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Kultur in der Region Hildesheim

Geschichte

Geschichtliches

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OS_Heersum © Verena Bloch

Heersum wurde erstmals 1022 in den Güterverzeichnissen des Hildesheimer Michaelisklosters erwähnt und gehörte zu einem großen Teil zu den Besitztümern des Grafen vom Wohldenberg. Das heutige Heersum ist um das Jahr 1300 entstanden. Noch zu dieser Zeit lag in unmittelbarer Nachbarschaft Heersums auf der anderen Seite der Innerste das Dorf Cantelsum, das bis in das Jahr 1645 Erwähnung findet, danach jedoch von seinen Bewohnern verlassen wurde und schließlich verfiel. Heersum und die umgebende Feldmark gingen bis Ende des 14. Jahrhundert in den Besitz des Klosters Derneburg über. Seine Bewohner wurden nach Sottrum umgesiedelt und der Ort zum Wirtschaftshof des Klosters.

Weit über seine Dorfgrenzen hinaus bekannt wurde Heersum im Jahre 1864. Damals entdeckte der Geologe Karl von Seebach in einem einfachen Steinbruch in der Nähe des Dorfes im Rahmen von wissenschaftlichen Untersuchungen Juraschichten von eigenartiger Weichheit mit zahlreichen Versteinerungen. Er gab diesen Gesteinsformationen den Namen Heersumer Schichten. Diese Bezeichnung ist in der Geologie zu einem festen Begriff geworden und die Heersumer würdigen ihn in ihrem Wappen durch die Abbildung eines versteinerten Seetieres, des Ammonshorns.

Heute liegt der Ort unweit der Autobahnen 7 und 39 und direkt an der B6, die den Ort jedoch nur streift. Seine verkehrsgünstige Lage hat nach dem 2. Weltkrieg in mehreren Neubaugebieten für einen regen Bevölkerungszuwachs gesorgt. Die neueren Wohngebiete liegen jedoch an den Ortsrändern und haben die dörfliche Struktur Heesums nicht zerstört. An der sehr schön ausgebauten alten Heerstraße, der Mittelstraße, die ursprünglich die einzige Verbindung von Hildesheim nach Goslar war, befinden sich landwirtschaftliche Höfe, Wohn- und Geschäftshäuser.

Seit 1974 gehört Heersum zum Gemeindeverbund Holle und hat gut 700 Einwohner.

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Wappen Heersum
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altes Pfarrhaus mit Scheune Heersum © Verena Bloch
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St. Urbani Heersum © Verena Bloch
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Fachwerkhof in Heersum
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Fassade in Heersum

Historische Baulichkeiten

St. Urbani Kirche

Zu finden: Mittelstraße

Das genaue Alter der St. Urbani Kirche ist nicht bekannt. Ihr mächtiger Turm stammt vermutlich aus der Zeit vor 1300 und wurde zusammen mit dem Kirchenschiff 1731 erneuert. Über der Eingangstür finden wir diese Zahl. Der Grundriss der Kirche hat biblische Maße, die der Textstelle aus dem Buch Ezekiel, Kapitel 41 Vers 2 entnommen sind: sie ist 20 Ellen breit (das entspricht in etwa einer Breite von 9,30 Metern) und 40 Ellen lang. Neben der im Süden liegenden Eingangstür zeigt eine Vertikalsonnenuhr die Uhrzeit an.

Im Inneren von St. Urbani sind die farbkräftige und nur zum Teil erhaltene Deckenbemalung und der barocke Kanzelaltar erwähnenswert. Der Altar entstammt der Werkstatt Fahrenholz aus Bockenem und wurde 1739 dort gefertigt. In der Kartusche im Kanzelkorb ist der Schriftzug Lass rein wie ietzt, lass unzertrent, Herr, bei uns Wort und Sacrament zu lesen. Aus den blau hervorgehobenen und gleichzeitig als römische Ziffern bekannten Buchstaben lässt sich die Jahreszahl der Renovierung ablesen.

Im Chorraum hängt ein farbig gefasster Taufengel, der vermutlich schon 1721 vom Bildhauer Ernst Dietrich Bartels aus Hildesheim geschnitzt wurde. Anders als andere Taufengel im Hildesheimer Land trägt dieser Engel keine Flügel und hält auch keine Wasserschale in seinen geöffneten Händen. Er wird von einer eisernen Stange getragen, an der eine Tafel mit den Namen der Stifter befestigt ist.

Ebenfalls älter als das 1731 entstandene Kirchengebäude sind die Messingleuchter am Altar, die der Gemeinde 1652 gestiftet wurden und der im Altarraum hängende Kronleuchter. Er wird auf das Jahr 1700 datiert.
Im Chorraum befindet sich auch eine Grabplatte, die lange Zeit unerkannt als steinerne Stufe vor dem Eingang zur Kirche lag. Sie wurde vor Jahren zufällig angehoben und hat nun gereinigt ihren neuen Platz in der Kirche erhalten.
Die älteste Glocke im Turm aus dem Jahre 1521 hat den schönen Namen "Petronilla". Nach einer Legende war dieses der Name der Tochter des Hl. Petrus. Eine weitere kleinere Glocke hängt seit 1701 im Heersumer Kirchturm.

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St. Urbani Heersum © Verena Bloch
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St. Urbani Heersum © Verena Bloch
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Taufengel Heersum © Verena Bloch
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St. Urbani Heersum © Verena Bloch
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St. Urbani Barockaltar © Verena Bloch
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St. Urbani Barockaltar © Verena Bloch
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St. Urbani Decke © Verena Bloch
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St. Urbani_alte Grabplatte © Verena Bloch

Wer Kirche und Taufengel ansehen möchte, sollte einen Besuch absprechen mit Günter Gondeck, Telefon 0 50 62 15 26 oder 0 17 01 23 58 59.

Altes Pfarrhaus mit Scheune

Zu finden: Mittelstraße

Wenn man auf dem Weg durch Heersum der Mittelstraße folgt, fallen in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche zwei weiße Fachwerkgebäude ins Auge. Es handelt sich hierbei um das alte Pfarrhaus der Kirchengemeinde und um die ehemals zu diesem Haus gehörende Scheune. Im Jahre 1953 wurden im alten Pfarrhaus das Sprengelheim der evangelischen Kirche eingeweiht, in dem Fortbildungen und Seminare stattfanden. Seit dem Verkauf im Jahre 2004 dient es, ebenso wie die zu einem Wohnhaus umgebaute Scheune als Außenwohnstelle der Kinder- und Jugendhilfe St. Ansgar in Hildesheim, einem Kinderheim unter dem Dach des katholischen Caritasverbandes. Hier werden jeweils acht Mädchen und Jungen ab dem Grundschulalter in Wohngruppen betreut, in weiteren Kleingruppen leben Jugendliche in selbständigeren Wohnformen zusammen.

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Altes Pfarrhaus heute St.Ansgar Wohnaußenstelle Heersum © Verena Bloch
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altes Pfarrhaus mit Scheune Heersum © Verena Bloch

Alte Dorfschule

Zu finden: Mittelstraße

Ebenfalls in direkter Umgebung der Kirche steht noch heute die alte Dorfschule, ein roter Klinkerbau direkt an der Mittelstraße. Über der Eingangstür klärt eine Tafel über den ursprüglichen Zweck des Gebäudes auf: Ihren Kindern die Gemeinde Heersum 1878. Darunter sind die Namen der für das Schulgebäude verantwortlichen Bürger, das heißt des Pastors, des Lehrers, der Ortsvorsteher und zuletzt des Baumeisters aus Baddeckenstedt zu lesen.

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alte Schule Heersum © Verena Bloch
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alte Schule Heersum © Verena Bloch


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