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Kultur in der Region Hildesheim

Geschichte

Geschichtliches

Eime liegt eingebettet zwischen den Höhenzügen der Alfelder Berge und des Külf in direkter Nachbarschaft zu Elze im Norden und Gronau, dem Verwaltungszentrum der Samtgemeinde Leinebergland.

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Ortsschild_Eime1 © Marion Schorrlepp
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Eime25 © Verena Bloch
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Eime2 © Verena Bloch
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Eime.28JPG © Verena Bloch
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Eime24 © Verena Bloch
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Eime23 © Verena Bloch
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Eime3 © Verena Bloch
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Eime26 © Verena Bloch
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Eime30 © Verena Bloch

Dem ehemaligen Dorfschullehrer von Deilmissen und späteren Kreisheimatpfleger (Kreis Alfeld) Wilhelm Barner (1893 – 1973) hat Eime das Wissen um seine weit zurückreichende Geschichte zu verdanken.

Im Rahmen der Feldarbeiten eines Eimer Landwirts nördlich des Ortes traten 1930 Gefäßscherben zutage, die eindeutig der Jungsteinzeit zuzuordnen waren und auf eine uralte Ansiedlung hindeuteten. Barner begann daraufhin mit Gehilfen noch im selben Jahr mit Ausgrabungen im sog. „Assumer Feld“ und legte bald ein jungsteinzeitliches Gehöft mit mehreren Gebäuden frei, das heute als ältester Siedlungsnachweis der Gegend gilt. Zu diesem Gehöft gehörten ein stattliches Haupthaus, eine separate Kochhütte und eine Schmiede, alle Gebäudeteile mit einer Herd-/Feuerstelle sowie ein Brunnen und eine Abort- und Abfallgrube. Die gesamte Dokumentation der Ausgrabungsarbeiten, Rekonstruktionszeichnungen und viele Fundstücke (Werkzeuge, Hufeisen und Kochgeräte) werden seitdem im Alfelder Heimatmuseum verwahrt bzw. ausgestellt. Auch noch später rund um Eime entdeckte und deutliche jüngere Exponate der Vor- und Frühgeschichte des Ortes sind heute in Alfeld und auch in der Heimatstube Eimes zu finden.

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Wilhelm Barner war es auch, der die Gemeinde 1939 bei der Auswahl der Symbole des damals neu geschaffenen Wappens beriet. Man entschied sich für einen auf silbernem Boden stehenden silbernen Steinsitz mit seitlichen Wangen und hoher gerundeter Rückenlehne, auf der eine goldenen Königskrone zu sehen ist. Hinter dem Sitz ragt ein bis zum Ansatz der Zweige sichtbarer silberner Eichbaum mit silbernen Blättern und goldenen Eicheln hervor. Barner berief sich damals auf einen königlichen Gerichtsplatz zwischen Elze und Eime, der das Zentrum eines altsächsischen Gaus gewesen sein könnte. Seit alters her hielten hier deutsche Könige oder in ihrem Namen die Sendgrafen Gericht und sprachen Recht. Auch die Herzöge von Braunschweig/Lüneburg hielten im späten Mittelalter an dieser Stelle Landtage ab, wie durch eine große Zahl von Urkunden bis zu der Zeit um 1600 belegt werden konnte. Noch auf einer alten Flurkarte von 1798 ist dieser Platz eingezeichnet. Heute weiß man, dass die königliche Gerichtsstätte nicht in der Gemarkung von Eime, sondern von Elze lag. Die als Kreyenholz bezeichneten Wälder, für die der Eichenzweig des Wappens steht, gehören jedoch eindeutig zur Eimer Feldmark.

Urkundlich erstmals erwähnt wird Eime im Juli des Jahres 1209 in einem Schriftstück des Bischofs Hartbert von Hildesheim, in dem er dem Andreasstift die Zehntabgaben eines Hofes mit drei Hufen Land in Eime verspricht. Der Name des Ortes verändert sich im Laufe der Jahrhunderte von Egem über Eihem, Eym, Eigem, Heiem und Ernem bis zum heutigen Eime.

Bis zum Tode von Heinrich Edler von Homburg im Jahr 1247 gehört Eime zur Grafschaft Homburg über Lauenstein und danach zum Herzogtum Braunschweig-Calenberg und verwaltungsrechtlich zum Amt Lauenstein

1550 wird Eime das Fleckenrecht und damit auch das Recht zugesprochen, ein eigenes Siegel zu führen. Das erste Siegel Eimes aus besagtem Jahr zeigt den vorwärtsschreitenden Pilger und Marktheiligen Jakobus den Älteren mit Wanderstab und Buch. Ihm ist auch die Kirche Eimes geweiht.

Die Zusatzbezeichnung Flecken ist somit keinesfalls gleichzusetzen mit einem unbedeutenden und kleinen oder gar schmutzigen „Fleckchen Erde“. Im Gegenteil wird mit diesem schon auf das 8. Jh. zurückgehenden Begriff die ursprüngliche Bedeutung eines Dorfes in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht hervorgehoben. Als Flecken werden kleinere, aber lokal bedeutende Ansiedlungen bezeichnet, denen ein eingeschränktes Stadtrecht und vor allem das Marktrecht zugestanden wird und die als Knotenpunkte in der Nähe oder direkt an großen Verkehrs- und Handelswegen liegen.

Das gilt auch für den Flecken Eime, denn er liegt nicht nur in der Nähe der alten schon 1316 als Via regia bezeichneten und von Osten nach Westen verlaufenden Heerstraße (der heutigen B1), sondern auch direkt an der Nord-Südverbindung Holzminden – Gronau/Elze – Poppenburg – Hildesheim, die bereits in Urkunden Erwähnung findet und dem Verlauf der heutigen B3 entspricht.

Die Verwaltung des Flecken Eime unterliegt dem Magistrat, der sich aus je einem besoldeten Bürgermeister, Kämmerer und Ratsherrn sowie zwei unbezahlten, aber stimmberechtigten Vertretern der Bürgerschaft zusammensetzt. Mit dem Erwerb des Fleckenrechtes wird Eime zunächst das Recht zugestanden, einen und ab 1669 insgesamt drei Markttage im Jahr abzuhalten. Darüber hinaus erhält Eime das Recht der kleinen Gerichtsbarkeit, in dessen Rahmen kleinere Vergehen wie Beleidigungen, Prügeleien und kleine Diebstähle verhandelt und bestraft wurden. Verurteilte werden vom Bürgermeister für eine bestimmte Zeit per Halseisen an der äußeren Kirchhofmauer angebunden und so für alle Dorfbewohner sichtbar an den Pranger gestellt. Von diesem Eisen ist bis heute die Kette neben dem Eingang zum Kirchhof erhalten geblieben. Die Bezeichnung Flecken trägt Eime, mit Unterbrechung der Jahre 1934 bis 1959, bis heute.

Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges bedeutete für den gesamten Landstrich und damit auch für Eime einen folgenschweren und verlustreichen Einschnitt. Zwar bleiben Eime und Umgebung von großen Schlachten verschont, aber die Truppen Graf Tillys schlagen zwischen Gronau, Banteln und Eime ein großes Lager auf. Infolgedessen muss die Bevölkerung also nicht nur Plünderungen und Zerstörungen der durchziehenden Truppen verkraften, sondern darüber hinaus die kampierenden Heere mit dem Lebensnotwendigen versorgen. Auch in Eime werden zahlreiche Häuser von Soldaten in Brand gesetzt und zehn Bauernfamilien müssen ihre Höfe verlassen. Auf dem nahegelegenen Külf schlagen kriegerischen Truppen ganze Waldgebiete für Brennholz kahl und noch 200 Jahre später werden dort im Rahmen von Aufforstungsarbeiten zurückgelassene Waffen gefunden.

1661 werden dem Flecken Eime von Herzog Georg Wilhelm die Braurechte verliehen. 54 Reiheleute (Grundstücksbesitzer) in Eime erhalten so das Privileg, Bier zu brauen und müssen sich dafür zu einer Brauergilde zusammenschließen. Viele benachbarte Orte sind über lange Zeit verpflichtet, von der Brauergilde Eime ihr Bier zu beziehen und das Bier wird im Ratskeller von Eime ausgeschenkt. Das insgesamt aber recht glücklose Unternehmen wird 1853 wieder aufgegeben.

Für die Jahrhunderte nach dem Dreißigjährigen Krieg berichten die Quellen des Eimer Archivs von einigen kleineren und größeren Bränden, von denen der verheerendste im Mai 1802 etwa ein Viertel der zu dieser Zeit noch mit Stroh gedeckten Häuser des Dorfes vernichtet, was dazu führt, dass der besonders betroffene Straßenzug Steinweg im Ortskern (heute Hauptstraße) im Volksmund lange „Brandstraße“ genannt wird.

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Eime8 © Verena Bloch
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Eime20 © Verena Bloch
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Eime17 © Verena Bloch

1964 schließen sich der Flecken Eime mit den Gemeinden Dunsen und Deilmissen zu einer Samtgemeinde des Landkreises Alfeld zusammen, zu der vier Jahre später Deinsen hinzukommt. Im Rahmen der Verwaltungs- und Gebietsreform werden Dunsen, Heinsen, Deinsen und Deilmissen in den Flecken Eime eingegliedert und dieser der Samtgemeinde Gronau angeschlossen. Mit der Kreisreform 1977 ist diese in den Landkreis Hildesheim eingegliedert. Seit 2016 gehört Eime mit den zugehörigen Orten zur Samtgemeinde Leinebergland.

Einige Betriebe, die für die Menschen in Eime Arbeitgeber waren, sind im Laufe der Zeit geschlossen worden, Hauptarbeitgeber ist heute ein im Ort ansässiger mittelständischer Spezialist der Ersatzteil-Logistik für Consumer Elektronik und Haushaltstechnik. Als Kernort des Fleckens bietet Eime eine grundlegende Infrastruktur für seine Bewohner mit zwei Supermärkten, einer Bankfiliale und zwei Arztpraxen. Auch einige Handwerksbetriebe sind nach wie vor angesiedelt und die Betreuung der jüngsten Einwohner ist durch eine kommunale Kindertagesstätte und einen privat gegründeten Kindergarten mit angeschlossenem Hort gesichert.

Die Dorfgemeinschaft engagiert sich in einer ganzen Reihe von Vereinen und Gruppen, das Freizeitangebot für die etwa 2000 in Eime lebenden Menschen wird durch mehrere Sportstätten und Wander-und Radwege erweitert.

Historische Baulichkeiten

Ev. St.-Jakobi-Kirche

Zu finden: Hauptstr. 15

Im nur wenige Kilometer von Eime gelegenen Elze gründete Karl der Große 775 einen Königshof als einen seiner fränkischen Stützpunkte. Dort wurde um 800 die Petruskirche gegründet. Obwohl diese nicht, wie ursprünglich vorgesehen, Bischofssitz wurde, war die Elzer Kirche Mutter- und Gründungskirche für alle Kirchen der Siedlungen in der Umgebung und somit auch für Eime.

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St.Jakobi10 © Verena Bloch
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St.Jakobi2 © Verena Bloch
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St.Jakobi_Turm © Verena Bloch
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St.Jakobi_Turm_Rosette © Verena Bloch

Vom ursprünglichen Kirchenbau sind keine schriftlichen Informationen erhalten geblieben, aber der älteste Gebäudeteil der heutigen Kirche, der Unterbau des rechteckigen Turmes im Westen, ist romanischen Ursprungs, so dass man davon ausgehen kann, dass die erste größere Kirche Eimes im 12. Jh. entstand. Sie ist dem Hl. Jakobus dem Älteren geweiht, der auch auf dem ältesten Siegel Eimes zu erkennen ist.

Der markante Turm der Jakobuskirche ist schon von weitem zu sehen, denn oberhalb der nach Süden weisenden romanischen rundbogigen Schalllöcher erhielt der Turm 1889 eine 54 m hohe Turmspitze nach dem Entwurf des zu dieser Zeit bekannten Architekten Conrad Wilhelm Hase (1818-1902). Hase war insbesondere für die Pläne der Marktkirche in Hannover, das Schloss Marienburg bei Nordstemmen und den dortigen Bahnhof verantwortlich. In diesem aufgesetzten Teil befindet sich seitdem das Glockengeschoss. Auf der Westseite des Turmes wurde außerdem eine Fensterrosette neu gebrochen. Die mit Schieferplatten gedeckte Turmspitze wurde 1974 letztmalig und aufwändig restauriert.

Das ursprünglich an den Turm angrenzende etwa 6,50 m breite Kirchenschiff wurde im Laufe der Jahrhunderte für die stetig anwachsende Kirchengemeinde zu klein, daher 1731 abgerissen und zwischen 1732 und 1738 durch ein deutlich breiteres und größeres ersetzt. Dieses Kirchenschiff hat auf den Längsseiten jeweils fünf Fenster, wobei unter den verkürzten Mittelfenstern je eine Tür mit Sandsteingewänden eingesetzt wurde. Über beiden Türen sind die Jahreszahl des Baubeginns, das Christus-Monogramm sowie Bibelsprüche eingearbeitet. Von den drei sich im Ostchor befindenden Fenstern sind die beiden äußeren heute zugemauert.

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St.JakobiEingang_Sud © Verena Bloch
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St.Jakobi_EingangTurm © Verena Bloch
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St.JakobiTurmraum © Verena Bloch

Der Zugang zur Kirche ist sowohl durch die beiden Seitentüren als auch durch den alten Eingang im Turm möglich. Durch diesen rundbogigen Eingang betritt man zunächst die von einem Kreuzgewölbe überspannte Turmhalle, die durch einen weiteren rundbogigen Durchgang mit dem etwas höher gelegenen Kirchenschiff verbunden ist. 

Der Kirchenraum gliedert sich in drei Schiffe, ein mittleres mit Tonnengewölbe und zwei niedrigere und flache Seitenschiffe, die komplett mit Sitzbänken bestuhlt sind. Eine ringsum verlaufende Emporenanlage prägt das Innere der Jakobuskirche. Sie ist durch Treppen im hinteren Teil der Kirche sowie durch weitere Aufgänge hinter dem Altar im Osten zu erreichen und oben ebenfalls mit Sitzbänken ausgestattet.

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St.Jakobi8 © Verena Bloch
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St.Jakobi7 © Verena Bloch
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St.Jakobi6 © Verena Bloch
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St.Jakobi5 © Verena Bloch

Auf der Westempore befindet sich seit 1714 eine Orgel. Das erste Instrument des Orgelbauers Johann Georg Müller aus Hildesheim wurde mehrfach erweitert und dieser Prospekt beim Neubau der Orgel 1992/93 verwendet.

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Altar_EimeDSC_3857 © Heiko Stumpe
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St.JakobusAltar_ © Verena Bloch

Herausragendes Kunstwerk des hell und eher schlicht gestalteten Kirchenraumes ist jedoch der Flügelaltar mit dekorativem und figürlichem Schnitzwerk aus der Zeit um 1520. Der aus Eichen- und Lindenholz gefertigte Triptychon hat fünf Achsen. Die drei mittleren Teile sind doppelt so breit wie die äußeren und drei- statt zweigeschossig aufgeteilt. Im zentralen Mittelteil sind die Sieben Schmerzen Marias dargestellt, weshalb der gesamte Altar auch als Siebenschmerzenaltar bezeichnet wird. Um die Marienfigur sind links, oben und rechts Szenen aus dem Leben Marias und ihres Sohnes Jesu dargestellt: die Flucht nach Ägypten, der zwölfjährige Jesus im Tempel, Kreuztragung, Kreuzigung, Beweinung, Grablegung und Darbringung im Tempel. Diese Darstellungen eingerahmt von je zwei Apostelfiguren: auf der linken Seite Jakobus d. Ä., der Kirchenheilige (li. o.), Bartholomäus (li. u.) – beide waren auch Patrone von Altären der Andreaskirche in Hildesheim, an dessen Stift Elze Zehntabgaben zu entrichten hatte – sowie auf der rechten Seite Petrus (re. o.) und Paulus (re. u.). Sie stellen die Verbindung zum Patronat der Mutterkirche in Elze her.

Die beiden Flügeltüren enthalten paarweise angeordnet stehenden Heiligenfiguren mit ihren Insignien. Man erkennt im linken Flügel den Heiligen Bernward und Anna Selbdritt, Johannes d. T. und Katharina und darunter Georg und Elisabeth und Nikolaus und Dorothea. Im rechten Flügel sind oben Barbara und Martin sowie Maria Magdalena und Laurentius dargestellt, darunter schließlich Luzia und Andreas und Margareta und Jakobus d. J. Die Namen der Heiligen sind auf dem Sockelstreifen unter den Figuren zu lesen.

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Altar_EimeDSC_3858 © Heiko Stumpe
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Altar_EimeDSC_3859 © Heiko Stumpe
Wenn die Türen des Altars am Karfreitag bis zum Osterfest geschlossen werden, sieht die Gemeinde auf den nun nach vorne gekehrten Rückseiten der beiden Flügel Szenenfragmente aus der Jakobuslegende in Tempera auf Kreide gemalt. Man erkennt links oben die Verkündigung, unten die Szene der Enthauptung des Jakobus mit auf dem Rücken zusammengebundenen Händen durch Landsknechte. Am Boden liegt sein Hut mit der Pilgermuschel und zwei gekreuzten Schwertern. Auf dem rechten Flügel die Darstellung der Geburt Christi und darunter ein sitzender Mann mit Pilgermütze und eine Gruppe von zuhörenden Männern.

Im Jahr 1820 wurden die Flügel vom Schrein getrennt. Später und bis 1960 wurde er in einen Kanzelaltar integriert. Die Kanzel verdeckte jedoch das Kreuzigungsrelief in der Mitte, sodass dieses herausgenommen und einzeln aufgestellt werden musste. Erst mit der Verkürzung der Kanzel nach 1960 konnte man alle Teile des Altars wieder zusammenfügen.

Der Altartisch (Mensa) der Jakobuskirche war über lange Zeit mit drei Steinplatten bedeckt: der ursprünglichen Mensaplatte mit drei Weihekreuzen aus dem 15./16. Jh. und zwei weitere Platten, die vermutlich alten Gräbern entnommen wurden. 1968 wurde er mit einer neuen Platte versehen, die beiden Grabsteine stehen seitdem auf dem Kirchhof an der nördlichen Friedhofsmauer.

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St.JakobiTaufstein © Verena Bloch

Unmittelbar vor der ersten Sitzbankreihe des Mittelschiffs steht ein Taufstein aus dem Jahr 1605 mit einem achteckigen Schaft mit Eckvorlagen, die in einem Diamantquader, einer Rosette oder einer Blumenvase in flachem Relief besetzt sind. Auf vier Wandseiten sind mehrere Namen zu lesen, bei denen es sich um die Namen der Stifter des Taufsteins handeln könnte. An den übrigen Seiten befinden sich kleine Puttenköpfe in flachen Arkaden. Der Schaft des Taufsteins steht in seiner heutigen Form auf dem Kopf. Man nimmt an, dass die Höhe des Taufsteins verändert wurde, denn der eigentliche Sockel und das unterste Schaftstück fehlen. Da der Durchmesser des Schafts danach nicht mehr zum Aufsatz passte, setzte man den Schaft umgedreht wieder auf.

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St.JakobiLeuchter1650 © Verena Bloch

Über dem Taufstein hängt einer von drei Messing-Kronleuchtern der Jakobuskirche. Auf der unteren Kugel dieses Leuchters sind in einer Inschrift das Stifterjahr 1650 und die Namen zweier Jungen – Jacob Glenewinckel und Jürgen Winter sowie der Spruch aus 1 Kor. 10, 31 eingearbeitet. Welche traurige Geschichte sich hinter dieser Inschrift verbindet, erzählt Norbert Poschmann, der Heimatpfleger von Eime, hier. Die beiden anderen Leuchter im Kirchenschiff stammen aus der 2. Hälfte des 17. Jh. bzw. aus dem 18. Jh.

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St.JakobiOelgemaeldeKreuzigung2 © Verena Bloch
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St.JakobiOelgemaldeChristus © Verena Bloch

Ebenfalls in der 2. Hälfte des 17. Jh. entstanden die beiden Ölgemälde an der Nord- und Südwand der Kirche.

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Friedhof_EimeJPG © Verena Bloch
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St.JakobiMauer © Verena Bloch

Nach Verlassen der Kirche lohnt ein Gang über den Friedhof Eimes, der – anders als in den meisten Dörfern des Hildesheimer Landes – noch immer direkt an der Kirche liegt und später nach Osten erweitert wurde. Der Kirchhof ist auf drei Seiten von einer Bruchsteinmauer begrenzt. Von Westen betritt man ihn durch eine hohe, horizontal abgedeckte Toranlage, die aus rundbogigen Wagendurchfahrt und einer Fußgängerpforte besteht. Eine Platte mit der nicht mehr eindeutig zu erkennenden Jahreszahl ANNO 168...? (oder auch 163...?) schräg oberhalb der Durchfahrt weist auf die Entstehungszeit der Kirchhofmauer hin und gehört somit noch zum Vorgängerkomplex der heutigen Kirche. Rechts vom Tor hängt noch immer die Kette des alten Eimer Halseisens, mit dessen Hilfe in der Geschichte des Ortes so mancher schuldig Gesprochene an dieser Stelle festgekettet und an den Pranger gestellt wurde.

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St.JakobiKreuzstein3 © Andreas Martin www.kreuzstein.eu

Direkt am Fuße des Kirchturms der Jakobikirche steht seit 1978 ein alter Kreuzstein, dessen Standort in Eime bis 1972 ein anderer war. Mehr darüber erfährt man hier.

Auf dem Kirchhof sind mehrere alte Grabsteine erhalten geblieben.

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Friedhof_GrabplattenAdelheit_Ro._Westermann © Verena Bloch
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Friedhof_Eime_Grabplatte_S.D.Sander1 © Verena Bloch
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Friedhof_Eime_Grabplatte_S.D.Sander2 © Verena Bloch
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Friedhof_Eime_Grabplatte_P.WolpertLudewig © Verena Bloch

Die an der nördlichen Friedhofshofmauer stehende Grabplatte von Adelheit Ro... (verst. 1594) mit einem erhabenen Kreuz in der Mitte und der Grabstein von (Dorot)hea Westermann (verst. 1598, Ehefrau des Pastors Daniel Ludewig (im Amt von 1588-1633)) waren ursprünglich Teile der bereits erwähnten Altarplatte Eimes. Ihre Inschriften sind nur noch zum Teil lesbar, beide Platten wurden vermutlich für die Verwendung als Mensaplatten stark beschnitten und behauen. Die erhaben ausgehauene lateinische Inschrift des Steins von Dorothea Westermann verläuft im Innenfeld und lautet ins Deutsche übersetzt:

Leb wohl und leb, mein Gatte, mit den Kindern, so viele Jahre wie Nestor. Ich sterbe in Christus, lieber Mann, leb wohl. Jetzt werde ich von Christus gerufen. Wenn auch die das Schicksal rufen wird, werden wir uns in den ersehnten Gefilden (des Paradieses) wiedertreffen.

Die Grabplatte ihres Ehemannes ging verloren, erhalten geblieben ist jedoch die ihres Schwiegervaters Wolpert Ludewig, der von 1543-1588 Pastor in Eime war. Die Platte wurde in die nördliche Mauer eingemauert und ist zum Teil von Efeu überwachsen.

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Friedhof_Eime_Grabplatten_Bruning © Verena Bloch

Zwei besonders schöne Steine stehen heute direkt am Weg zwischen Kirche, altem und neuem Friedhof. Sie standen ursprünglich auf den Gräbern der beiden sehr jung verstorbenen Kinder der Familie Brünig und wurden nach Aufgaben der Grabstätte später hierher versetzt.

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Friedhof_EimeEhrenmal © Verena Bloch
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Friedhof_JUngengraber © Verena Bloch

Ebenfalls auf dem Friedhof findet man das Ehrenmal, mit dem an die Gefallenen des Ortes während der beiden Weltkriege erinnert wird. Auf der Rückseite dieses Ehrenmals stößt man auf vier Kindergräber. Hier wurden vier Jungen aus Eime beerdigt, die 1945 bei einem tragischen Unfall im Alter von 10 bis 17 Jahren ums Leben kamen. Eine Gruppe von Kindern hatte an einem deutschen Panzer gespielt, der wegen eines Defekts auf einem Acker am Bantelner Weg abgestellt war. Munition, die sich noch im Panzer befand, explodierte. Die vier Jungen sowie zwei Spielkameraden aus Hannover wurden durch die Explosion getötet, zwei weitere schwer verletzt.

Wohnhäuser der Eimer Hauptstraße

Zu finden: Hauptstr. 13, 17 und 19

Auch nach dem großen Brand im Mai 1802 im Steinweg, der heutigen Hauptstraße, bauten die Bewohner weiterhin in traditioneller Fachwerkbauweise. So wird das Straßenbild der Eimer Ortsdurchfahrt, aber auch der Nebenstraßen noch häufig durch Fachwerkhäuser geprägt. Je nach ursprünglicher Nutzung haben sie mal einen bäuerlichen, mal einen bürgerlichen Charakter, manchmal sind noch Stall- oder Scheunengebäude vorhanden. Die im 18. Jh. entstandenen Gebäude stehen meist mit der Giebelseite, die des 19. Jh. mit der Breitseite zur Straße. Diese Häuser sind meist zweigeschossig und sind oft mit einer besonderen Obergeschoßschwelle versehen.

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altesPfarrhaus © Verena Bloch

Dass links von der Jakobikirche gelegene Wohnhaus an der Hauptstr. 13 war das Pfarrhaus von Eime. Bis auf die Giebel wurde die alte Fachwerkfassade später glatt verputzt. Es wird heute nicht mehr von einer Pastorenfamilie bewohnt und wurde 2020 verkauft.

Auf dem Grundstück des Hauses Hauptstr. 17 wurde bereits 1622 das erste Schulhaus von Eime errichtet. Es diente gleichzeitig als Schulhaus und als Wohnhaus für die in Eime tätigen Lehrer. 1827 wurde die zu diesem Zeitpunkt baufällige Schule an gleicher Stelle durch ein neues und größeres Gebäude ersetzt. Dieses blieb bis zum Bau der dritten Eimer Schule im Jahr 1908, der Sonnenberg-Schule an der Hauptstr. 8, Schul- und Lehrerhaus.

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erstes_Backsteinhaus(Pape)2 © Verena Bloch
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erstesBacksteinhaus(Pape) © Verena Bloch
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erstesBacksteinhaus(Pape)_1 © Verena Bloch

Direkt neben der Schule baute 1862 Ludwig Pape auf seinem Grundstück an der Hauptstraße mit der Nr. 19 das erste massive Backsteinhaus von Eime. Um seine Hofstelle erweitern zu können, hatte er seinem Nachbarn Christian Warnecke dessen Grundstück abgekauft. Dieser wurde mitsamt seinem Fachwerk-Wohnhaus in den Quirn, die heutige Neue Straße, umgesiedelt. Auf dem vergrößerten Grundstück errichtet Pape wenig später auch neue Stall- und Scheunengebäude in Ziegelbauweise. Über dem ehemaligen Hauseingang mit aufwändig gestalteter Sandsteinverkleidung an der Giebelseite sind noch immer die Namen des Ehepaares Pape und das Jahr der Erbauung des Backsteinhauses zu lesen.

Heute befindet sich auf diesem Gelände ein Supermarkt mit zugehörigem Parkplatz.

Sonnenbergschule

Zu finden: Hauptstr. 8

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Sonnenbergschule6 © Verena Bloch
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Sonnenbergschule4 © Verena Bloch
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Sonnenbergschule3 © Verena Bloch
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Sonnenbergschule2 © Verena Bloch

Schon 1622 erhielt das Dorf eine Schule an der Hauptstraße, dieses wurde 1827 durch ein neues an gleicher Stelle ersetzt. Als zu Beginn des 20. Jh. durch den neu erstandenen Kalischacht »Frisch Glück« viele Familien nach Eime zogen, wurde die Schule schnell zu klein. Zu einem Neubau kam es aber erst im Jahre 1908, der am 16. Oktober eingeweiht wurde.

Die Aufsicht über das Schulwesen unterlag bis zum Beginn des 20. Jh. der Kirche und erst 1920 wurde die Verbindung der Hauptlehrerstelle mit einem Kirchenamt aufgehoben. Bis dahin war der Hauptlehrer verpflichtet, Aufgaben als Organist und Lektor in der Kirche zu übernehmen, regelmäßig die Kinderkirche halten und den Pfarrer zu Urlaubs- oder Verhinderungszeiten vertreten. Erst nach dem 1. Weltkrieg wurde die geistliche durch die staatliche Schulaufsicht abgelöst.

Zwanzig Jahre nach Einweihung der Schule an der Hauptstr. 8 erhielt Eime eine Turnhalle, die direkt an das Schulgebäude angeschlossen war. Diese diente jedoch von Beginn nicht nur dem Sport, sondern erhielt für kulturelle Veranstaltungen auf der Ostseite eine Bühne und drei Nebenräume, in der Sportgeräte und die Bestuhlung untergebracht wurden.

Während des 2. Weltkrieges kam es nicht zu gravierenden Unterrichtsausfällen, zwei Klassenräume wurden allerdings für die Unterbringung von Kriegsgefangenen beschlagnahmt, so dass zeitweise Kinder in Dunsen unterrichtet werden mussten. Der Keller der Schule galt während eines Fliegeralarmes als sicherster Raum für die Bevölkerung Eimes.

Schon während des 2. Weltkrieges wuchs die Zahl der Kinder durch Evakuierungen stark an, nach dem Krieg nahm die Schülerzahl weiterhin durch Flüchtlinge und geburtenstarke Jahrgänge zu, ab 1961 wurde außerdem die Schulpflicht von acht auf neun Schuljahre erweitert. Eine Erweiterung des Schulgebäudes war damit unerlässlich und mit dem Anbau wurde 1960 im März begonnen. Bereits im Dezember desselben Jahres wurde der Erweiterungsbau in Betrieb genommen, gleichzeitig ein Schulzweckverband gegründet, dem Eime, Dunsen, Heinsen, Deilmissen, Esbeck und Sehlde angehörten. Wegen der zentrale Lage Eimes wurde die Schule auf Beschluss der Schulaufsicht zur Mittelpunktschule, die auch viele Schüler*innen der Nachbargemeinden besuchten. Im Laufe der nun folgenden zehn Jahre lösten sich alle Volks- und Zwergschulen in den Nachbarorten auf, Eime wurde zentraler Schulort für alle Schüler*innen der Umgebung und 1974 nochmals um einen Anbau erweitert. Die Zeit der Mittelpunktschule endete im März 1975 mit der Einführung der Orientierungsstufe in Niedersachsen. Die Kinder der fünften und sechsten Klassen besuchten nun die Orientierungsstufe in Gronau, ältere Schüler*nnen ab 1975 dort die weiterführenden Schulen.

Von nun an war die Schule in Eime eine Grundschule mit Vorklassen in der Trägerschaft der Samtgemeinde Gronau. Ihr Schulhof wurde kindgerecht umgestaltet und sie erhielt eine neue Turnhalle hinter der Schule, während die alte Mehrzweckhalle für die Nutzung der Gemeinde für kulturelle Veranstaltungen erhalten blieb und 1988 saniert wurde.

Räume aus dem alten Schulgebäude an der Hauptstraße konnten ab 1987 für eine Heimatstube zur Verfügung gestellt werden.

1995 erhielt die Schule in Eime auf Beschluss der Gesamtkonferenz den Namen „Sonnenbergschule“.

1997 gründete eine Elterninitiative wegen zunehmendem Bedarf eine nachschulische Betreuung mit dem Namen „KidS“ (Kinderbetreuung in der Sonnenbergschule) für Kinder berufstätiger Eltern, ab 1999 wurde die Sonnenbergschule „Verlässliche Grundschule“ mit erweiterten Schulbetreuungszeiten.

Mit sinkenden Geburtenzahlen gingen auch stetig sinkende Schulanmeldungen einher. Die Schülerzahlen sanken seit Beginn des 21. Jh. auf weit unter 100 Kinder und die Samtgemeinde Gronau kündigte für das Schuljahr 2014/15 die Schulschließung an. Trotz vielfacher Bemühungen von Seiten der Elternschaft und des Flecken Eime, der sich bereit erklärte, für die Kosten des Schulbetriebes bis zur Übergabe an einen neuen Schulträger aufzukommen. Diese Suche blieb zunächst erfolglos. Mit der Gründung der Samtgemeinde Leinebergland im Jahr 2016 ging die Zeit der Schule in Eime endgültig zu Ende. 2017 konnten dort keine Kinder mehr angemeldet werden, seitdem besuchen die Grundschüler aus Eime und den umliegenden Orten die Grundschulen in Gronau oder Banteln.

Nach Verhandlungen mit der CJD (Christliches Jugenddorf) Elze konnte der Schulbetrieb nach deren Konzept im Sommer 2021 jedoch neu starten. Für die Schule, die zunächst mit einer Erstklässler-Gruppe beginnt, können die Räume im renovierten Anbau der ehemaligen Sonnenbergschule problemlos genutzt werden. In den folgenden Schuljahren soll die neue CJD Grundschule Eime weiter zu einer einzügigen Schule ausgebaut werden. In den ersten drei Jahren müssen die Eltern zunächst ein monatliches Schulgeld zahlen, danach wird das Land Niedersachsen den Schulbetrieb finanziell mittragen.

Das gesamte Schulgebäude wird seit 2019 umfangreich saniert und umgebaut, das Gebäude u. a. mit einem Fahrstuhl und modernen Sanitäranlagen ausgestattet. Nach Beendigung der Baumaßnahmen werden in den zur Hauptstraße liegenden renovierten Räumen der Schule die Kinder des Kindergartens und des Horts der Kita Kids Eime e.V. untergebracht. Im Obergeschoss plant der Flecken Eime außerdem Räumlichkeiten für die Dorfgemeinschaft, der aber auch weiterhin die alte Turnhalle als Mehrzweckhalle zur Verfügung steht. Im Obergeschoß wird zukünftig auch für die Eimer Heimatstube wieder ausreichend Raum zur Verfügung stehen.

Ratskeller

Zu finden: Wassertorstr. 3

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Ratskeller5 © Verena Bloch
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Ratskeller © Verena Bloch
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Ratskeller4 © Verena Bloch

Einen Ratskeller gab es in Eime bereits Ende des 18. Jh. Wo dieser stand, ist heute jedoch nicht mehr bekannt. Der zweite Ratskeller, über dessen Standort im Ort damals heftig gestritten wurde, entstand 1822 an der Wassertorstraße mit direktem Blick auf die Kirche. Der Ratskeller war Eigentum des Fleckens und gleichzeitig Schänke und Versammlungshaus der Gemeinde. Es wurde vertraglich festgelegt, dass ein Raum im Erdgeschoß für Sitzungen des Fleckens reserviert blieb und größere Versammlungen im ersten Geschoss abgehalten werden konnten. Noch bis in die 60er Jahre des 20. Jh. befand sich an der Straßenseite des Ratskellers der Aushängekasten des Standesamtes.

Die übrigen Räume wurden an einen Wirt per Pacht vergeben. Er schenkte das im Ort gebraute Bier im Ratskeller aus. Im Sommer 1862 verkaufte der Flecken den Ratskeller mit Grundstück, Nebengebäuden und Stallungen an einen Ackermann August Heuer aus Warzen mit der Auflage, dass der Raum der bisherigen Ratsstube dem Flecken weiterhin für Sitzungen und Versammlungen kostenlos zur Verfügung stand. Von 1883-1973 befand sich im Ratskeller außerdem die erste Poststelle von Eime, deren Posthalter der Besitzer des Ratskellers war.

Der Sohn August Heuers, Friedrich Heuer, erweiterte das Gebäude 1898 zur Freude der Eimer Bewohner um einen großen Festsaal im 1. Stock, in dem nun große Festessen und Tanzveranstaltungen stattfinden konnten. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Raum auch als Kino genutzt. Im Geschoss darunter entstanden Pferdestall und Abstellräume für reisende Gäste. Zum Bedauern der Eimer Bürger musste der Ratskellerwirt die Gaststätte 1978 aus gesundheitlichen Gründen schließen.

Alte Tischlerei

Zu finden: Mühlenstr. 6

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alte_Tischlerei4 © Verena Bloch
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alteTischlereiTuer © Verena Bloch
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alteTischlereiJPG © Verena Bloch
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alteTischlerei2 © Verena Bloch

Alte Schmiede

Zu finden: Am Bach 2

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alteSchmiede9 © Verena Bloch
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alteSchmiede11 © Verena Bloch
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alteSchmiede10 © Verena Bloch
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alteSchmiede6 © Verena Bloch
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alteSchmiede_am_Bach_von_1719 © Verena Bloch

Zu den ältesten Häusern von Eime gehören das der ehemaligen Tischlerei an der Mühlenstraße, das im Jahre 1707 entstand und – nur wenige Gehminuten von dort entfernt – das Haus einer alten Schmiede. Beide liegen direkt an der durch Eime fließenden Akebeke, weshalb die Schmiede aus dem Jahre 1719 auch unter der Adresse Am Bache zu finden ist.

Vollmeierhof

Zu finden: Wassertorstr. 12

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Wassertorstr.12-5 © Verena Bloch
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Wassertorstr.12-_3 © Verena Bloch
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Wassertorstr.12-2 © Verena Bloch
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Wassertorstr12-6 © Verena Bloch

Der Hof an der Wassertorstr. 12, ursprünglich Eigentum des Vollmeiers Johann Kohlenberg (1744-1825), ist das einzige Haus Eimes, dass im 19. Jh. nach der Neunummerierung aller Grundstücke im Ort seine Hausnummer behielt.

1750 hatte auch in Eime die Landschaftliche Brandkasse Hannover eine Nummerierung der Grundstücke entsprechend ihrer Größe vorgenommen: zunächst Vollmeier, dann Halbmeier, Großkötner, Kötner usw. Man verfuhr jeweils rechts herum durch den gesamten Ort. So erhielt der größte Hof Pape die Nr. 1, der Kohlmeier-Hof die Nr. 12.

Mit dem Wachstum des Ortes wurde auch in Eime, wie überall und bis heute üblich, auf die Nummerierung nach Straßen umgestellt. So erhielten alle Grundstücke eine neue Hausnummer, das Haus der Familie Pape hat seitdem die Hausnummer 19. Nur das Grundstück des Kohlmeier-Hofes konnte seine alte Nummer 12 behalten.

Johann Kohlenberg war in Eime für sein besonders gutes Wirtschaften bekannt. Bereits als junger Bauer war er in der Lage, dem Flecken Eime bei der Bau-Finanzierung des neuen Ratskellers im Jahre 1822 mit einem Betrag von 500 Reichstalern unter die Arme zu greifen. Wenig später konnten er und sein Sohn Christoph den Architekten des Ratskellers mit der Planung von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden auf seinem Grund und Boden an der Wassertorstr. 12 beauftragen. Es entstanden ein großzügiges zweigeschossiges Bauernhaus mit separatem Wohntrakt und Extraeingang sowie ein großer Rinder- und Pferdestall mit Gesinderäumen, Korn und Strohboden. Im Jahr 1948 wurden die Stallungen zu Wohnraum umgebaut. Noch heute kann man aber den Stalleingang neben der hofseitigen Haustür und darüber die Giebelöffnung des Hausbodens erkennen.

Backhaus

Zu finden: Am Schützenplatz

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Backhaus3 © Verena Bloch

Genau genommen handelt es sich beim Eimer Backhaus nicht um ein historisches Gebäude. Das Backhaus ist vielmehr erst im Jahr 2009 auf Initiative des Heimat- und Kulturvereines Eime errichtet worden. Im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms entstand damals die Idee, ein Backhaus im traditionelle Fachwerkbaustil zu errichten, um einerseits die heimatliche Backkultur zu vermitteln und gleichzeitig Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen zu schaffen.

Auf der Website des Vereins heißt es dazu:

Das Backhaus wurde zum Zweck der Heimatpflege und der Vermittlung handwerklicher Kultur errichtet. Als Fachwerkhaus vermittelt es bauhandwerkliche Kultur und trägt wesentlich zur Verschönerung des Schützenplatzes bei. Darüber hinaus gewährt es mit seinem Lehmbackofen einen kleinen nostalgischen Einblick in das Bäckereihandwerk früherer Zeiten.
Das wesentliche Ziel des Backhauses ist es aber, genutzt zu werden und damit eine Bereicherung für die Bevölkerung, die örtlichen Vereine sowie im begrenzten Umfang auch für andere Interessierte zu bieten. Hierbei soll das Backhaus nicht in Konkurrenz zu gastronomischen Betrieben treten.“

Im Backhaus finden seitdem regelmäßig Veranstaltungen statt. Eine Backgruppe trifft sich dort, um gemeinschaftlich Brot, Kuchen und anderes Backwerk zu backen und Informationen auszutauschen. Bei Festen und anderen Veranstaltungen des Vereins übernimmt in erster Linie die Backgruppe die Versorgung mit Backwaren.

Von einem besonderen Backerlebnis wird hier erzählt.

Der Heimat- und Kulturverein lädt darüber hinaus zu Spieleabenden ins Backhaus ein.

Das Backhaus kann außerdem von Kindergartengruppen und Schulklassen oder von Vereinen oder Privatpersonen für Feiern genutzt werden. Dazu ist die Kontaktaufnahme mit dem Heimat- und Kulturverein notwendig.

Alle wichtigen Informationen rund um das Eimer Backhaus sind zu finden unter www.hkv-eime.de.

Spuren von historischen Produktionsstätten

Wassermühle

Zu finden: Mühlenstr. 14

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Wassermuhle1 © Verena Bloch
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Wassermuhle5 © Verena Bloch
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Wassermuhle2 © Verena Bloch
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Wassermuhle3 © Verena Bloch

An Teilen ihres Mauerwerkes ist zu erkennen, dass die Wassermühle das älteste Gebäude in der Gemarkung Eime ist. Bereits im Güterverzeichnis der Edelherren von Homburg taucht die Eimer Mühle um 1400 auf. Sie wird dort als Leibzucht der Witwe eines verstorbenen Edelmannes von Homburg erwähnt, die im Kloster Kemnade an der Weser lebte. Auch im Pfarrarchiv von Elze wird sie 1530 und in Rechnungen des ehemaligen Amtes Lauenstein zwischen 1564 und 1587 genannt.

Die Mühle befand sich mit dem Wohnhaus in einem Gebäude. Das noch heute bestehende Wohnhaus ist, wie einem Stein der Mauer längs des Wasser zu entnehmen ist, 1768 vom damaligen Müllermeister Joh. Heinr. Brahme und seiner Frau Ilse Catrine Friederike, geb. Münter neu gebaut worden. 1783 wurde außerdem eine Ölmühle angebaut. 1806 übernahm der aus einer Müllerfamilie stammende Schwiegersohn Christian Ludwig Lindenberg die Mühle und blieb in den folgenden 170 Jahren im Besitz der Mühlendynastie der Lindenbergs.

Um 1900 wurde die Mühle vergrößert und die Mühlenanlage durch eine moderne Dampfmaschine erweitert. Mit ihr konnte eine Dreschmaschine angetrieben werden, die die Arbeit der Landwirte deutlich erleichterte. Später wurde die Dampfmaschine durch einen Dieselmotor ausgetauscht, der ein 1908 errichtetes Elektrizitätswerk antrieb. Dieses versorgte nicht nur die gesamte Bevölkerung Eimes, sondern auch die Straßenbeleuchtung des Dorfes bis zur Übernahme durch das Elektrizitätswerk in Gronau im Jahre 1923 mit elektrischem Strom. Da die Landwirte im Laufe der Jahre eigene Dreschmaschinen anschafften, stellte Lindenberg den Dreschbetrieb noch vor dem zweiten Weltkrieg ein und ersetzte das Mühlrad 1941 durch eine 20 PS starke Durchström-Turbine. Bis 1970 wurde in der Eimer Mühle Mehl gemahlen, dann aber wegen immer größer werdender Konkurrenz durch große Mühlenfabriken eingestellt. Die Produktion von Futtermitteln wurde noch bis zur Schließung des Mühlenbetriebes im Jahre 1976 weitergeführt.

Alte Molkerei

Zu finden: Neue Str. 32

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alteMolkerei1 © Verena Bloch

Ende 1891 gründeten die Landwirte von Eime eine Molkereigenossenschaft. Schon ein Jahr später stand das Molkereigebäude und es konnte mit der Weiterverarbeitung von Milch zu Butter und Quark begonnen werden. 1950/51 wurde die Molkerei außerdem um eine Käserei erweitert.

Die Molkerei erlebte im Laufe der Zeit einige nicht nur wirtschaftlich erfolgreiche, sondern auch schwierige Zeiten durch Inflation und Weltkriege. Im Jahr 1964 fusionierte die Molkerei in Eime mit dem Molkereibetrieb in Alfeld und die Produktion in Eime wurde eingestellt.

Heute befindet sich in Teilen der alten Molkereigebäude das weit über Eimes Grenzen hinaus bekannte Kaufhaus »Alte Molkerei« mit angeschlossenem Café.

Waagehaus (Fahrzeugwaage)

Zu finden: Lehder Tor

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Waagehaus5 © Verena Bloch
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Waagehaus4JPG © Verena Bloch

Ende des 19. Jh. gründeten Landwirte aus Eime eine weitere Genossenschaft, diese mit dem Ziel, gemeinsam eine Fahrzeugwaage für Eime anzuschaffen. Man versprach sich eine deutliche Erleichterung im Handel und Verkauf landwirtschaftlicher Produkte. Die Gründungsversammlung fand im Januar 1900 im Ratskeller statt, die Waage mit Waagehäuschen wurde im selben Jahr gebaut und in Betrieb genommen. Als Wiegemeister beauftragte man im Laufe der Jahre in der Nähe wohnende Eimer Bürger, die für jeden Wiegevorgang innerhalb kürzester Zeit zur Waage kommen konnten. Bis 1976 konnten die Unterhaltskosten der Waage (Reparaturen, Versicherung, Eichung und Entlohnung des Wiegemeisters) durch Gebühren finanziert werden. In den darauf folgenden Jahren ging die Nutzung der Eimer Waage jedoch stark zurück, denn Fahrzeuge und Anhänger waren für die Waage zu groß und zu schwer und der Betrieb damit unrentabel geworden.

Der letzte Wiegevorgang fand im Juli 1980 statt, im Februar 1981 wurde die Fahrzeugwaage stillgelegt und die Waagegenossenschaft löste sich auf.

1996 beschloss der Gemeinderat mehrheitlich, die gesamte Anlage mit Waagehäuschen zu renovieren und so als kulturelles Gut des Flecken Eime zu bewahren. Die von der Gemeinde finanzierten Renovierungsarbeiten nahmen 1997 drei Bürger Eimes auf ehrenamtlicher Basis vor. Sie konnten nach Fertigstellung der Arbeiten dem Heimatpfleger des Ortes im September desselben Jahres die Schlüssel für das schmucke Waagehäuschen und damit die Zuständigkeit für die gesamte Anlage dem Heimatstubenteam übergeben.

Verwaltungsgebäude des Kaliwerkes

Zu finden: Schachtweg 81

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VerwaltungKaliwerk2 © Verena Bloch

In den Jahren 1896/97 nahmen die Bohrgesellschaften Eime und Neuhohenzollern an vier Stellen in der Eimer und Bantelner Feldmark vor und stießen auf Lagerstätten mit unterschiedlichen Kalisalzen. Diese wurden für die Landwirtschaft und Chemieindustrie benötigt und waren im Leinetal vermutet worden. 1899 fusionierten die beiden Bohrgesellschaften und begannen ein Jahr später mit dem Abteufen der Schachtanlage „Kaiser Wilhelm der Große“. Im September 1901 gründete sich schließlich die „Kaliwerk Eime Aktien-Gesellschaft“. Von 1903 bis 1905 entstand zwischen Eime und Banteln eine Grubenbahnstrecke mit Anschluss an den Bantelner Bahnhof, das Kaliwerk „Frisch Glück“ konnte im Sommer 1905 den Betrieb aufnehmen. Zur Werksanlage gehörten oberirdisch u.a. Salzschuppen, eine Chlorkaliumfabrik, zwei Rohsalzmühlen, ein Kesselhaus, eine Mühle, ein Kühlturm, die elektrische Zentrale, ein Verwaltungsgebäude und verschiedene Werkstätten.

Im Laufe der nun folgenden Jahre wurde die Schachtanlage um einen zweiten Schacht erweitert.

Zu Hochzeiten der Kaliproduktion waren 350 Arbeiter im Kaliwerk Eime beschäftigt, von denen ein Teil aus den benachbarten Orten kamen, viele aber auch in Eime sesshaft wurden. Das führte nicht nur zum Bau zahlreicher Häuser, sondern auch zum Neubau einer größeren Schule. Rund um das Arbeitsgeschehen entwickelte sich außerdem ein reges gesellschaftliches Leben mit der Gründung mehrerer Vereine.

Der Verlust des deutschen Kalimonopols nach dem 1. Weltkrieg hatte auch für Eime schnell wirtschaftliche Folgen: Das Glück verließ das Kaliwerk 1921, der Förderbetrieb wurde eingestellt, zwei Jahre später auch die Rohsalzverarbeitung. Damit verlor Eime seine größte Einnahmequelle.

1990 wurden die Schächte mit insges. 50.000 Tonnen Spezialkies und 2007 die letzten Grubenräume mit Leinewasser verfüllt.

Von der gesamten Kaliwerkanlage sind bis heute nur das Verwaltungsgebäude am Schachtweg 81 und eines der alten Werkstattgebäude erhalten geblieben. Bei den Doppelhäusern in den vom Schachtweg abzweigenden Straßen handelt es sich zum Teil um ehemalige Arbeiterhäuser des Kalkwerkes.

In einem dieser Häuser ist Wolfgang Ripke aufgewachsen. Von seiner Kindheit und Jugend „Am Schacht“ erzählt er hier.

Alte Schmiede und alte Tischlerei

Zu finden: Am Bach 2 und Mühlenstraße

Zu den ältesten Häusern von Eime gehören das der ehemaligen Tischlerei an der Mühlenstraße, das im Jahre 1707 entstand und – nur wenige Gehminuten von dort entfernt – das Haus einer alten Schmiede. Beide liegen direkt an der durch Eime fließenden Akebeke, weshalb die Schmiede aus dem Jahre 1719 auch unter der Adresse Am Bache zu finden ist.

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