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Kultur in der Region Hildesheim

Geschichte

Geschichtliches

Die ursprüngliche Teilung in zwei Ortsteile ist der Grund dafür, dass der heutige Ort Giesen über zwei Wappen verfügt. Ein goldener Schild des Ortsteil Groß Giesen mit rotem Balken und Nägeln erinnert an das Rittergeschlecht von Giesen, dass erstmals im 12. Jhd. urkundlich erwähnt wird. Das Wappen von Klein Giesen zeigt drei Lilien und einen Querbalken auf rotem Grund, die auf das Siegel des Ritters Cord von Beelte hinweisen.

Eine erste Erwähnung findet der Ort im Jahre 1146, sein Ortsname wechselte jedoch häufig. So sind außerdem die Namen Gesen, Jesen und Gesim bekannt. Die Unterscheidung zwischen Groß- und Klein Giesen ist bereits seit dem 14 Jh. bekannt. Viele Giesener Familien haben ihren Ursprung vermutlich in der Ortschaft Groß Beelte, die während des Dreißigjährigen Krieges ausgelöscht wurde und an die heute noch eine Straße in der Feldmark und eine Linde im Beelter Feld erinnert.

Die Zweiteilung der Ortschaft in Groß- und Klein Giesen ist der Grund dafür, dass der Ort heute über zwei katholische Kirchen verfügt: St. Vitus in Groß Giesen und St. Martin in Klein Giesen.

Erwerbsmöglichkeiten boten für die Giesener Bevölkerung noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts in der Landwirtschaft und der Holzwirtschaft (Giesener Wald) sowie in der Kalischachtanlage „Siegfried“, die jedoch 1987 ihren Betrieb eingestellt hat. Im Jahr 2013 ist jedoch bekannt geworden, dass die Kali und Salz AG Kassel eine Wiederaufnahme der Kaliförderung in Giesen und Umgebung und umfangreiche Investitionen in die gesamte Bergwerksanlage plant. Während noch in diesem Jahr (2014) das Planfeststellungsverfahren für eine Wiederinbetriebnahme beginnen soll, sorgen sich Bürgerinitiativen in Giesen, Ahrbergen und Umgebung um die damit zusammenhängenden Auswirkungen auf Natur und die hier lebenden Menschen.

Im Ort sind einige Gewerbe- und Handwerksbetriebe ansässig.

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Wappen von Klein Giesen
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Wappen von Groß Giesen

Historische Baulichkeiten

Vituskirche

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St. Vitus Giesen © Verena Bloch

Zu finden: Paradiesstraße

Die Vituskirche ist die Pfarrkirche des ehemaligen Ortes Groß Giesen. Das vermutlich als adelige Eigenkirche erbaute Gotteshaus wurde 1235 durch Ritter Dietrich von Depenau dem Godehardikloster in Hildesheim übertragen. Wahrscheinlich bis ins 16. Jhd. hinein umfasste der Pfarrbezirk von St. Vitus auch die Ortschaften von Klein- und Groß Beelte. Zur Erinnerung an die bereits im Dreißigjährigen Krieg ausgelöschten Ortschaften wurden deren Patrozinien - St. Nikolaus und St. Berward - 1929 als Nebenpatrone von St. Vitus übernommen.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde jedoch auch St. Vitus schwer beschädigt bzw. zu großen Teilen zerstört und das heutige Kirchengebäude von 1672 bis 1675 neu errichtet. Aus dieser Zeit stammt noch der Westturm der Kirche, während das heutige Kirchenschiff im Jahre 1929 entstand. Im Inneren sind sechs Deckengemälde aus der Zeit um 1675,die barocken Altäre vom Ende des 17. Jhd., der Hochaltar aus dem 18. Jhd. sowie die um 1520 angefertigte Kanzel zu beachten. Letztere hat ursprünglich vermutlich ihren Platz in der Nikolaikapelle in Hildesheim gehabt.

Pünktlich zur Gemeindefusion der Gemeinden rund um Giesen am 1.11.2014 haben Gemeindemitglieder mit viel Engagement und Eigenleistung saniert. Mit Unterstützung einer im Ort lebenden Restauratorin wurden die Deckengemälde und der Altar gereinigt und neue Konsolen für dessen Figuren angefertigt. Die Innenwände der Kirche erhielten einen neuen Anstrich, sodass sich St. Vitus nun als Hauptkirche des Gemeindeverbunds in frischem Glanz präsentiert.
Im Außengelände der Kirche erinnern alte Grabsteine und Tafeln in der Kirchhofmauer heute an die Verstorbenen von Giesener Familien.

Die Vituskirche ist über die Gottesdienstzeiten hinaus täglich von 10 -17 Uhr geöffnet. Wer nähere Auskünfte zur Kirche wünscht, melde sich bitte bei der Küsterin Frau M. Rüth, Tel. 0 51 21/ 77 08 89

Alte Grabsteine und Tafeln in der Kirchhofmauer erinnern heute an die Verstorbenen von Giesener Familien.

Altes Schulhaus / Thiestein

Zu finden: Am Thie (neben der St. Martins Kirche)

Der Thiestein und das alte Schulhaus, ein Fachwerkhaus aus dem Jahre 1526, in dem ursprünglich zwei Schulklassen Platz hatten, befinden sich im ehemaligen Klein Giesen oder dem "Unterdorf" des Ortes Giesen neben der St. Martinskirche. Das alte Schulhaus ist im Besitz der katholischen Kirche, ist zurzeit an privat vermietet und daher nur von außen zu besichtigen.

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