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Kultur in der Region Hildesheim

Interessant und Wissenswert

Sagen und Geschichten

In Deinsen hat man sich viel zu erzählen. Die interessantesten Geschichten sind von den Dorfchronisten auf der vorzüglichen Homepage des Dorfes zusammengetragen worden. Historisch interessant und absolut lesenswert!

Nicht auf der Deinser Homepage, aber dennoch nicht weniger interessant sind die folgenden Geschichten, die immer auch ein bisschen Geschichte erzählen.

Impf-Pioniere

Eine bemerkenswerte Pioniertat und „Kulturleistung“ wird im Kirchenbuch von Deinsen beschrieben:

„Anno 1802 hat die Gemeinde Dedensen (heute Deinsen, Anm. d. Red.) unter allen der Gegend zuerst allgemein, der Blatternpest durch Einimpfung der durch Jenner in London angewandten und nach Hannover versandten Kuhpocken Grenzen zu setzen gesucht.“ Edward Anthony Jenner (1749 -1823) war ein englischer Landarzt, der die moderne Schutzimpfung gegen Pocken entwickelte.

Der Deinser Pastor ließ sein Kind im April 1801 impfen. Noch folgte die Gemeinde nicht. Als aber im Februar 1802 eine schreckliche Blatternseuche in Gronau ausbrach, ließ Pastor sein zweites Kind in Hannover impfen und nun wurden dessen auch alle Kinder im Dorfe, außer zwey gerade damals kranken, geimpft und alle überstanden die leichte Krankheit glücklich. Auf der Pfarre impfte 2 mal Dr. med. Hans Martell aus Alfeld und 2 mal der Chirurgus Hans Varges aus Hemmendorf. Im Dorfe hat der Ludwig Berner aus Salzhemmendorf zweymal ... Impfungen unter ... auch in Marienhagen sind zwey Kinder geimpft."

Es war einmal in Eime – Gelebte Dorfgeschichten

Sehr lebendige Geschichten erzählte man sich in Eime und den zugehörigen Orten im Rahmen eines Theaterprojekts des TPZ Hildesheim (Theaterpädagogisches Zentrum Hildesheim e.V.) zwischen August und November 2019. Gelebte Dorfgeschichte(n) wiederentdecken – das war das Ziel. Um dieses zu erreichen, machten sich die Theater- und Schreibpädagog*innen Silke Pohl und Karu Grunwald-Delitz zusammen mit Elisa Kneisel, einer Studentin der Kulturwissenschaften, auf, um Menschen im Flecken Eime zum Erzählen und Theaterspielen zu motivieren. Tatsächlich ließen sich viele Menschen aus Eime und den zugehörigen Orten anstecken und waren sehr kreativ.

Im Anschluss an das Projekt, das vom Landesverband Theaterpädagogik Niedersachsen e.V. gefördert wurde, entstand eine Sammlung von Geschichten in Heftform. Und wenn sie nicht gestorben sind ... 

Hier kommen zwei „Gelebte Dorfgeschichten“ – erzählt von echten Deinsern.

Nachtleben in Deinsen

Wie lange ich schon in Deinsen lebe?

Tja, ich erzähle Ihnen mal was über Verwurzelung.

Vor vielen Jahren bekam ich zum Geburtstag einen Blumenstrauß. Darin steckte ein großer Weidenzweig. Den pflanzte ich in den Garten. Vom Wohnzimmerfenster aus hatte ich ihn immer gut im Blick und wurde Zeugin eines wahren Überlebenskampfes. Das Bäumchen musste dem Winter trotzen und vor allem den Kindern und Enkel*innen, die es immer wieder herausrupften, sowie den Hunden, die an ihm zerrten.

Viele Jahre später saß ich auf dem Sofa, als mein Fernseher plötzlich anfing herumzuspinnen. Das Programm stockte und ich dachte im ersten Moment, nun sei es Zeit für eine Neuanschaffung. Doch schnell wurde mir klar, was da meinen Fernsehempfang blockierte: der mächtige Weidenbaum, der inzwischen vor meinem Wohnzimmerfenster gewachsen war …

Als ich nach der Hochzeit mit meinem Mann in dessen Heimatdorf Deinsen zog, stieg die Einwohnerzahl durch unsere große Familie beträchtlich an. Ich arbeitete im Dorfkindergarten, obwohl ich mit neun Kindern im Grunde genommen schon meinen eigenen zuhause hatte. Deinsen war das genaue Gegenteil meines Geburtsorts Berlin, jedoch gefielen mir gleich die Geselligkeit und die Feierlaune im Dorf. Oft traf man sich in einem der zwei Dorflokale, bei Hampe oder bei Meyer.

Bei Meyer gab es deftige Hausmannskost und den besten Braten in alleb Variationen. In geselliger Atmosphäre wurde gesungen, getanzt und allerlei Blödsinn veranstaltet. Zum Beispiel mit einem Dauerbetrunkenen, der fast jeden Tag an der Bar hockte. Einmal haben wir ihm im Schalk das gesamte Haar zu Zöpfen geflochten. Man kann sich kaum vorstellen, wie wütend seine Frau wurde, als er mit dieser eigenwilligen Frisur nach Hause getorkelt kam.

Die berüchtigtste unter all den Deinser Scheunen-, Schützen- und Familienfeiern war „das Fest, als alle Kinder entstanden“. Irgendwann gab es auf einmal Kinder ohne Ende in Deinsen, die alle zu einem feuchtfröhlichen Zeitpunkt gezeugt worden sein mussten. In der Dorfschule haben sie eine ganze Klasse gebildet.

Doch wie vielerorts auf dem Land schlossen auch in Deinsen irgendwann die Dorfkneipen. Immer drängender wurden Fragen wie: „Wo sollen wir denn jetzt das Vereinsjubiläum oder den Geburtstag feiern?“ Oft lautete die Antwort: „Fahrt nach Eime, das ist doch kein Weg.“ Klar, möglich war das schon. Allerdings konnte man dann nichts trinken, weil man noch nach Hause fahren musste. Das war also auch keine Lösung.

So wurde im Rat immer öfter der Wusch nach einem Deinser Dorfgemeinschaftshaus geäußert. Bis dieses Vorhaben genehmigt wurde, war es allerdings ein langer Prozess. Sieben Jahre setzte ich mich verstärkt dafür ein, aber es herrschte Uneinigkeit zwischen den Ratsherren. Als schließlich doch noch ein Dorfgemeinschaftsraum im Erdgeschoss der ehemaligen Dorfschule eingerichtet wurde, wurde er von allen sehr gut angenommen. Heute ist das Gebäude aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken: Durch den ersten Stock toben die Kindergartenkinder, unten wird gefeiert, gekocht und musiziert, und nebenan gibt es einen Anbau für die Feuerwehr, die alles tatkräftig unterstützt.

Zu meinen schönsten Erinnerungen im Dorfgemeinschaftshaus gehören die Chorjubiläen. 1980 übernahm ich Vorsitz und Leitung des Gemischten Chores Deinsen.

Zu unserem Repertoire gehörten vor allem Volks- und A-cappella-Lieder. Leider musste der Verein aufgrund mangelnder Mitglieder im Dezember 2019 aufgelöst werden. Jedoch haben wir uns die Freude am Singen bewahrt und treffen uns im privaten Kreis weiterhin. Denn auch wenn wir nicht mehr auftreten, ein Ende ist noch lange nicht in Sicht!

Erzählt von Anita Beining, zu Papier gebracht von Elisa Kneisel

Zu einem Chorjubiläum schrieb Anita Beining ein Lied für Deinsen, das man hier finden kann.

"Wenn die Deinser*innen nicht zum Strand kommen ...

… dann kommt der Strand eben nach Deinsen.“

(Anm. d. Red.: In dem hier gekürzt wiedergegebenen Text wird darüber berichtet, wie im „heißen“ Sommer 2018 im Dorf die Idee für ein eigenes „Deinser Freibad“ entstand. Auf Martin Mundhenkes Hof in der Ortsmitte war genug Platz dafür.)

(...) Und dank der „Werft“, einem Treffpunkt der Dorfjugend auf Mundhenkes Grund, gab es auch weitere unabdingbare Schwimmbad-Infrastruktur: Getränkekühlschrank und Toiletten! Spediteur und Ortsbrandmeister André Schwarze wiederum überlegte sich, dass die Gitterboxen, die er sonst oft für Transportgut benutzte, doch auch als Schwimmbad-Fundament taugen würden. Genug Holz und eine Filteranlage von einem alten Pool gab es auch noch, und ein bisschen Folie aus der Biogasanlage könnte das Innenleben des Beckens bilden. Gesagt, getan!

Bereits am nächsten Tag, 05.08.2018, um 17 Uhr wurde auf dem Mundhenke-Hof angebadet. Rund vier Wochen lang, im Supersommer 2018, bis zum 29.08., bot das Freibad Leuten aus Deinsen im Alter von 8 bis Mitte 80 Abkühlung. Rund 25 Personen tummelten sich stets am und i Pool. 4 Kinder machten dort sogar ihr Freischwimmer-Abzeichen, das Seepferdchen, inklusive Sprung vom Beckenrand, Tauchen, offizieller Urkunde und ordnungsgemäßer „Taufe vom Ältestenrat nach den internationalen Vorschriften der Deinser Ortsverwaltung. Und da Schwimmen bekanntlich hungrig macht, wurde an so manchem Abend der Grill angeworfen und die Dorfgemeinschaft versammelte sich auf Bierbänken rund um die Deinser Riviera, Alle waren restlos begeistert von diesen ganz besonderen Ferien auf Balkonien.

Kein Wunder also, dass im ebenso heißen Sommer 2019 erneut Rufe nach Abkühlung laut wurden. (...) Zeitgleich überlegten die umtriebigen Geocacher aus Gronau um Ralf Deppe, wo man mal wieder einen besonderen Cache legen könnte – also ein Versteck, dessen geografische Koordinaten im Internet für Schatzsucher*innen mit GPS-Empfänger veröffentlicht werden. So wurde auf beiden Seiten über erfrischend neue Möglichkeiten gegrübelt. Als Ralf Deppe sich mit seiner Idee eines außergewöhnlichen Events an Martin Mundhenke wandte, kam diesem sein Acker mit Hanglage am Külf in den Sinn …

Schnell war die Gerste am Hang geerntet, und bald schon machten Gerüchte von seltsamen Aushubarbeiten am Külf die Runde. Wenig später präsentierten Baggerfahrer Willy Stolberg und seine Mitstreiter, unterstützt von der Biogasanlage Külftal und dem Hof Block-Grupe aus Banteln, stolz ihr Werk: eine 240 Meter lange Wasserrutsche, die in einem 14-Kubikmeter-Becken endete!

Rund drei Arbeitstage hatte man darauf verwendet, alles auszubaggern, zu formen und mit Planen vom Pool aus dem Vorjahr auszukleiden. Dank einer ausgedienten Feuerwehrpumpe hieß es nun zwei Wochenenden lang: „Wasser marsch!“ Kinder wie auch Erwachsene erkletterten unermüdlich den Hang, um sich auf Reifen und Luftmatratzen von hoch oben ins kühle Nass zu stürzen. Anders als im Vorjahr wurde die Nachricht über die Deinser Wasserspiele diesmal jedoch weit über die Grenzen Eimes hinausgetragen. Während der Pool so geheim blieb, dass er noch nicht mal in den sozialen Medien landete, zogen die zwei an der Hangrutsche versteckten Geocaches Schatzjäger*innen aus ganz Deutschland an – und natürlich Hobby-Wassersportler*innen aus der Region. (...)

Erzählt von Martin Mundhenke, zu Papier gebracht von Silke Pohl

Hoike – Sagen und Erzählungen aus dem Land zwischen Hildesheimer Wald und Ith

Der ehemalige Elzer Kreisheimatpfleger Wilhelm Barner hat in akribischer Feinarbeit zahlreiche Sagen und Erzählungen aus dem Leinebergland zusammengetragen, die er den Einwohnern entlockt hat und die sich um Ungewöhnliches in der Natur und um die Geschichte der Landschaft ranken. Unterstützt haben ihn dabei Ernst Bock, Lehrer in Ahrenfeld, Walter Köster aus Freden, Richard Schaller aus Alfeld und Heinrich Klages, Lehrer in Esbeck.

Der Heimat- und Geschichtsverein Elze und seiner Ortsteile e.V. hat die wertvollen Überlieferungen bereits 1960 in Buchform veröffentlicht. Heute sind diese auf der Website des Vereins unter Bücher / Hoike vollständig nachzulesen. Ganz am Ende der Seite hat man die Möglichkeit, sich alle Geschichten herunterzuladen. Besonders hilfreich ist das alphabetische Ortsverzeichnis, in dem alle Orte zu finden sind, zu denen es Geschichten gibt.

Deinsen findet man auf Seite 172.

Schriftgut und Überliefertes

- Wilhelm Barner, Hoike – Sagen und Erzählungen aus dem Land zwischen Hildesheimer Wald und Ith, Schriftenreihe des Heimatmuseums Alfeld, Nr. 7, Druckerei Karl Heinz Gäth Alfeld, 1. Auflage 1960

Das gibt's so nur bei uns

Gemeindebücherei

Zu finden: im alten Pfarrhaus, Kirchstr. 4

Im alten Pfarrhaus von Deinsen befindet sich die mit viel Fürsorge und Engagement eingerichtete Gemeindebücherei mit über 3000 Buchtiteln. Sie feierte im Oktober 2018 ihr 10-jähriges Bestehen und ist donnerstags von 18.30 bis 19.30 geöffnet.

Spuren von historischen Produktionsstätten

Mühle

Zu finden: Unter der Mühle 1

Deinsen wird von Süden nach Norden von zwei Bachläufen durchzogen, von denen der Sohlbach durch die Ortsmitte fließt, während die Akebeke am östlichen Ortsrand verläuft.

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Muhle_Deinsen_Nr_25_1952 © Friedrich Vennekohl
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Deinsen_Muhle_Haus_Nr25_2ca1990 © Friedrich Vennekohl

An der Akebeke lag seit 1649 eine Mühle. Erster Müller war Heinrich Ihßen, der den Mühlenbetrieb 1678 an Cord Ihßen übergab. Über die Geschichte der Mühle und deren wirtschaftliche Bedeutung ist kaum etwas überliefert.

Auch die heute auf dem Grundstück stehenden Gebäude lassen vom ehemaligen Mühlenbetrieb nichts mehr erkennen.

Wirtschaftsbetriebe

Telefon: 0 51 85 / 81 61
Öffnungszeiten: DI und FR 9.30-12.00 Uhr, 15.00-18.00 Uhr
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Telefon: 0 51 85 / 13 16
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Öffnungszeiten in Deinsen: Mo – Fr 7.30 – 13h, Sa 8 – 12h, So 8 – 10h
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Telefon: 0 51 85 / 320
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Neu- und Gebrauchtwagen, Werkstatt
Öffnungszeiten: MO-FR 8.00-18.00 Uhr, SA nach Vereinbarung
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