößt man auch noch im Eingangsbereich der Kirche. Hier steht ein wertvolles Grabrelief, dass Wennemar von Schaaffhausen aus Klein Ilde im vergangenen Jahrhundert mitten in der Lamme entdeckte. Es lag an einer Stelle, die der,,Badekolk" genannt wurde. Vermutlich nutzte die Dorfbevölkerung den Stein, um von ihm in den kleinen Fluss zu springen. Die nur noch schwer zu lesende Inschrift lautet. Alhier ruht in Gott der weiland Ehr-und achtsame Curdt Heinrich Sandvos, gewesener Meierdingsgreve, auch Ackermann und Schafmeister in Kleinen Ilde, geboren 9. Juni 1684, gestorben den 2. Marty (März) 1736 seines Alters 51 Jahre, 7 Monate und 3 Tage. Möglicherweise handelt es sich hier um den Grabstein des Stifter des alten Leuchters. Auf Namen, Geburts- und Sterbedatum folgen zwei Bibelverse, unten links ein Totenschädel, rechts eine Eule mit Stundenuhr und das Bildnis einer aufrecht stehenden Person - wahrscheinlich einer Frau - zu deren Füßen ein in Tücher gewickeltes Kind liegt. Im Kirchenbuch dieser Zeit fand man allerdings den Hinweis, dass der hier genannte Sandvos kinderlos verstarb und seine Frau ihn überlebte. Auf seinem Klein Ilder Ackerhof folgte später die Familie Mackensen, ab etwa 1870 die Familie Lauenstein und seit 1928 befindet sich das Anwesen im Besitz der Familie von Schaaffhausen.

Bei einem Gang um die Kirche fällt eine in der Südseite des Kirchenschiffes eingemauerte Grabplatte ins Auge, die an den Ilder Pastor Carl Julius Heering erinnert. Er trat 1853 seinen Dienst in der Ilder Kirchengemeinde an und verstarb 10 Jahre später kurz vor Beginn des Ostergottesdienstes.

Die Kirche von Groß Ilde ist nur vor oder nach Gottesdiensten für Besichtigungen geöffnet. Die Gottesdienstzeiten der Kirchengemeinden in den Dörfern des Ambergau können Sie unter https://www.kirchengemeindeverband-ambergau.de erfahren.

Altes Pfarrhaus

Zu finden: Schneidergasse 2. Gr. Ilde

Das alte Pfarrhaus liegt direkt neben der Kirche und am Ende der Schneidergasse. Es wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Aus dem ältesten Kirchenbuch der Gemeinde geht aber hervor, dass an dieser Stelle schon deutlich früher der Pfarrer ein Haus bewohnte. Dieses Pfarrhaus brannte in der Nacht vom 7. auf den 8.Oktober 1650 vollständig nieder und musste neu aufgerichtet werden. Immer wieder mussten in der nachfolgenden Zeit Reparaturarbeiten vorgenommen werden. 1838 wurde für den über 36 Jahre in Ilde tätige Pfarrer Karl Daniel Friedrich Schrader im Rahmen größerer Bauarbeiten und erst ein Jahr vor seinem Tode endlich eine Studierstube angelegt, wobei die Gemeinde entschied, dass der Pastor für den Ofen dieser Stube selbst aufzukommen habe.

Zum Pfarrhaus gehörten Wirtschaftsgebäude, ein Garten und großer Viehbestand mit Kühen, Hühnern, Schweinen und Gänsen, mit deren Erträgen die Pfarrersfamilie das schmale Gehalt des Pfarrers etwas aufbessern konnte. Zu diesem Zweck nahm der nachfolgende Pfarrer Carl Thimme sogar zusätzlich Pensionäre in sein Haus.

Heute wird das Ilder Pfarrhaus nicht mehr von einem Pfarrer bewohnt. Hier lebt nun die Gewandmeisterin Maria Magdalena Lechner mit ihrer Familie. Das Haus kann daher nicht besichtigt werden, für einen Besuch in ihrem Atelier kann man aber einen Termin mit Frau Lechner vereinbaren.

Kastanienhof

Zu finden: Kastanienallee, Gr. Ilde

Der Kastanienhof und ebenso die Straße, in der man ihn findet, haben ihre Namen von den mächtigen Bäumen, die ihre Zweige über dem Grundstück und dem Dach des ehemaligen Groß Ilder Fachwerk-Gasthofs ausstrecken. Lange war der Kastanienhof Treffpunkt in der Mitte des Ortes, in dem gegessen und getrunken, gefeiert und getanzt wurde. Nach mehrfachen Betreiber- und Besitzerwechseln blieben seine Türen ab Ende des 20. Jh. endgültig geschlossen, seitdem wird dort kein Bier mehr gezapft und kein Tanzfest mehr gefeiert. Er wird heute privat als Wohnhaus genutzt.

Gut von Schaaffhausen

Zu finden: An der Lamme 2, Kl. Ilde

Unübersehbar ist in Klein Ilde das Gutshaus Schaaffhausen. Das stattliche Fachwerkanwesen, dessen ältester und größter Teil mit einem Zugang über eine Steintreppe aus den Jahren 1717/18 stammt, bildete 1830 den großen Ackerhof Carl Mackensen. Dieser war zwischen 1769 und 1830 durch Zusammenlegung von drei Hofstellen entstanden. Seinem Namen begegnet man auch in der Kirche von Groß Ilde, wo man ihm mit einer Ehrentafel ein besonderes Gedenken geschaffen hat. Carl Mackensen wurde 1870 im Deutsch-Französischen Krieg schwer verwundet und verstarb nach seiner Rückkehr in Klein Ilde.

1917 verkaufte die Erbin Frau Lauenstein, geb. Mackensen das Gut an den Landwirt Heinrich Frerking und kam 1928 in den Besitz der aus Schlesien stammenden Familie von Schaaffhausen. Seitdem wird es von dieser mittlerweile in dritter Generation bewirtschaftet und gehört, neben der Nachbarhofstelle Rudolph, zu den letzten landwirtschaftlichen Betrieben in Klein Ilde.

Das Gut war ursprünglich ein Dreiseithof mit zwei schräg auf die Einfahrt zulaufenden langezogenen Wirtschaftsgebäuden, von denen das südliche später abgerissen wurde. Der nach Süden direkt an das Wohnhaus angrenzende Gebäudeteil wurde 1831 unter dem damaligen Gutsbesitzer Mackensen angebaut.